Wahlalter 16?

Das Ergebnis basiert auf 35 Abstimmungen

Nein 71%
Ja 29%

6 Antworten

Nein

Ich kann mich noch gut an meine Mitschüler mit 16 erinnern und kenne persönlich auch jetzt ein paar Menschen in diesem Alter. Sicher ist jeder anders, aber im Schnitt würde ich keine Sechzehnjährigen wählen lassen, sie sind zu unreif und haben keinen Plan von größeren Zusammenhängen (auch, wenn sie das selbst wohl anders sehen).

Dann sollte das Wahlrecht dahingehend geändert werden, dass jeder mit 18 nachträglich seine Stimme abgeben kann und im Extremfall irgendwann das "Zünglein an der Waage" ist.

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Hm ich verstehe diese Argumentation offen gesagt nicht. Jugendliche haben in der Schule ja auch ein Wahlrecht, zum Klassensprecher. Nach meiner Erfahrung hat es da keine Probleme gegeben. Das hat gut geklappt.

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@Citoyen

Es gibt schon einen Unterschied dazwischen, ob man eine Person aus einem kleinen Kreis wählt, die zum Lehrer gehen soll wenn man unzufrieden ist, oder wenn man jemanden wählt weil man ihm zutraut über komplexe Sachverhalte gut urteilen zu können, während man selbst noch keinen blassen Schimmer davon hat, was ein gutes Urteil wäre.

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Ja

Ich bin halt der Ansicht, je mehr Menschen an einem demokratischen System partizipieren, desto besser.

Nein

Sehe keinen Anlass das zu ändern

Woher ich das weiß:Hobby – Beschäftige mich viel mit politischen Themen
Nein

Keine Rechte ohne Pflichten.

Davon abgesenhen: Wenn heutzutage regelmäßig das Jugendstrafrecht bis 21 angewandt wird, weil ja alle bis dahin noch Reifemängel haben und gleichzeitig ab 16 schon politisch so reif sein sollen, daß sie die Tragweite ihrer Wahlentscheidung überblicken, dann stimmt doch was nicht.

Na, also bei Strafrecht und Wahlrecht sind ja die Dimensionen schon anders.

Aber mal zu den Pflichten. Welche Pflichten sollen denn mit diesem Recht einhergehen, deiner Ansicht nach? Bin mal gespannt, wer die alles so erfüllt ...

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@Citoyen

Die Wehrpflicht für Jungs (nur ausgesetzt, nicht abgeschafft); die volle Geschäftsfähigkeit (also auch Haftung für eingegangene Verträge und Schulden); die Pflicht, für den eigenen Unterhalt aufzukommen (es sei denn, man ist noch in der Ausbildung, schon wieder ein Privileg); die Pflicht, für eigene Kinder aufzukommen; die Pflicht, für verursachte Schäden selbst aufzukommen...

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@pendejo

Ui, du gehst da aber schon von einem sehr idealisierten Bild eines freien/unabhängigen und eigenverantwortlichen und sehr fähigen Erwachsenen aus.

Ein solches Ideal erfüllen ja selbst viele Erwachsene in der Praxis nicht.

Darf ich fragen, welcher Jahrgang du bist, welchen Beruf du hast, ob du verheiratet bist, Kinder hast. Welchen Beruf deine Eltern haben /hatten und welches Geburtsjahr?

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@Citoyen

Das ist kein Ideal, das ist die Gesetzeslage. Wenn jemand dazu unverschuldet nicht fähig ist, dann gibts dafür Versicherungen und Sozialleistungen. das sollte m. E. aber Plan B sein, denn hier gilt das gleiche: Freiheit bedeutet auch Eigenverantwortung.

Du willst ja mehr persönliche Daten als das Finanzamt! ;-)
Ich bin in den 60erJahren letzten Jahrhunderts geboren, Berufssoldat, verheiratet, Kinder. Meine Eltern waren Arbeiter und sind in den 40er-Jahren geboren.

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@pendejo

Jo, hatte mich mal interessiert.

Ich bin Jahrgang 91, Jurastudent, arbeite daneben im Lager. Nicht verheiratet, keine Kinder. Mutter aus 62, hauptsächlich Hausfrau und alleinerziehend gewesen. Vater gab es nicht.

Freiheit bedeutet auch Eigenverantwortung. Das ist ein sehr gutes Argument. Aber soll es das denn nur im Gesamtpaket geben? Alles oder nichts-Prinzip? Oder sollte man nicht vielmehr schauen, dass man nach einen angemessenen Verhältnis sucht, bei dem jemandem eben soviel Verantwortung auferlegt wird, wie er zu tragen imstande ist?

