Wahnsinn und Genie? denkt ihr das hängt zusammen?

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28 Antworten

Was ist Wahnsinn? Eine volkstümliche Sammelbezeichnung für Dinge, die der "Normalbürger" nicht versteht bis hin zu Verhaltensweisen, die in der Psychiatrie unter ganz verschiedenen Krankheitsbildern definiert sind. Da "Genie" im alltäglichen Gebrauch auch nicht sehr viel enger begrenzt ist, ist diese allgemein übliche Pattitüde (weil im Konkreten aussageleer) ein wunderbarer Stichwortgeber für Roman- und Drehbuchschreiber. Man sollte diesbezüglich Romane und Filme nicht zu ernst nehmen. Sonst gerät man in Gefahr, HARRY POTTER für Wirklichkeit zu nehmen.

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Das ist ein altes Klischee, was selbstverständlich nicht zutreffend ist. Als man Menschen mit extravaganten Ideen und genialen Überlegungen noch als Wahnsinnige bezeichnete, weil man nur das sogenannte Normverhalten akzeptieren konnte, wurde zwischen diesen beiden Kennzeichnungen von Menschen manchmal noch ein Zusammenhang gesehen. Heute ist das jedoch völlig anders. Überall ist man auf Talentsuche bei den Kindern und Jugendlichen. Da bleibt praktisch niemand unentdeckt. Eltern sind fast immer hoch motiviert, in ihren Kindern Wunderkinder zu entdecken und tun alles, um Sonderbegabungen zu fördern. Kinder mit schweren geistig-mentalen Störungen, die ganz unsozialisierbar sind und die in psychiatrischen Kliniken und Landeskrankenhäusern dauerhaft behandelt werden müssen, werden heute zwar nicht als 'wahnsinnig' bezeichnet, weil dieser Terminus aus dem Vokabular der Ärzte gestrichen wurde, dennoch kommt es praktisch nie vor, dass sie über geniale Fähigkeiten verfügen. Die vielen Grenzfälle von z.B. Autisten, die manchmal über ein exzellentes Gedächtnis verfügen oder hervorragende Musikalität zeigen, fallen alle nicht mehr in die Rubrik des 'Wahnsinns'. Dass es darüber hinaus geniale Leute gibt, die Allmachtsphantasien haben, ist zwar bekannt, doch auch diese werden heute soziologisch ganz anders eingestuft und keinesfalls mit 'Wahnsinn' in Verbindung gebracht.

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Klar gibt es da einen Zusammenhang. Lies mal ein paar Biografien von genialen Künstlern, da sind nicht wenige, die zeitweilig im Irrenhaus gelandet sind. Andere sind öfters dicht am Wahnsinn vorbeigeschrammt und nur glückliche Umstände und verständnisvolle Menschen ihrer Umgebung haben sie davor bewahrt.

Mit "Unter Blinden kommt der Einäugige ins Irrenhaus" versucht Heinz von Förster klarzustellen, dass es nicht immer von Vorteil ist, mehr wahrzunehmen als die gesellschaftliche Umgebung. Ich glaube, dass Wahnsinnige "missglückte" Genies sind, also Menschen die ähnlich außergewöhnlich veranlagt sind wie Genies, aber das Pech hatten, in einer ungünstigen und verständnislosen menschlichen Umgebung aufzuwachsen.

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Kommentar von Angel84
13.07.2011, 11:16

Ich glaube, dass Wahnsinnige "missglückte" Genies sind

Der Satz ist genial, du Genie :-)

Sehe ich auch so!

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Kommentar von MaNic22
13.07.2011, 19:06

Ein schönes Zitat, und äußerst passend ^^

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Kommentar von Dichterseele
16.07.2011, 02:58

Zweifelsohne können aberwitzige Lebensumstände und haarsträubende Ungerechtigkeiten Menschen in den Wahnsinn treiben.

Aber die Fähigkeit mit einer verständnislosen Umwelt klarzukommen und sich durchzuboxen, gehört leider auch zum Leben! Leider fällt das sensiblen Leuten besonders schwer..

Das ist meines Erachtens auch der Grund, warum wir soviele unfähige Politiker haben: Ein intelligenter Mensch mit Visionen macht das plumpe Pöstchengerangel in den Parteien nicht mit... Für sensible Naturen ist das würdelos.

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Nur weil jemand ein Wissenschaftler ("scientist") ist, muss er noch lange kein Genie sein. Auch wenn Genies normalerweise etwas anders sind als andere Menschen, hat das wenig mit Wahnsinn zu tun. Im Gegensatz zu Genies mangelt es Wahnsinnigen normalerweise an gesundem Menschenverstand.

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Es kommt schon mal auf die Definition von "Wahn" an. Die menschliche Gesellschaft neigt häufig dazu, gerne "Normen" aufzustellen. Wenn eine Person in dieses Normraster nicht passt, wird gerne mal ne Krankheit vermutet.

