Wann gilt etwas als Arbeitsverweigerung?

4 Antworten

Was die Abmahnung betrifft, würde ich erst mal wissen wollen, wie sie genau lautet, denn es dürfte schwierig sein, diesen Sachverhalt in eine schlagkräftige Abmahnung zu bringen. Zumindest kannst du dich nicht darauf berufen, dass Andere keine erhalten haben. Das liegt im Ermessen des Betriebs und du kannst deine Abmahnung damit nicht entkräften.

Abgesehen davon kann ich deine Bedenken durchaus verstehen. Manche Unternehmen vergessen, dass sie es bei einem Kunden mit einem Individuum zu tun haben und behandeln ihn wie einen Algorithmus. Wenn ich als Kunde das Gefühl hätte, so "abgefertigt" zu werden, könnte es passieren, dass ich nicht mehr so schnell dort auftauche. Mir gehen die ständigen Anfragen nach einem Feedback und einer Bewertung langsam auf den Keks. Wenn ich unzufrieden bin, reklamiere ich; wenn ich nicht reklamiere, bin ich eben zufrieden.

Meinst du damit, dass ich erstmal abwarten soll, wie die Abmahnung lautet? Ich bin generell überhaupt nicht einverstanden damit, dass mir für so was Arbeitsverweigerung vorgeworfen wird. Soll man sich dagegen wehren vor Gericht?
Naja, "nicht reklamieren" reicht diesem Unternehmen nicht mehr. Das hat hier vor allem mit Druck auf Mitarbeiter zu tun, obwohl es etliche Prozesse gibt, die die Kundenzufriedenheit schmälern. Vor allem wenn der Arbeitgeber Antwort-Techniken einbaut, die zuhauf von Kunden gewählt werden, weil gewisse Themen prozessbedingt einige Tage / Wochen / Monate in Anspruch nehmen und du deshalb intern "negativ" bewertet wirst

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@didi22185

Ja, ich finde, du solltest die Abmahnung abwarten. Der Betrieb begibt sich damit auf dünnes Eis und wenn die Abmahnung nicht ausreichend begründet und dokumentiert ist, musst du nicht ernst nehmen.

Wenn der Betrieb eine Abmahnung, die nicht den arbeitsrechtlichen Anforderungen entspricht, als Anlass für eine Kündigung heranziehen sollte, dann kann gegen die Kündigung geklagt werden und in diesem Zusammenhang wird auch die Abmahnung überprüft. Wenn dann die Abmahnung als nicht rechtmäßig erachtet wird, wird auch die Kündigung gekippt.

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Wenn das die Standards sind, über die du in deinem Arbeitsbereich informiert wurdest, dann ja.

Wenn ich von Mitarbeitern etwas verlange und sie tun es nicht, dann werden sie freundlich ermahne und bei weiterer Verweigerung auch abgemahnt.

Der ÖPR bei uns hat solch ähnlichen Standards zugestimmt- damit bin ich auf der sicheren Seite.

Erkundige dich, ob diese Standards verbindlich festgelegt wurden. Habt ihr eine Betriebs-oder Personalrat? Dann wende dich an den oder deine Gewerkschaft.

Das wurde von niemanden bewilligt. Das sind "Regeln", die sich irgendwer ausgedacht hat, die auf einem Zettel kleben. Die ändern sich jauch hin und wieder.

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Das Ding ist aber: Andere handhaben es ganz genau so und wurden NICHT abgemahnt.

Liegt es vielleicht daran, dass andere schon länger dabei sind und mehr Erfahrung haben, während Du noch neu bist? Von Neulingen wird meist erwartet, dass sie sich genau an alle Vorgaben und Anweisungen halten. Erst wenn sie bewiesen haben, dass sie die gewünschten Ergebnisse erzielen können, ohne dass man ihnen alles vorschreibt, werden sie von der Leine gelassen.

Nein, es liegt es nicht daran. Und hat auch wenig mit meiner Frage zu tun :) Mir geht es nur darum, inwiefern sowas als Erbeitsverweigerung gilt. Für mich hat es auch mit Taktgefüh zu tun, gewisse Dinge zu unterlassen. Und wenn man mir sagt, dass man mit mir zu frieden ist, sehe ich keinen Sinn nochmal explizit nachzufragen.

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@didi22185

Was ich geschrieben habe, hat schon was mit deiner Frage zu tun. Frage doch mal deinen Chef, warum seine Anweisungen nur für Dich gelten und nicht für andere Mitarbeiter.