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@Citoyen

Danke für die Vorstellung. Dachte mir schon, daß Du was auf der Pfanne hast, denn Du pöbelst nicht nur rum wenn jemand anders denkt als Du, wie so viele hier, sondern stellst Fragen und argumentierst.

Oder sollte man nicht vielmehr schauen, dass man nach einen angemessenen Verhältnis sucht.

Möglicherweise hab ich mich unklar ausgedrückt, denn bin ich grundsätzlich Deiner Meinung. Allerdings ist der Mensch ein Wesen (da unterscheidet er sich nicht vom Tier), das auf Anreize reagiert, sei es bewusst oder unbewusst. Daher halte ich nicht viel von zu viel Leistungen ohne Gegenleistung.

Haben wir nicht im Großen und Ganzen ein angemessenes Verhältnis in unserem Rechts-/Wirtschafts- (soziale Marktwirtschaft)/Sozialsystem geschaffen? (Über Details läßt sich sicherlich Diskutieren).

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@pendejo

Jo, kein Ding. Hast dich ja auch nett vorgestellt. Das wollte ich dann gern erwidern. Und Respekt ist mir halt wichtig. Und nachhaken ist auch immer gut.

Und der Grund, warum ich halt für ein geringeres Wahlalter bin, liegt einfach darin, dass ich selbst schon immer sehr freiheitsliebend war. Wollte sogar schon mit 13 wählen und fand es irgendwie ungerecht, davon ausgeschlossen zu sein. War sogar vier Jahre in einer Partei aktiv. Bin dann aber frustriert wieder ausgetreten. Frustration hat sich zum Glück mittlerweile größtenteils gelegt.

Grundsätzlich bin ich deiner Idee ja auch nicht abgeneigt, der Jugend dann auch mehr Eigenverantwortung aufzuerlegen, bin mir aber hinsichtlich der Folgen unsicher. Ob es eben nicht doch zuviel wäre. Also jedenfalls im Strafrecht. Bei Geschäftsfähigkeit etc. würde ich da sogar kein Problem sehen.

Also im großen und ganzen denke ich haben wir schon ein gutes System.

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@Citoyen
Wollte sogar schon mit 13 wählen und fand es irgendwie ungerecht, davon ausgeschlossen zu sein.

Kann ich verstehen. Ich war als Jugendlicher noch nicht so politisch wie Du, ich hab mich aber auch schon gefreut, als ich dann bei der ersten Wahl "mitmischen" durfte.

bin mir aber hinsichtlich der Folgen unsicher. Ob es eben nicht doch zuviel wäre.

Eben, ich auch. Und daher finde ich, es ist gut so wie es ist: Man muß auch sehen, daß es eine Reihe von Ländern gibt, in denen man erst mit 21 oder später volljährig ist bzw. das Wahlrecht hat. Davon abgesehen, auf was soll man sich dann noch freuen, wenn man die Vorteile schon vorher und durch die Volljährigkeit nur noch Nachteile hat? ;-)

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Nein

Mit 16 ist man noch nicht gefestigt und noch komplett manipulierbar.

Frage mich sowieso was diese Diskussion soll, denn über das Strafrecht redet in dem Zusammenhang niemand.

Reif genug um wählen zu gehen, aber nicht reif genug um für seine kriminellen Taten voll einzustehen. Fraglich.

Also Strafrecht und Wahlrecht haben ja eigene Dimensionen. Die Schuldfähigkeit ist in jungen Jahren ja vorallem deswegen eingeschränkt, weil in diesem Alter viel passieren kann. Rebellische Phase, Ausprobieren. Wenn da etwas passiert, wo es eben auch ein höheres Risiko gibt, soll halt nicht sofort die harte Strafe angesetzt werden, damit der Jugendliche nicht sofort einen so hohen Freiheitspreis wie der Erwachsene bezahlen muss. Daher die ungleiche Behandlung.

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@Citoyen

Straftaten/Verbrechen "passieten" nicht, sie werden ausgeführt. Das ist eine willentliche Entscheidung, kein "Risiko".

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@pendejo

Schön, dass du mal eben Erkenntnisse der Neurowissenschaften ignorierst, die belegen, dass die neuronale Entwickltungsdynamik in der Pubertät zu einem erhöhten Agressionspotential und einer gesteigerten Risikobereitschaft führen kann. Es gibt also ein individuelles Risiko, Täter zu werden.

Übrigens sind Straftaten in der Pubertät schwerpunktmäßig Körperverletzung, Schlägerei, Sachbeschädigung und Drogendelikte, das sind Vergehen, keine Verbrechen.

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@Citoyen

Und solche risikofreudigen Aggro-Jungwähler haben uns jetzt gefehlt? Ich glaube nicht.

