Wann bekommt man sein eingesetztes Kapital nicht zurück?

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3 Antworten


"Auf deren Seite schreiben sie unter anderem, das man das Geld bei Anleihen In der Regel zurückbekommt "

Dieses Regel gibt es so nicht bzw. hat sie keine Aussagekraft, was die tatsächliche Rendite angeht, die im Endeffekt erwirtschaftet wird.

Das Risiko wird vergütet über den Zins; an der Börse gehandelte anleihen mit hohem Risiko weisen dementsprechend einen höheren Zins aus:  Es gelten auch hier die Regeln des Marktes: hohe (versprochene) rendite, hohes Risiko. Ob man sein Geld zurück bekommt, hängt in erster Linie ab vom Risiko des Unternehmens bzw. der Anleihe, seinen zukünftigen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Darüber hinaus muss nicht jedes Unternehmen direkt in die Insolvenz abstürzen. Oft gibt es auch Vergleichsverhandlungen mit den Gläubigern, wobei die Gläubiger freiwillig auf einen Teil der zugesicherten Zahlungen verzichten; im Gegenzug hoffen die Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen zu retten, wenn anstatt dessen das Unternehmen Insolvenz anmelden müsste.

Ganz unübersichtlich wird es bei nicht an der Börse gehandelten Anleihen. Dann gibt es keinen Marktwert bzw.Marktrendite der Anleihe, und der Investor kann das Risiko überhaupt nicht mehr beurteilen.

Zudem muss man unterscheiden zwischen Anleihen, die einer Absicherung unterliegen und Anleihen, die gar keiner Absicherung unterliegen. Anleihen, die Privatpersonen angeboten werden, unterliegen im Regelfall gar keiner Absicherung.

Darüber hinaus können Anleihen rechtlich auch sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Also, Anleihe ist nicht gleich Anleihe.

Der Zinssatz für  quasi sichere Geldanlagen liegt momentan in der Größenordnung von 0 Prozent. Statt dessen eine Anleihe zu kaufen mit einem Zinssatz von 2%, und der (nicht existierenden) Regel, dass man im Regelfall sein Geld zurückbekommt, funktioniert eben nicht. Sonst würde es jeder machen und der quasi sichere Zinssatz läge bei 2%.

Und was heisst genau "Regelfall". Nehmen wir an der quasi sichere Zinssatz sei 0%. Es gäbe auf dem Markt 100 Unternehmen, die Anleihen mit einer Verzinsung von 2% für eine Laufzeit von  einem Jahr ausgeben.                            Meldet ein Unternehmen Insolvenz an in der Zwischenzeit, und zahlt Zins und Tilgung nicht zurück, so fällt die Gesamtrendite des Marktes von 2% auf knapp 1%.. Melden zwei Unternehmen Insolvenz an, sinkt die Gesamtrendite des Marktes etwas unter 0 Prozent.

Wenn in dem Falle 98 % der Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkommen, so kann man sicherlich vom "Regelfall" sprechen. Trotzdem liegt die Gesamtrendite des Anleihen Marktes dann unter der quasi sicheren Verzinsung von 0 Prozent; und der Anleger erleidet einen Verlust gegenüber der Alternative sein Geld zu 0 % auf der Bank zu parken oder unter dem Bett zu verstecken.

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/kaeufer-der-tivoli-anleihe-sehen-ihr-geld-nicht-wieder-1.604293

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Risiken zu Anleihen findest du im Link, aber im Grunde stimmt die Annahme das eine Insolvenz bzw. Zahlungsunfähigkeit der Grund für einen Totalverlust ist. Die anderen Risken betreffen nur die Rendite.

http://www.finanztreff.de/wissen/anleihen/welche-risiken-bestehen-bei-anleihen/5282

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Kommentar von BotMaster3000
27.06.2017, 13:36

Also besteht die größte Gefahr nur darin, das man weniger Gewinn macht?

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https://de.wikipedia.org/wiki/Anleihe

Ist Google/Wikipedia bei dir kaputt????

Das Ausfall- bzw. Bonitäts­risiko ist jenes Risiko, welches daraus erwächst, dass der Schuldner in Zahlungsverzug geraten kann oder sogar zahlungsunfähig wird. Je schlechter die Bonität, desto höher ist das Ausfallrisiko der Anleihe. Schuldner mit schlechter Bonität müssen daher eine höhere Verzinsung bieten, um trotz des Ausfallrisikos attraktiv zu bleiben. Dass selbst Staatsanleihen Risiken bergen, zeigte sich beispielsweise im Dezember 2008 bei Anleihen der Republik Ecuador, die die Zinszahlungen einstellte.[36]

Das Ausfallrisiko von Anleihen lässt sich teilweise diversifizieren, indem der Anleger sein Kapital auf Anleihen verschiedener Emittenten aufteilt. Dadurch hat der Ausfall einer einzelnen Anleihe im Portfolio einen weniger gravierenden Verlust zur Folge. Allerdings lässt sich beobachten, dass sich Anleihenausfälle in einem bestimmten Zeitintervall häufen können. Es können also deutlich mehr Anleihen in einem bestimmten Zeitraum ausfallen, als man es bei stochastisch unabhängigen Ausfällen erwarten würde.

Die Bonität einzelner Unternehmen und Anleihen bemessen internationale, unabhängige Ratingagenturen aus ihrer Sicht mit einem Rating. Die bekanntesten Rating-Agenturen sind Moody’s, Standard & Poor’s sowie Fitch. Anleihen von Schuldnern mit schlechter Bonität werden auch als Schrottanleihen ( ) oder High-Yield-Anleihen bezeichnet.

Um das Ausfallrisiko für den Anleger zu reduzieren, übernehmen Anleiheversicherer dieses Risiko gegen Entgelt.

Die Rückzahlung einer Anleihe kann auch gegen den Willen eines individuellen Gläubigers ganz oder teilweise entfallen, sofern in den Anleihebedingungen eine entsprechende Collective Action Clause hinterlegt ist und eine Mehrheit der Gläubiger dem Entfall zustimmt ( Schuldverschreibungsgesetz)."

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