Waere es sinnvoll etwa ein Schulpflicht-Fach "Selbstverteidigung in Kombination mit asiat. Kampfkunst" einzuführen?

8 Antworten

Ich trainiere die japanische Kampfkunst Aikido und meiner Ansicht nach wäre die Einführung eines solchen Pflichtfaches in der Schule problematisch.

Einige Gründe hierfür:

Sportlehrer sind nicht automatisch auch Kampfsport-Experten. Es müssten also externe Lehrer mit pädagogischer Qualifikation angestellt werden.

Es müssten also finanzielle Fragen genau so geklärt werden, wie rechtliche und auch eine Eignung als Lehrkraft für den Schulunterricht bestätigt werden.

Es müsste ein Stil gewählt werden, der ausreichend pädagogische und charakterfördernde Aspekte beinhaltet, also nicht rein kämpferisch orientiert ist.

Die Missbrauchsgefahr durch asoziale Schlägertypen wäre bei einem schulischen Pflichtfach meiner Ansicht nach vergleichsweise hoch.

Anders als im Verein gäbe es aufgrund des Status als Pflichtfach keine Möglichkeit zum dauerhaften Rauswurf, wenn sich jemand als ungeeignet erweist.

Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung ist nichts, was man durch Schulstunden einmal pro Woche erlernen kann. Das bedarf intensiven Trainings.

Durch ein solches Training besteht das Risiko einer gefährlichen "Scheinsicherheit" - man überschätzt seine Fähigkeiten zur Verteidigung.

Alternativen

Einen geeigneten Stil und qualifizierte Lehrer vorausgesetzt sollte solch ein Training eher im Rahmen einer außerschulischen Aktivität stattfinden.

Nicht umsonst gibt es Schulfsportvereine.

Dadurch wäre der Anteil an ernsthaft interessierten Übenden größer und es bestünde das Druckmittel, den Schüler ggf. als dem Unterricht zu entfernen.

Das ganze sollte auch ausdrücklich nicht als "Selbstverteidigung" beworben werden, sondern als rein sportliches Angebot. 

Asoziale Schlaegertypen verlieren eher mit der Zeit ihre Aggressionen und ihr asoziales Verhalten, wenn sie von erfahrenen,, d h auch von disziplinierten Lehrern ausgebildet werden. 

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@Napayshni

Ich kann jetzt nur von meiner Erfahrung mit Aikido sprechen:

Zunächst lernt man sowieso erst einmal das richtige Aufwärmen, die korrekte Haltung und die Fallschule. Nichts gefährliches also.

Aber bereits die erste Haltetechnik (ikkyo), kann bei harter Durchführung zu schweren Verletzungen führen.

Da kann man sich irgendwelche Ghetto-Kids mit Schläger-Allüren schlichtweg nicht leisten, wenn man niemanden gefährden will.

Selbst wenn eine Schule tatsächlich Glück hat und eine solche "Lichtgestalt" von Kampfkunst-Lehrer findet - für das Pflichtfach würden an den 1.234 anderen Schulen solche Lehrkräfte fehlen.

Als schulisches Pflichtfach eine Kampfkunst einzuführen halte ich daher nicht für realistisch.

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@Enzylexikon

Aikido würde ich dafür auch nicht empfehlen. Strassenkampfuntauglich, meiner Meinung na ch

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@Napayshni

Was, wenn dich mind. 3 angreifen? Du musst schnell einen KO. Schlagen, um eine Chance zu haben

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@Napayshni

Genau diese Erfahrung - drei Angreifer - hatte ich leider schon einmal in einer realen Gefahrensituation. Ich erwähne das hier mal gelegentlich, sofern es relevant für das Thema ist.

Ich würde Aikido niemals als "Straßenkampfstil" bewerben - aber gänzlich wehrlos ist man definitiv nicht.

Ich kam mit ein paar blauen Flecken davon.

Außerdem ging es eigentlich die ganze Zeit über um "pädagogische Ziele" und "geistige Werte" - und plötzlich sind wir im SV-Bereich.

Asoziale Schlägertypen verändern ihr Verhalten sicher nicht zum positiven, nur weil sie mal einen Denkzetel erhalten haben.

Das gehört doch zu ihrem Weltbild - schlagen und geschlagen werden.

Aber wie gesagt, für mich wäre ein Pflichtfach "Kampfkunst", aus dem niemand dauerhaft entfernt werden kann, keine Option.

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Ich würde die Gefahr, Kindern einen Bewegungsablauf beizubringen und zu riskieren, dass sie diesen ohne Nachdenken und Reflektion anwenden und sich selbst und andere verletzen, viel höher einschätzen, als die Gefahr, dass sie körperlich bedroht werden.

Dazu kommt, dass Asiatische Kampfkunst nicht wirklich realitätsnah ist - in einer realen Schlägerei zählt körperliche Kraft, Erfahrung und Durchhaltewille viel mehr als eine "richtige" Technik. 

Mein früherer Lehrer, ca. 1.65m, 60kg, 10. Dan, Vize Tae Kwon Do Weltmeister hatte es mal mit einer Gruppe von etwa 15 Schlaegern zu tun. Er befindet sich heute noch bei bester Gesundheit.

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Ich weiß nicht ob es dem Bildungssystem entspricht, vermutlich nicht aber ich könnte mir vorstellen das es doch interessant ist. Viele Mädchen etc. würden es bestimmt in Anspruch nehmen. Dazu finde ich ist es eine Abwechslung zum Unterricht. 

Ich fänd es cool.

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