Wahlmänner in den US Wahlen, wie funktioniert das?

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4 Antworten

Der Sinn ist folgender: Das Wahlmänner-Kolleg soll eine Hürde für den Fall sein, dass ein Kandidat unwürdig ist. Im Grunde handelt es sich um eine indirekte Wahl, wie sie im 19. Jahrhundert häufig war.

Außerdem soll die Regelung dafür sorgen, dass auch kleine Staaten "ausreichend" berücksichtigt werden. Jeder Staat soll mindestens drei Stimmen (Wahlmänner) haben. Die "fehlen" dann den größeren Staaten. Das kann man ungerecht finden, aber es ist immer die Furcht der Kleinen gewesen, zu kurz zu kommen.

Darum finde ich es problematisch, wenn es Staaten gibt, die die Stimmabgabe im Kolleg an das Wählerticket binden wollen (in der Vergangenheit haben mance Wahlmänner nicht für "ihren" Kandidaten gestimmt). Damit wird der eigentliche Sinn untergraben. Die Strafen für "untreue Wahlmänner" hat aber der Oberste Gerichtshof anerkannt.

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Wirklich demokratisch ist es ja nicht unbedingt. Clinton hatte aktuell ca. 500.000 Stimmen mehr bekommen. Würden die US-Bürger mit ihrer Stimme direkt wählen, hätte sie also gewonnen. Trump hat aber die großen Staate mit mehr Einwohnern für sich gewonnen und daher mehr Wahlmänner bekommen, die für ihn gestimmt haben.

Jefferson hatte sich damals dafür eingesetzt, dass die Macht in den USA "auf viele Schultern" verteilt wird, um eine zentralisierte Führung zu vermeiden. Jetzt haben diese "vielen Schultern" ihre eigenen poltischen/wirtschaftlichen Netzwerke und Interessen und behindern im Grunde eine demokratische Politik...

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Wie das funktioniert:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlmann#Wahlm.C3.A4nner_in_den_Vereinigten_Staaten

Kann dieses Wahlprinzip dazu führen, dass ein Kandidat, der bei den Wahlberechtigten insgesamt eine gigantische Majorität hat, sagen wir mal 70 Prozent der Wähler, dennoch unterliegt, weil nach dem Wahlsystem ein Kandidat mit insgesamt nur sagen wir mal 21 Prozent, gewinnt?

Ja, das kann passieren.

Ist das US-Wahlsystem deshalb schlecht?

Meiner persönlichen Auffassung nach: Ja.

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Kommentar von tally711
06.11.2016, 13:52

Das ist ja alles schön und gut, aber ich habe leider immer noch nicht verstanden, wie man Wahlmann wird und ob es wirklich nur 538 Stück gibt oder weitaus mehr, aus denen dann 538 gewählt werden... :/

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eigentlich ist es ganz einfach.

Jeder US-Bürger der sich für die Wahl registriert hat, darf wählen.

Auf dem Stimmzettel kann er Trump oder Clinton wählen.

Jeder Bundesstaat hat, je nach Anzahl der Einwohner, eine bestimmte Anzahl an Wahlmänner/frauen.

z.B. Kalifornien, meisten Einwohner, 55 Wahlmänner/frauen. Texas 38, Florida 29 u.s.w.

Jetzt fallen in Kalifornien 51% der abgegebenen Stimmen auf Clinton, also bekommt sie 55 Wahlmänner/frauen aus diesem Bundesstaat.

Das Prinzip ist "The winner takes it all".

Gewinnt ein Kandidat nur die "Kleinen" Bundesstaaten mit nur 3 Wahlmännern, dann hat er die Wahl schon verloren, denn Kalifornien,Texas,Florida, Illinoise, Ohio....sind die heiß umkämpften Staaten mit vielen Wahlmännern/frauen.

Wer Kalifornien gewinnt, der ist ein ganzes Stück näher dran an der Präsidentschaft.

Am ende des Tages wird derjenige Präsident, der die meisten Wahlmänner/frauen für sich gewinnen konnte. Ob er nun 70% in Ohio hatte oder nur 50,1% spielt dabei keine Rolle.

auf dem Foto kann man das Ergebnis der letzten Wahl sehen.

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Kommentar von thetee99
10.11.2016, 11:47

Es gibt aber noch mehr Wahlmöglichkeiten, außer Clinton oder Trump bzw. Demokraten oder Republikaner.

Es gibt noch die Green Party, Constitution Party (die wirklich Rechten), Libertarian Party und auch parteilose Präsidentschaftskandidaten + diverser kleiner Parteien

https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Parteien_der_Vereinigten_Staaten

Aufgrund des strikten Mehrheitsprinzips und der finanziellen Förderung sind aber fast nur die Demokraten und Republikaner in den Medien präsent.

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