Wäre eine Revolution zur heutigen Zeit notwendig, und wenn ja, warum?

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8 Antworten

In Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern gibt es keine "Regimes", sondern demokratisch gewählte und legitimierte Parlamente und Regierungen. Die Bürger sind frei und berechtigt, sich passiv oder aktiv am politischen Geschehen und allem, was damit zusammenhängt, zu beteiligen. Daher gibt es für jede Form von Aufruhr oder "Revolution" in unseren freiheitlichen Demokratien nicht die mindeste "Notwendigkeit"!

MfG

Arnold

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Es gibt nicht viele Revolutionen in der Geschichte und mir ist keine bekannt, die die zu Beginn selbst gesetzten Ziele, falls überhaupt welche vorhanden waren, wirklich erreicht hätten. Revolutionen sind wie ein Vulkanausbruch. Im "Gährungsprozess" vorher artikulieren sich viele unterschiedliche Interessengruppen mit teils sehr widersprechenden Zielen. Welche Gruppe dann im Verlauf des Ausbruchs nach oben gespült wird und die Macht an sich reißen kann, ist weder lenk- noch vorhersagbar. Heute ist das Wort Revolution in sehr inflationärem Gebrauch, vom Waschmittel bis zur "scheindemokratischen Revolution" in Nordafrika oder der Ukraine. Hinterher schält sich dann immer heraus, dass die Großmächte schon vorher ihr schmutziges Spiel betrieben haben und wie in Nordafrika werden wir dann von gewaltigen Fehleinschätzungen überrascht.

Meine Behauptung: Eine Revolution einer Mehrheit des Volkes gibt es nicht. Es handelt sich immer nur um spezielle Interessengruppen, die den Unmut und die Lethargie von Teilen des Volkes ausnutzen, um Machtverhältnisse umzustürzen. Wenn Meldungen über die Ukraine stimmen, darbt im Laufe der Revolution und danach das Volk und die reichsten Clan werden noch reicher, während andere aus dem Weg geräumt werden. Da Revolutionäre - wenn sie ein Programm haben - immer dem Programm und nur dem Programm dienlichen Teilen des Volks den Vorrang einräumen, hat das Volk nach Revolutionen nichts zu entscheiden, es entscheiden die Revolutionäre, die an die Macht gespült wurden. Das erleben wir im Moment in Nordafrika und da Religion sich als Aufputschmittel bestens eignet, wundert man sich, dass sich welche über die Machtergreifung von Islamisten wundern.

Revolutionen sind Explosionen. Viele, die in der Hoffnung gezündelt haben, selbst danach ganz oben zu stehen, werden überrollt und wenn sie es überleben, reiben sie sich hinterher die Augen, wem sie auf den Thron  verholfen haben. Die linksliberalen, teils rotgrün angestrichenen Gutmenschen deutscher Nation haben einen Prozess der Völkerwanderung nach Deutschland in die Wege geleitet (Merkel ist doch nur ihr irritiertes Opfer) und es wird interessant sein, den Fortgang dieses Prozesses zu verfolgen. Dass am Ende die Frauenemanzipation über alttradierte patriarchale Strukturen gewinnt, wage ich zu bezweifeln. Noch steinigen sie nur in Afghanistan und hacken nur in SaudiArabien die Hände ab. Also, Ehebrecherinnen und Langfinger, aufgepasst.

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Kommentar von AalFred2
04.11.2015, 13:38

 Noch steinigen sie nur in Afghanistan und hacken nur in SaudiArabien die Hände ab. Also, Ehebrecherinnen und Langfinger, aufgepasst.

Wie genau kommst du auf die Idee, dass sich solche Zustände hier einstellen könnten?

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Kommentar von pendejo
04.11.2015, 20:02

Möglicherweise war das bei einigen Revolutionen so. Bei den meisten "Revolutionen" wurde lange im Vorfeld geplant, unterstützt, Propaganda geführt, Intrigen geschmiedet etc. Durch interne, sehr oft auch externe Mächte. Und hinterher war es natürlich der spontane Volkszorn.

"In der Politik geschieht nichts durch Zufall. Wenn etwas geschah, kann man sich sicher sein, dass es so geplant war." - Roosevelt

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Bei der ganzen Sache solltest du bedenken, dass eine Revolution in einem demokratischen System im Prinzip immer einen Rechtsbruch bedeutet. Das heisst, durch eine Revolution wird die rechtmäßige Regierung unrechtmäßig aus dem Amt gehoben. Das hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun und diskreditiert die Revolutionäre von vornherein als undemokratisch.

Weiter repräsentieren Revolutionäre in den seltensten Fällen die Mehrheitsverhältnisse im Land. Folglich würde sich hier eine Minderheit über die von der Mehrheit gewählte Regierung erheben, was ebenfalls undemokratisch wäre.

Um einen Regierungswechsel durchzusetzen, sind in demokratischen Systemen Wahlen vorgesehen. Hier kann durch Mehrheitsentscheidungen eine neue Regierung ins Amt gebracht werden.

