Wahlprogramm SPD: Wie findet ihr den bundesweiten Mietendeckel?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dieses komplexe Thema lässt sich nicht in wenigen Sätzen beantworten oder lösen. Ich glaube (hoffe) auch nicht, dass die SPD einen "bundesweiten Mietendeckel" fordert, sondern nur in Kommunen, wo es Sinn ergibt.

es ist kein Geld mehr da für Renovierungen und Modernisierungen

Das halte ich für ein Gerücht. Zudem sind Vermieter gesetzlich zur Instandhaltung verpflichtet - "kein Geld da" ist also eine Ausrede, die nicht zieht.

Modernisierungen finden doch auch ohne Mietendeckel teilweise schon nicht statt. Viel schlimmer kann es also nicht werden

und die Investoren ziehen sich zurück

Da kommen wir zum Kern des Themas:

  • will der Staat das Thema "Wohnen" allein privaten Investoren überlassen? die haben doch schon in den letzten Jahren gezeigt, dass sie am Bedarf vorbeibauen (nämlich nur Luxus- und Premium-Eigentumswohnungen)
  • oder will sich der Staat endlich wieder selbst drum kümmern, mit staatlichem/kommunalem Wohnungsbau?

Es muss sicherlich einen Mix aus allem geben: Private Großinvestoren, staatlicher Wohnungsbau, individuelle Häusle-Bauer.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Staat jedoch komplett aus diesem Thema zurückgezogen. Der Anteil an staatlichem Wohnungsbau muss wieder drastisch erhöht und beschleunigt werden.

Hinzu kommt, dass Wohnungsbau einfacher und unbürokratischer werden muss. Hier ist ein Wildwuchs an Regeln entstanden, der dringend entschlackt gehört.

Du siehst: Für die Wohnungskrise gibt es nicht "die eine einfache Lösung".

Weder wird es der Markt alleine richten, noch helfen allein Verbote und Deckelungen.

Die Mietpreisbremse und der Mietendeckel ist ein Instrument, das man - von mir aus, temporär - überall dort in Deutschland einführen soll, wo es brennt. Damit allein ist es aber nicht getan.

Das sorgt nur für eine kurze Verschnaufpause, in der dann dringend neuer Wohnraum gebaut werden muss - vorzugsweise vom Staat. Denn Privatinvestoren bauen seit Jahren am Bedarf vorbei. Neuer bezahlbarer Wohnraum für Ottonormalverbraucher kann nur durch den Staat geschaffen werden.

Top Antwort, mehr ist dazu eigentlich kaum zu sagen.

1

Das stimmt. Hast du sehr gut erklärt.

Das Problem, dass kein Geld mehr da ist für Renovierung und Modernisierung, sieht man in Berlin bei den Genossenschaftswohnungen. Auch die brauchen Geld für die Instandhaltung, doch die ohnehin schon niedrigen Mieten dieser Wohnungen festzudeckeln und sogar zu kürzen, war Unsinn. Die Genossenschaften haben jetzt kein Geld mehr zum Renovieren. Entweder der Mieter macht es oder er muss in einer runtergewohnten Wohnung leben.

Kontraste, die Reporter: Mieten unterm Deckel - Berliner Wohnungspolitik zwischen Fluch und Segen - YouTube

0
@Katze446

Genossenschaften, die sich ja eh schon als "Schicksalsgemeinschaft" betrachten, finden sicherlich einen Weg, dennoch ihren Wohnraum zu renovieren. Wenn man es denn gemeinsam will. Wo kein gemeinsamer Wille ist, wird es schwierig, das stimmt.

Aber nochmal: Ich halte es für ein Märchen, dass bei den (trotz Mietendeckel immer noch hohen) Mieten in Berlin kein Geld mehr für Instandhaltung da sein soll. Wo fließt das Geld denn hin?

Ich bin selbst Vermieter in einer kleineren deutschen Großstadt. Mit unserer Miete, die unter dem örtlichen Mietspiegel liegt, haben wir es bisher immer geschafft, Rücklagen für nötige Instandhaltungen aus der laufenden Miete zu finanzieren.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vermieter in Berlin allesamt so schlecht wirtschaften.

