Wäre eine Monarchie mit einem gutwilligen und intelligenten Herrscher mit fähigen Beratern nicht ein besseres System als die Demokratie?

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16 Antworten

Wäre eine Monarchie mit einem gutwilligen und intelligenten Herrscher mit fähigen Beratern nicht ein besseres System als die Demokratie?

Du stellst die Frage falsch, weil du von falschen Voraussetzungen ausgehst.

Der wichtigste Fehler: Du glaubst, das, was wir haben, wäre eine Demokratie, nur weil es sich Demokratie nennt.

Das ist jedoch ein Irrtum. Tatsächlich lebst du in einer "befristeten Aristokratie". Nicht "das Volk", wie in einer DEMO-kratie eigentlich notwendig, sondern "Berufs-Politiker" (= Aristokraten) sitzen an den Hebeln der Macht. 

Sie entscheiden, was getan wird, wann es getan wird, wie es getan wird, wo es getan wird und ob es überhaupt getan wird.

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Und um wenigstens den Anschein von Demokratie zu erwecken, darfst du alle vier Jahre unter diesen Aristokraten einige auswählen, die dein zukünftiger Vormund sind.

Einfaches Beispiel: Angenommen 100% der Deutschen fänden, dass die CDU leidlich gute Arbeit macht, wollten aber Frau Merkel nicht mehr als Kanzlerin haben, weil sie ihrer Meinung nach einen schlechten Job macht. 

Frage: Wie können diese 100% der Wähler nun wählen, dass dieses Ergebnis eintritt? Die CDU bekommt die (Allein-)Regierung; aber Frau Merkel bekommt keinen Posten mehr; weder als Abgeordnete, noch als Kanzlerin, Ministerin oder sonstwas.

Auflösung: Es geht nicht. Es gibt keinen Weg, das durch Wahl zu erreichen.

Die Stimmen von 100% des Volkes sind ... verpufft. Denn die Aristokraten bestimmen selbst, wen sie zu ihrem und deinem Oberhaupt machen. 

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Doch wenn ein Volk nicht einmal imstande ist sich seine Regierung selbst zu wählen, was ist das dann für eine Demokratie?

Ja, man versucht, sie dir als "parlamentarische Demokratie" zu verkaufen, weil du ja wenigstens einige Abgeordnete "direkt wählen" kannst. Doch dagegen haben die Aristokraten längst ein wirksames Mittel: Den Fraktionszwang. Er ist zwar verfassungswidrig, doch er wird einfach als "Fraktionsdisziplin" getarnt, um sich auch hier den oberflächlichen Anschein von "demokratischen Strukturen" zu geben...

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Mit anderen Worten: Das, was du "fehlerhafte Demokratie" nennst, ist in Wahrheit GAR KEINE Demokratie, sondern eine "pseudo-demokratische Aristokratie, die stark anokratische Züge trägt". 

Insofern tritt deine Argumentation auch nicht gegen die Demokratie selbst an.

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Das wiederum führt notwendigerweise dazu, dass einige deiner Argumente irrig sind:

Argument (1, 2, 5, 6): Der Streit, den du beobachtest, ist kein "demokratischer Streit um den Weg", sondern vor allem ein "Macht-Streit unter den Aristokraten". Es geht ihnen nicht um das Ergebnis, sondern um die Frage, wie viel Macht man aus dieser Sache schlagen kann bzw. dadurch verlieren wird.

Das kannst du leicht erkennen, wenn wieder mal eine Partei "mehr Profil" zeigen oder "sich abgrenzen" will. Denn bei solchen "Profil- & Abgrenzungs-Aktionen" geht es NIE um Inhalte, sondern immer nur um die eine Frage: "Wie kann ich mich so gegen die anderen Aristokraten profilieren, dass das Wahlvieh beim nächsten Mal mir die Stimme gibt?"

Argument (3): In einer Demokratie muss Lobbyismus auch kein Problem sein. Man verbietet ihn einfach. Punkt.

Dass er nicht verboten wird, ja, dass die "Abgeordneten" sich sogar straffrei weigern dürfen, dem "Souverän" ihre Nebeneinkünfte - und damit ihre Abhängigkeiten - lückenlos offenzulegen, ist erneut ein Indikator für "fehlende Demokratie"; nicht für "schlechte Demokratie". Denn in einer Volks-Herrschaft (= Demo-kratie), sollte doch wohl der Chef sagen, wo es lang geht; und nicht dessen bezahlte Beauftragte, nicht wahr?!

Argument (4): Wohin es führt, wenn ein Diktator, Kaiser, König oder Fürst die Entscheidung allein trifft, kannst du in Tausenden Beispielen in den Geschichtsbüchern nachlesen.

