Wäre es gerecht, wenn keiner mehr als eine bestimmte Summe verdienen dürfte?

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20 Antworten

Ich halte nicht so viel von Gehaltsobergrenzen und 250000€ ist darüber hinaus viel zu gering angesetzt, wenn dann sollte diese Grenze deutlich höher liegen. Aber ich weiß nicht wer davon was haben soll. Erstens glaube ich nicht, dass das Geld was Unternehmen beim Topmanagement sparen würden, dann an die "einfachen Arbeiter" verteilt wird, wahrscheinlich würden die Unternehmen einfach noch mehr Gewinne einfahren, vorausgesetzt diese Regelung würde weltweit gelten. Beim realistischeren Fall, dass dies nur in Deutschland oder vielleicht EU-weit eingeführt würde, würden die besten einfach auswandern. Letzten Endes hätte jeder dann davon verloren. Wegen des sogenannten "Superstar-Effekts" bringt ein CEO eines großen DAX-Unternehmens, auch wenn er nur minimal besser ist, als ein möglicher Ersatz, dem Unternehmen viele Millionen $ mehr an Gewinn. Wenn er wegen des geringeren Lohnes abhaut, haben alle nur verloren. 

Und generell bin ich dagegen, dass der Staat direkt in die Vertragsgestaltung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern so stark eingreift, wenn es viel einfachere Methoden gibt, um für Gerechtigkeit zu sorgen, nämlich die Steuerpolitik. Bevor man über eine Lohnobergrenze nachdenkt, sollte man sich vielleicht eher über einen höheren Spitzensteuersatz Gedanken machen. Darüber kann man gerne diskutieren, auch wenn ich persönlich das Gehaltsgefüge und die Steursätze in Deutschland für relativ gerecht halte. 

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Wäre das nicht ungerecht denen gegenüber, die sich im Rahmen eines Studiums oder einer Ausbildung und Fortbildung mehr Mühe gegeben haben als andere?

Jeder ist nach wie vor seines eigenen Glückes Schmied, und insofern hat man die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie viel Aufwand man leistet, und dementsprechend auch einen Einfluss auf das spätere Gehalt zu haben.

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Kommentar von smocan77
19.06.2017, 13:59

Nun ja, auch mit bzw. nur mit Studium und oder Weiterbildung ist dieses Einkommen eher nicht zu erreichen, da muss schon viel mehr dazu kommen und dann ist es manchmal auch durchaus angemessen.

Bei "nur" Studium und Berufserfahrung landeste erstmal bei 120 - 180k im Jahr und das ist schon ordentlich.

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Gerechtigkeit ist eine reine Ansichtsache.

Und zuletzt ist es immer eine Frage, wieviel von der Gerechtigkeit, die man gerne hätte, kann man sich leisten - denn alles im Leben hat seinen Preis - ausnahmslos alles.

Fakt ist jedoch, fühst Du eine Obergrenze ein, haben andere drunter zu leiden.

Warum?

Also nehmen wir mal an, ein Unternehmer baut Rettungswagen.

Der hat eine große Halle und 100 Mitarbeiter und baut im Jahr 250 Rettungsfahrzeuge.

Damit verdient der brutto weit mehr als 250 000 Euronen.

Dafür jedoch haben 100 Leute einen Job und es gibt 250 Rettzungsfahrzeuge.

Nun führ dem mal einen Obergrenze ein. Weißt Du, was der macht?

Meinst Du ernsthaft, der verteilt den Rest unter seinen Mitarbeitern? Meinst Du ernsthaft, der selbst ackert noch das gleiche 14 Stunden tägliches Unternehmerarbeitspensum durch, wie zuvor?

Der fährt seinen Aufwand runter, vor Allem sein Risiko. Der entlässt von 100 Leuten 70 und baut nur noch 60 Rettungsfahrzeuge im Jahr.