0
@abenhard30

Alle mit Sicherheit nicht. Doch was soll bei einem Mietpreis von ca. 6 Euro pro Quadratmeter (bei den Genossenschaften) denn schon groß an Spielraum da sein? Soll ich dir mal sagen, was ich im Rhein-Main-Gebiet, Einzugsraum Frankfurt bezahlt habe? 10 Euro pro Quadratmeter in einer 10.000 Seelen Gemeinde, 60 km von Frankfurt entfernt. Und dann regen sich die Leute wegen 12-15 Euro in Berlin auf? In der HAUPTSTADT?

0
@Katze446
Und dann regen sich die Leute wegen 12-15 Euro in Berlin auf?

Ja, weil die Durchschnittslöhne in Berlin immer noch weitaus niedriger sind, als in Frankfurt. Für einen Frankfurter mag Berlin immer noch spottbillig sein. Für Berliner allerdings nicht.

Ich habe keine aktuellen Zahlen parat, aber 2017 betrug der Durchschnitts-Brutto-Jahreslohn eines Berliners so um die 30.000 EUR. Brutto. Im Jahr.

Das sind ca. 1700 EUR netto im Monat.

Wenn dann die Miete für eine Zweizimmerwohnung 1000 EUR aufwärts pro Monat beträgt, bleibt nicht viel Spielraum.

Fazit: Geringverdiener können sich Berlin heute nicht mehr leisten. Und mit "Berlin" meine ich nicht irgendwelche Szenekiezes, sondern alles innerhalb des S-Bahnrings (A+B). Man muss weit raus ziehen in irgendwelche Viertel ohne Bahnanschluss. Sobald eine S- U- oder Regionalbahn in der Nähe hält, sind die Mieten nämlich sprunghaft teurer.

Wenn sich Mieten und Löhne so auseinander entwickeln wie in Berlin, läuft was verkehrt.

1
@abenhard30

Ok, danke für deine Erklärung mit den unterschiedlichen Einkommen. Jetzt verstehe ich es.

1

Das Grundproblem ist meiner Meinung nach, dass der Staat sich darauf verlässt, dass private Investoren Mietwohnungen bauen werden zu Preisen, die sich die Mehrzahl der Menschen in Großstädten leisten können.

Meiner Meinung nach ist das aber die Aufgabe des Staates, für solche Verhältnisse zu sorgen, also dass genügend bezahlbare Wohnungen vorhanden sind, und nicht Aufgabe von privaten Investoren.

Sehe ich auch so. Denn im Jahr 2000 hatte der Berlin noch ca. 400.000 eigene Wohnungen, dann haben sie die Hälfte verkauft, viele davon an Investoren. Jetzt jammern sie rum und wollen die Wohnungen wieder zurück. Das ist überall in Deutschland so passiert, in den 90ern hatte Deutschland noch 3 Mio. Sozialwohnungen, jetzt nur noch 1 Mio., weil Länder und Kommunen sie verscheuert haben. Gleichzeitig haben sie nichts mehr gebaut und keinen sozialen Wohnungsbau mehr gefördert.

2
@Katze446
dann haben sie die Hälfte verkauft, viele davon an Investoren

Ja, und frag dich mal warum?

Wegen so Unfug wie "Schwarze Null" und "Schuldenbremse", worüber sich Länder wie Japan und die USA kaputtlachen.

Wer einen ausgeglichenen oder positiven Haushalt zum Nonplusultra erklärt, muss mit solchen Missständen im Land leben. Dann werden (sowieso schon nicht sehr wohlhabende) Bundesländer wie Berlin dazu gedrängt, ihren Wohnraum für billig Geld an Finanzhaie wie die Deutsche Wohnen zu verscherbeln, die heute ganze Stadtviertel in Berlin besitzt.

Beim Thema Wohnen hat es in Deutschland in den letzten 20 Jahren krasse Fehlentwicklungen gegeben, angefeuert durch diverse Finanzkrisen und Politiker, die meinten, schöne Zahlen in der Haushaltsbilanz seien wichtiger, als Menschen Wohnraum zu bieten.