Es ist auch ein Verdienst der Tatsache, dass wir "wenigstens in einer pseudo-demokratischen Aristokratie leben", dass Europa gerade die längste friedliche Phase seit Beginn der Geschichtsschreibung(!) erlebt. Nimm das nicht auf die leichte Schulter! Es ist schneller verspielt, als du dich umschauen kannst. 

Argument (7): Wie viele und welche "Interessengruppierungen" entstehen, ist in einer Demokratie gleichgültig. Gerade die zunehmende Meinungsfreiheit, aber auch die zunehmende Bildung waren es, die viele positive Dinge ermöglicht haben. Und erst die Verknüpfung mit pseudo-demokratischer Aristokratie offenbart das schädliche Potenzial.

Insofern gibt es in einer "echten Demokratie" viele Möglichkeiten, gewissen Auswüchsen entgegen zu treten. Und dennoch sollte man eines nicht vergessen: Wenn sich auf demokratischem Wege "AfD-Mehrheiten" finden ließen, dann wären es immer noch demokratische Mehrheiten; auch, wenn sie dir und einigen anderen vielleicht nicht gefallen sollten.

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(Tatsächlich wäre es meines Erachtens viel interessanter, die Frage umzuformulieren und zu sagen: "Seht diese Fehler im System! Wie kann man sie INNERHALB EINER DEMOKRATIE beseitigen?")

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Die Quintessenz meiner Argumente ist, dass der Entscheidungsweg deutlich verkürzt würde und auch Meinungsmanipulation (z.B. durch Medien) keine Auswirkung auf wichtige Fragen hätte, was beides heutzutage schwerwiegende Probleme sind.

Dafür gibt es auch demokratische Mittel, darunter etwa das Verhindern der Konzentration und Verfestigung von Macht (in den Partei-Eliten). Dir sollten sich die Nackenhaare sträuben, wenn sich Partei-Bosse zusammensetzen und beispielsweise den kommenden Bundespräsidenten ausklüngeln, der dann - um den demokratischen Anschein zu wahren - von der Bundesversammlung noch legitimiert werden darf.

Denn damit HAST DU BEREITS deine "Monarchie" bzw. "Diktatur". Nur eben, dass es nicht einen Monarchen bzw. Diktator gibt, sondern eine sehr überschaubare Gruppe, die diese Machtverteilung unter sich ausficht (und das zumeist nicht annähernd so böse, wie du wahrzunehmen glaubst; denn auch hier ist viel "Theater für den Pöbel" dabei).

P.S.: Am besten wäre wohl ein vom parlament kontrollierter Monarch, der jedoch uneingeschränkte gesetzesvollmacht hat, das parlament jedoch genau so. So dass sie sich Gegenseitig kontrollieren.

Und an dieser Stelle hast du den Weg zum Grundgesetz gefunden. ;)

Tatsächlich ist dein "vom Parlament kontrollierter Monarch" sehr weitgehend in der Regierung abgebildet. Also zumindest theoretisch. Denn in der Praxis - s. "Aristokratie", "Fraktionszwang", "geheime Ausschüsse", etc. - verhindert das Machtgefüge diese "parlamentarische Kontrolle" sehr wirkungsvoll. 

Insofern bräuchtest du nur eine einzige Forderung zu stellen: Transparenz!

Damit würden viele der von dir aufgezeigten Fehler im System (und noch ein ganzer Haufen mehr, die du hier nicht erwähnt hast), sehr effektiv bekämpft werden können...  

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Kommentar von kazon500
29.07.2016, 11:10

Okay krasse Antwort, hab mir das jetzt öfters durchgelesen und finde deine Argumentation echt heftig... Ob das auch meine Meinung ist weiß ich jetzt noch nicht xD Aber ansonsten klingt das echt stichhaltig.

Das Diskussionsergebnisse und "Abgrenzungen" in Parlamenten oft Machtspiele sind ist mir allerdings klar, ich war nur der "Illusion verfallen" dass es ja sein könnte das es manchmal wirklich um "das Thema" geht und nicht um die eigene Macht... aber das ergebnis des nicht zu potte kommens bleibt ja gleich.... [Ich denke/hoffe aber trotzdem dass es bei vielen Debatten (30%) vllt doch um Inhalte gehen könnte]

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Kommentar von oelbart
29.07.2016, 14:30

Wie können diese 100% der Wähler nun wählen, dass dieses Ergebnis
eintritt? Die CDU bekommt die (Allein-)Regierung; aber Frau Merkel
bekommt keinen Posten mehr; weder als Abgeordnete, noch als Kanzlerin,
Ministerin oder sonstwas.

