Wann ist Notwehr strafbar?

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10 Antworten

Wie weit kann man gehen?

"Der Situation angemessen.

Zunächst einmal muss überhaupt eine Notwehr-Situation vorliegen. Allein der Verdacht, man gerate bestimmt gleich in eine Not-Situation, reicht nicht unbedingt aus. Es muss eine reale Verteidigungs-Situation bestehen. Das wäre also im Zweifel schon mal eine Grauzone, die von Dritten (etwa Richtern) beurteilt wird. 

Dann muss eine Notwehr-Handlung geboten sein. Wenn dich etwa ein kleines Kind mit einem Knüppel bedroht und du selbst ein großer kräftiger Mann bist, dann ist "einfaches Wegnehmen des Knüppels" (notfalls mit ein paar blauen Flecken am Arm des Kindes) die einzig gebotene "Notwehr"-Reaktion.

Außerdem müssen die Notwehr-Mittel der Situation angemessen sein. Ziel der Notwehr muss es immer sein, den geringstmöglichen Schaden anzurichten, während man sich aus der Not-Situation befreit. 

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Beispiel: Wenn du in der betreffenden Situation die Sache mit einem Schlag klären kannst (oder, nach Meinung Dritter, könntest), dann übertrittst du die Grenze regelmäßig bereits beim zweiten Schlag. 

Mit Sicherheit übertrittst du die Grenzen der Notwehr aber, wenn du immer noch auf den Angreifer einschlägst, obwohl dieser schon längst nicht mehr angreift, sondern sich nur noch gegen deine Schläge verteidigt.

Es gibt da allerdings reichlich Grauzonen, die erst Dritte abschließend beurteilen können. 

Beispielsweise kann es durchaus "Notwehr" sein, einen aggressiven Schläger mit einem Messer auf Distanz zu halten; ganz besonders, wenn dabei der entstehende Schaden objektiv minimiert wird. 

Blöd wird es allerdings, wenn er dann mit dem Messer verletzt wird und diese Verletzungen objektiven Beobachtern nicht mehr angemessen erscheinen; ganz egal, ob du sie ihm absichtlich zugefügt hast; oder ob sie "im Gerangel" entstanden sind. 

Insofern ist etwa "Messer-Verteidigung" immer ein äußerst problematisches Mittel der Notwehr.

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Kurz gesagt: Die "ideale Notwehr" besteht aus "Vermeidung der Situation" bzw. dem schnellstmöglichen Verlassen der Situation".

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Hallo, da entscheidet die Justiz im Einzelfall ob es angemessen war. 

Im Prinzip nur so weit bist du weglaufen kannst und dich so aus der Gefahren Situation Retten kannst.

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Notwehr

Als Notwehr bezeichnet man die

 

Verteidigung

, die erforderlich ist, um einen 

gegenwärtig

en rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Sie stellt einen

 

Rechtfertigungsgrund

 

dar; das bedeutet: Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nach § 32 StGB n

icht rechtswidrig.

Im Einzelnen müssen folgende Voraussetzungen für die Existenz einer

 

Notwehrlag

e gegeben sein:

* Es muss ein Angriff vorliegen, also ein menschliches Verhalten, das sich gegen ein geschütztes

 

Rechtsgut

 

wie Leib und Leben oder Eigentum richtet. Bloße Zudringlichkeiten oder

 

Belästigung

en wie etwa leichtes Anrempeln eines

 

Fußgänger

s stellen keinen Angriff dar.

* Der Angriff muss

 

gegenwärtig

 

sein — darunter versteht man in diesem Zusammenhang den Zeitraum, während dessen der Angriff anhält oder aber unmittelbar bevorstehen. Ist der Angriff bereits

 

abgeschlossen

, hat also z. B. der Täter dem Opfer mit der Faust ins Gesicht geschlagen und dann sofort die Flucht ergriffen, so ist es für Notwehr zu spät. Das bedeutet, dass ein Racheakt nicht mehr als Notwehr gilt.