1
@abenhard30

Die Menschen hätten auch selbst bauen können oder sich eine Eigentumswohnung oder ein kleines Haus kaufen können. In Deutschland will jeder schön wohnen, aber nichts dafür tun. Wir haben ein Haus gekauft, zahlen Kredit ab und renovieren es nach und nach selbst. Das kostet Geld und macht Arbeit. Auch für uns ist nicht viel drin bzgl. Urlaub oder Hobby, nicht nur für "die armen Mieter". Aber wir tun was und jammern nicht nur rum. Und hier in Bayern ist es auch teuer, nicht nur in Berlin... hier ist es sogar noch teurer

0
@Katze446
Die Menschen hätten auch selbst bauen können oder sich eine Eigentumswohnung oder ein kleines Haus kaufen können

Wenn sie das Geld dazu gehabt hätten, hätten sie das sicher getan.

Wir haben ein Haus gekauft, zahlen Kredit ab und renovieren es nach und nach selbst.

Dann freu dich doch, dass du in dieser glücklichen Lage bist.

Nicht jeder bekommt aber einen solchen Kredit. Und nicht jeder findet heute noch Grund & Boden, oder eine Immobilie, die sich noch zu Lebzeiten von einem Durchschnittsgehalt abbezahlen lässt. Schau dir mal die Preise 2021 an!

PS: Ich bin auch Vermieter und werde durch die Miete nicht steinreich. Sie deckt aber die laufenden Kosten, und es ist sogar noch genug übrig für Rückstellungen für künftige Modernisierungen. Und das, obwohl unsere Miete dem örtlichen Mietspiegel entspricht.

Deswegen kann ich das Gejammere über Mietendeckel etc. und Behauptungen wie "dann verdienen Vermieter ja gar nichts mehr" gar nicht verstehen. Bei uns bleibt genug übrig, trotz Mietpreisbremse.

Den Anspruch, durch Mieteinnahmen exorbitante Profite zu erzielen, habe ich nicht. Es ist ein nettes Zubrot.

0
@abenhard30

Richtig, nicht jeder bekommt einen Kredit und nicht jeder kann sich das leisten. Aber ich kenne viele Leute (auch in meiner eigenen Familie bzw. Schwager-Familie) die hätten schon längst was kaufen können, aber hatten keinen Bock sich drum zu kümmern. z.B. ein Ehepaar, beide studiert, das zusammen 7000 Euro netto heimbringt, jetzt ungefähr 40 Jahre alt ist und merkt, dass "die hippe urbane Wohnung im Trendgebiet" zu klein wird mit zwei Kindern. Die hätten schon längst was Eigenes haben können. Jetzt müssen sie halt suchen in Karlsruhe...

Für meine Mutter reicht die Miete nicht mehr, weil sie Wohnungen auf dem Land vermietet und die Renovierungen (auch durch "Schweine" verursacht, die Schimmelbäder, kaputte Türen, zersprungene Fliesen usw. hinterlassen haben) zu teuer sind im Verhältnis zur Miete. Dann noch Baupfusch (kaputte Balkone, Bodensenkung) und meine Mutter sitzt auf einem Haufen Renoverungsschulden.

0
@Katze446
z.B. ein Ehepaar, beide studiert, das zusammen 7000 Euro netto heimbringt, jetzt ungefähr 40 Jahre alt ist und merkt, dass "die hippe urbane Wohnung im Trendgebiet" zu klein wird mit zwei Kindern. Die hätten schon längst was Eigenes haben können

Das stimmt sicher. Die haben sich dann zu spät drum gekümmert. Wenn genug Ersparnisse da sind, können sie sich aber vielleicht immer noch was Eigenes finanzieren.

Das mit der Wohnungsvermietung auf dem Land ist vielleicht ein Thema für sich.

