Waffenproblematik USA

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Es gibt Bundesstaaten mit sehr hoher Waffendichte im Volk, bei gleichzeitig geringerer Mordrate als Deutschland. Dann gibt es Bundesstaaten mit 3 mal Weniger Waffen und einer Mordrate über 10 mal so hoch wie Deutschland(z.B. Vermont vs. New York).

Man stellt fest, dass in Staaten mit höherer Bevölkerungsdichte mehr Morde pro Einwohner zu verzeichnen haben, ländliche meist deutlich weniger. Die Ursachen liegen also nicht im legalen Waffenbesitz, sondern in sozialen Problemen.

Bemerkenswert ist auch, dass alle Amokläufer in den USA (und auch in Deutschland) zum Zeitpunkt ihrer Taten unter dem Einfluss von verschreibungspflichtigen Psychopharmaka gestanden haben. Es gibt auch unglaublich viele Morde, die es als Taten mit nur ein oder zwei Opfern nicht in die Nachrichten schaffen, aber eben auch unter dem Einfluss von Medikamenten stattfanden. Angehörige berichten auch sehr oft, dass diese Menschen ihr Verhalten mit diesen Medikamenten schlagartig verändern. Dass Ritalin Gewaltphantasien hervoruft ist gut dokumentiert. In den Staaten hört der Psychologe dem Patienten auch nicht mehr zu, er fragt nach den Symtpomen und schaut welche Pillen da am besten passen. Ob dieser Zustand auf dauer haltbar ist wage ich auch zu bezweifeln.

Schaut man sich zudem die Orte an an den Amokläufe mit mehr als 4 Opfern stattfinden, dann immer da wo Waffen verboten sind. So können sich die Opfer nicht wehren. Daher liegen die Opferzahlen bei Amokläufen die erst von der Polizei gewaltsam gestoppt werden oft im zweistelligen Bereich, wo sie hingegen von Zivilisten mit Schusswaffen gestoppt werden bei unter 3 - 4 Opfern.

Die Waffenproblematik in den USA ist ansonsten keine der legalen Waffen, sondern der illegalen. Es gibt wie in alle Länder noch den Waffenschmuggel. In den USA ist es so wie in Deutschland: Die legalen Waffen spielen statistisch keine Rolle was Straftaten angeht. In Deutschland haben wir ca. 5,5 Mio legale Schusswaffen, denen 30 - 40 Mio illegale Schusswaffen gegenüber stehen. Und gegen diese wird nie etwas unternommen. Mit legalen Waffen werden 5 Morde pro Jahr in Deutschland begangen. Ca. 100 mit illegalen und der ganze Rest der 3000 Morde pro Jahr mit ganz anderen Gegenständen. Wenn du dich mit Kriminologie beschäftigst, dann wirst du auch übereinstimmend in der Fachliteratur den Punkt finden: Zuerst kommt der Tatentschluss, dann die Wahl des Tatmittels. Bedeutet also, das Verbot von Gegenständen verhindert keine Morde oder Verbrechen. Überall da wo genau das versucht wurde, ist es gescheitert. Würde man also die legalen Waffen verbieten, dann würden die 5 Morde pro Jahr in Deutschland nicht aufhören, sie würden mit anderen Tatmitteln verübt werden. Dabei handelt es sich auch noch fast immer um Familiendramen, wo ein Familienmitglied ein anderes umbringt. Solche Taten sind nicht zu verhindern, leider. Oft genug werden solche Taten mit Messern oder den bloßen Händen verübt.

Für die USA ist das durchaus übertragbar.

Und wenn du dich nicht mit diesen Fakten anfreunden kannst, dann überlege doch mal den globalen Punkt, dass in den USA jedes Jahr mehr Schusswaffen im Volk verbeitet werden, die Zahlen sind echt hoch, und die Mordrate in den USA seit Jahrzehnten sinkt. ??? Die Mordrate stieg auch erst explosionsartig an, als in den 1970ern neue Drogen aufkamen und sich in den USA die Gangs gebildet haben. Die machen bis heute die meisten aller Morde aus, speziell mit Schusswaffen. Ist man aber nicht Teil dieser Szene, dann ist das Leben durchaus so sicher wie in Deutschland. Noch sicherer natürlich in den Bundesstaaten, die eine geringere Mordrate als Deutschland aufweisen, logisch.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da gibts für mich mehrere Themenstränge: einmal die Waffenlobby profitiert von dem -mittlerweile längst überholten Pionierstatus der Amis, die heute noch im Geiste ihrer Vorfahren ihr Recht auf Waffenbesitz für sich reklamieren. Damit wird die Beziehung zu einer Zeit aufrecht gehalten, in der jeder selbst für seine eigene Sicherheit verantwortlich war. ( Amerika ist somit das einzige westliche Land mit einer extrem "liberalen" Waffengesetzgebung). Auf dem gleichen Hintergrund beharren die Amis weiter auf die Todesstrafe.

