Wann hört endlich dieser Raubbau an der Erde und diese Gier nach ewigem Wachstum auf? Was muss noch passieren, damit der "moderne" Mensch zur Vernunft kommt?

26 Antworten

"Ich meine Ressourcen werden "weg gefressen" hauptsächlich von den Industrienationen, während in den Ländern der dritten Welt Menschen hungern und für die Schuld unserer Lebensverhältnisse büßen müssen.

Dieses Ungleichgewicht in der Verteilung und im Wachstum hat uns doch erst in diese Miesere gebracht."

Der erste Satz ist korrekt. Der Zweite aber nicht. Wenn auch die Länder der zweiten und dritten Welt so viele Ressourcen verbrauchen würden, dann wäre das Problem noch viel größer.

Jeder einzelne kann etwas tun, und sein Konsumverhalten anpassen, damit es besser wird. Am Ende der Kausalkette stehen die unreflektierten Konsumenten der Erstweltländer.

weiterhin schreib ich:

 Ich meine man könnte entweder hergehen und in jedem Land diesen Standard erfüllen, den wir auskosten Tag für Tag, was aber überhaupt nicht möglich ist, da unsere Ressourcen endlich sind.

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Dass permanentes Wachstum auf einem flächen- und ressourcenmäßig begrenzten Planeten nicht funktionieren wird, das hat ja schon Anfang der 1970er Jahre der Club of Rome in seiner Studie "Die Grenzen des Wachstums" aufgezeigt. Die meisten Szenarien, die darin durchgerechnet wurden, hatten mehr oder weniger Ähnlichkeit mit der folgenden Grafik:

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums#/media/Datei:Meadows_ltg_page124_fig35_world_model_standard.svg

Das heißt bei allen Szenarien, bei denen das Bevölkerungswachstum und der Ressoucenverbrauch nicht deutlich eingeschränkt werden, kommt es wahrscheinlich noch im Laufe dieses Jahrhunderts zu einem Kollaps des Systems, inkl. dann massivem Rückgang der Bevölkerungszahl. Dass das dann nicht friedlich und nicht ohne viel Not und Leid passieren wird, dürfte klar sein.

Bisher sehe ich keinerlei Anzeichen dafür, dass wir noch die Kurve kriegen werden.

Ich denke, wir werden es machen wie die Hefezellen bei der Weingärung. Die freuen und vermehren sich solange, bis sie ihre eigenen Lebensgrundlagen zerstört haben, indem sie die Ressourcen (hier den im Most enthaltenen Zucker) komplett aufbrauchen und ihre Umwelt mit ihren eigenen Abfallstoffen (hier Alkohol) vergiften.

Nur dass das, was wir hinterlassen werden leider nicht so lecker ist wie das Produkt der Hefezellen.

"Ich denke, wir werden es machen wie die Hefezellen bei der Weingärung. Die freuen und vermehren sich solange, bis sie ihre eigenen Lebensgrundlagen zerstört haben, indem sie die Ressourcen (hier den im Most enthaltenen Zucker) komplett aufbrauchen und ihre Umwelt mit ihren eigenen Abfallstoffen (hier Alkohol) vergiften."

Sehr geile Metapher!

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Das hört dann auf, wenn der Mensch zur Vernunft kommt. Und anfängt, logisch und vorausschauend zu denken und handeln. Wann das passiert, mußt Du allerdings durch einen Blick in Deine Zauberglaskugel herausfinden bzw. selber vorhersagen. Ich weiß es nicht.....

ich möchte an die Hochzeit Venedigs erinnern - in der Zeit vor Christoph Columbus.

Es gab keine Fische mehr in den Flüssen Europas und Bäume gabe es auch so gut wie keine mehr. Selbst bis zur Baumgrenze der Alpen wurden Bäume gerodet.

Im Jahre ca. 1000 n. Christus entstanden viele Wüsten die teilweise heute wieder bewaldet aber auch viele noch Wüste sind.

Die Behauptung dass erst in der Neuzeit der Mensch der Natur schadet ist falsch und man hat damals umgedacht.

Auch heute denkt man bereits um und will den Raubbau ändern.

Es sind die aktuellen Politiker die ein nein dazu gesagt haben ohne dass es eine FFF Kampagne gab.

Das Problem ist, dass ein Umbau der Wirtschaft nur mit der Wirtschaft und nicht ohne Wirtschaft möglich ist. Wir können auch nicht die Bürger mit zu hohen Abgaben verarmen und gleichzeitig erwarten dass diese umweltfreundliche Investitionen tätigen.

Wir müssen auch Probleme lösen, welche die aktuelle Technik der regenerativen Energie mit sich bringen.

  • Vogelsterben durch Windkraft
  • zu viel PV wenn die Sonne scheint zu wenige Speichermöglichkeiten
  • Kohlekraftwerke stilllegen ohne Ersatz
  • Wasserkraft ist weitgehend ausgereizt
  • Geothermie durch Karstböden (Kalk und Gips) erschwert
  • ....

Aktuell ist vor allem die Forschung wichtig und nicht unbedingt der weitere Ausbau von problematischen Technologien.

Jetzt sinnlos investieren macht demnach wenig Sinn.

Der Zwang zu stetigem Wirtschaftswachstum ist nicht unbedingt eine unabänderliche Charaktereigenschaft der Menschen. Vielmehr ist der Wachstumszwang eingebaut in unser Wirtschaftssystem und kann auch daraus entfernt werden.

Wenn genügend Menschen verstehen, dass wir so nicht weitermachen können und verstehen wo die Ursache der Misere liegt und wie man sie beseitigt, dann wird sich auch was ändern.

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