In einer idealen Welt wären auf dem Land nicht nur die Mieten niedriger, sondern auch die Vermietungskosten (Instandhaltung etc.). Dass dem heutzutage nicht mehr so ist, stellt ein echtes Problem dar, da stimme ich zu.

1

Man erkennt die Absicht und ist verstimmt. Deiner Argumentation zufolge würde es genügen, dass die Rüstungsindustrie keine Waffen mehr herstellt und der Ewige Frieden würde sich, wie durch ein Wunder, von selbst einstellen!

Das ist leider lachhaft!

??????

Was hat denn das jetzt mit Rüstungsindustrie zu tun? Es geht um die Vorteile und Nachteile eines Mietendeckels. Für mich ist es ein langfristiger Nachteil, weil logischerweise keiner mehr Mietwohnungen baut, wenn es sich nicht lohnt. Bauen ist teuer und wenn der Vermieter 1000 Euro Miete braucht, um seinen Kredit zurückzahlen zu können und der Staat deckelt oder reduziert die Miete, dann kann der Vermieter gar nicht mehr vermieten, weil es eine Negativ-Investition ist. Dann muss er verkaufen. Kein Mensch investiert ins Negative, das ist wohl klar. Die Folge davon ist dann, dass keine Mietwohnungen mehr gebaut werden, die Wohnungsnot hat sich also nicht gelöst, sondern verschärft.

Oder baust du Wohnungen zur Vermietung, wenn du deine Unkosten nicht reinkriegst? Baust du sie aus Wohlwollen und zahlst dann drauf, dem Mieter zuliebe?

0
@Katze446

Hast du schon einmal was von "sozialem Wohnungsbau" gehört? Warum wurde der mehr oder weniger kastriert? Betongold => das Volk soll bluten, über die Mieten! Wir haben eine Mietreligion! Wenn man etwas besser machen will, dann muss man Wien kopieren!

1
@Katze446
baust du Wohnungen zur Vermietung, wenn du deine Unkosten nicht reinkriegst

Wenn ich mir die derzeitigen Mietpreise in deutschen Ballungsräumen anschaue, halte ich es für ein Märchen, dass Vermieter am Vermieten nichts mehr verdienen können.

Es geht darum, den exponentiell wachsenden Profit aus Vermietung einzudämmen.

Wir sprechen hier nicht von Geld, das zur Kostendeckung oder für Rücklagen für die Immobilie "geparkt" werden muss.

Sondern wirklich von dem Profit, den Vermieter (theoretisch) verjubeln können. Wenn der nicht weiter exponentiell wächst, wird kein Vermieter verarmen.

0
@abenhard30

Stimmt nicht, weil die Unkosten steigen: Handwerker sind teurer, Baumaterialien sind teurer, die neuen Verordnungen für Wärmedämmung und neue Heizung usw. Anscheinend hast du keinen blassen Schimmer davon, was ein Haus kostet: Allein eine neue Haustür, die sicher ist, kostet 5000 Euro aufwärts. Meine Mutter vermietet Wohnungen auf dem Land, die Balkone sind porös geworden und mussten neu gemacht werden. Ein Balkon kostete 7000 Euro. 7000 Euro mal 4 Wohnungen = 28.000 Euro. Dann noch die Heizung kaputt, wieder 20.000 Euro weg. Dann ein Schimmelbad, das rausgerissen werden musste und komplett saniert werden musste, wieder 15.000 Euro.

Schau dir mal die Preise für Bauplätze und das Bauen von Häusern an, dann weißt du, warum die Mieten so hoch sind. Wenn die Immobilienpreise steigen, steigen auch die Mieten.

0
@hamburger00

Keine Angst, den sozialen Wohnungsbau kenne ich. Meine Eltern haben in den 90ern selbst Sozialwohnungen gebaut, die staatlich gefördert waren und die Miete durfte 20 Jahre lang nicht erhöht werden und es durften nur Leute mit geringem Einkommen drin wohnen.