Stell dir einfach vor, alle Menschen wären Blind und würden es auch nicht anders kennen und plötzlich wird ein Mensch geboren, der sehen kann. Er berichtet von seinen Sinneswahrnehmungen, aber der Rest kann mit seinen Erklärungen nix anfangen, weil sie diese Erfahrung selbst nicht gemacht haben, keine Referenz dafür vorhanden ist.

Es gibt die berühmte Aufgabe: Erkläre einem Blinden die Farbe rot. Für einen Sehenden eigentlich eine nicht lösbare Aufgabe. Genauso geht es letzlich Genies. Sie leben in einer Welt erweiterter Sinnesleistungen bzw. mentaler Leistung. Damit erschließt sich das "normale" Universum aus ganz neuer Sichtweise und das führt auch oft zu verändertem Verhalten. Und wenn man anders ist, dann fällt man aus der Reihe, fällt auf und wird gerne mal abgestempelt.

Ob es sich wirklich um einen "Wahn" handelt, der dem Genie anhängt, ist eine interpretationsfrage. Fakt ist, daß eine stark gesteigerte mentale Leistungsfähigkeit sehr oft mit verändertem Verhalten in der subjetiven Wahrnehmung durch andere einhergeht. Leider.

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Ja , das gibt es! Verrückt ist immer das, was Andere nicht denken können - z.B. um 1000de von Ecken herum - da fällt es dem 0/8/15-Denker schwer zu folgen. Damit es nicht auffällt, dass der Jenige ein einfach strukturierter Denker ist, sagt er der Einfachheit halber - der/die ist verrückt- damit ist die Sache für ihn erledigt. Gerne hätte er natürlich auch noch Zustimmungen für seine Denke, deshalb bezeichnet der Einfach-Denker, seine Denke normal. Sicherlich hast Du Dich schon gefragt, was ist normal? - und bei dieser Frage fängt es eigentlich an - wer setzt dafür die Maßstäbe?

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wissenschafftler können verrückt sein müssen aber keine genies sein das geht auch andersrum aber es kan auch beides sein ;)

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Geniale Menschen sind für Otto NormalIQler schwer verdaulich. Sie nehmen sich mehr Freiräume, haben mehr Ticks und sind fast immer große Egoisten. Nietsche war so genial, dass sie ihn in,s Irrenhaus steckten(nämlich seine Schwester). Geniale Wissenschaftler werden jedoch fast nie in,s Irrenaus gesperrt, das ist den Philosophen und Schöngeistern und den Künstlern vorbehalten LG

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Kommentar von Dichterseele
16.07.2011, 02:41

Ach, und die Philosophie ist keine Wissenschaft???

Zweifelsohne die am schlechtesten bezahlte...

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Ich glaube, wir sollten hier unterscheiden: Ein Genie ist in der Regel exzentrisch, damit aber nicht wahnsinnig. Wir sind - nach meiner Meinung - in der Betrachtung des Wahnsinns noch sehr rückständig. Wenn ich betrachte was die Politiker machen um der Umweltkatstrophe zu begegnen, so ist das für mich - ohne Scherz - Wahnsinn. Aber kein Genie. Dr. Semmelweis wurde von seinen Kollegen in die Irrenanstalt getan, weil er forderte, dass man sich die Hande nach dem Sezieren waschen sollte, bevor man Patienten untersuchte. Allerdings kann es durchaus passieren - sogar sehr häufig - dass jemand eine besondere Begabung hat, woanders jedoch völlig versagt. Ein Wahnsinniger kann also durchaus auch irgendwo ein Genie sein, muss es aber nicht. Wie umgekehrt.

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Ich finde in vielen Fernsehserien auch Kinderserien wird uns vermittelt das verrückte Bösewichte immer i-welche Erfinder(daraus folgt dieses Bild eines Genis) sind. Wodurch wir der Meinung sind Genis=verrückt (bzw. anders)

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Alle Genies sind verrückt, aber nicht alle verrückten sind Genies. Wir sind die, die die Welt aus einer anderen Richtung sehen. Wir sind die, die die verbotenen Dinge denken, deren Gehirne sich von den anderen abheben. Es benötigt spezielle Gedanken um speziell zu sein.

Außerdem treibt diese Welt jeden halbwegs gescheiten Menschen früher oder später in den Wahnsinn.

