Wäre es gut immer glücklich zu sein?

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10 Antworten

Sehr schöne Frage!!

Definiere Glück - das tut jeder Mensch für sich nunmal anders...

Nein, ich würde mich dagegen entscheiden.

Denn ich glaube, dass ständiges Glück nicht mehr als solches wahrgenommen werden würde!

Ich war ständig auf der Suche nach dem 'großen' Glück.
War sicher das ich einfach das Recht darauf habe! Wie jeder andere Mensch natürlich auch.

Erst in den letzten Jahren habe ich diesen 'Anspruch' runtergeschraubt.
Habe angefangen nach 'glücklichen Momenten' zu suchen.
Und, siehe da, ich habe sie tatsächlich entdeckt (oder haben sie mich entdeckt?)

Es sind die kleinen Dinge... ein paar Beispiele, die mich immer wieder selbst beeindrucken:

  • Eine Nachricht meiner besten Freundin... hey, ich denke an Dich...
  • Einer traurigen Person wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern...
  • Wenn ich bei B ankomme - mein Auto mich treu auf diesem Weg begleitet hat.
  • Bei einem Gespräch einen 'wertvollen' Beitrag geleistet zu haben
  • Im Bett zu liegen und festzustellen... das war ein guter Tag
  • Jemandem hilfreich zur Seite stehen
  • Ein Schmetterling auf meiner Windschutzscheibe

Diese Glücks-Momente häufen sich immer mehr - ist es damit das 'große Glück'?

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Du liegst falsch und zwar grundsätzlich. Mit Deiner Frage tust Du so, als ob das Leben ein Gedankenspiel wäre. In Deinen späteren Ausführungen lässt Du durchblicken, dass Du den eigenen Gedankenspielen nicht traust. Leben findet in der Praxis, im Alltag statt und nicht im Kopf. Und "glücklich sein" ist kein Block, den man für alle Zeiten haben kann. "Glücklich sein" ist eher wie fließendes Wasser, immer anders und immer entschwindet es. Und es ist auch meist wechselnd etwas anderes, was uns glücklich macht: Mal ein schönes, erfüllendes Gespräch, mal ein gutes Essen, mal ein Picknick im Sonnenuntergang, mal ein sportlicher Sieg nach langer Anstrenung (denn nicht jedes Glück ist ohne Anstrengung vorher zu haben) usw.. Schau Dir Deinen Alltag an: Jeden Tag und evtl. jede Stunde neue Herausforderungen, neue Probleme. Hast Du sie im Griff, fühlst Du Dich glücklich, weil den Problemen gewachsen. Der Wunsch, immer glücklich sein zu können bedeutet für die meisten: Immer den alltäglichen Herausforderungen und Problemen so gewachsen zu sein, dass man keine Verluste erleidet. Wenn man sich das anschaut, versteht man den Epikur, der sagt: Glück ist, keine Schmerzen zu haben. Das versteht man nur, wenn man es auf das praktische Leben des Alltags bezieht. Das Leben selbst im Alltag sorgt schon dafür, dass es einem nicht langweilig wird.

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Glück kann nur wirklich Wert geschätzt werden, wenn es zwischendurch auch schlechtere Zeiten gibt. Immer nur glücklich zu sein würde bedeuten, dass es im Leben keine Hürden zu überwinden und Probleme zu lösen gäbe. Ich fände so ein Leben doch sehr langweilig und unbedeutend. Anders betrachtet: Auch in schlechten Zeiten trotzdem glücklich sein zu müssen wäre für die menschliche Psyche doch sehr paradox und dürfte psychische Störungen oder Erkrankungen nach sich ziehen. Die Emotionen würden nicht mehr zu der erlebten Situation passen, was auf Dauer äußerst problematisch wäre...

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Kommentar von S4RABI
28.05.2016, 01:46

Wow das ist genau das,  was ich in meine Diskussionen über diese Thema nie ausdrücken konnte :D danke

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Also ich lebe seit einigen Jahren in Absoluter Harmonie. Es gibt keinen Stress in meinem leben und ansich ist alles immer super.

Habe mich für so ein leben entschlossen und jegliche personen aus meinem leben entfernt die eben Stress mit sich bringen.

Grund dafür war das ich über 21 Jahre lang nichts auser Hass, Trauer und Verzweiflung kannte.

Und ich genieße diese Seite da mir die andere wirklich zum hals raushängt.

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Kommentar von S4RABI
28.05.2016, 01:49

Okay, also in einem solchen Zusammenhang kann ich dass dan schon verstehen wenn man Glück dem Leid "vorzieht " 

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Ich sehe das ähnlich wie du, ohne das eine kann das andere nicht existieren. Zudem, wenn man immer glücklich ist vergisst man irgendwann was es heißt, traurig zu sein, und verliert somit die Wertschätzung der Glücklichkeit selber

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Kommentar von S4RABI
28.05.2016, 01:44

Genau das hab ich auch gedacht :) irgend wann ist man doch so abgestumpft (weil man eben nicht zwischen Freud und Leid unterscheiden kann), dass man gar nichts mehr fühlt 

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Ich bin da auf deiner Seite. Ich verstehe was die Leute sagen. Der Mensch ist Egoist, und das muss er auch sein, weil er sonst nicht überleben würde. Indem wir essen, nehmen wir anderen Lebewesen essen weg. Klingt doof, ist aber so. 

Und wenn wir immer die Chance haben immer glücklich zu sein, dann sagt der Egoist in uns: Ja, das will ich! Ich denke aber, dass das Leben dann an Höhen und Tiefen verliert und deshalb weniger schön und lebenswert ist.

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Ich denke das wäre gut. Der Körper würde in dem Fall die Trauer nicht "vermissen" denn er ist ja IMMER Glücklich, also brauch er auch weiter nichts.

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Kommentar von S4RABI
28.05.2016, 01:41

Aber könnte man dann überhaupt noch zwischen Glück und Trauer unterscheiden :) ? Also ich mein wurde sich das Glück dann überhaupt  nich nach Glück anfühlen?

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nein, wäre nicht gut, denn nur aus den widersinnigen dingen entsteht fortschritt

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Da bin ich auch deiner Meinung. Immer glücklich zu sein wäre dann im Prinzip wieder nicht glücklich. 

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Das Positive gibt es nicht ohne das Negative denn es bedingt sich gegenseitig 

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