Hab ich nichts dagegen, dass es wieder mehr sozialen Wohnungsbau gibt. Doch der muss staatlich unterstützt werden, sonst ist das nicht umsetzbar. Das ist aber Schuld des Staates, nicht der privaten Vermieter. Oder willst du meine Eltern, die ihr Leben lang in der Landwirtschaft geackert haben und die Wohnungen zur Altersvorsorge brauchen, als Miethaie bezeichnen?

0
@Katze446

Was du aufzählst, ist eine Mischung aus Instandhaltung und Renovierung.

Instandhaltungen sind nötig und gesetzlich vorgeschrieben, Renovierungen nicht (die liegen im Ermessen des Vermieters).

Die Beträge, die du aufzählst, sind natürlich erstmal sehr hoch. Ich weiß das, bin selbst Vermieter einer (Stadt-) Immobilie.

Für genau solche Fälle bildet man aber monatlich Rücklagen aus den Mieteinnahmen. Und fährt ggf. eine Zwischenfinanzierung mit einer Bank (Darlehen auf die Immobilie).

Es kann mir als Vermieter keiner erzählen, dass man mit derzeit zu erzielenden Mieten nicht in der Lage sei, solche Instandhaltungsarbeiten zu finanzieren.

Zugegeben, ich habe nur Erfahrung aus der Vermietung in Städten. Auf dem Land mag das ggf. anders aussehen.

Schau dir mal die Preise für Bauplätze und das Bauen von Häusern an

Das ist wiederum ein ganz anderes Thema. Deutschland ist eben ein dicht besiedeltes Land, Grund und Boden gibt es nicht unbegrenzt.

Wir müssen entweder anfangen, in Städten "in die Höhe zu bauen" (wie es asiatische Großstädte vormachen). Dass Häuser nicht höher als der Kirchturm sein dürfen, ist eben eine antiquierte Vorschrift aus Zeiten, wo Deutschland noch nicht so dicht besiedelt war.

Oder wir finden uns damit ab, dass Grund und Boden immer teurer wird. Dann müssen wir Modelle wie "Erbpacht" (Land, das dem Staat gehört) stärker nutzen.

0
@abenhard30

Auf dem Land ist es tatsächlich schwieriger, denn die Mieten sind um einiges niedriger, aber die Renovierungskosten bleiben ja gleich, egal ob Stadt oder Land, das kostet ja das Gleiche. Und ich erinnere dich daran, dass die Wohnungen meiner Eltern auf 20 Jahre lang in der Miete festgenagelt waren...weil eben Sozialwohnungen.

Da meine Eltern kaum Rente haben, da sie eben selbstständig waren und die Mietwohnungen als Altersvorsorge gebaut haben, sind sie abhängig von den Einnahmen. Das heißt, es wird schwieriger, Rücklagen zu bilden, wenn man davon leben muss. Auch sind gerade in den letzten 8 Jahren viele Dinge kostentechnisch zusammen gekommen.

1
@Katze446

Das stimmt... dass die Spielräume auf dem Land weitaus enger sind, ist heutzutage ein Problem.

Eine kurzfristige Lösung könnte sein, ein Darlehen auf die Immobilien aufzunehmen (woraus Instandhaltung/Renovierung finanziert werden). Das Darlehen kann man ja über Jahrzehnte strecken, sodass die monatlichen Raten niedrig genug sind. So lange die Immobilien Mieteinnahmen bringen, zahlt sich das Darlehen ja "von selbst ab". Falls die Eigentümer bereits zu alt sind, und die Banken das fordern, kann man künftige Erben als Darlehensnehmer mit ins Boot holen.

Eine langfristige Lösung sollte natürlich sein, die "Kosten für Wohnraum" zu senken. Weniger Bürokratie und teure Vorschriften bei Instandhaltung/Renovierung etc... staatliche Förderung von Vermietern, die bezahlbaren Wohnraum anbieten... eine solche Lösung muss politisch herbeigeführt werden. Als Bürger kann man ja "nur" an Wahlen teilnehmen.