Nein, nicht 84 Rettungsfahrzeuge, nur noch 60, mehr muss der nicht tun, denn wenns weniger von den Teilen gibt, weil weniger herstellt werden, kostet einer einfach mehr.

Damit verdient der 250 K und gut. Warum zum Geier sollte der auch mehr machen? Aus Jux? Im Leben nicht.

Je mehr, desto mehr Risiko, desto mehr Aufwand, desto mehr Arbeit auch für ihn selbst, warum sollte der das machen, wenn der so oder so davon nichts hat?

Fährt der das runter, arbeitet der statt 6 Tage nur noch 3, den Rest kann der faul um seinen Pool zu Hause liegen, hat ja auch was.

Was hast Du damit also erreicht? Genau, 70 Arbeitslose und wir wollen hoffen, das Rettungsfahrzeuge länger halten in Zukunft, es gibt nicht mehr so viel Nachschub.

Und was hast Du noch erreicht? Du hast einen Fachmann, einen Macher, einer, der es drauf hat, nichtsnutzig auf die faule Haut gelegt, statt von seiner Schaffenskraft und seinen Fähigkeiten zumindest einige Steuern einzutreiben.

Wem ist damit geholfen?

Niemand.



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Natürlich, wovon soll ich denn sonst mein Leben bestreiten?

Wieso willst du (oder sonst jemand) dir anmaßen, den Wert meiner Arbeit zu beurteilen, obwohl du weder mich noch meine Arbeit kennst, und obwohl ein Arbeitgeber bereit ist, mir vielleicht 10 Mio. zu bezahlen?

Arbeit ist etwas, das wie alle Güter einen Preis hat. Der Staat sollte nicht in das Preigefüge eines funktionierenden Marktes eingreifen. Zumal es absolut niemandem nutzt. Wenn ich jetzt 9,75 Mio. weniger bekomme. Meinst du, dass du deshalb einen einzigen EUR mehr bekommst?

Reine Neiddebatte ohne praktischen Nutzen.

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Ich finde es kommt darauf an, für welchen Verdienst/Job man diese Summe verdient. Die Fußballergehälter oder auch Managergehälter der DAX-Vorstände sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Aber Berufe, die wirklich essentiell sind, sei es für das Wohl eines Einzelnen oder auch das Gemeinwohl, sollten auch entsprechend entlohnt werden. Wenn man sich einen gewissen Wohlstand hart erarbeitet hat, ist das doch eine faire Belohnung für Fleiß und Disziplin. 

LG

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Eine gute Frage. Natürlich soll sich Leistung, Einsatz, Investition in die eigene Ausbildung und Verantwortung lohnen, aber ab einer bestimmten Höhe sind Einkommen nicht mehr wirklich zu rechtfertigen. Aber wo liegt die Grenze? Und wie immer steckt auch bei dieser Frage der Teufel im Detail. 

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Schau nicht nur auf die Beträge, sondern was man dafür bekommt.

Es gab mal Zeiten, in denen man schon als reich galt wenn man nur 50.000 auf dem Sparbuch hatte.

Mit dieser Summe kann man heutzutage nicht mal mehr ein Kindergartenkind beeindrucken.

Die konkrete Summe muss immer auch am (Markt)Wert orientiert betrachtet werden um überhaupt feststellen zu können, ob man das braucht.

Brauchst Du ein Brot für 1 Million (hier bitte beliebige Währung einsetzen)? Wenn Du Hunger hast sicher. Und in manchen Zeiten war das noch ein Schnäppchen. o.O

Aber es wird sicher nicht jeder einen Champagner für 30.000 pro Flasche "brauchen", wenn es dasselbe Gesöff auch für 1000 gibt. ;)

warehouse14

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Es wäre weder gerecht noch vernünftig. Das Verbot von Kinderarbeit ist eine Errungenschaft, keine Sanktion für die Gesellschaft.

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Wer sollte denn deiner Meinung nach unabhängig und völlig objektiv darüber entscheiden was gerecht ist und was nicht?

