Wärt ihr für eine radikal-rationale Führung des Staates?

5 Antworten

Wärt ihr für eine radikal-rationale Führung des Staates? ... Das würde bedeuten, dass jede Entscheidung auf staatlicher Ebene absolut rational, also nüchtern und objektiv getroffen würde.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen dass dies nach gegenwärtigem wissenschaftlichen Kenntnisstand überhaupt nicht möglich ist. Denn dies würde den Gödelschen Unvollständigkeitssätzen widersprechen. Eine Axiomatik, die solche Entscheidungen ermöglichen würde müsste nämlich mindestens die Arithmetik der natürlichen Zahlen beschreiben können und wäre damit notwendig entweder unvollständig oder widersprüchlich.

Dann möchte ich gerade als Mathematiker noch bemerken dass es die Emotionen sind, die uns zu Menschen machen und uns z.B. von Maschinen, aber auch von vielen Tierarten unterscheiden. Demzufolge halte ich eine rein technokratisch bestimme Regierungsform für der menschlichen Natur widersprechend.

Zum ersten Teil deiner Antwort kann ich nichts sagen: noch nie von dem Erwähnten gehört.

Zum zweiten Teil:

Demzufolge halte ich eine rein technokratisch bestimme Regierungsform für der menschlichen Natur widersprechend.

Das wäre eine rationale Regierungsweise zweifelsohne, doch warum wäre das etwas Schlechtes? Soll der Mensch Fehler machen, eben weil er ein Mensch ist und Emotionen hat? Soll er Dinge unnötig hinauszögern, nur weil das mehr seiner Art gleicht, als alles zur rechten Zeit zu machen? Dann habe ich eine Frage für dich: sollte man die Wirtschaft „entrationalisieren“? Wenn die Antwort nein lautet: warum sollte man die Politik nicht rational gestalten?

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@Ergosum17

Etwas "rational" zu gestalten würde ja bedeutet dass man sich auf eine Basis (die von mir oben beschriebene Axiomatik) beschränkt, bei der sich alle einig sind und die eben keine unterschiedliche Interpretation von Datenlagen, Meinungen darüber was "menschenwürdig" ist und was nicht, was "Armut" ist und was nicht, was "Umweltschädlich" ist und was nicht etc. kennt. Das eben halte ich für unmöglich. Wenn aber bereits diese Möglichkeit fehlt ist ein rationales Schlußfolgern unmöglich, da 10 Menschen auch weiterhin zu 10 verschiedenen Schlußfolgerungen kommen.

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@DerRoll
Etwas "rational" zu gestalten würde ja bedeutet dass man sich auf eine Basis (die von mir oben beschriebene Axiomatik) beschränkt, bei der sich alle einig sind 

Keine Ahnung, warum du das denkst.

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@Ergosum17

Weil alles andere eben nicht die Bezeichnung "rational" verdienen würde.

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Im Prinzip ja, aber ...

Weder ist immer sicher, dass Entscheidungen wirklich rational sind, noch ist die Datenbasis für jede rationale Entscheidung ausreichend, lassen sich Daten unterschiedlich bewerten etc. pp. - und dann wäre da noch das Volk: Rational wäre es beispielsweise zu sagen, Gas wird eben so teuer, dass Ihr frieren müsst, die Inflation wird so hoch, dass einige hungern müssen, ... nicht jede rationale Entscheidung ist gesellschaftskompatibel.

nicht jede rationale Entscheidung ist gesellschaftskompatibel.

Doch, klar?! Man müsste diese absolute Rationalität allerdings mit Werten verknüpfen. Beispielsweise mit dem Wert, dass es den Menschen so gut, als möglich gehen soll, und das dadurch erreicht werden soll, dass die Wirtschaft immer weiterwächst.

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@Ergosum17

Und schon "gut gehen" ist ein relativer Wert. Dazu ein Beispiel:
Ohne Corona-Beschränkungen wäre es großen Teilen der Bevölkerung besser gegangen, nur ein kleiner Teil war/ist gefährdet - wie also definieren wir "gut gehen"?

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klingt schön aber ich bezweifle dass das umsetzbar ist, es geht viel zu viel um moralische Fragen als dass man so tun könnte als wäre jede frage rational und objektiv zu beantworten.

Aber klar, ich würde mir wünsche dass vor jeder entscheidung erstmal ein Rat von Leuten die Ahnung von DINGEN haben ihre "Meinung abgeben dürfen" (gerne auch mehr macht als das). Eine Art Technokratie lite.

Es kann nicht sein dass wissentlich anti-wissenschaftliche scheiße beschlossen wird im jahr 2022

Nein.

Denn dann würde ein Verbrechersystem regieren, dass man militant beseitigen müsste.

Warum ein Verbrechersystem?

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@Ergosum17

Weil es keine "objektive Rationalität" gibt, sondern wir in einer interessenpluralen Gesellschaft leben, in der es nicht eine Rationalität gibt, sondern lage- und positionsspezifisch unterschiedliche Rationalitäten aufgrund unterschiedlicher bis widersprüchlicher Interessenlagen.

Nur ein widerliches Verbrecherregime würde sich anmaßen, demgegenüber immer die einzige und alleinige "rationale" "Expertenlösung" zu besitzen.

Deine Idee ist schlicht weltfremd und fernab jeder Realität und das ist das freundlichste, was man über diesen dümmlichen Aberglauben sagen kann.

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Dann können wir uns Vulkanier nennen.... :-D

Auf der einen Seite wäre es nicht schlecht aber ich denke, es hätte auch einige Nachteile...... :-)

Und die wären?

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@Ergosum17

Weil der Wille der Gesellschaft/ das Wohl des einzelnen, dann sehr schnell darunter leiden würde..... so mal als Beispiel... :-)

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