Wann fliegt die EU auseinander?

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3 Antworten

Sagen wir so, das Alte Rom brauchte 700 Jahre für seinen Untergang, mehr Zeit als zu seinem Entstehen.

Die Möglichkeit von Untergag des Euro und auseinanderbrechen der EU besteht.
Nur geht das nicht so schnell, eventuell folgt eine Zeit der Agonie.
Wenn es seine Zeit braucht etwas zu flechten, braucht es auch seine Zeit das wieder zu entflechten.
Wenn es begonnen hat, dann mit der Finanzkrise 2008, jetzt schreiben wir 2017.

Es gäbe da noch die creative Destruction (schöpferische Zerstörung) nach Schumpeter.
Aber auch diese brauchte ihre Zeit. Noch wirkt ein Beharrungsvermögen, das erst einmal sich erschöpfen müsste.

Deine Frage kommt zu früh, noch haben die Niederländer, Franzosen, Italiener nicht gewählt, alle vor der Bundestagswahl.
Ob man Griechenland vor der Bundestagswahl fallen lassen wird, ist noch nicht ausgemacht.
Die Stimmen, auch der deutschen Politik sind deutlich leiser geworden.
Ein Zeichen für die Ruhe vor dem Sturm.

Zukunft lässt sich nicht vorhersagen.
Geschichte ist nicht statisch, sie ist ein dynamischer Prozess.

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Kommentar von nax11
09.02.2017, 08:44

Man kann Dinge auch kaputtreden. 

Ein Bundesstaat sollte die EU vielleicht nach den Ideen von Helmut Kohl sein, aber das ist sie nicht. Die EU ist lediglich ein Staatenbund und der funktioniert sogar in dem Rahmen, für den er gedacht ist. 

Was nicht funktioniert sind die überspannten Ideen einiger, aber komische Einzelgänger/Randgrüppchen findet man auch in den Nationalstaaten (z.B. die "Reichsbürger").

Die Eurozone hat nicht direkt mit der EU zu tun - sind ja auch nicht alle EU-Mitglieder in der Eurozone. Selbst eine völlige Auflösung der Eurozone, was ich nicht sehe, würde die EU nur peripher tangieren.

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Brexit - warum regt sich jeder darüber auf? Die Briten sind sowieso erst sehr spät Mitglied geworden und waren meistens nur ein Störfaktor. Dem Rest der EU geht es ohne Briten besser.

Die EU hat aber eindeutig nach 1990 zu schnell zu viele neue Mitglieder aufgenommen - das hätte man auch anders regeln können, z.B. mit einer Wirtschaftszone, deren Mitgliedern erst nach der Entwicklung ihrer Wirtschaft eine Mitgliedschaft offeriert worden wäre.

Jetzt sind sie aber Mitglied der EU und wer will von denen wirklich wieder raus? Etwa die Baltischen Staaten, Kroatien - nichtmal die Griechen wollen austreten.

Mit dem Euro, das war sowieso eine Schnapsidee von Kohl. Die alten (EWG) Mitglieder waren fit für eine gemeinsame Währung, aber schon bei den Griechen hat sich der Schlamassel ja gezeigt. Wozu auch, denn es gab zuvor ohnehin den ECU, der aber durch Wechselkurse festgelegt wurde. Dadurch hatten die einzelnen Volkswirtschaften Spielraum durch Auf- und Abwertung ihrer nationalen Zahlungssysteme.

Zusammengefaßt - der Austritt/Rauswurf einzelner Staaten aus der Eurozone hat nichts mit der EU zu tun. Und die EU ist nur ein Staatenbund. Was man ändern sollte ist die Regulierungswut der EU-Kommission. Dem könnte der Rat der Staats- u. Regierungschefs mühelos einen Deckel vorschieben: wenn die die Vorschläge der EU-Kommissare ablehnen, dann haben die mit Zitronen gehandelt. Es liegt also auch an den nationalen Regierungen, daß die EU-Kommission momentan zuviel Macht hat.

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Mir scheint es, dass die EU schlecht "gewachsen" ist.
Am Anfang stimmte es einigermassen, Adenauer & DeGaule. Die Idee war gut.
Aber dann kamen meiner Ansicht nach viel zu viele und viel zu schnell sehr unterschiedliche Länder dazu. Mit sehr unterschiedlichen inneren Statuten, Regelungen, Sozialwesen, Steuerregelungen usw. Das konnte nicht gutgehen.
Und die EU wurde Verwaltungswesen, Vorschriften.

Und war mal auch eine Präambel eines EU-Vertrags, so etwa "Wir unterzeichneichnenden Staatschefs erklären uns hiermit alleine Vollmächtig, und haben entschieden, was unten geschrieben ist.". Unterschriften der Staatschefs.
Was mir ganz und gar nicht gefiel.

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