1
@abenhard30
Oder wir finden uns damit ab, dass Grund und Boden immer teurer wird. Dann müssen wir Modelle wie "Erbpacht" (Land, das dem Staat gehört) stärker nutzen

Nein, die Gesellschaft muss von der so genannten "Eigentumsreligion bei Grund und Boden" wegkommen. Nicht von heute auf morgen, also revolutionär, sondern über die Erbschaftssteuer. Grund- und Immobilienbesitz muss teuer werden, sodass es günstiger ist, an den Staat zu verkaufen als weiter zu vererben. Kein Kind wird geboren und bringt aus dem Ententeich ein Stück Land mit! Grund und Boden gehört allen Menschen oder niemand. Man muss den Mut haben alte Zöpfe abzuschneiden!

0
@hamburger00

Finde ich einen guten Ansatz, und stimme grundsätzlich zu.

Die derzeitige Zusammensetzung unserer Parlamente gibt das aber leider nicht her. So lang der Deutsche immer wieder das "Altbewährte" wählt, wird sich hier auch nichts ändern. SPD und Linke (durch die derartige Reformen ja eher möglich wären) sind derzeit weit von einer Mehrheit entfernt.

Es scheint, als sei das Problem für die meisten Deutschen noch nicht dringend genug.

1
@abenhard30

Man darf nicht vergessen, dass die gesellschaftliche Entwicklung mit der Geschwindigkeit einer Schnecke vorwärts schreitet. In 100 Jahren wird man durch Selbstorganisation über das Internet wahrscheinlich so weit sein. Das sind noch schlappe 3 Generationen, dann geht es den "Herren" an den Kragen, ob sie wollen oder nicht. Wenn sie Pech haben, so wie z.B. der Tölpelkaiser, dann geht es schneller!

1
@abenhard30

Ja, meine Mutter hat die Häuser schon beliehen. Ich habe ihr auch gesagt, dass sie sich nicht so viel Sorgen machen soll, die Immobilien müssen nicht schuldenfrei vererbt werden.

0
@hamburger00

Nein. Denn es ist das Recht des Verstorbenen, zu bestimmen, was mit seinem Eigentum passiert.

Denn sonst müsste ja alles Erbe abgenommen werden, also auch Ersparnisse, Aktien , Kunst, Autos und Schmuck.

Da wird der arme Thomas aber Augen machen, wenn das Sparbuch seiner Mutter mit 8000 Euro an den Staat geht... Dann kann er nicht mal eine angemessene Beerdigung bezahlen.

Übrigens gibt es schon längst eine Erbschaftssteuer.

Und weißt du, was meine Eltern machen würden, wenn sie ihr Haus nicht an ihre Kinder vererben dürfen? Sie würden es kurz vor dem Tod verkaufen und ihren Kindern das Geld geben oder ihren Kindern von dem Geld eine Wohnung kaufen.

0

Regulierungen sind Marktmanipulation.... die SPD geht halt auf Stimmenfang, die suchen die Stimme des Versagers.

Das Hauptproblem ist: Wer möchte der SPD noch glauben?

Direkt nach der Wahl 2017 haben sie eine "Bürgerversicherung" (gesetzliche Krankenversicherung für alle) versprochen. Es hieß, man werde auf keinen Fall einen Koalitionsvertrag mit der Union unterschreiben, in dem das nicht drinsteht.

Was passierte? Man unterschrieb den Koalitionsvertrag für die nächste Groko, und das Wort "Bürgerversicherung" kam gar nicht vor. "Haben wir halt nicht durchsetzen können" heißt es dann immer.

Ich traue der SPD hier einfach nicht mehr. Die würden jedes Thema opfern, um wieder mit am Regierungstisch zu sitzen. Wem wirklich an diesen Themen gelegen ist, der muss eine andere Partei wählen.

