Wagner-Satztechnik

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ver such es mal im MGG, Martin Geck. Da ist eigentlich sehr viel wissenswertes, zusätzlich findest Du dort Literaturhinweise. Grundsätzlich: Wagner hatte schon so etwas wie eine Wagner-typische Stilistik, besonders die Art der Chromatik, sowie deren Verbindung mit einer teilweise sehr schlichten Harmonik. Wagner benutzt die Harmonie, um damit die Emphase noch deutlicher hervorzuheben. Es ist die Laszivität der Harmonik (Bsp. Tristan-Akkord), die das Erlebnis der Wagner Musik so spektakulär im 19. Jahrhundert werden ließ. Diese Harmonik kann tatsächlich analysiert werden. Das ist ein Prozess, den Musikwissenschaftler ständig voran treiben; es gibt also reichlich Literatur. Viel Erfolg.

Martin Geck ist wirklich ein guter Autor. aber ist er nicht ein bischen zu musik historisch für derartige rein musik-theoretische betrachtungen. Mir schwebt ein buch vor wie thomas daniels genialer "Kontrapunkt" über den renaissance-satz speziell bei palestrina und lasso. Ok ich werde einfach mal alles an literatur in mmich reinstopfen was ich kriegen kann, und die klavierreduktionen der opern abschreiben/analysieren. vielleicht versteh ich ihn dann ja irgendwann^^

Dein Beitrag hat mir am meisten gebracht, desswegen HA G

0

Geht es nun um harmonik oder satztechnik? Ich nehme ersteres an.

Von solche programmen halte ich gar nichts, da sie suggerieren dass musik pure mathematik sei!

Die harmonischen finessen wagners haben v.a. mit überraschungswendungen zu tun. Sie entstehen durch oft permanente alterationen, enharmonische umdeutung und den raffinierten doppeldeutigen einsatz von nebennoten. Hinzu kommt noch ein extessiv kontrapunktisches denken. Bach lässt grüssen :-)

Um das alles zu verstehen wäre aber etwas aufwand deinerseits nötig, d.h. intensive beschäftigung mit harmonielehre! Lg max

Ich habe mir das von Capelle angehört, das klingt nicht nach Wagner. Wagner hat auch keine Kopositionsregeln aufgestellt.

Aber es gibt sehr wohl Kompositionsregeln. Die bekanntesten Sind die Choralsatzregeln. Andere Komponisten haben auch welche benutzt, aber selten aufgeschrieben. Gut umgesetzte Kompositionsregeln finden sich in Octava Tonsatz. Ich nutze dort vor allem Stimmführungsregeln für verschiedene Instrumente. Viele Regeln dienen nämlich dazu um die Möglichkeiten eines Instrumentes optimal auszunutzen. Sehr wichtig sind Regeln für Bläser, da Bläsersätze nicht klingen, wenn die Musiker nicht intonieren können. Ähnliches gilt für Chöre. Leider ist viel Wissen verloren gegangen, auch weil man heute für elektronische Musik keine Regeln mehr braucht.

choralsatz, vierstimmig , renaissance-satz, teilweise sogar den schütz-satz habe ich bereits gelernt, und kann das eigentlich auch anweden. aber für wagner müssen sich doch auch im nachhinein regeln finden lassen, auch wenn man dann zB in die 3 Phasen wagners einteilen muss..

0

Was möchtest Du wissen?