Waffenbesitzkarte als Sportschütze

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Man muß nicht zwangsläufig eigene Waffen haben oder eben nicht unbedingt welche, für die man eine WKB braucht. Die meisten Vereine haben eine Anzahl Vereinswaffen, die zwar meist nicht die neuesten und präzisesten sind, aber durchaus fürs Training und die ersten Wettkämpfe( so man denn an welchen teilnehmen möchte, müssen tut mans nicht ) ausreichend sind.

Eine eigene WBK gibts sowieso erst nach einem Jahr Mitgliedschaft, Sachkundeprüfung, nachgewiesenem Bedürfnis und regelmäßigem Training. Und unter 25 braucht man für GK-Waffen sowieso noch eine MPU. Das notwendige Jahr sollte man tunlichst nutzen, soviel wie möglich auszuprobieren und rumzuschnuppern. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen und Verbände, da das für sich passende rauszusuchen ist manchmal gar nicht so einfach. Vor allem braucht man für jede einzelne Disziplin meist eine ganz spezielle Waffe, Neulingen wird gern was " günstiges " aufgeschwatzt, was sie aber dann in kaum einer Disziplin schießen können.

Man braucht die Zeit auch um rauszufinden, was denn die eigenen Ansprüche beim schießen sind. Soll das Ganze eher ein Hobby sein oder will man ernsthaft sportliche Leistungen abliefern? Für ab und an mal ein paar Löcher in die Pappe machen reicht eine preiswerte Waffe, man sollte sich dann allerdings schon fragen, ob eine eigene überhaupt nötig ist. Hängt aber natürlich auch von den Möglichkeiten des Vereins ab. Um sportlich vorn mitzumischen kommt man ab einem bestimmten Punk um vernünftige Ausrüstung, insbesondere um hochwertige Sportwaffen nicht herum. Allerdings machen hochpräzise, teure Sportwaffen aus einem schlechten Schützen keinen guten.

Man sollte sich den ersten Verein sorgfältig aussuchen,der Dorfverein um die Ecke mag zwar schnell zu erreichen sein, aber was hat man dort für Möglichkeiten? Bei manchem verknöcherten Verein kanns einem nämlich schnell mal passieren, das man das erste Jahr sowieso nur Lufpumpe schießen darf oder das alles was zu den interessanten Diziplinen zählt dort weder toleriert noch unterstützt wird. Das macht dann nicht wirklich Spaß. Sinnvoll ist es einen Verein zu suchen, der eine gut ausgebaute eigene Anlage hat, wenns geht nicht nur zum Luft und KK-schießen, sondern auch für Schwarzpulver, Großkaliberkurzwaffe und/oder Langwaffen. Wichtig sind auch die Trainingszeiten, der beste Verein nützt nix, wenn er nur ein Mal die Woche für drei Stunden offen hat. Man muß übrigens nicht zwangsläufig nur auf dem Stand des eigenen Vereins schießen und man kann auch gleichzeitig Mitglied in mehreren Vereinen oder Verbänden sein. Jeh nach Größe des Vereins und den gebotenen Möglichkeiten sind Mitgliedsbeiträge und laufende Kosten recht unterschiedlich. 150...200€ pro Jahr sind nicht ungewöhnlich, es wird aber selten viel mehr. Meist ist bei den Beiträgen auch das Verbrauchsmaterial fürs Training dabei, die Mun eher selten. Im KK und Luft-Bereich ist schießen ein preiswerter Sport, Schwarzpulver ist auch nicht soo teuer. Ins Geld gehen dann schon die GK-Kurzwaffendisziplinen, die Obergrenze ist dann wohl beim IPSC erreicht, wo man an einem Trainingstag schnell mal 2...300 Schuß 9Para verknallt..... Büchsenpatronen sind natürlich noch teurer, man verbraucht aber nicht soviel Mun.

Eine hochwertige, neue Großkaliber-Kurzwaffe kann schnell mal bei 2...3000€ liegen, ein wettkampftauglicher Vorderladerrevolver auch bei 1500.... Gebrauchtwaffen sind für Anfänger durchaus sinnvoll, allerdings sollte man schon selbst seine ersten gehversuche im Schießsport gemacht haben um zu wissen, was man braucht. Der Markt ist voll und die Preise sind relativ niedrig, es besteht also keine Eile eine eigene Waffe unbedingt haben zu müssen.

Ausgiebige und detaillierte Antwort hab vielen Dank !

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Gehe einfach mal in einen Schützenverein und schau Dich um !

Vereinsbeitrag 60-200 Eur/Jahr

Trainingsmunition (je Schachtel): ab 3 Eur für KK

ab 9 Eur für 9x19 - Kosten je nach verschossenener Menge

Du darfst ganz am Anfang noch keine eigene erlaubnispflichtige Waffe kaufen. Erst nach einem Jahr Mitgliedschaft und Training mit erlaubnispflichtigen Waffen kannst du eine WBK beantragen - Details zu den sonstigen Voraussetzungen findest du über Google. Kaufen und im Verein lagern ist nicht ohne weiteres möglich - dazu müßte die Waffe auf die Vereins-WBK eingetragen werden und dass kostet den Verein bzw. dich gut 100 Eur (mal abgesehen von relativ viel Papierkram den der Verein deshalb zu erledigen hat).

Da du ja noch garnicht weist welche Waffe für dich die richtige ist würde ich das Jahr bis zur WBK versuchen alles auszuprobieren was du in die Finger bekommst. Denn einmal gekauft ist es nicht gerade einfach, einen Fehlkauf "auszubügeln". Alleine die Gebühren und Papierkram eine Waffe gegen eine andere zu "tauschen" kostet mehr als der initiale Voreintrag.

Auch preiswerte Waffen (defekte mal ausgeschlossen) schießen idr. besser als die meisten Schützen es je können. Ob das Ding jetzt 2cm Streukreis oder 5cm hat ist bis zu einem gewissen Leistungsniveau wirklich egal.

Sonstige einmalige Kosten bis zur eigenen Waffe:

Waffensachkunde 20-70 Eur

WBK Gebühren (ein Voreintrag): ca. 100 Eur

Waffenschrank (Kurzwaffen): ab 150 Eur

Waffe: je nach Geldbeutel ;)

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