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Kommentar von Snanifo
04.11.2015, 00:37

Mit "Revolution" ist auch kein Regierungswechsel gemeint, sondern entweder eine weitreichende Systemänderung oder zumindest eine andere Zielsetzung in der Politik. Dies ist beides nur über die Diskussion der Kritikpunkte zu erreichen. 

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Kommentar von pendejo
04.11.2015, 19:46

Um einen Regierungswechsel durchzusetzen, sind in demokratischen Systemen Wahlen vorgesehen

Grundsätzlich ja.

Aber auch unser Grundgesetz hat hier eine Ausnahme vorgesehen:

§20 (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechungsind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum
Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Beispielsweise, wenn Bundeskanzler-Innen in absolutistischer Manier über bestehende Gesetze hinwegsetzen, oder wenn Regierungen Souveränitätsrechete sang- und klanglos nach Brüssel abtreten...

Ein Schalk, der hier Ähnlichkeiten mit realen Begebenheiten unterstellt ;-)

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Ich würde den Gegenstand anders angehen. Ich würde fragen, was sich denn ändern müsste jetzt in der BRD und dann überlegen, wie ich das erreichen kann. Ob das dann eine Revolution gibt oder eine Reform oder gar nur kleine Korrekturen, das liegt ja wohl daran, was ich für verbesserungswürdig halte und wie die Verbesserung erreicht werden kann und wen ich dazu brauche, um mein Ziel zu erreichen. 

Die Frage selbst klingt so ein bisschen danach, egal was für ein Inhalt die Revolution hat: "völlig irrelevant aus welchem Standpunkt.......in Deutschland oder auf internationaler Ebene", die Revolution als ein Ideal zu sehen. Mit dieser Vorstellung würdest du mich nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Ich denke, die Realität ist kein Wunschkonzert und ich müsste schon die Gründe für die "Revolution" wissen. 

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Kommentar von Soulguerillero
03.11.2015, 23:39

Ah! Das ist doch schon mal ein Stichwort: Ideal. Es heißt, Evolution wird auch mit "R" geschrieben... Ich glaube, dass eine Revolution zumal in dem Sinne erforderlich ist, die Werte aufzufrischen, andererseits um dem gewöhnlichen Homo sapiens vor Augen zu führen, wie "mächtig" er sein kann. Ich glaube, dass die obenstehenden Bürokraten und Politiker den Menschen ein wenig "einschüchtern", dass er denkt: "Och, egal was die da oben machen, ich verstehe davon eh nichts und kann ja nichts großartiges ändern..."
In diesem Denken getrimmt, profitiert der Staat seine Kraft. In diesem Sinne würde ich also sagen: Wie das Ziel erreicht wird und wen ich dazu brauche hängt davon ab, wie viele Menschen aufstehen und mit mir gegen das Regime ziehen. 

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Notwendig wäre eine Revolution schon, ob sie allerdings machbar ist, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

die Frage stellt sich Was man eigentlich ändern will und Wer das bewerkstelligen soll. Welche Organisationen komen hierfür in Frage und Was könnte der Auslöser sein, der in eine R. einmündet.

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Nein ist hier in der BRD nicht notwendig..  auch wenn aktuell Schreihälse in einigen Städten auf den Straßen sind ..

 mir fällt dazu der Marx-Engelsbegriff des Lumpenproletariats ein..  dieser Abhub der verkommenen Subjekte aller Klassen, der sein Hauptquartier in den großen Städten aufschlägt, ist von allen möglichen Bundesgenossen der schlimmste. Dies Gesindel ist absolut käuflich und absolut zudringlich.

Für die wird doch kein Mensch, der ein gesichertes Einkommen hat seine Existenz aufs Spiel setzen, zudem die hiesigen unteren Schichten leben doch gut mit H4 und im Alter mit der Grundsicherung.

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Alle vier Jahre zur Bundestagswahl!

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Kommentar von Snanifo
12.11.2015, 03:03

Ist denn dazwischen alles o.k. für dich?

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Kommentar von Oldtimertreffen
12.11.2015, 08:54

Manchmal muss sich die Realität entwickeln, damit der Führung ein Zeugnis ausstellen kann. Daher ist die Phase der Arbeit zwischen den Wahlkämpfen sehr Korrekt. Es ist übrigens eine Erfahrung, die man gemacht haben sollte. Sollte jeder mal eine Führungsrolle übernommen haben, damit man die Herausforderungen der Realität versteht. Aber leider sind die meisten Ureinwohner nicht mehr in der Lage irgendetwas anzupacken. Die Chancen das Bewusstsein für Realität zu erlangen werden von den meisten heute abgelehnt mit einer fadenscheinigen Verschwörungstheorie. Selbst arbeiten in Vereinen, was mal so deutsch gewesen war, wird wegen des verwechseln von Unmacht und Realität unterlassen. Folge ist, dass die Führung mancher Volksgenossen derart abschweifen, dass letztendlich wir in ein Chaos fallen.

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Revolution ist in Deutschland verboten.

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Kommentar von ArnoldBentheim
04.11.2015, 13:26

Nein, nicht grundsätzlich, im Gegenteil!

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