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@zalto

Weil also ein paar Jugendliche tatsächlich straffällig werden, sollen alle Jugendlichen vom Wahlrecht ausgeschlossen werden?

By the way, psychopathische Killer sind besonders bei Leuten in den 40ern anzutreffen. Sollen wir die jetzt auch vom Wahlrecht ausschließen? Laut deinem Argument haben uns solche Leute ja gerade noch gefehlt.

Ach und was ich generell mit Männern? Haben auch ein gesteigertes Aggressions- und Risikopotential. Also auch vom Wahlrecht ausschließen?

Ach und was ich mit ü70jährigen. Gesteigertes Demenzrisiko. Unverantwortlich soetwas wählen zu lassen. Dringend von Wahlrecht ausschließen.

Du siehst, das Argument ist kritisch zu sehen.

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@Citoyen

Das tu ich nicht, ich ziehe nur andere Schlussfolgerungen daraus als Du. Ich habe manchmal auch ein "erhöhtes Aggressionspotential", wenn ich diesem aber nachgebe, dann muß ich im Unterschied zu einem Jugendlichen aber auch die vollen Konsequenzen tragen, und das ist m. E. der springende Punkt.

1974 wurde das Alter der Volljährigkeit von 21 auf 18 herabgesetzt. Das Hauptargument war damals: Wer alt genug ist, für das Vaterland zu sterben, ist auch alt genug für die "volle Mündigkeit", was auch nachvollziehbar ist. Die Anwendung des Jugendstrafrechts bis 21 ist insofern eh schon ein Privileg.

Und nun soll plötzlich eine Person, die noch nicht für reif genug befunden wird, für gebauten Mist vollends zur Rechenschaft gezogen zu werden, oder ein Auto zu fahren, und für die die Eltern noch Unterhaltspflichtig sind und ggf. haften, das zusätzliche Privileg erhalten, die Regierung zu wählen?

Nö, sehe ich nicht ein. Keine Rosinenpickerei.

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@pendejo

Na, das ist ja schonmal erfreulich, dass du deine Aggressionen beherrschen kannst.

Also so wie ich dich verstanden habe, geht für dich mit dem Wahlrecht auch eine Verantwortung einher. Das ist durchaus ein sympathischer Punkt. Die Idee hinter dem Wahlrecht ist aber eine andere: nämlich die unterschiedlichen Menschen mit ihren individuellen Interessen an der Politik teilhaben zu lassen. Das ist eben eine andere Dimension.

Der freiheitlich demokratische Staat sollte im Idealfall bei Freiheitsgewährungen wie dem Wahlrecht immer spendabler sein als bei Freiheitsbeschränkungen wie dem Strafrecht. Und Jugendliche sind im Gegensatz zu Erwachsenen einfach in einer Sondersituation, weil sie noch dabei sind, sich zu entwickeln. Auf diesen Umstand muss das Strafrecht Rücksicht nehmen und das tut es auch ganz gut.

Und zum Rosinenpicken: Dir nimmt schon keiner etwas durch ein Wahlrecht ab 16 Jahren weg.

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@Citoyen
...so wie ich dich verstanden habe, geht für dich mit dem Wahlrecht auch eine Verantwortung einher.

Richtig verstanden.

...nämlich die unterschiedlichen Menschen mit ihren individuellen Interessen an der Politik teilhaben zu lassen... sollte im Idealfall bei Freiheitsgewährungen wie dem Wahlrecht immer spendabler sein als bei Freiheitsbeschränkungen.

Das ist durchaus ein berechtigtes Argument, und ich gestehe Dir Deinen Standpunkt auch selbstvertändlich zu, meiner ist jedoch ein anderer. Nicht zuletzt, weil ich oft den Eindruck habe, daß, nicht nur, aber gerade die Jugend ein ausgeprägtes Anspruchsdenken bei gleichezitig einem eher unterentwickelten Verantwortungsbewußtsein haben. Rechte nimmt man wie selbstverständlich in Anspruch, Pflichten (und sei es nur, der Weisung eines Polizisten Folge zu leisten) werden nahezu als Verletzung der Menschenrechte betrachtet. Das zeigen auch hier typische Fragen wie (sinngemäß): "Der Lehrer hat mich heute ermahnt, weil ich mich wie ein Ars#hloch verhalten habe, darf der das? Und wo kann ich das melden, um ihm einen reinzudrücken?" oder "Ich gehe noch zu Schule (und habe noch keinen Tag für meinen Unterhalt gearbeitet), finde aber meine Eltern doof. Wieviel müssen die mir zahlen, wenn ich ausziehe, und wieviel bekomme ich vom Staat dazu?" Solche Fragen wären meiner Generation als Jugendliche noch nicht mal in den Sinn gekommen.

