Wann entstanden die griechischen gottheiten

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Die Entstehung der griechischen Gottheiten (der religiösen Vorstellungen über sie und ihre kultische Verehrung) ist mit der Frage der Einwanderung von Griechen (Hellenen) nach Griechenland in ihre geschichtlichen Wohnsitze verbunden.

Es hat in Griechenland eine vorgriechische Bevölkerung gegeben. Die zugewanderten Griechen haben sich mit dieser auch vermischt. Datierungen hängen stark mit der Deutung archäologischer Befunde zusammen. Die Zuwanderung hat wohl etwa 2000 v. Chr. begonnen. Damit kamen auch Gottheiten der griechischen Religion nach Griechenland.

Nach einer älteren Auffassung geschah eine Einwanderung von Indogermanen nach Griechenland in festgefügten Stämmen und in großen Wellen, etwa 2000 v. Chr. die Vorfahren der Ionier, um 1600 v. Chr. die Vorfahren der Achaier und Aioler, um 1200 v. Chr. die Vorfahren der Dor(i)er. Neure Auffassungen nehmen eine Zuwanderung in vielen kleineren Gruppen und über größere Zeiträume hinweg an, wobei die geschichtlichen griechischen Dialekte erst in Griechenland selbst entstanden. Auch in der Religion ist es zu einer Vermischung von Gottheiten der vorgriechischen Bevölkerung und der griechischen Zuwandernder gekommen. Der oberste Gott der zugewanderten Griechen war offenbar Zeus, ein indogermanischer Himmels- und Wettergott, Vater der Götter und Menschen.

Hera, im Mythos seine Schwester (Tochter von Kronos und Rhea) und Ehefrau, ist wahrscheinlich auch eine indogermanische Göttin gewesen. Sie ist einerseits mit der Welt der frühen Polis (insbesondere der jungen kriegerischen Männer) verbunden, andererseits und vor allem Schutzgöttin der Ehe (durchgehend Hera Teleia [Ἥρα Τελεία], seltener Hera Zygia [Ἥρα Ζυγία]). Der Name Hera wird als „Herrin“ an der Seite des obersten Himmel- und Vatergottes oder eher als die „zur Ehe Reife“ gedeutet. Vermutlich ist ihre Verehrung von Argos/der Landschaft Argolis ausgegangen. Vgl. Fritz Graf, Hera I. Kult und Mythos. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 5: Gru – Iug. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1998, Spalte 357 – 360

Die zugewanderten Griechen hatte eine patriarchalische Gesellschaftsordnung. Die Existenz eines Matriarchats im frühen Griechenland ist nicht nachgewiesen. Es gibt höchstens Spuren für matrilineare Strukturen (besondere Bedeutung der mütterlichen Linie bei der Verwandtschaft) und der Matrilokalität.

Berichte über Auseinandersetzung in der Götterwelt wie die Machtablösung von Ouranos durch Kronos, und von Kronos durch Zeus, Kämpfe der olympischen Götter gegen Titanen und gegen Giganten sind als Spiegel geschichtlicher Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Völkern gedeutet worden. Allerdings ist so etwas unsicher.

Im 2. Jahrtausend v. Chr. hat es in Griechenland die minoische und die mykenische Kultur gegeben.

Linear-B-Texte sind die frühesten verwendbaren schriftlichen Quellen (Linear-B ist bisher nicht vollständig entziffert). Die frühesten Linear-B-Texte werden auf die Zeit 1500 – 1400 V. Chr. datiert. Eine Reihe von griechischen Gottheiten ist durch Linear-B-Texte belegt: Zeus, Hera, Poseidon, Ares, Dionysos, Artemis, vielleicht Athena, auch Enyalios, Paian oder Eileithyia. Kein Zeugnis gibt es (bisher) für Apollon und Aphrodite.

Einige Gottheiten, z. B. Marineus und Potnia (offenbar eine mächtige weibliche Gottheit, der Name kann als „hohe Herrin“ gedeutet werden), sind später anscheinend Vergessenheit geraten.

Das Vorkommen in Linear-B-Texte ist ein Nachweis des Vorhandenseins der Gottheiten in der Religion dieser Zeit, nicht unbedingt ein Zeitpunkt ihrer Entstehung (für die Zeit davor stehen einfach keine nutzbaren schriftlichen Quellen zur Verfügung). Die Gottheiten können in der Religion der vorgriechischen Zeit entstanden sein und im Zuge einer Vermischung/Verschmelzung in die griechische Religion gekommen sein, indogermanisch sein und von Zuwanderern nach Griechenland gebracht worden sein (ab etwa 2000 v.. Chr.), mediterran (mittelmeerisch) oder altorientalisch (dies wird bei Aphrodite vermutet) ein.

Die Entstehungszeit ist nicht bei allen einzelnen griechischen Gottheiten gleich. Apollo ist in Griechenland anscheinend kaum vor 1200 v. Chr. anzusetzen. An seinen Hauptorten hat er alte Kulte überlagert.

Die Deutung (z. B. schon des Namens) ist bei den Gottheiten zum Teil unsicher.

eine Darstellung, die nützen kann:

Robert Muth, Einführung in die griechische und römische Religion. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1998, S.28 – 134

Insbesondere zur Mythologie hilfreich:

Herbert Jennings Rose, Griechische Mythologie : ein Handbuch. Aus dem Englischen übertragen von Anna Elisabeth Berve-Glauning. 2. Auflage. München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe ; 1530). ISBN 978-3-406-49458-1

Hi, schwer in drei Sätzen zu beantworten. Gruiechenland war in der Vorzeit besiedelt. Bspw. wohnten da die Pelasger. Die Ureinwohner hatten Matriarchat. Die Einwanderer (Ionier, Dorer usw.) hatten Patriarchat. So langsam verschmolzen die Stammesgottheiten der einwandernden hellenischen Stämme mit denen der Ureinwohner. So entstanden die Gottheiten als Spiegel des "Multikulti". Ähnlich auch bei den Germanen (Asen + Wanen). Beispiel anhand Hera folgt. Anfangs waren Zeus (Einwanderergott, Patriarchat) und Hera (Heron = Herr, Matriarchat) gleichberechtigt. Kämpften gemeinsam gegen die aufständigen Titanen und Giganten (Waffenbrüder). Waren Geschwister (gleiche Herkunft, gleicher Rang). Nachdem aber Hera zusammen mit Apollon und Poseidon gegen Zeus einen Aufstand wagte, wurde sie patriarchatsgemäß in die 2. Reihe gesetzt, hatte aber immer noch enorm viel Einfluß. Kulturelle Klammer der Hellenen waren die Bücher von Homer: Ilias, Odyssee. Näheres zu Entstehung der grich. Mythologie im Buch, Link, das ich selbst ab und an nutze, daher empfehlen kann. Gruß Osmond http://www.amazon.de/Griechische-Mythologie-Robert-Ranke-Graves/dp/3499554046

da gab es unsere Zeitrechnung noch nicht.

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