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@Mike6969

Die Regeln gelten füralle. Er müsste demnach alle abmahnen. Der rennt den ganzen Tag umher und stellt die gleichen Fragen "Warum hast du kein Angebot gemacht". "Warum hast du kein Feedback eingeholt". BEI JEDEM ^^ und das völlig vom Thema

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@didi22185

Dann werden die anderen das wohl besser begründen können, warum sie etwas nicht gemacht haben. Ein Chef weiß auch sehr genau, auf wen er verzichten kann und auf wen nicht. Es gibt ja auch Kollegen, die sich besondere Privilegien erschleichen, z.B. "Chef, ich weiß was". Du verstehst? Was auch immer die Gründe sind, warum dein Chef seine Mitarbeiter ungleich behandelt. Dass Du längerfristig im Unternehmen verbleibst, daran scheint er im Moment kein besonderes Interesse zu haben.

Ich halte im übrigen einige von den aufgezählten Punkten für recht schwammig, besonders Punkt 3. So würde man wohl das auch beim Arbeitsgericht sehen. Zudem, wenn Du nachweisen kannst, dass er andere Kollegen wegen ähnlicher Verstöße nicht abgemahnt oder gekündigt hat, wird er diese Ungleichbehandlung gegenüber dem Richter begründen müssen. Ich würde aber an deiner Stelle garnicht bis zum Rauswurf warten, sondern mir vorher was anderes suchen und gehen.

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@Mike6969

Ja, genau so läuft das "Chef, ich weiß was..." Da gibt es 1 - 2. Dennoch... Wenn ein Kunde wegen seines verstorbenen Vaters anruft und dieser TL lediglich aus der Distanz (oder beim Vobeilaufen) mitbekommt, dass ich kein Angebot unterbreitet habe und auch nicht um ein positives Feedback bitte, dann zieht er mich raus und sagt "Das hat mir nicht gefallen. Wieso hältst du dich nicht an die 5 Regeln". Mir fällt es schwer so einem Menschen ins Gesicht zu schauen. Und von dem bekomme ich nun die Abmahnung. Ich rechne fest damit, dass das insgesamt schnell als möglich mit einer Kündigung enden soll. Mir wurde erklärt, wenn ein Mitarbeiter als ineffizient gilt (oder so), soll es sogar ganz bewusst vor Gericht landen zwecks Abfindungszahlung und Tschüss. Ist da was dran?

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@didi22185

Eher läuft es so, dass der Arbeitgeber dir eine Abfindung anbietet, wenn Du einen Aufhebungsvertrag unterschreibst. Das ist für ihn billiger, als wenn er einen Gerichtsprozess verliert. Dann hat er nämlich die Anwalts- und Prozesskosten an der Backe und musst die im Prozess festgelegte Abfindung zahlen, um Dich nicht wieder einstellen zu müssen. Denn das Gericht erklärt zunächst einmal die Kündigung für unwirksam. Danach kann erst eine Abfindung festgelegt werden, um das Arbeitsverhältnis zu beenden. Üblich ist da durchaus ein Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Letztendlich wird er sich mit seinem Anwalt darüber beraten, was die für ihn beste Vorgehensweise ist.

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@Mike6969

Wenn das Gericht die Kündigung als Unwirksam einstuft (und ich hoffe, ich habe dafür gute Gründe), dann muss ich die Abfindung nicht annehmen, oder? Denn im Grunde verzichte ich ja dann auf viele Jahre Lohnzahlung, die mir meine Existenz sichern.

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@didi22185

Du verzichtest auf Garnichts. Du bekommst deine Abfindung und gehst und das war's. Allerdings ist zu beachten, dass je nach Höhe der Abfindung das Arbeitslosengeld gekürzt wird. Spielt natürlich keine Rollo, wenn Du sofort danach einen neuen Job findest. Daher solltest Du dich jetzt schon woanders bewerben, wenn Du den Eindruck hast, dass das Ganze ohnehin auf einen Rauswurf hinausläuft.

Die Alternative zur Abfindung wäre die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses. Ehrlich gesagt würde ich nicht weiterhin für einen Arbeitgeber arbeiten wollen, mit dem ich vor Gericht gestanden habe. Das Vertrauen ist dahin und das wird immer einen Schatten auf das Arbeitsverhältnis werfen. Dein Chef wird versuchen, einen neuen Kündigungsgrund zu finden, oder er wird Dich solange schikanieren, bis Du die Schnauze voll hast und freiwillig gehst.

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Ich würde mir eine andere Stelle suchen.

Punkt 3 und Punkt 7 finde ich äußerst unseriös.

Das sowieso so. Aber die Frage ist, ob er mir bei diesen Beispielen Arbeitsverweigerung vorwerfen kann.

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@didi22185

Oh sorry, hab ich vergessen zu schreiben.

Wenn das in Deinem Arbeitsvertrag steht, gilt das m. M. als Arbeitsverweigerung.

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@beangato

Deiner "Meinung" nach? :D Ich hab das Thema für Leute gepostet, die sich damit "etwas"auskennen. Aber danke fürn Einsatz

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@didi22185

Ich kenne doch Deinen Arbejtsvertrag nicht.

Wende Dich an die Gewerkschaft (falls Du in einer bist) oder an den Betriebsrat.

Und informiere Dich im Internet, wann es Arbeitsverweigerung ist.

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