0

Ein Mietdeckel schreckt mögliche Investoren von Wohnungsbau sogar noch ab, es werden also keine benötigter Wohnraum mehr geschaffen und es wird kein Geld mehr in bestehende Bausubstanz investiert und die schon existierenden Miethäuser verfallen. Wie in der DDR und in allen anderen sozialistisch/ kommunistischen Ländern.

es wird kein Geld mehr in bestehende Bausubstanz investiert
die schon existierenden Miethäuser verfallen

Vermieter sind gesetzlich zur Instandhaltung verpflichtet. Vermietete Häuser verfallen zu lassen, ist gesetzeswidrig.

schreckt mögliche Investoren von Wohnungsbau sogar noch ab, es werden also keine benötigter Wohnraum mehr geschaffen

Es wird doch schon jetzt, ohne Mietendeckel, kein bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Sondern nur Premium-Luxus-Wohnraum. Insofern kann da nix schlimmer werden.

Wie in der DDR und in allen anderen sozialistisch/ kommunistischen Ländern

In der DDR hatte immerhin jeder eine bezahlbare Wohnung. Wenn ein wohlhabendes Land wie die BRD das nicht hinbekommt, ist das schon ein Armutszeugnis.

0
@abenhard30
Vermieter sind gesetzlich zur Instandhaltung verpflichtet. Vermietete Häuser verfallen zu lassen, ist gesetzeswidrig.

Wenn die Vermieter aber kein Geld mehr haben, können sie nicht investieren. Dann wäre neben dem verfallen lassen halt ein Abriss zu überlegen. Das schafft aber auch keine neuen Wohnung.

Es wird doch schon jetzt, ohne Mietendeckel, kein bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Sondern nur Premium-Luxus-Wohnraum. Insofern kann da nix schlimmer werden.

Der „Luxuswohnraum“ von heute ist aber der Standardwohnraum von morgen. Und der wird dann auch nicht mehr gebaut. Nur noch Wohneigentum, aber da kommen die Rotgrünen auch noch drauf, dass man das enteignen muss. Dann baut auch niemand mehr solche Häuser. Tja, die Sozialisten und Kommunisten wissen eben wie man erfolgreich Wohnungsbau verhindert.

In der DDR hatte immerhin jeder eine bezahlbare Wohnung. Wenn ein wohlhabendes Land wie die BRD das nicht hinbekommt, ist das schon ein Armutszeugnis.

😂Du musst entweder Wessi, zu Jung und ungebildet oder beides sein.

Es herrschte Wohnungsmangel, nicht selten Wohnungsnot in der DDR.

https://www.planet-schule.de/wissenspool/alltag-in-der-ddr/inhalt/hintergrund/wohnen.html

https://alltag-ost.de/place/kaputte-haeuser-und-eine-verheerende-mietpolitik-schwarzwohnen-in-der-ddr/

1
@HansPeterPaulin
Wenn die Vermieter aber kein Geld mehr haben

...machen sie etwas grundlegend verkehrt. Wenn ich mir die - trotz Mietendeckel immer noch hohen - Mieten in Berlin anschaue, müssen schon absolute Stümper am Werk sein, um daraus keine Instandhaltungen finanzieren zu können.

Wer als Vermieter seinen Wohnraum nicht instandhalten kann, muss Insolvenz anmelden und den Wohnraum verkaufen. Denn zu Instandhaltungen ist man gesetzlich verpflichtet.

Der „Luxuswohnraum“ von heute ist aber der Standardwohnraum von morgen

Nicht, wenn ihn keiner bezahlen kann. Die örtlichen Durchschnittsmieten und die örtlichen Durchschnittslöhne in Berlin klaffen weit auseinander.

Tja, die Sozialisten und Kommunisten

Ich finde es schade, dass in einer so wichtigen gesellschaftlichen Diskussion wie um Wohnraum immer schnell die Polemik und Ideologie ausgepackt wird. Was hat bezahlbarer Wohnraum mit "Sozialismus und Kommunismus" zu tun?

Ist das nicht ureigene Soziale Marktwirtschaft à la Ludwig Erhard (CDU)?

Es herrschte Wohnungsmangel, nicht selten Wohnungsnot in der DDR

So pauschal ist das eine Falschbehauptung.

Über die Qualität des Wohnraums in der DDR lässt sich sicher streiten, aber immerhin hatte jeder Bürger das Versprechen auf eine Wohnung. Genau wie jedes Kind das Versprechen auf einen Kita-Platz hatte. Wie es in der Praxis damit geklappt hat, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Ich möchte aber eigentlich nicht über die Vergangenheit diskutieren, sondern darüber, wie es in Zukunft in Deutschland mehr bezahlbaren Wohnraum geben kann.

