Wann ist meine Meinung, meine Meinung?

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7 Antworten

Nach meiner Ansicht ist das einfach eine philosophische Gehirngymnastik, die letztlich nirgendwo hinführt.

Dein Gehirn produziert ein Bewusstsein. Das generiert ein "Ich" mit dem man sich von anderen Dingen um sich herum unterscheidet.

Dieses "Ich" sieht sich als Mittelpunkt der Welt an, weshalb ein Großteil unserer Handlungen und sozialen Interaktionen auch egoistisch motiviert ist.

Daher wird man auch Gedanken, Theorien und Philosophien als geistiges "Eigentum" ansehen, selbst wenn sie vorher bereits von anderen gedacht wurden.

Es heißt also "mein Auto", "meine Villa" - und eben auch "meine Meinung".

Selbst wenn man indoktriniert wurde und nie die Chance hatte, sich eine unabhängige Meinung zu bilden, wird man vermutlich davon sprechen, "meine Meinung" zu haben.

Wenn wir dann erfahren, dass zB schon Sokrates, Descartes, Dogen Zenji, oder Sitting Bull ähnliche Gedanken hatten, dann befasst man sich womöglich mit deren Aussagen, weil sie die eigene Sichtweise bestätigen.

Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass man sich eine Meinung bildet, die so von niemandem zuvor nicht schon einmal erdacht wurde

Ja und? Daran ist aus meiner Sicht nichts besonders bemerkenswertes.

Das ist aber natürlich nur....meine Meinung. ;-)

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Kommentar von LoparkaLisa
01.06.2016, 17:39

Unwahrscheinlich , aber unmöglich? Aus DEINER Sicht ist da nichts besonderes , es könnte dennoch da sein .    Es könnte dennoch "Meine Meinung" sein. Denn schließlich gibt es eine Instanz in mir , welche gewisse Entscheidungen trifft. Treffe "ich" nun eine Entscheidung , ist sie getroffen . Wenn "ich" es nicht war, war es vielleicht jemand durch mich - doch auch hier, bin "ich" .    - Deshalb meine Frage, WANN ist meine Meinung, meine Meinung . Dies ist gewissermaßen Ansichtssache . Meine Frage war eine Ansicht , deine Aussage war eine Ansicht . Nun präsentierte ich noch eine Ansicht. Deine Ansicht, dass meine Ansicht starr, bzw. sich drehend ist , blockiert, wenn sie wahrheitsanspruch erhebt. 

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Kommentar von Enzylexikon
08.06.2016, 22:33

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Hallo LoparkalLisa, ich grüße dich.

Juhu, hier schlägt der Verstand quadratische Purzelbäume und der Knurrhahn röchelt. Im Ernst.

Du hast einen Gedanken. Diese Gedanke ist weder ein Wissen noch ein Glaube, sondern eine Meinung. Wer außer Dir hat diesen Gedanken noch? Niemand kann ihn haben, denn es ist der deinige, in deinem eigenen nur Dir zugehörigen Kopf. Da Du ihn hast, ist er auch existent, nämlich als dein Denk-Objekt. Ob diesen Gedanken schon jemand anderes vor Dir, neben oder hinter Dir hatte oder zur gleichen Zeit und neben Dir, das spielt keine Rolle, denn er befindet sich nur in deinem Kopf.
Das Mitteilen dieses Gedankens ist dann ein sprachlicher Akt und etwas völlig anderes, als das reine haben Deines Gedankens. Die Ausdrucksform "meine Meinung" ist dabei genau genommen eine Tautologie. Damit sagst Du nur, dass es deine Meinung ist und du nicht die Meinung eines anderen wieder gibst. Mit dem "mein" wird kein Besitz angezeigt. Statt "mein" könntest Du auch sagen: "Ich bin der Meinung, dass ....."

Ich grüße Dich und bleib gesund.

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Eine Meinung ist dann deine Meinung, wenn du diese unterstützt oder du der Auffassung bist, dass jene richtig ist. Auf die Herkunft jener Meinung kommt es für mich nicht an. Das "meine" impliziert deine Annahme dieser in deinem allgemeinen Verständnis. Das würde auch die Argumente für nichtig erklären, dass du der Erste sein müsstest, der diese vertritt ,und es braucht auch nicht mehr darüber nachgedacht werden, ob du der Einzige bist, der so denkt.