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Genies, Menschen die innerlich brennen für außergewöhnliche Bereiche mit außergewöhnlicher Kraft, wohnen - abstrakt gesehen - außerhalb der Durchschnittlichkeit. "Normal" nennen wir Menschen, die sich diesem Abstraktum der Durchschnittlichkeit (die in diesem Sinne nie Fleisch werden kann in einem einzigen Individuum, sondern nur Gedachtes widerspiegelt) nähert. Genies liegen außerhalb der Sphäre dieser Gewöhnlichkeit. Was ist schon Wahnsinn ? Wir nennen jemanden wahnsinnig, der nicht so ist, wie wir uns das Gewöhnliche vorstellen - jeden, der außer-gewöhnliche Ideen, Kräfte, Impulse liefert und in sich trägt - insofern muss ein Genie etwas von Wahnsinn in sich fühlen - er fühlt und denkt und glaubt eher an die Unendlichkeit der Gefühle, der Taten und der Worte, da er sie zeichnet und um sie weiß. Bei Interesse kannst Du mich anschreiben und ich schicke Dir eine kleine Literaturliste zum Thema.

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Ein dummes Klischee. Wahnsinn ist ohnehin kein fassbarer Begriff, schon gar nicht klinisch. Dass zwischen dem, was man als normal betrachtet und etwas, was völlig hirnrissig ist, oft keine Grenze zu ziehen ist, zeigt uns die Menschheitsgeschichte. Und: Auch klare Köpfe "verblöden" im Alter, was bei ihnen eher auffällt. Nur weil jemand beim Denken andere Wege geht, ist er noch kein Genie, aber auch längst nicht wahnsinnig.

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Ich sehe die Sache so, dass es unter genial begabten Menschen höchstwahrscheinlich prozentual nicht mehr Wahnsinnige gibt, als unter den normal oder auch minderbegabten Zeitgenossen. Der Mythos vom wahnsinnigen Genie ist meiner Meinung nach von den Mittelmäßigen als Trostpflaster ersonnen worden, mit dem sie sich über ihren Abstand zu den größeren Geistern hinwegtrösten. Man ist zwar selbst nicht annähernd genial, aber ach, dafür zum Glück auch viel weniger gefährdet, des Wahnsinns fette Beute zu werden...

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während das genie sich mit seinen geistigen fähigkeiten beschäftigt, beschäftigt sich ein wahnsinniger damit zu glauben, solche zu haben. das führt in beiden fällen zu verwirrungen. die frage ist, was kommt unterm strich dabei raus? was bleibt ist, genies haben die möglichkeit verrückte dinge zu tun.

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Kommentar von Dichterseele
13.07.2011, 00:30

Sorry, aber diese Antwort ist 'verrückt'.

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Ich weiss zwar nicht, ob ich zu den "Normalen" gehöre, aber mir scheint klar, dass Genie eine bequeme Bezeichnung für kreativen Wahnsinn ist.

Wenn dich das Problem weiter intreressiert, kannst du Folgendes mit Gewinn lesen:

Karl Jaspers: Strindberg und van Gogh - Versuch einer vergleichenden pathographischen Analyse

Karl Leonhard: Bedeutende Persönlichkeiten. 2. Aufl. Berlin: Ullstein; 1988.

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Kommentar von Dichterseele
16.07.2011, 02:40

Nö, Genies sind immer kreativ - Wahnsinnige haben sich verrannnt...

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"la folie, une certaine «folie», doit [...] au fond veiller sur la pensée, comme le fait aussi la raison."

(Jacques Derrida)

Im Grunde genommen muss der Wahnsinn, ein gewisser "Wahnsinn", über das Denken wachen, wie es ja auch die Vernunft tut."

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In gewisser Weise schon. Was macht das Genie zum Genie und den Wahnsinnigen zum Wahnsinnigen?

Gedanken, entsprechende Worte und Handlungen außerhalb der Norm.

Es sind Menschen mit einem freien Geist, dem all die Begrenzungen fehlen, die daran hindern "neue" Gedanken zu denken, die das Denken zuerst durch Ideale, Moral, gesellschaftliche Normen zensieren.

Es sind Menschen, deren Geist "hoch fliegt" und die Dinge für möglich halten, die andere als unmöglich abtun.

Und um den Begriff des "Verrückten" noch aufzugreifen:

Ver - rückt ist jemand, der sich von der Norm ver-rückt hat...

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Kommentar von MaNic22
13.07.2011, 19:04

:D wie lustig, genau die selbe ver-rückt zerpflückung hat eine bekannte von mir mal als essay-anfang benutzt ^^

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Kommentar von Dichterseele
16.07.2011, 02:46

Nun ja, es ist aber wohl ein Unterschied,

  • ob jemand von Klischeevorstellungen ab-rückt, weil er sie hinterfragt und eine komplexere Logik verfolgt,

  • oder ob jemand in abartige Gedankenwelten entrückt und den gesunden Menschenverstand verliert...

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Zwischen Genie und Wahnsinn liegt nur ein schmaler Grad. Warum?

Für beides muss ein Mensch sehr komplex denken können.

Ist er fähig, diese Komplexität zu überschauen und logisch zuzuordnen, ist er ein Genie.

Der Wahnsinnige denkt auch komplex, aber total chaotisch und deshalb ist das zufällige Resultat irrsinnig.

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Kommentar von Humpelschtilz
13.07.2011, 11:47

irrsinnig genial !

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