Dazu ist eine polemisch-ideologische Diskussion ganz und gar nicht zuträglich.

0
@abenhard30
Tja, die Sozialisten und Kommunisten
Ich finde es schade, dass in einer so wichtigen gesellschaftlichen Diskussion wie um Wohnraum immer schnell die Polemik und Ideologie ausgepackt wird. Was hat bezahlbarer Wohnraum mit "Sozialismus und Kommunismus" zu tun?

Weil die Gedankengänge der Sozialisten und Kommunisten immer zu solchen Nonsens Lösungen führen.

So pauschal ist das eine Falschbehauptung.

Über die Qualität des Wohnraums in der DDR lässt sich sicher streiten, aber immerhin hatte jeder Bürger das Versprechen auf eine Wohnung. 

Nicht nur die Qualität ließ viel zu wünschen übrig, auch die Menge an vorhanden Wohnung war bei weitem nicht gedeckt. Nicht selten lebten 3-4 Generationen in einer kleinen Wohnung oder in Omas kleinem Häuschen. Altbauwohnung wurden zum Teil durch 4-5 Familien bewohnt, die sich Küche Bad und Toilette teilen mussten.
Deine Unwissenheit, oder ist es Dummheit, macht mich langsam sauer.
In der großen, herrlichen, Sowjetunion war es streckenweise noch katastrophaler. Da ist heute jeder froh, dass diese Diktaturen der Kommunisten überwunden sind! Heute kann jeder eine Wohnung haben, aber nicht damals im Sozialismus/Kommunismus.
Auch wenn heute Wohnraum teilweise etwas teurer ist. Aber da ist ja auch wieder jeder seines eigenen Glückes Schmidt, du musst nur etwas arbeiten, dann kannst du dir auch eine Wohnung leisten, es muss ja keine Luxusbude sein.

Außerdem, selbst wenn von irgendwelchen edlen Spendern, billige Wohnung gebaut würden, dann würde das auch nicht gegen den Wohnungsmangel helfen, da das nur noch mehr Menschen in die Städte saugen würde und das Spiel von vorn losgeht. Keiner verlangt von dir in Berlin zu wohnen.

0
@HansPeterPaulin
Aber da ist ja auch wieder jeder seines eigenen Glückes Schmidt, du musst nur etwas arbeiten, dann kannst du dir auch eine Wohnung leisten, es muss ja keine Luxusbude sein

Eben das ist ein Irrglaube.

Wenn sich ganze Berufsstände wie Feuerwehrleute, Krankenpfleger, Bus- und Bahnfahrer keine "normale Bude" (ohne jeglichen Luxus) mehr leisten können, läuft etwas grundlegend verkehrt.

Und das ist kein abstraktes Horrorszenario: Schau nach München. Dort finden solche Berufsgruppen reihenweise keinen normalen Wohnraum mehr. Berlin dauert noch etwas, aber auch dort wird es irgendwann so weit sein.

selbst wenn von irgendwelchen edlen Spendern, billige Wohnung gebaut würden

Es geht nicht um edle Spender. Der Staat muss bauen, von Steuergeld.

"Wohnen" ist ja kein Luxus, den man sich gönnen kann, oder darauf verzichtet. Jeder Mensch muss wohnen. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist ein grundlegendes Element der Daseinsvorsorge. Wofür, wenn nicht dafür, sind Steuereinnahmen gut?

Im Übrigen ist das gar nicht meine Meinung, sondern geltendes Recht in Deutschland. Im Endeffekt zahlt doch schon jetzt das Jobcenter (von Steuermitteln) die Miete für Menschen, die sonst obdachlos würden.

Die Steuermittel wären weitaus sinnvoller eingesetzt, im Vorhinein damit bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, als sie im Nachhinein für überteuerten Wohnraum auszugeben.

0

Was möchtest Du wissen?