* Der Angriff muss rechtswidrig sein. Dies ist dann der Fall, wenn der Angreifer zu seinem Handeln nicht befugt ist. Eine solche Befugnis läge z.B. bei rechtmäßigen Diensthandlungen von

 

Polizeibeamte

n oder im Fall einer vorläufigen Festnahme vor.

* Die Verteidigungshandlung muss in einem angemessenen Verhältnis zum Angriff stehen. Gibt es mehrere Mittel zur Abwehr des Angriffs, so hat der Angegriffene grundsätzlich das mildere Mittel zu wählen.

Quelle: http://www.rechtslexikon.net/d/notwehr/notwehr.htm

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NOTWEHR: WENN DAS OPFER ZUM TÄTER WIRD

https://www.anwalt.de/rechtstipps/notwehr-wenn-das-opfer-zum-taeter-wird_005028.html

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Du kannst bei Notwehr ein beliebiges Rechtsgut des Angreifers verletzen, solange man dir nicht zumuten kann, dass du das radikale Ungleichgewicht zwischen dem gefährdeten und dem aus Notwehr verletzten Rechtsgut sofort erkennst. Das passiert aber nur sehr selten, wenn dich zum Beispiel jemand schubst und du ihn dafür erdolchst, wäre das zum Beispiel der Fall.

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Du kannst dich mit gleichen Mitteln zur Wehr setzen, wenn du angegriffen wirst.
Also wenn dich der Angreifer mit Wattebällchen bewirft, darfst du auch nur Wattebällchen zurückwerfen.

LG Lazarius

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… wie weit kann man gehen?


So weit, wie es zur Abwehr der unmittelbaren Gefahr erforderlich ist.

Eine allgemeine Regel gibt es nicht, da grundsätzlich jeder einzelne Fall für sich beurteilt wird.

(Lass dich bitte nicht von rechtsunkundigen Intenetschreihälsen irritieren, die immer wieder völlig falsch behaupten, bei Notwehr gäbe es keine Einschränkungen. Das ist falsch.)

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Du darfst den Angriff natürlich effektiv beenden, das Mittel, das du dazu anwendest, muss ausreichen dazu, sollte aber das "mildeste aus allen möglichen und gleichwertig effektiven Mitteln" sein.

Was nun aber "effektiv" ist, hängt vom Angreifer und der konkreten Situation ab. Es kann sein, dass man den einen Angreifer schon verbal davon abhalten kann, sein Vorhaben durchzusetzen, es kann aber auch sein, dass man bei einem anderen Angreifer körperliche Gewalt anwenden muss.
Eben so viel anwenden, dass es genügt zur Abwehr, aber auch nicht übertriebene Mittel anwenden, da wo schon ein milderes Mittel reichen würde.

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Das ist immer EInzelfallabhängig.

Du darfst dich so wehren, dass ein Angriff auf dich beendet wird.

Je nach SItuation kannst Du auch jemanden töten.

Wenn ein Einbrecher jetzt z.Bsp. aber gerade dabei ist das Haus zu verlassen und flieht, dann wäre es keine Notwehr mehr, da der "Angriff" bzw der Eingriff in dein Eigentum beendet ist.

Wenn dein Handeln als Notwehr eingestuft wird, ist es straffrei.

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Das ist pauschal nicht zu beantworten.

Die Frage stellt sich eigentlich auch nicht. Ziel der Notwehr ist es, den gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff von sich oder Dritten abzuwehren und zu beenden. Mehr nicht!

Ziel ist es nicht den Angreifer möglichst stark zu verletzten oder sogar zu töten.

Wenn dir später vor Gericht eine Notwehrüberschreitung zur Last gelegt wird, musst du mit einer Verurteilung rechnen, so als wenn du der Täter gewesen wärst.

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Wenn sie unverhältnissmäßig ist. Angenommen, dich bedroht wer und du schießt ihn übern Haufen oder so.

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Kommentar von exxonvaldez
25.10.2016, 22:59

Notwehr muss nicht verhältnismäßig sein!

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