Wäre lieber tot anstatt diese Zeilen hierhin zu schreiben :-(

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4 Antworten

Hallo KatyG2505,

ich kann gut verstehen, wenn Du nach diesem traumatischen Geschehen solche Gefühle hast. Da Du es ohnehin schwer genug hast, versuche jedoch nicht, Dir selbst in irgendeiner Weise Schuld zu geben.

Vielleicht hat sich Dein Onkel ähnlich wie Du heute verhalten und seine Gefühle vor anderen versteckt. Man kann nicht immer genau wissen, was in einem anderen Menschen vor sich geht, selbst wenn man meint, in gut zu kennen. Manches dringt einfach nicht nach außen, weil es der Betroffene so entschieden hat. Auch wenn Dein Onkel aus dem Leben geschieden ist, ohne Euch allen einen Grund dafür zu nennen, bedeutet das nicht, das er Euch nicht geliebt hat. Da er offenbar eine so große Lücke hinterlassen hat, muss er wohl ein ganz besonderer Mensch gewesen sein und als einen solchen solltest Du ihn immer in Erinnerung behalten.

Was könnte Dir denn helfen und Erleichterung bringen? Wenn Du mit jemandem, der geduldig und mitfühlend zuhört, über Deine Gefühle sprechen kannst, mag Dir das ein gewisses Maß an Erleichterung bringen. Wenn Du Deine Gefühle tiefer Trauen in Dir einschließt, kannst Du den Schmerz nicht richtig verarbeiten und er wird Dich immer mehr erdrücken.Vielleicht kennst Du ja jemanden, der Ähnliches wie Du durchgemacht hat und sich deswegen in Deine Lage hineinversetzen kann. Es könnte Dir allerdings auch schwerfallen über Deine Gefühle zu sprechen. Dann kannst Du versuchen, das, was Dich bewegt, niederzuschreiben und später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann, ist weinen. Schon die Bibel sagt, dass es "eine Zeit zum Weinen" gibt. (Prediger, Kapitel 3, Vers 1 u. 4) Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Es kann allerdings auch sein, dass Du erst einmal gar nicht weinen kannst. Aber auch diese Zeit geht vorüber. Neben diesen praktischen Anregungen möchte ich Dir auch gern den Trost, den uns die Bibel gibt, vermitteln.

Jesus Christus gab einmal folgende deutliche Erklärung ab: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören 29 und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a). Diese Verheißung beschreibt, das Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Die Bibel lässt erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in der Bibel in Psalm, Kapitel 37, Vers 29: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, Und sie werden immerdar darauf wohnen."

Gemäß Matthäus, Kapitel 5, Vers 5 sagt Jesus:"Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden."

Viele halten das für unglaublich. Dir geht es möglicherweise auch so. Als Jesus auf der Erde war, zeigte er an mehreren Beispielen, dass er die Macht hat, Tote wieder zum Leben zu bringen (siehe z. B. die Auferweckung seines Freundes Lazarus gemäß Johannes, Kapitel 11, Vers 30 bis 44). Insgesamt berichtet die Bibel von 9 Auferweckungen, bei denen größtenteils Zeugen anwesend waren. Dazu gehörten auch erbitterte Gegner, die Jesus deswegen umbringen wollten.

Da also die Toten nicht für immer Tod bleiben werden, verglich Jesus den Tod mit einem Schlaf. Sowohl der Tod, als auch der Schlaf sind Zustände ohne Bewusstsein. So, wie es aus dem Schlaf ein Erwachen gibt, so gibt es auch aus dem Tod ein Erwachen durch die Auferstehung. Es ist vielleicht damit zu vergleichen, als ob der Tote auf eine lange Reise gegangen wäre, von der er eines Tages zurückkehrt. Ist das nicht ein tröstlicher Gedanke?