Der Tag der Volljährigkeit bedeutet, man hat jetzt alle Rechte eines Erwachsenen, keiner hat der-/demjenigen mehr in die persönliche Lebensplanung hereinzuregieren, aber man ist auch voll- und ganz für sein Tun oder Lassen verantwortlich (vom Strafrecht mal abgesehen ;-). Und das ist gut so und sollte auch so bleiben.

 Dir nimmt schon keiner etwas durch ein Wahlrecht ab 16 Jahren weg.

Genau genommen schon: Wenn zur Zahl der Stimmberechtigten eine relevante Gruppe hinzukommt, zählt meine Stimme im Bezug auf das Gesamtergebnis weniger. Mag Dir pedantisch erscheinen, ist aber so. :-)

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@pendejo

Es ist ja gerade die Idee hinter den Freiheitsrechten, dass sich der Staat bei Eingriffen in die Freiheit der Bürger (wozu eben auch Jugendliche zählen) wie z.B. durch Auferlegung von Pflichten rechtfertigen muss.

Und gerade im Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler muss man eben genau nach den Befugnissen des Lehrers fragen.

Arschlöcher gibt es natürlich auch unter Jugendlichen, keine Frage. Aber ich habe bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche viel größere Arschlöcher sind als Erwachsene.

Auch wenn deiner Stimme dadurch weniger Gewicht zukommt, dass sich der Kreis der Wahlberechtigten vergrößert, kommt es ja auch noch darauf an, ob dein Stimmgewicht sich effektiv ändert. Letzteres wäre ja nur dann der Fall, wenn sich die Sitzverteilung im Parlament durch die Erhöhung der Zahl der Wahlberechtigten entscheidend ändert. Das ist aber nicht unbedingt gesagt.

Und ich habe in meiner eigenen Schulzeit mit dem Wahlrecht von Schülern (Klassensprecher etc.) sogar gute Erfahrungen gemacht, abgesehen davon, dass ich da nie gewählt wurde ... Das zeigt doch, dass Jugendliche ein solches Recht grundsätzlich vernünftig einsetzen können. Was sagst du denn dazu?

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@Citoyen
...dass sich der Staat bei Eingriffen in die Freiheit der Bürger... rechtfertigen muss. ...gerade im Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler muss man eben genau nach den Befugnissen des Lehrers fragen...

Das ist völlig richtig und auch gut so. Ich will mich jetzt nicht an dem Schulbeispiel aufhängen, mit meinen etwas drastischen Beispieln ging es mir, und da ist Schul- und Soldatenleben, aber auch das Verhältnis von Staat und Bürger, vielleicht gar nicht so weit auseinander: Man gibt Macht an andere/eine Institution ab, um ein Ziel zu erreichen, das man als einzelner nicht erreichen kann, allerdings zu Bedingungen, die strikt einzuhalten sind. Beide Seiten erlangen dadurch Rechte und Ansprüche, haben aber auch Pflichten zu erfüllen. Im Grunde ist das ein Vertrag, der eingegangen wird. Hält sich eine Seite nicht an die Regeln bzw. erfüllt sie ihre Pflichten nicht, verliert sie ihre Legitimation und ihre Ansprüche.

Aber ich habe bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche viel größere Ars#hlöcher sind als Erwachsene.

Das ist naturgegeben, da jedes kleine Ars#hloch auch mal groß wird. :-D

...wäre ja nur dann der Fall, wenn sich die Sitzverteilung im Parlament durch die Erhöhung der Zahl der Wahlberechtigten entscheidend ändert. Das ist aber nicht unbedingt gesagt.

Stimmt, aber mal ehrlich: Was glaubst Du denn, warum die Idee zur Wahlaltersenkung ausgerechtent von den Roten und Grünen aufgegriffen wurde? Ein Schalk, wer übles dabei denkt? Die Forderung nach einem Ausländerwahlrecht kam ja auch von denen, aber wahrscheinlich haben sie mittlerweile gemerkt, daß unsere ausländischen Mitbürger im Schnitt viel konservativer sind als der Durschnittseinheimische :-)

Das zeigt doch, dass Jugendliche ein solches Recht grundsätzlich vernünftig einsetzen können.

Das sind, finde ich, schon fundamental unterschiedliche Ebenen: Das eine ist lokale Mitbestimmung bei minimalen negativen Folgen bei Fehlentscheidung, bei Wahl der Regierung geht es u. U. um gravierende und ggf. irreversible strategische Weichenstellung für das ganze Land/Volk. Ein Argument für das Jugendwahlrecht wäre immerhin, daß anscheinend auch viele Erwachsene "aus dem Bauch" wählen ohne komplexe Zusammenhänge und langfristige Folgen zu erwägen.

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