Wann bekommt man einen Betreuer?

9 Antworten

Eine gesetzliche Betreuung beginnt stets damit, dass der zu Betreuende ins Visier eines Betreuungsgerichtes gerät.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass wenn jemand erst einmal in den Fängen eines Betreuungsgerichtes geraten ist, er hier nicht mehr so schnell herauskommt.
Unter gesetzliche Betreuung kann jeder geraten, der seinen Wohnsitz in
Deutschland hat.

Um ins Visier eines Betreuungsgerichte zu geraten, gibt es drei Möglichkeiten:

1. Jemand meldet die verdächtige Person beim Betreuungsgericht. Dies
     kann formlos per Anschreiben erfolgen oder mit Hilfe von vorgedruckten
    Formularen, die bei den an Amtsgerichten angesiedelten Betreuungs-
    gerichten ausliegen.
    Hier gibt es auch Informationsbroschüren, anhand derer die Melder sich
    bei ihren Formulierungen orientieren können.

2. Ein Kläger vor einem Zivilgericht fällt dem Richter durch seine
     "Widerspestigkeit" „Uneinsichtigkeit“ derart auf den Wecker, dass dieser
    ihn kurzrhand für prozessunfähig erklärt, was einer
    Entmündigung gleichkommt.

3. Manche leichtgläubige Menschen lassen sich von dem positiv besetzten
    Begriff „gesetzliche Betreuung“ täuschen und verwechseln eine gesetz-
    liche Betreuung mit einer Haushaltshilfe.
    Sie stellen deshalb beim Betreuungsgericht selbst einen Antrag auf  
    gesetzliche Betreuung. Da diese Menschen über ihren Irrtum bei
    Antragsstellung nicht  aufgeklärt werden, laufen sie regelmäßig in
    die Betreuungsfalle, aus der sie dann nicht mehr rausgelassen werden.

Gemäß Gesetz ist das Betreuungsgericht angehalten in allen diesen drei Fällen von amtswegen zu ermitteln, ob eine Betreuung angebracht ist.

Da aber die einfache Feststellung, dass der Betroffene seine Angelegenheiten nichtmehr selbst regeln oder z.B. sein Ausgabeverhalten nach Angaben seines erbberechtigen Enkels verschwenderisch sein soll, weil z.B. seine Oma sich eine Gartenhilfe geleistet hat, sieht das Gesetz vor, dass nur solches „Fehlverhalten“ eines Betroffenen in eine gesetzliche Betreuung einmünden soll, das aufgrund einer psychischen Beeinträch-tigung erfolgte.

Aus diesem Grund wird in den Betreuungsbeschlüssen auch immer auf eine angeblich vorhandene psychische Erkrankung hingewiesen, die den Betroffenen daran hindere, seine eigenen Angelegenheiten zu regeln.

Da Betreuungsrichter aufgrund ihres Jurastudiums in Sachen „psychiatri-scher Krankheitsbilder“ Laien sind, greifen sie auf die „Sachkenntnisse von so genannten „psychiatrischen Sachverständigen“ zurück.

Diese haben oftmals ein Studium im Bereich der Pädagogik, Psychologie oder Psychiatrie absolviert. Es gibt aber auch Fälle, in denen keine Ausbildung oder z,B, eine als Sachbearbeiterin oder Kosmetikerin vorliegt.

Sie alle arbeiten nach dem Prinzip, dass dort wo viel gesucht wird, auch viel gefunden wird, so dass die ins Visier genommenen Probanden in der Regel aus allen Wolken fallen, wenn sie in ihrem Gutachten lesen, dass sie wahnsinnig und gemeingefährlich sind  und eine Gefahr für sich und die Umwelt darstellen und dermaßen geistig eingeschränkt sind, dass sie noch nicht einmal zu erkennen vermögen, dass sie psychisch krank sind.

Diese Ihnen unterstellte angebliche Krankheitsuneinsich-tigkeit gilt dann regelmäßig als Beweis für das Vorliegen einer psychischen Krankheit.

Bei der Auswahl des psychiatrischen Sachverständigen ist ein Betreuungsrichter nicht an Vorgaben gebunden. Wenn er z.B. der Auffassung ist, dass seine Oma für diese Aufgabe geeignet sei, dann ist er für diese Entscheidung niemanden Rechenschaft schuldig. Entsprechendes gilt, wenn ein Betreuungsopfer einen eigenen Gutachter benennt.

Der Richter wird diesen Gutachter und dessen Gutachten ohne Begründung und ohne vorherige Kenntnisnahme ablehnen – nicht etwa weil er Gründe dafür hat, sondern weil er es darf und immer so gemacht hat.

Angesichts dieser absurden Situation haben sich im Umfeld der Betreuungsgerichte Märkte für Gutachtertätigkeiten herausgebildet, die auf der Anbieterseite und auf der Nahfrageseite monopolartig strukturiert sind; d.h. auf der Nachfrageseite gibt es nur einen Nachfrager nach psychiatrischen Gutachten – nämlich der Betreuungsrichter selbst – und auf der Angebotsseite nur einen oder zwei handverlesene Anbieter - hier z,B, die Oma oder die Nachbarin des Richters.

