Wann weist ein Psychologe seinen Patienten in eine Klinik ein?

8 Antworten

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Alsoooo...

Erstens mal gibt es zweierlei Dinge, die grundverschieden sind:

Eine Überweisung eines Arztes an einen anderen Arzt oder eine ärztliche oder andere Einrichtung des Heilwesens wie ein Krankenhaus oder einen Physiotherapeuten. Und andererseits eine Einweisung.

Eine Überweisung nimmt ein Arzt vor, wenn er einen Kollegen für besser qualifiziert oder ausgestattet hält als sich selbst. Eine Überweisung hat einen empfehlenden Charakter an Dich. Du kannst sie auch in die Tonne werfen.

Eine Einweisung hat einen Zwangscharakter. Grob gesagt, steht sie an, wenn sich jemand selbst oder die Allgemeinheit sehr schwer gefährdet. Paradefall ist dafür der Selbstmörder. Wer eine Einweisung in die Psychiatrie vornehmen kann, ist in jedem Bundesland gesetzlich geregelt und es kann daher 17 verschiedene Gesetze geben.

In NRW z.B. ist das Gesetz das PsychKG. Danach kann das ein Arzt zusammen mit einem Ordnungsbeamten anordnen. Ein Arzt alleine ohne die parallele Unterschrift dieses Beamten kann keine Einweisung vornehmen!

Aufgrund dieses Gesetzes kann z.B. ein städtischer Rettungsdienst, der in der Hand der Berufsfeuerwehr liegt, zusammen mit dem Notarzt diese Einweisung vornehmen, da die Beamten dann zum Ordnungsbereich der Stadtverwaltung gehören. Käme der Notarzt aber mit einem Rettungswagen-Team des Roten Kreuzes zusammen, muss erst so ein Ordnungsbeamter bestellt werden.

Einig sind sich wohl alle Gesetze, dass midnestens ein Arzt beteiligt sein muss. Aber wer sonst noch beteiligt sein muss, kann abweichen.

M.W. sind ungefähr 5% der Patienten der Psychiatrie aufgrund einer Einweisung da. Die anderen 95 % sind von sich aus gekommen.

Ein Psychologe ist übrigens kein Arzt. EIn Psychiater wäre einer.

M.W. sind ungefähr 5% der Patienten der Psychiatrie aufgrund einer Einweisung da. Die anderen 95 % sind von sich aus gekommen. - Da halte ich die Quote der Einweisungen , auch Zwangseinweisung, zumindest in einer Geschlossenen Psychiatrie für höher. Ansonsten stimme ich dir voll zu :)

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@bountyeis

Wenn ich jetzt folgende Behauptung aufstellte:

"40 Prozent aller Schüler sind Gymnasiasten" und einer würde widersprechen:

"Falsch! Am Gymnasium sind 100 Prozent aller Schüler Gymnasiasten" -

Was wäre an seiner Aussage falsch und warum meine richtig? ;-)

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Der Psychologe weist überhaupt nicht ein, das ist Aufgabe des Psychiaters. Um hierzulande jemanden einweisen zu können, muss man zwingend Mediziner sein, der Hausarzt kann das übrigens auch. Der Psychiater weist spätestens dann ein, wenn du eine Gefahr für dich oder für andere darstellst. Suizidgedanken reichen oft schon aus. 

Die Einweisung erfolgt im Ermessen des Psychiaters. Wenn er den Eindruck hat, dass du alleine nicht mehr zurechtkommst, wird er dir eine Einweisung vorschlagen, in der Regel geht man freiwillig in die Klinik und kann die auch jederzeit wieder verlassen. 

Bei der Zwangseinweisung bringt dich die Polizei dorthin.

In der ausführlichen Antwort wird aber die Einweisung mit der Zwangseinweisung (psych kg) verwechselt. Wenn man geplant stationär geht braucht man dafür eine Einweisung. Im Notfall/ akutfall geht auch ohne. Einfach hin gehen. Die unfreiwillige Form ist die Zwangseinweisung.

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