Wann kamen die ersten Flüchtlinge nach Deutschland?

11 Antworten

Das geschah schon zu Zeiten der Völkerwanderung in den ersten fünf Jahrhunderten des ersten Jahrtausends nach Christus. Das waren wegen des zunehmend rauer werden Klimas, sozusagen Klimaflüchtlinge aus Nord- und Osteuropa (Goten, Wandalen, Langobarden, Hunnen und andere, die aber meistens noch weiter in den Süden zogen Richtung Frankreich oder Italien.

Später kamen die Slawen, die Sachsen und die Thüringer dazu, die von den Franken ostwärts getrieben wurden, bevor sie sich dann christianisieren ließen.

Im 16. Jahrhundert waren es dann überwiegend österreichische Glaubensflüchtlinge (Exulanten), die vor der Rekatholisierung flohen, später dann die französischen Hugenotten - aus den gleichen Gründen unterwegs.

Wieviele Menschen während des Dreißigjährigen Krieges oder in napoleonischer Zeit flüchtend in Deutschland unterwegs waren, kann man nur ganz grob schätzen. Es dürften Hunderttausende oder gar Millionen gewesen sein.

Die größte Flüchtlingswelle aber hatte Deutschland während und nach dem Zweiten Weltkrieg zu verkraften, als mehr als 14 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat brauchten. Schon nach dem Ersten Weltkrieg wurden Hunderttausende aus Gebieten umgesiedelt, die nun nicht mehr zum Recih gehörten.

Anfang der Neunzigerjahre sorgte dann der Jugoslawien-Krieg erneut für viele Hunderttausend Flüchtlinge, die Schutz suchten, fanden und oft nach einigen Jahren wierder in ihre Heimat zurückkehrten. Auch die sogenannten "Spätaussiedler" aus Rumänien, Polen und den Ländern der zerfallenden Sowjetunion kamen in hellen Scharen.

Deutschland hat also reichlich Erfahrung mit Flüchtlingen und dabei schon Lasten geschultert, die größer waren als die gegenwärtigen.

Ach ja, es gab auch Zeiten, in denen andere Länder politische, Wirtschafts- und Glaubensflüchtlinge aus Deutschland aufnahmen. Nicht gerade wenige. Innerhalb eine Jahrhunderts wanderten schätzungsweise sechs Millionen Menschen allein i die USA aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die nächste Welle, die auf dem Weg über den Atlantik jenen begegnete, die nach Jahren des Exils wieder nach Hause kamen.

Und da ist noch nicht von schätzungsweise vier Millionen Mensch die Rede, die zwischen 1945 und 1961 die Sowjetzone und nachmalige DDR in Richtung Westen verließen, geschweige von sämtlichen Ossis, die seit der Grenzöffnung ihr Glück im reicheren Westen gesucht und häufig auch gefunden haben.

Gegen diese Zahlen scheinen die aktuellen Flüchtlingszahlen geradezu lächerlich. Ich bin kein Freund von Frau Merkel, aber ich meine auch, dass das zu schaffen ist.

Zur Völkerwanderung ein paar Jahrhunderte nach Christus... Definiere bitte "Deutschland", das Land, dessen geopraphische Lage, politischer Einfluss, Bündnis, etc. hat sich im Lauf der Geschichte oft genug gewandelt.

33

In der Völkerwanderung ist man eher geflohen, denn die Hunnen waren bestimmt keine Flüchtling.

1
38
@Niconasbeznas

Der Satz macht sprachlich keinen Sinn. Es ist unklar, was Du ausdrücken willst. Insbesondere, wenn du es für so wichtig erachtest, daß es hier in jede zweite Antwort gepostet wird.

0
33
@Agentpony

In Geschichte nicht aufgepasst? In die Gebiete zwischen Oder und Rhein kamen nur die Hunnen in der Völkerwanderung, deshalb Hunnen. Vor den Hunnen sind die Germanen geflohen. Keine Einwanderung! Flucht und Invasion!

0
38
@Niconasbeznas

Meine geschichtliche Vorbildung hat nichts damit zu tun, daß dein Satzbau Banane ist.

0
33
@Agentpony

Ja feines Deutsch. Das ist Banne. Soll Banne ein Adjektiv sein? Wenn ja, dann klein schreiben.

1
16
@Niconasbeznas

Das stimmt nun mal ja überhaupt nicht. Die Hunnen sind zwar über Rhein gegangen, wenn sie nach Gallien eingefallen sind. Aber niedergelassen haben sie sich in der pannonischen Tiefebene was ungefähr den Gebiet des heutigen Ungarn entspricht. Wer hat denn da in Geschichte nicht aufgepasst?

0
16
@Niconasbeznas

Das streite ich aber auch nicht ab. Passt aber nicht zu deiner Aussage *in die Gebiete zwischen Rhein und Oder kamen nur die Hunnen'. Da siedelten, mehr oder weniger lang, Germanen und ab 7./8.Jh. zwischen Elbe und Oder Slawen

1
33
@Martin6466

Ja richtig war ein Fehler! Die Slawen ist richtig, jedoch nur bis zur Elbe. Die habe ich glatt vergessen.

1

Da kannst du bei den Hugenotten im 17. Jh. anfangen, die aus Frankreich vor allem nach Preußen flüchteten. Aber auch davor gab es Flüchtlingsströme, die ins Gebiet des heutigen Deutschland kamen im Zuge von Religionskriegen. Wenn du es ganz weit treiben willst, kannst du die Völkerwanderung auch als eine Reihe von Flüchtlingsströmen aufassen, von denen sich einige im Gebiet der heutigen BRD niederließen. Wenn du das politische Gebilde Deutschland meinst, dann müßtest du ab 1949 schauen (BRD) oder 1871 (Gründung deutsches Reich, als dessen Rechtsnachfolger sich die BRD betrachtet)

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung
33

Aber auch davor gab es Flüchtlingsströme, die ins Gebiet des heutigen Deutschland kamen im Zuge von Religionskriegen?

Wer denn?

In der Völkerwanderung ist man eher geflohen, denn die Hunnen waren bestimmt keine Flüchtling.

Tatsächlich gab es relativ wenige Einwanderer nach Deutschland, das änderte sich erst ende des 19. Jahrhunderts.

0

Was möchtest Du wissen?