Wann ist man Buddhist?

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9 Antworten

Zunächst eine formale Antwort: Als Buddhist kann sich der Tradtion nach bezeichnen, wer sich zu den "drei Zufluchten" (oder "Juwelen") bekennt und dies auch öffentlich ausgesprochen hat (vgl. z. B. http://www.buddhawege.de/CMS/Zuflucht-zu-den-Drei-Juwe.38.0.html). Die entscheidende Frage dahinter ist doch aber, ob du innerlich davon überzeugt bist (vor allem das Lebens- und Leidensverständnis der Vier Edlen Wahrheit teilst) - oder ob du lediglich von gewissen Elementen der buddhistischen Lehre fasziniert bist (das ist bei vielen der Fall). Ich bin selbst kein Buddhist, finde aber einige Aspekte sehr bedenkenswert (z. B. das "Nichtbeherrschtwerden von Gier" als Aspekt von Erlösung). Als Buddhist würde ich mich ernsthaft nur dann bezeichnen, wenn ich alle drei Juwelen mit voller Überzeugung bejahen könnte - sollte es dir ernst sein, dann gehört wohl der Anschluss an eine Sangha dazu, ohne sie würdest du dir es nach buddhistischem Verständnis auch unnötig schwer machen, den Weg zur Erleuchtung zu gehen.

Das ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Nur alleine sich mit etwas zu beschäftigen und Bücher zu lesen, reicht nicht aus. Es gehört eine spirituelle Erfahrung dazu, um "den Aufstieg in einen anderen persönlichen Seinszustand" zu erreichen. Wenn Du Dich als Buddhist fühlst, hast Du einen Schritt des Weges begonnen. Meditierst Du, hast Du Vorträge besucht, buddhistische Lehrer gehört und erlebt? Was für ein Wissen hast Du erworben? Ein geistiges oder ein spirituelles? Du bist was Du bist, wenn Du weißt, wer Du bist. Die Suche endet nie.

Der Dalai Lama sagt: „Meine Religion ist Freundlichkeit“. Und du solltest nicht so viel über diese Frage nachdenken. Wenn du die Lehren respektierst bist du auf dem rechten Weg zur Befreiung. In der Sangha zu sein und Zuflucht nehmen wären aber die nächsten Schritte du kannst aber auch auf jeden Fall jetzt schon von dir behaupten Buddhist zu sein!..

Hallo RafikaBeach!

Buddhisten kennzeichnet

Zum Buddha (Sakyamuni und den Buddhas der 3 Zeiten) als Verkörperung des zu Verwirklichenden, oder stellvertretend für die eigene Buddhanatur (letztlich den resultierenden Buddha) Zuflucht zu nehmen,

zum Dharma/Damma, der endgültigen (und konventionellen) Wahrheit, dem Weltgesetz, den vier Edlen Wahrheiten usw. Zuflucht zu nehmen,

zum Sangha, zur Gemeinschaft der Heiligen, also zu den bereits verwirklichten Meisterinnen und Meistern (letztlich unabhängig von Theologien und Religionen) (und in der gesellschaftlichen, religiösen Ausgestaltung werden auch die Praktizierenden auf dem Weg miteinbezogen) Zuflucht zu nehmen.

Zuflucht zu nehmen bezieht sich auf die eigene Motivation, die innerste Überzeugung. Daneben gibt es die Möglichkeit der formalen Zufluchtnahme vor einer Meisterin/einem Meister und oder einem/dem eigenen Sangha. (Herkömmlich: der Sangha. Verbreitet: die Sangha (aufgrund Gleichstellung männl./weibl.))

Meine Vermutung ist, dass Du Buddhist bist und den Pfadgeist der Vorbereitung/des Aufbauens entwickelst :-)

Herzlichst Oli

Mhm, glauben spielt beim "Buddhist sein" keine große Rolle. Es geht im eigentlichen darum dem Pfad zu folgen. Demnach bist Du kein Buddhist.

Aber letzendlich kannst Du Dich bezeichnen wie Du willst.

Interessanter für Dich müsste eigentlich sein, warum Du einerseits schon über eine ziemlich lange Zeit so fasziniert von Buddhas Lehre bist und sie ja offentsichtlich für korrekt hälst, andererseits aber Dich nicht danach verhalten willst oder kannst.

Buddhist bist Du, wenn Du daran glaubst. Es gibt da keine Aufnahmeprozeduren, wie in anderen Religionen bzw. Konfessionen.

es gibt viele christen,die halten sich auch nicht an alle 10 gebote oder die bergpredigt,nennen sich aber christen.

bemühe dich, das gute am buddhismus zu praktizieren.dann bist du buddhist.

ganz einfach!

Lebe die Lehre, Buddhismus ist keine Religion, sondern eine Lebensphilosophie.

karlklavier 13.09.2011, 22:34

Ist eine alte Streitfrage: Es gibt sicher einige streng philosophische Richtungen, von denen man das so sagen kann. Der überwiegende Teil der buddhistischen Traditionen hat aber mehr als reichlich Merkmale entwickelt, die wir nach üblichem westlichen Verständnis klar dem Begriff "Religion" zuordnen würden (Tempel in Thailand, tibetischer Buddhismus). Sicher kann man sagen, das wären dann schon Verfälschungen oder zumindest Abschwächungen der reinen Lehre - aber der real praktizierte Buddhismus hat fast immer religiöse Merkmale.

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Nein, Du bist kein Buddhist.

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