Wann droht die nächste Inflation in Deutschland?

6 Antworten

Inflation findet immer und ständig statt: Heute, Gestern, vor einem Monat, vor einem Jahr, vor 10 Jahren, vor 30 Jahren...

Es ist meist ein schleichernder Prozess, wo die Änderungen auf sehr kurze Zeitintervalle kaum meßbar erscheinen, aber auf große Zeitintervalle erheblich ausfallen.

Ich nehme gerne das Beispiel mit dem Bäcker:

Zu meiner Kinderzeit (in den 80ern) konnte man sich noch 1 Brötchen für 27 Pfennig kaufen.

Zum Jahrtausendwechsel (zum Ende der D-Mark) kostete ein Brötchen schon 50 Pfennig.

Heute, nochmal 20 Jahre später, muss ich für das Brötchen teilweise schon 50 cent(!) oder sogar mehr zahlen.

Also über knapp 40 Jahre hat sich der Preis des Brötchens praktisch verVIERfacht. Unsere Löhne sind aber wohl bei den allerwenigsten auch auf das 4-fache gestiegen.

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Jetzt dazu, warum Inflation überhaupt zustande kommt:

Faktor 1)

Wirtschaft kann sich immer nur liniear entwickeln, da die reale Wirtschaft mit endlichen Ressourcen arbeitet. D.h. ein Arbeitstag hat immer maximal nur 24 Stunden, die Arbeitsleistung des Personals ist nach oben begrenzt, Rohstoffe und Materialien sind auch immer nur begrenzt verfügbar. Auch die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen ist nicht unendlich.

Parallel dazu haben wir ein Geldsystem, in dem Geld exponentiell wachsen kann, 'theoretisch' sogar bis unendlich. Das Geld, das ursprünglich als reines Tauschmittel unseren Wirtschaftsverkehr ermöglichen soll, wuchs in der Menge jedoch durch den Zinseszinseffekt wesentlich schneller, als unsere Wirtschaft überhaupt anwachsen KÖNNTE. Dadurch bildet sich immer eine Lücke zwischen dem Vorhandensein von Wirtschaftsgütern und der im Umlauf befindlichen Geldmenge. Diese Lücke versucht man nun durch Inflation wieder etwas zu schließen.

Faktor 2)

Geld entsteht vor allem durch die Vergabe von Krediten in Form von Buchungsgeld. Wenn ein Kunde ein Kredit bei der Bank aufnimmt, bekommt der Kunde nicht ,wie manche annehmen mögen, das Geld aus dem Banktresor bzw. aus dem Guthaben der Bank. Nein, er erhält diese Geld nur als Buchung, als Gutschrift. In dem Moment, wo der Kunde bspw. 10.000 Euro als Kreditsumme erhält, kommen auch 10.000 Euro neues Umlaufgeld.

Die Gelder, die für die Zinszahlungen vonnöten wären, werden gar nicht miterschaffen, sondern müssen aus der alten Geldmenge heraus gewonnen und bezahlt werden. Münzt man dies auf eine ganze Gesellschaft um, so stellt man fest, dass Schulden gewissermaßen immer nur von einen zum anderen weitergegeben bzw. umgelagert werden, eine Gesellschaft als ganzes kann aber nie zur Schuldenfreiheit gelangen, da immer jene Geldmenge fehlt, die vonnöten wäre, um über die Schulden hinaus auch die Zinsen bezahlen zu können.

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Somit gibt es in der Inflation einige wenige Gewinner und sehr viele Verlierer:

Die absoluten Gewinner sind natürlich jene, die ihr Geld anlegen konnten und daraus das Zinsgeld erhalten

Gewinner sind auch die Schuldner, da für die die Schuldenrückzahlung wesentlich vereinfacht wird, da höherwertiges Geld mit schlechtem Geld zurückgezahlt werden kann.

Verlierer sind die Sparer und Kleinanleger, die für das zurückgelegte Geld durch steigende Preise immer weniger Waren und Dienstleistungen erwerben können.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Beobachtung, Recherche, Analyse, Intuition, Wissen

Wir HABEN schon längst eine Inflation! So nennt man es, wenn alles immer teurer wird. Im täglichen Leben macht sich das nur begrenzt bemerkbar. Aber versuch mal, eine Eigentumswohnung zu kaufen. Dann wirst du feststellen, dass die Preise plötzlich deutlich steigen, wenn du vielleicht ein oder zwei Jahre suchen musst. Das nennt sich "Asset Inflation".

Nach der Quantitätstheorie steigt das Preisniveau (Inflation) wenn

  • Geldmenge zunimmt (Geldschöpfung)
  • die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zunimmt
  • dir reale Produktion sinkt

Damit wäre schon mal Deine zweite Frage beantwortet.

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Konkret sieht es derzeit bei uns so aus, dass wir aber eine Marktdifferenzierung in Deutschland haben, ausgelöst durch die Agenda 2010-Politik.

Durch die EZB-Null-Zinspolitik wird zwar die Geldmenge dramatisch ausgeweitet, jedoch kommt das beim normales Konsumenten nicht an, weil der für seinen täglichen Konsum gar nicht an das billige Geld herankommt.

Herankommen können da aber z.B. institutionelle Anleger (z.B. Hedgefonds oder grosse Immobilienunternehmen), die von dieser Möglichkeit auch reichlich gebrauch machen. Die Folge sind dramatisch steigende Immobilienpreise und in der Folge auch Mieten. Genau dort findet derzeit die Inflation statt.

Wird keine geben.

Die Urangst der Deutschen (1923), war ein Taschenspielertrick.
Mit Geldentwertung Schulden bezahlen.
Nur wurde aus Traum ein Trauma.

Wie auch immer, eine Inflation ist nur begrenzt hilfreich. Wird daraus eine Hyperinflation ist sie nicht mehr beherrschbar.
Da das nicht funktinioniert achten Notenbanken darauf, dass da nichts gallopiert.
Letztlich ist Geld nicht mehr Wert, wenn der Glaube daran nicht mehr existiert.

Es hat seit den 1970er Jahren eine Inflation der Schulden.
Letztlich sind Kredite ein Zugriff auf Einnahmen in der Zukunft.
Es sei denn eine Zukunft fände nicht statt.

Sei's drum, diese Schulden sind institutionalisiert und können darüber ebenso "abgeschafft" werden.
"Streichst Du mir, streiche ich Dir", nicht die Tapete, sondern die Schulden.
Dafür braucht es keine Inflation, sondern einen allgemeinen Schuldenverzicht.

Die EZB bemüht sich seit Jahren darum durch Anleihenkäufe. Ist eigentlich eine Enteignung, da alles jährlich um ca 2% teurer wird und da die Lohne nicht sofort folgen. Jetzt (ohne Inflation) werden nur die Sparer enteignet.

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