Wann ist die Gabe von 0.9 % NaCl gerechtfertigt?

5 Antworten

NaCl ist als Medikament der Volumenersatztherapie oder Infusionstherapie überhaupt nicht mehr indiziert. Die sogenannte "physiologische Kochsalzlösung" ist nämlich alles andere als physiologisch. NaCl wid im modernen medizinischen Setting daher nur noch in kleinen Mengen (in der Regel nicht über 100 ml) zur Verdünnung von Medikamenten bzw. zum Auflösen von Mdikamenten in Trockensubstanz benötigt. Meines Erachtens nach gibt es derzeit keinen medizinisch begründbaren Grund, NaCl-Infusionen in größerem Maßstab zu verabreichen.

Volumenmangel ist eine klinische Diagnose. Es gibt gar keine Laborwerte, die direkt darauf hin deuten. Allenfalls kann man einen steigenden Laktatwert oder bei längerfristigem Flüssigkeitsmangel (was dann aber kein Volumenmangel ist) über den Hämoglobinwert Schlüsse auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers ziehen.

Woher ich das weiß: Berufserfahrung

Nicht Volumenmangel.

Das NACL dient nur dazu, 1 Ampulle Medikament, was man in das NACL vorher rein spritzt, dem Patienten, ganz-ganz-ganz-ganz langsam zu verabreichen.

Es geht um das Medikament!!!, die Ampulle. Die braucht der Patient.

Das NACL, 1/4 oder 1/2 Liter ist NUR die Trägerlösung für das Medikament.

Versteh, dass man 5 ml Medikament einer Ampulle nicht ne halbe Stunde lang spritzen kann. In der Infusion ist das Medikament gut verteilt über einen längeren Zeitraum, bis die Infusionsflasche leer ist.

Hi,

in der Infusionstherapie ist NaCl mittlerweile vollkommen belanglos, es dient allenfalls als Trägerlösung für Medikamente.

Einen Volumenmangel kann man kaum an Blutwerten festmachen, einen reinen Flüssigkeitsmangel allenfalls am Hämoglobin und Hämatokrit sowie an der Form der Erythrozyten.

LG

Woher ich das weiß: Studium / Ausbildung

Wodurch unterscheiden sich sterile Kochsalzlösung für äusserl. Anw., Nase Augen Wunden Inhalation, (NAAPREP) und eine Injektionslösung, beides 0,9% NaCl, genau?

Beide Lösungen enthalten gleich viel Natriumchlorid, sollten daher dasselbe isoosmotische Verhältnis haben. Beide sind steril, wobei bei der Injektionslösung normalerweise ein Grenzwert von maximal 10 Mikroorganismen je 100 ml für koloniebildende, aerobe Keime eingehalten ist.

Unterscheiden sich die beiden Produkte irgendwie und falls ja wodurch? Geht es dabei, dass das NAAPREP Produkt nicht für Injektionszwecke geeignet ist, um eine nicht gewährleistete Kontrolle eines Grenzwertes etwa für Leitfähigkeit, Gehalt an organischem Kohlenstoff, Nitrat, Schwermetalle, Aluminium oder Bakterienendotoxine oder wurde nicht auf weitere Ionen, Partikelfreiheit oder Sterilität geprüft? Was davon genau?

Ich meine, in unserer Stadt spritzen sich an die dreitausend Süchtige ihre Drogen und eigenen Arztneimittel mehrere Male am Tage mit Leitungswasser, da sie zu Injektionszwecken sterilisiertes Wasser nicht rezeptfrei erwerben können, diese physiologische Kochsalzlösung wäre aber schon erhältlich - wären diese Leute damit nicht besser bedient als mit unsterilem Leitungswasser, das höchstens kurz pasteurisiert wird und nicht isoosmotisch zum Blutplasma ist?

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