Wärmepumpe - Energiekosten pro Jahr

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2 Antworten

Hallo buurz,

der große Unterschied kommt aus der Art der Gebäudedämmung.

Erst einmal zur, weiter unten konstant gehaltenen, Warmwasserbereitung (WWB). Bei Deiner Personenzahl und ca. 40 Liter Warmwasser pro Tag (bei 330 Tagen/a (a=Jahr) [Rest ist Urlaub]) und 20 % Bereitstellungsverluste macht dieser Heizbedarf etwa 3.120 kWh/a aus. Das ist eine Hausnummer. Je nach Nutzerverhalten kann das mehr oder weniger sein. Das ist also nutzerbedingt variabel.

Jetzt der Gebäudeheizungsbedarf (Heizlast) bei 150 m² beheizter Fläche pro Jahr: Wie rechnet sich das? Die Heizlast pro Jahr ergibt sich aus der Heizfläche multipliziert mit der spez. Heizlast pro Heizfläche und multipliziert mit den Betriebsstunden der Wärmepumpe unter Vollast im Jahr. Bei Einfamilienhäusern kann man mit 1.600 h (h=Stunden) rechnen (die Heizung läuft ja nicht 8.760 h im Jahr auf volle Power). Man kann sich über 1.500 h oder 1.800 h unterhalten, ist aber wenig zielführend. Das hat mehr Einfluss auf die Dimensionierung der Wärmepumpenleistung nicht auf den Verbrauch. Nun meine Rechnung:

Nun musst Du unterscheiden.

Nach EnEV 2009 (max. 35 W/m²) sind es in etwa 8.400 kW/a plus 3.120 kW/h (für WWB) gleich 11.520 kWh/a gesamt. Folgend: Bei einer Luft-Wasser-WP (L-W-WP) mit einer Jahresaufwandszahl (JAZ) von 3,0 ist der Energiebedarf (Strom) 11.520 kWh/a geteilt durch 3,0 (JAZ) gleich 3.840 kWh/a multipliziert mit den Stromkosten von 0,25 €/kWh.

Ergebnis bei einer L-W-WP und EnEV 2009 : 960 €/a.

Bei einer Erdwärme-WP (Erde-W-WP) mit einer JAZ 4,0 ergeben sich bei gleicher Rechnung 720 €/a.

Die restlichen Zahlen nur im Ergebnis bei anderen spez. Heizlasten gem. (KfW-Effizienzshaus 100 entspricht der EnEV 2009) also den oben genannten Kostenansätzen (KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau – siehe Fördermöglichkeiten).

KfW-Effizienzhaus 70 und L-W-WP (Mittelwert 22,5 W/m²): = 710 €/a

KfW-Effizienzhaus 70 und Erd-W-WP (Mittelwert 22,5 W/m²): = 533 €/a

KfW-Passivhaus und L-W-WP (10 W/m²): = 460 €/a

KfW-Passivhaus und Erd-W-WP (10 W/m²): = 345 €/a

Die Spanne geht also zwischen ca. 350 und 1.000 € jährlich. Insofern scheinen Deine Zahlen allesamt schlüssig und es kommt überwiegend nur auf die Art der Gebäudedämmung und selbstverständlich den "Badegewohnheiten" an. Wobei Deine Nachbarn vielleicht auf eine bessere JAZ kommen mögen. Herstellerangebote (Prospekte) sind hilfreich, jedoch allgemein gehalten (weil meist Prüfstandwerte). Die Mehrkosten zur Erstellung der Erdwärmeerschließung sind zu berücksichtigen. Persönlich tendiere ich zur Erdwärme, allerdings solltest Du Deine eigene Amortisationsstrategie festlegen und Dich genau zu dem an Deinem Grundstück vorliegenden „Erdwärmepotenzial“ informieren.

Gruß Dietmar Bakel

buurz 05.04.2014, 21:17

Danke für die Weltklasse Antwort!!

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DietmarBakel 23.04.2014, 00:45
@buurz

Danke für den * und als "Weltklasse" empfinde ich ihn doppelt. Gruß Dietmar Bakel

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Kommt drauf an, wie das Haus gedämmt ist, und was für Fenster eingebaut sind. Da sind große Unterschiede festzustellen.

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