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Nicht wirklich (das wär dann ja kommunismus da treten auch probleme auf wie man am beispiel von der DDR etc. sieht)

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Was kommt als nächstes ??

Einheitslohn für alle ?

Sorry, aber es gibt viele Menschen, die solche Gehälter nicht nur kriegen, sondern auch wirklich verdienen.

Wenn mir jemand 250.000 oder mehr bezahlt, dann ja wohl weil ich entsprechende Leistung und/oder Wissen einbringe....

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Das finden gewöhnlich die gerecht, die das mit den größeren Summen nicht schaffen.

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Kommentar von LouPing
19.06.2017, 14:02

Hey Hoegaard

Richtig! 

Warum sollen wir,die viel arbeiten und ne Menge Verantwortung tragen,nicht auch entsprechend gut verdienen. 

Diese Neiddebatten sind nervig. Potentiell hat jeder die Möglichkeit sich zu engagieren. Arbeit,Fleiß und Ehrgeiz müssen und sollten auch belohnt werden. 

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Der Sozialismus funktioniert nicht, wie die Geschichte gezeigt hat - und nichts anderes schlägst du hier ja vor. 

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Nein, das wäre nicht gerecht. Es leistet auch nicht jeder das Gleiche, auch ist nicht jede Arbeit gleich anstrengend/einfach.

Würde ich gerne 30 000+ im Jahr verdienen?=  - KLAR!!!

Habe ich das mit der Arbeit, die ich derzeit verrichte verdient? - NEIN

Möchte ich mich abrackern, weiterbilden, Job wechseln um dahin zu kommen?  - NEIN

Also ist es ganz gerecht das ich nicht so viel verdiene und bei dir auch ;)

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Absolute Obergrenze ist schwierig. Aber die Spreizung zwischen Geringverdienern und Großverdienern sollte m.M.n. nicht zu groß sein. Ich meine mich zu erinnern, dass diese Spreizung bis vor 30 oder 40 Jahren etwa 1:20 war. Heute sieht es so aus. 

In diesem Zusammenhang ist es natürlich nur ein schwacher Trost: Aber in Deutschland ist die Lohnspreizung geradezu moderat, wenn man sie mit der anderer Länder vergleicht. Hier zu Lande verdient ein Manager im Durchschnitt das 175-Fache eines einfachen Arbeiters, wie aus der jüngsten Erhebung von Bloomberg hervorgeht. 

In Großbritannien liegt der Wert dagegen bei 228. In den USA - wenig überraschend, ist er noch höher, nämlich 298.
  Den Vogel schießen dagegen andere Länder ab, von denen man es so nicht erwartet hätte. In Indien verdienen die Bosse durchschnittlich das 483-fache, in Südafrika gar das 541-fache eines einfachen Arbeiters. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nachrichten-am-morgen-die-news-in-echtzeit-a-1121725.html   



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Kommentar von lesterb42
19.06.2017, 15:36

Die Spreizung ist völlig egal, weil die Spitzenverdiener eine extem kleine Gruppe abbilden. Wichtig ist, das die "Armen" ausreichend versorgt sind.

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Nein, sonst würde sich keiner mehr den Stress des Unternehmertums antun und woher kommen dann die Arbeitsplätze, vom Staat gemacht?

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Wenn es so wäre müsste man sich nicht wundern wenn alle abhauen aus Deutschland 

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Dafür habe ich gelernt, war fleißig und ich arbeite hart dafür. Jeder ist seines Glückes Schmied.

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Wäre sehr ungerecht, wohin würde das Geld über 250000€ gehen ?

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Kommentar von Hoegaard
19.06.2017, 15:36

Lehrstühle für Gerechtigkeitswissenschaften, Gerechtigkeits-Streetworker, Gerechtigkeitsunterricht, Arbeitsplätze für Bachelors of Equity Sciences

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