Wenn "unsere" Meinung aber auch nur entstehen konnte , weil "unsere"
vorherige Meinung das beschlossen hat, ist unsere nächste Meinung
folglich nichteinmal mehr unsere, sondern einfach eine Meinung

Nun gut, ich glaube die vorherigen Meinungen beeinflussen die Späteren auch. Dein ganzes Meinungsbild wird ja durch viele verschiedenen Meinungen zusammengesetzt. Manche Richtungen sind im Einklang, manche werden verändert und manche werden ganz abgelegt und da so viele verschiedene Meinungen aus deinem Verständis diese neu hinzu gekommende Meinung auf dich anpassen, kann man wieder davon sprechen, dass es "deine" Meinung ist.

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Hier wie oft bei scheinbar philosophischen Fragen liegt schlicht eine Ungenauigkeit der Sprach oder des Sprachverständnisses vor. (Ludwig Wittgenstein hat das erkannt.)   

Wörter wie mein, dein, unser werden "besitzanzeigende Fürwörter" genannt. Sie zeigen immer eine Beziehung an. Diese Beziehung ist aber keineswegs immer ein Besitzverhältnis, erst recht nicht, wenn man darunter das Verhältniss eines ausschließlichen Besitzes meint.

Die Schule, die ich besuche, wird von mir zu recht "meine" Schule genannt. Ich besitze sie aber nicht, ich bin dort nur Besucher. Erst recht ist sie nicht mein Eigentum. Eigentümer ist die Stadt. Aber Sprache ist halt etwas Ungenaues.

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Kommentar von LoparkaLisa
01.06.2016, 19:05

Philosophie würde heißen ,diese Ungenauigkeiten zu definieren, um ein mehr oder weniger klares Bild zu bekommen.

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Das mit der Ungenauigkeit der Sprache hat Ottavio schon angesprochen. Dein Problem ist, dass Du Dich an dem Wörtchen "mein" aufhängst, ein Wörtschen, das auch noch eine extreme Bedeutungsbandbreite aufweist. Zu was sagen wir nicht alles "mein", ohne damit z.B. nur Gegenstände zu meinen (mein Lieblingslied), ohne damit klare rechtliche Verhältnisse kundzutun (patentiert). Wörter mit solcher Bedeutungsbreite wie "mein" erschließen sich erst aus dem Zusammenhang, aus dem Sprachspiel (Wittgenstein). Juristische oder einige wissenschaftliche Texte sind darum so schwer zu lesen, weil dort die Bedeutungsbandbreite eingeschränkt werden soll. "Meine Meinung" bedeutet im normalen Sprachgebrauch nicht mehr, als dass Du diese als "meine Meinung" ausgegebene Ansicht gerade vertrittst. Da sind sogar Aussagen möglich, wie: Ja, aber das war meine Meinung gestern. Jetzt habe ich Kant verstanden und sehe die Dinge ganz anders.

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Kommentar von LoparkaLisa
01.06.2016, 19:18

Mein Problem ist , dass du dich an dem Wörtchen "mein" Aufhängst :D Lies vllt den kleinen Wortwechsel mit Enzylexikon. Ich hänge mich eben nicht an dem Wort auf , sondern veranschauliche es um eventuell zu sehen was dahinter stehen kann , oder wie es als größerer Zusammenhang Sinn ergibt. 

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Meine Meinung kann gerne auch jemand anderes Meinung sein. Deshalb kann ich sie aber dennoch als "meine Meinung" bezeichnen.

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Kommentar von LoparkaLisa
01.06.2016, 17:16

Ja klar , nur ist sies nicht ^^  

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Kommentar von Draicwing
01.06.2016, 22:18

Geht es hier um Zitate oder Meinungen? Ich fürchte es gibt hier ein Missverständnis hinsichtlich der Begriffe und deren Bedeutung.

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Und jetzt?^^

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Kommentar von LoparkaLisa
01.06.2016, 17:03

ja ganz genau :DDD Habe mir schon gedacht, dass ähnliches kommt. Aber trotz der Erklärung, steht oben ja noch eine Frage; ) 

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