Wann genau spricht man von einem Völkermord?

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5 Antworten

Von Täterseite muss die Auslöschung einer Ethnie - zumindest in einer bestimmten Region - beabsichtigt sein.

Das haben die Täter aber meistens gar nicht vor, weil es auch gar nicht so einfach ist, eine ygruppe wirklich restlos auszulöschen. Meist haben Täter anderes vor und kommen ohne Auslöschung zum beabsichtigten Ziel.

Meistens geht es vorrangig darum, eine Region von einer Ethnie zu "säubern. Dazu reicht es - und ist auch meistens einfacher - sie zu vertreiben. Dazu benötigt es Gräueltaten, die die Überlebenden dazu nötigt, zu fliehen.

Oder es geht um kurzfristige Racheakte, um sich das Mütchen zu kühlen.

Alles nicht minder grauenvoll, immer mit Massenmorden begleitet, aber erfüllt nicht den Tatbestand des Völkermordes.

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Bei einem Völkermord geht es darum, also ist die Intention des Krieges die komplette Rasse auszulöschen. Was du aufgreifst sind Kriege in denen es nicht in erster Linie darum ging.

Allerdings gibt es immer mehrere Aspekte und die UN Liste spiegelt nur eine Sichtweise da, die der UN und ist nicht eine objektive Betrachtung. Im Grunde genommen ist jeder Krieg ein Völkermord.

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Kommentar von Devrim34
15.10.2016, 19:30

Danke, genau das bringt mich halt zum nachdenken, denn ich sehe zwar oft Begründungen, die von einem Völkermord total abweichen, aber in ihrer Durchführung in erster Linie gegen die Bevölkerung im Sinne der Zivilisten wirken.

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Kommentar von claushilbig
15.10.2016, 20:22

Im Grunde genommen ist jeder Krieg ein Völkermord.

Nein, weil es in einem Krieg (zumindest meistens) "nur" darum geht, ein Volk zu besiegen, nicht es komplett zu vernichten.

Au0erdem geht es in vielen Kriegen (zumindest angeblich) um Überzeugungen o. ä., nicht um das Volk (die Ethnie) an sich.

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Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“

Der Vietnam Krieg begann nach Vietnams Teilung (1954) als Bürgerkrieg in Südvietnam (1955–1964). Dabei wollten die Việt Minh, aus denen später die NLF; („Vietcong“) hervorging, die antikommunistische Regierung Südvietnams stürzen und das Land wiedervereinigen. Ein Bürgerkrieg ist kein Völkermord. 

Japan, ich denke mal du meinst den Japanisch - Amerikanischen Krieg wo Japan Pearl Habor bombardiert hat und darauf hin mit den USA im Krieg standen? Auch sicherlich kein Völkermord. 

Im Irak Krieg? Er begann am 20. März 2003 mit der Bombardierung ausgewählter Ziele in Bagdad und führte zur Eroberung der Hauptstadt und zum Sturz des irakischen Staatspräsidenten Saddam Hussein. Am 1. Mai 2003 erklärte US-Präsident George W. Bush den Krieg für siegreich beendet. Der eigentliche Grund für diese Einschreiten waren ja angeblich Massenvernichtungswaffen die aber nie gefunden wurden. Der Irak Krieg verstieße zwar gegen das Verbot eines Angriffskrieges in der UN-Charta aber es wurde nie verurteilt. Aber ein Völkermord war auch dies nicht. 

Um es kurz zusagen. Es muss von vorne rein das Ziel gewesen sein wie beim Holocaust oder dem Genozid an den Armeniern. Durch Zivile Todesopfer die in einem Kriegsgebiet fallen wird kein Krieg zum Völkermord. Ich hoffe ich konnte soweit helfen. 

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die ABSICHT ist für die Definiton entscheidend:
Handlungen müssen in der Absicht begangen werden, die Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören.

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Kommentar von Devrim34
15.10.2016, 19:27

Also könnte man theoretisch eine diesbezüglich legitime Absicht einbringen - "wir wollen denen helfen" - die Bevölkerung massakrieren und das wäre dann kein Völkermord? 

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