Die seltsamen argumentativen Verrenkungen mit denen die Waffenlobby auf die vielen Amokläufe der letzten Jahre reagiert, die für mehr bewaffnete Wächter in den Schulen plädiert, also vorgibt mit mehr Waffen die Bevölkerung besser schützen zu wollen. Ein Lehrbeispiel wie gefährlich Lobbyismus in die Politik eingreift.

Auch die fatale Waffenverliebtheit der Amis wird durch sie gefördert. Pervers finde ich "Abenteuerschießplätze" auf denen selbst die Knirpse mit scharfen Waffen ballern dürfen.

Und wie Du siehst selbst Mr. Obama hat keine Chance gegen die Waffenlobby, weil selbst etliche Senatoren aus seinen eigenen Reihen eine moderate Gesetzesverschärfung boykottieren. Da ging es meines Wissen nur um ein Verbot von halbautomatischen Waffen ab einer bestimmten Magazingröße. Das heißt es wird auch in Zukunft Amokläufe geben, bei denen der Schütze lange Zeit nicht nachzuladen braucht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Guf94
05.12.2013, 12:19

Ich bedanke mich für deine eloquent formulierte und durchaus hilfreiche Antwort.

0
Kommentar von Galgenvogel1993
05.12.2013, 14:29

Punkt 1.

Die Waffenlobby ist nicht der Grund, der Grund ist, dass die Leute ihre Waffen behalten wollen. 80 Millionen Waffenbesitzer gibt es in den USA, die haben eine Stimme. Die Leute wollen auch den Pionierstatus. Dazu ist heute immer noch jeder selbst für seine Sicherheit verantwortlich, da die Polizei, je nach Ort, eine Reaktionszeit von bis zu 15 Minuten hat. Bei Sanitätern sind es sogar bis zu 30 Minuten, ich hab das schon selbst einige male erleben dürfen. Auch sind die USA nicht das einzige westliche Land mit starkem Waffenbesitz, vergleichen sie das mal mit Österreich, Schweden, Schweiz und Island.

Punkt 2. Kein Argument gefunden. Ich habe seitens der Waffenlobby auch nicht keine argumentativen Verrenkungen gefunden, da sämtliche Argumente auf 2 Dingen beruhen: 1. Ein Mensch der töten will beschafft sich Waffen und tötet.. Legal oder Illegal. Es gab schon Amokläufe mit Flammenwerfern, Messern, Schwerter und man sollte auch bedenken, dass sich fast täglich Ziegenhirten im Namen der Religion mit Bomben in die Luft jagen. 2. Mann kann so einen Menschen nur bewaffnet stoppen. Deshalb hat die Polizei Waffen. In Utah ist es im übrigen erlaubt für Lehrer eine Waffe im Dienst zu tragen und bis heute ist nichts passiert.

Punkt 3. Obama ist gescheitert, weil das Volk seine Waffen behalten will. In Colorado wurde die gesamte Staatsregierung rausgeschmissen, weil sie ein Waffenverbot eingeführt haben. Zum Nachladen: Man kann so gut wie jede Waffe mit genug Übung innerhalb von einer Sekunde oder weniger nachladen. Selbst ungeübte Leute können ein Gewehr oder eine Pistole (von Magazinen ausgegangen) innerhalb von maximal 5 Sekunden nachladen. Zumindest meiner Erfahrung beim Airsoft nach.

Es ist eine Sache für oder gegen Waffen zu sein, aber man sollte einem ganzen Volk nicht seine Mündigkeit absprechen und das scheitern von Legislation einer Waffenlobby anhängen. Die Waffenlobby besteht aus Bürgern und ist eine Interessenvertretung dieser.

An den Fragesteller: Falls interesse besteht, wäre ich bereit Argumente im Sinne der Gegenseite, also der "Waffenlobby" zu präsentieren, da diese Chronisch unterrepräsentiert ist, aber nur falls Interesse besteht, da deine Überschrift schon einen starken "Bias" andeutet und ich mir nicht die Finger wund schreiben will, wenn es keinen Unterschied macht.

1

"Über Leichen gehen", warum ist das Geschäft in den USA so menschenverachtend geworden? Vielleicht hilft Dir das ein wenig?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Waren Waffen in Händen von Privatpersonen früher einmal notwendig, z.B. wegen Amerikanischen Ureinwohnern, wenigen Sherrifs usw. Informier dich auf der Seite der NRA.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Leitfrage (durchaus ironisch gemeint): Welche Gefahr geht von der englischen Königin aus?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?