Ein Diener Gottes aus der alten Zeit, der treue Hiob, sagte einmal über die Bereitschaft Gottes, die Toten zum Leben zurückzubringen: "Wenn ein kräftiger Mann stirbt, kann er wieder leben? Alle Tage meiner Fronarbeit werde ich warten, Bis meine Ablösung kommt. 15 Du wirst rufen, und ich, ich werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen." Wenn sich schon Gott selbst nach der Auferstehung "sehnt", meinst Du dann nicht, dass wir ganz sicher sein können, dass diese auch tatsächlich stattfinden wird?

Mir selbst hat die Hoffnung auf die Auferstehung immer wieder sehr geholfen, da ich in den letzten Jahren selbst einige geliebte Menschen durch den Tod verloren habe. Dennoch ist der Schmerz eine Zeit lang riesengroß, lässt dann aber etwas nach. Ganz wichtig ist es auch, sich selbst Zeit zu geben, zu trauern, egal wie lange es dauert. Auch für die Trauerarbeit muss man seinen eigenen Weg finden.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du in der nächsten Zeit Hoffnung und Trost findest, die Dir helfen werden, Deine schwierige Situation besser ertragen zu können. Alles Liebe und Gute für Dich!

Liebe Grüße

Philipp59

Sie dir sicher du warst es auf jeden fall nicht das ist wichtig nicht daran zu denken das man selbst daran schuld war, obwohl es nichts mit der Situation zu tun hat. Auch ist es wichtig mit jemanden darüber zu reden. Am wichtigsten ist es aber das man es im niemals nachmachen darf, denn das würde dir überhaupt nichts bringen. Denn du weist nicht vielleicht hat er sich auch wegen diesem grund das Leben genommen, ihm ist vielleicht auch eine wichte person verloren gegangen:

einfach weiter machen. du kannst es nicht aendern und es ist nicht deine schuld. darueber nachzugruebeln, ob du es haettest vorausahnen muessen/koennen hilft niemandem.

selbstmord ist ein einsamer entschluss. wer selbstmord begeht traegt nur allein die verantwortung dafuer und wer sich vorher nicht aktiv hilfe holt, darf sich nicht wundern, wenn er keine bekommt.

schwer ist selbstmord immer vor allem fuer die hinterbliebenen. aber du kannst diese entscheidung deines onkels nicht zum anlass nehmen, dein eigenes leben nicht weiter zu leben. wichtig sind jetzt vor allem die, die noch am leben sind und das schliesst auch dich mit ein.

Jedesmal wenn ich versuche darüber zu reden, schreck ich davon ab und vergrabe dieses Bedürfnis ein Stück tiefer in mir. Von außen versuche ich meine Trauer zu verstecken wirke immer gut gelaunt und meine Freunde schätzen mich für meinen Humor. (Wie bei meinem Onkel :-(((( )

Aber innerlich sterbe ich jeden Tag ein Stück mehr. Und wäre lieber tot anstatt diese Zeilen hierhin zu schreiben.

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Mein Onkel gehörte zu den Menschen, die für jede Situation im Leben einen Ratschlag hatten. Er war immer optimistisch und konnte einem so viel Liebe und Freude schenken wie kein anderer. Auch nach traurigen Schicksalsschlägen wie nach dem Tod meines Opas, vor zehn Jahren, hat er uns allen die Kraft gegeben stark zu bleiben.

Du gibst dir die Antwort quasi schon selber. Dein "In-sich hineinfressen" frisst dich irgendwann auf. Man braucht Menschen/Freunde mit denen man über solche dinge reden kann. Dass man nicht bei dem kleinsten Problem zu freunden rennt und sich ausheult ist normal, aber gerade in Deiner Situation solltest du mit deinen Eltern und Freunden reden.

Ich möchte mich wirklich nicht zu weit hinauslehnen und hier dinge einwerfen, die vielleicht gar nicht so sind, aber ich denke mal, dass es vielleicht bei deinem Onkel genau das selbe war. Immer freundlich - Immer nach außen lächelnd und innerlich sterbend, bis alles zu viel wird!

Ich wünsche dir alles gute und beherzige meinen Ratschlag. <3

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