Dass diese Konstellation sehr stark an das Modell der Hexenverbrennung im Mittelalter erinnert, wo ein Richter einen Inquisitor damit beauftragte herauszufinden, dass das ins Visier genommen Opfer geisteskrank und vom Teufel besessen sei und dieser dies auch tatsächlich auftrags-gemäß „herausfand, stört in der deutschen Justiz niemanden. Die Prüfung auf eigenes faires und rechtmäßiges Handeln unterbleibt.

Betreuungsopfer, die es sich finanziell leisten können, entziehen sich dem Zugriff dieser Siegerjustiz durch eine Flucht ins Ausland.

Diese Einstellung der Justiz führte dann im Laufe der Zeit dazu, dass die Qualität der von den Betreuungsgerichten eingeforderten und akzeptierten Gutachten immer mehr zu wünschen ließen, da die Mehrzahl Richter mit einer Qualitätsprüfung  überfordrt waren

Denn wie sollten auch Richter, die damit kokettierten, dass sie keinerlei Beurteilungsvermögen bei psychiatrischen Krankheiten haben und aus diesem Grund psychiatrische Gutachten erstellen lassen, beurteilen können, welches dieser Gutachten dem wissenschaftlichen Standard entspricht bzw. nur hohles Geschwätz un leere Phrasen beinhaltet.

Die Gutachter wiederum machten sich die Unkenntnis der Richter zunutze und verzichteten oftmals sogar auf eine persönliche Untersuchung der Betreuungsopfer; sie erstellten  massenhaft Ferngutachten, die dann anschließend von den Richtern kraft ihres Amtes akzeptiert wurden.

Der Fall Mollath stell hier nur die Spitze eines Eisberges dar.

Die jährlich steigende Zahl an ins Visier genommenen Betreuungsbe-dürftigen führt schließlich dazu, dass sich ein Markt für gesetzliche Betreuer mit Goldgräberstimmung bildete. Da es keinerlei Marktzugangsbedingungen gab und jedermann ohne Ausbildungsschluss und berufliche Ausbildung sich als Berufsbetreuer betätigen konnte, blieb als einzige Hürde, die Zustimmung des Betreuungsgerichtes, was wiederum dazu führte, dass sich an den Betreuungsgerichten verschworene Gemeinschaften
von Betreuungsrichtern, gesetzlichen Betreuern und psychiatrischen Gutachtern bildeten.

Neben den Betreuern ohne Ausbildung bilden Rechtsanwälte  eine zweite Gruppe an gesetzlichen Betreuern.

Letztere werden bevorzugt solchen Betreuten zugewiesen, die über Vermögen und Immobilien verfügen. Nicht selten kommt es dann vor, dass die Immobilie unterwertig verkauft wird und der Verkaufserlös von den Gebühren dieses betreuenden Rechtsanwaltes aufgefressen werden.

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So sieht es in der Praxis leider Tatsächlich aus in Merkels und Seehofer DDR 2.0!

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@Schlauerfuchs

In Wirklichkeit ist alles noch viel schlimmer, aber ich habe bei meiner Schilderung Rücksicht genommen auf die vielen obrigkeitsgläubigen Gemüter, die nur wütend werden, wenn sie bemerken, dass ihre heiles Weltbild eine trügerische Fiktion ist.

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Hallo!

Ein sehr guter Bekannter von mir war lange Jahre Berufsbetreuer & betreut jetzt ehrenamtlich ein paar Leute weiter, die er seit rund 30 Jahren betreut. Wir trafen uns dieser Tage mal wieder & ich kenne durch ihn die Materie ganz gut.

Diese Leute, die betreut werden, fielen i.wann mal auf, weil sie ihr Leben nicht mehr selbst gestalten konnten sei es durch Krankheit, Sucht, psychische/psycho-soziale Probleme oder sonstige Schicksalsschläge & jemand nötig wurde, der ihnen etwa Rechtsgeschäfte oder Besorgungen abnimmt, in ihrem Auftrag Dinge vollzieht und Bankgeschäfte übernimmt bzw. die FInanzen und wenn nötig die Unterbringung regelt.

Daneben gibt es noch Bewährungshelfer, aber die greifen dann, wenn jemand auf Bewährung verurteilt wurde und jemand benötigt wird, der sich um den Verurteilten kümmert bzw. ein Auge auf ihn wirft.

Entweder, weil man gerichtlich einen angeordnet bekommt (gesetzlich) oder, weil man sich selbst Hilfe sucht und einen möchte (ambulant). Und beides gibt es aus den unterschiedlichsten Gründen. Bei Suchtproblemen, bei Gewalt in der Beziehung, bei psychischen Erkrankungen, bei Problemen mit den eigenen Kindern etc.

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