Wagen mit Getriebeschaden und Chiptuning verkauft. Probleme. (Beschreibung)

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4 Antworten

Er konnte nichts gravierendes finden.

Was dich trotzdem - auch als Privatperson - zu einer sachmängelfreien Übergabe verpflichtet :-(

Der ggf. vereinbarte Gewahleistungsauschluss bezieht sich nur auf darüberhinausgehende Sachmängelhaftung, also einen Motorschaden nach einer Woche.

Grds. stell eine Leistungssteigerung (Chiptuning) einen Sachmangel i. S. v. § 434(1) 2 Nr. 2 BGB dar - selbst dann, wenn der Chip verwendet, aber in deinem Beitz augebaut wäre, so das OLG Düsseldorf: http://autokaufrecht.info/2009/10/sachmangel-eines-gebrauchtwagens-wegen-chiptuning/

Denn der dadurch erhöhte Motorverschleiß, geringe Lebensdauer der Aggregate (Getriebe!) und Garantieausschluss des Herstellers ist eben keine "Beschaffenheit [...] die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann."

Ganz abgesehen davon, dass die vorgenommene Leistungssteigerung im Fahrbetrieb eher nicht unbemerkt geblieben sein dürfte, kommt es aber auf die Kenntnis des Tunings nicht an :-O

Was kann alles auf mich zukommen???

Der Käufer kann aus Rechtsgrund Sachmangel bei Unmöglichkeit der Nacherfüllung gem. § 323 BGB vom Kaufvertrag zurücktreten. Du schuldest also Rücknahme und Kaufpreiserstattung, ggf. um ein verbautes AT-Getriebe erhöht :-(

Das wäre außergerichtlich und ohne anwaltliche Rechtsverfolgungskosten billiger zu haben.

G imager761

Sicherlich gilt die Gewährleistung auch bei Privatverkäufen, wenn ein Sachmangel vorliegt. Ein Sachmangel liegt bei Privatverkäufen (anders als bei gewerblichen Verkäufen) nur dann vor, wenn es sich um einen Sachmangel handelt, der arglistig verschwiegen wurde.

D. h. zwei Bedingungen müssen erfüllt sein.

  1. Es muss sich um einen Sachmangel handeln. Ob es sich bei einem Chiptuning um einen Sachmangel handelt, mag ich nicht zu beurteilen. Zumindest dürfte es strittig sein.

  2. Der Mangel muss arglistig verschwiegen worden sein. Da du nichts davon wusstest, ist hier Arglist nicht gegeben. Es sei denn, man kann dir nachweisen, dass du selbst dieses Tuning hast durchführen lassen.

Bei einem gewerblichen Verkäufer sieht das anders aus. Ihm wird - im Gegensatz zu Privatverkäufern - Sachkunde unterstellt. Ein gewerblicher Verkäufer kann sich nicht damit herausreden, dass er von einem Mangel "nicht wusste". Er hat, bevor er einen Wagen verkauft, diesen gründlich auf Mängel zu untersuchen.

Das ist wohl auch der Grund, warum dem Käufer deines Fahrzeuges ein wenig die Düse geht. Er hat nämlich Schiss, dass er einen drankriegt. Du kannst dich bequem zurücklegen. Er will dir nur ein wenig Angst machen.

Das allerschlimmste, was dir passieren kann, ist, dass du den Wagen zurücknehmen musst. Aber das droht eher dem Wiederverkäufer.

Quark - ein Sachmangel kann auch bei Privatverkäufen vorliegen, selbst wenn keine Arglist vorliegt !

Der hier beschriebene Ansatz ist gefährlich flasch!

Sofern das KFZ durch das Chip Tuning nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen ist - wovon ich stark ausgehe- kann das Danger werden !

Die Parteien könnten schließlich durchaus im Vertrag vereinbart haben das ein straßenverkehrstaugliches KFZ gekauft wird. Dann musst du das Fahrzeug zurücknehmen!

Sofern Du mit der Rücknahme in Verzug kommst schuldest du auch die Anwaltskosten.

Das riecht für mich mal wieder nach der schönen guten alten Erstberatung beim Anwalt ! Die kostet nicht die Welt. Das sollte es dir Wert sein !

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Ein Sachmangel liegt bei Privatverkäufen [...] nur dann vor, wenn es sich um einen Sachmangel handelt, der arglistig verschwiegen wurde.

Völlig rechtsirrig :-(

Ein Sachmangel ist gem. § 434 BGB begründet, wenn der verkaufte Gegenstand eine "andere als die vereinbarte Sache ist" andere oder "nicht die Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist, und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann."

Klartext: Ein werkseitig hergestellter Golf IV TDI - ohne Chiptuning - wurde verkauft :-O

Der Mangel muss arglistig verschwiegen worden sein.

Ebenso rechtsirrig - hierbei läge ein strafrechtlicher Tabestand vor, was mit dem zunächst geforderten zivilrechtlichen Vertragsrücktrittsverlangen nun rein garnichts zu tun hat :-(

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Ich bitte noch einmal meinen Text genau und mit Sachverstand zu lesen. Besonders der erste Satz. Dann erübrigen sich meist überflüssige Kommentare.

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@kosy3

Ich habe jetzt deinen Text gelesen. Darin steht immer noch folgendes

Der Mangel muss arglistig verschwiegen worden sein. Da du nichts davon wusstest, ist hier Arglist nicht gegeben. Es sei denn, man kann dir nachweisen, dass du selbst dieses Tuning hast durchführen lassen.

Das ist immer noch Quatsch.

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Hallo. Ein chiptuning ist kein schwerwiegender mangel. Nur wenn du einen schweren mangel verschweigst kannst du auch als privatverkäufer belangt werden. Da klopft jemand nur auf den Busch.

Mit einem Anwalt aber sehr teuer und durchaus erfolgreich - s. mein Kommentar mit rechtlichen Erläuterungen der Sachmängelhaftung bei Übergabe :-O

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@imager761

Jeder, der einen Anwalt befragt, sollte sich vergegenwärtigen, dass Anwälte nur zu 50% richtigliegen. Das liegt in der Natur der Sache, da vor Gericht nur maximal 1 Partei gewinnen kann, obwohl die Anwälte beider Parteien ihrem Mandanten Erfolgsaussichten machen.

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du hast nichts falsch gemacht,das war privatverkauf aus schluss

du hast nichts falsch gemacht,das war privatverkauf

der eben zu sachmängelfreier Übergabe verpflichtet - aus Schluss Rechtsgrundlage: § 434 BGB

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@imager761

sachmängel können von laien nicht festgestellt werden,deshalb schließe ich sowas grundsätzlich per kaufvertrag aus

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