Wann hätte die DDR den Kollaps noch verhindern können?

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5 Antworten

Mitte Oktober 1989 gab es in der Führungsspitze der DDR eine Kontroverse über das weitere Vorgehen gegen die Unruhen in der Republik. Zum einen waren da die Konservativen, vor allem Erich Honecker (Staatschef), Erich Mielke (Minister für Staatssicherheit) und weitere Altkader der SED-Spitze. Die Reformer wurden von Egon Krenz angeführt. 

Kurz nach dem 07. Oktober, dem 40. Tag der Republik, wurden die Sicherheitskräfte Volkspolizei (reguläre Kräfte und Volkspolizei-Bereitschaften) und Teile der ihr unterstellten Kampfgruppen der Arbeiterklasse (Anmerkung: der Betriebe), die Staatssicherheit, die Grenztruppen und einzelne Einheiten der Nationalen Volksarmee in Kampfbereitschaft/Verteidigungsbereitschaft versetzt. Genau bis zu diesem Zeitpunkt stand alles auf Messers Schneide.

Ich selbst diente zu dieser Zeit sozusagen an vorderster Front bei einer Einheit der Volkspolizei-Bereitschaft. Freizeit und Ausgang wurde komplett gestrichen, unsere Transportfahrzeuge waren kriegsmäßig beladen und jederzeit zur Abfahrt bereit. An uns wurden für die Dauer von etwa 1 Woche sämtliche Waffen ausgegeben: Maschinenpistolen AK-47 mit seitlich klappbarer Schulterstütze, Pistole Makarow, leichte und schwere Maschinengewehre, Panzerbüchsen R P G - 7 und je ein Kampfsatz Munition (3 Stangenmagazine je 30 Patronen für die Kalaschnikow und 2 Pistolenmagazine je 8 Patronen), der Rest befand sich auf unseren LKW.

Täglich kamen aus Berlin vom Ministerium des Innern neue Meldungen über die Lage und Tagesbefehle. Keiner vermochte zu sagen wie es weitergeht. Absolut alles wäre zu dieser Zeit bis Anfang November möglich gewesen, die chinesische Lösung oder so wie es faktisch gekommen ist. Deutlich unterstreichen möchte ich, zu Befehlsverweigerungen wäre es bei uns zu diesem Zeitpunkt nicht gekommen. Dies war dem preußischen Geist in unseren Bewaffneten Organen geschuldet, außerdem wollte jeder wieder nach Hause zu seiner Familie und nicht in den Militärknast an der Oder.

Letztendlich konnte sich Egon Krenz durchsetzen, ohne den es mit absoluter Sicherheit eine chinesische Lösung gegeben hätte, die DDR würde noch heute existieren und hätte vermutlich die weitere Entwicklung wie China bis heute erlebt. So unterzeichnete Krenz am 03. November einen Befehl an alle Bewaffneten Organe der DDR, der die erlebte Entwicklung ermöglichte.

Alles andere wie bestimmte Demonstrationen in der Republik, die Vorfälle in Ungarn, den BRD-Botschaften in Prag und Warschau haben zwar an der Stabilität der DDR genagt, hätten allein aber nie zum Umsturz geführt, auch wenn die Oppositionellen von westlichen Geheimdiensten unterwandert waren und gelenkt wurden. Das sind die Fakten. LG

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Gorbatschow hat mit seiner Politik das Ende der DDR eingeleitet. Das wirkliche Ende kam als Ungarn die Grenzen öffnete.

Wahrscheinlich hätte die DDR auch so nicht mehr lange durchgehalten, denn sie war wirtschaftlich an Ende.

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Spätestens mit der Wahl von Gorbatschow als Generalsekretär der soz. Partei in der UDSSR,

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Ich denke bei der Demonstration, bei der der Großteil des Volkes teilnahm. Ab da konnte die Regierung nichts mehr machen.

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Dahika 03.01.2016, 22:13

Nein, denn wenn die Warschauer Pakt Staaten eingegriffen hätten, hätte die Bevölkerung demonstrieren können, soviel sie wollte. Man hätte sie zusammengeschossen. Es war die Veränderung in der Sowjetunion, die das letztlich möglich gemacht hat.

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boy865 03.01.2016, 22:14

stimmt du hast recht.

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Der Keim zum Niedergang der DDR war schon mit ihrer Gründung, der Staatsdoktrin und der Omnipräsenz der Besatzungsmacht gelegt.

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JBEZorg 04.01.2016, 00:08

Völliger Unsinn. Dann ist der Keim desUntergangsin der RD auch von Adenauer gelegt worden und jetzt kommt Erntezeit.

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Hideaway 07.01.2016, 16:29
@JBEZorg

Soweit mir bekannt, steht der Untergang der BRD keineswegs bevor. Die paar Schrumpfköpfe von Pegida, AfD, kleinhirnigen Fremdenfeinden usw kann man wohl kaum mit dem Massenaufstand der DDR-Bürger vergleichen. Egal, wie laut sie ihr "Wir sind das Volk" brüllen.

Auch ist meines Wissens die "planmäßge Einführung des Sozialismus" einschließlich Massenkollektivierung und Verstaatlichung der gesamten Volkswirtschaft nicht geplant, genau so wenig, wie die Umwandlung in eine Quasi-Diktatur oder die Errichtung eines antifaschistischen Schutzwalles. Ein "VEB Wolfsburger Motorenwerke" ist auch nicht zu erwarten. Bliebe vielleicht noch "Junkerland in Bauernhand". Schaumermal.

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