Du verkennst, dass auch die CDU eine demokratische Partei ist (Parteien, die beispielsweise nach dem Führerprinzip funktionieren, sind in Deutschland nicht zugelassen). Demokratische Teilhabe der Bürger heißt eben nicht nur, einmal in vier Jahren von ihrem aktiven Wahlrecht Gebrauch zu machen, sondern auch, sich selbst in Parteien zu engagieren und aktiv Politik zu gestalten. Auf diese Weise sind die Spitzenkandidaten einer Partei demokratisch legitimiert.
Und um Deine Frage zu beantworten: Wenn wirklich die Mehrheit der Deutschen für das Programm der CDU aber gegen Frau Merkel wäre, müsste eben irgendjemand aus dieser Volksmehrheit sich bereiterklären, eine Partei zu gründen, die das Programm der CDU kopiert aber Frau Merkel nicht Mitglied werden lässt. In Deinem Szenario müsste diese Partei dann ja aus dem Stand in die Landtage und den Bundestag einziehen.

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Wäre eine Monarchie mit einem gutwilligen und intelligenten Herrscher mit fähigen Beratern nicht ein besseres System als die Demokratie?


Diese sehr theoretische Frage ist ziemlich realitätsfern!

 -    Dass eine Monarchie einen fähigen Monarchen und auch noch fähige Berater hat, mag vorkommen, aber die Beispiele in der Vergangenheit sind ziemlich rar. In einer Monarchie wird der Thron vererbt, sodass die gewünschte Kombination reiner Zufall wäre. Ein schlechter Monarch, der sich schlechte Berater zur Seite stellt, könnte durch die Länge seiner Regierungszeit den Bestand des Landes gefährden. Nur unter sehr problematischen, meist bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen könnte ein Volk einen schlechten Monarchen loswerden. Dieser müsste also durchaus "Angst" davor haben, seine "Macht zu verlieren", weshalb er - aber nur, wenn er gut beraten wäre! - seine Entscheidungen entsprechend sehr wenig willkürlich ausrichten sollte! In Deutschland haben wir Erfahrungen mit schlechten Monarchen machen müssen, zuletzt mit Wilhelm II., der sich vorallem von seinen Hofschranzen beraten ließ und ihrer "Meinungsmanipulation" hoffnungslos ausgeliefert war - mit entsprechenden Folgen für den Monarchen, sein Volk und ganz Deutschland.

-     Die Frage unterstellt zudem, dass eine Demokratie keinen fähigen "Herrscher" mit fähigen "Beratern" haben könnte. Das ist aber historisch widerlegt! Zwar wird jede Demokratie auch einmal eine schlechte Regierung haben, die aber nach relativ kurzer Zeit vom Volk abgewählt werden kann. Damit hat die Demokratie klare Vorteile vor einer Monarchie!

-     In Deutschland wie anderen Demokratien wird die Stelle eines starken regierenden Monarchen entweder von einem starken Präsidenten oder einem starken (Bundes-)Kanzler bzw. Ersten Minister eingenommen. Die Bundesrepublik hat sich für einen starken Bundeskanzler entschieden, der die Richtlinien der Politik bestimmt. Seine Berater sind teils persönliche Vertraute, die in der Tat nur beraten, teils Kabinettsmitglieder, Minister, die beraten und mitbestimmen. Das Staatsoberhaupt, der Bundespräsident, das Parlament und die Hohe Gerichtsbarkeit kontrollieren - und unterstützen damit, was gerne mal vergessen wird! - die Arbeit der Regierung. Auf diese Weise wird i. d. R. eine effektive Regierung das Staatswesen leiten.

-     Der Vorwurf der Langsamkeit, in einer Demokratie Entscheidungen zu fällen, geht in die Irre. Die rasche, schnelle Entscheidung ist selten die beste! Es ist für viele Entscheidungen gut und sinnvoll, dass in einem umfassenden Meinungsaustausch von Politikern in Bund und Ländern untereinander und mit der interessierten Öffentlichkeit der Inhalt solcher Entscheidungen abgewogen, ggf. korrigiert und verändert wird. In besonderen Situation kann die Bundesregierung selbständig handeln und die Zustimmung des Parlamentes nachträglich einholen. Ein "Gesetzgebungsnotstand" kann unter bestimmten Voraussetzungen erklärt werden. Auch ist bei wichtigen Gesetzen eine Verabschiedung innerhalb weniger Tage möglich. Kurz: eine Demokratie kann in dringenden Fällen nicht weniger rasch reagieren als eine Monarchie.

-     Was den "Lobbyismus" angeht, so gibt die Geschichte zahlreiche Belege dafür her, dass keine Staatsform mehr vom "Lobbyismus" bestimmter gesellschaftlicher Gruppierungen abhing als die Monarchie! Gerade mittelmäßige und schlechte Monarchen waren immer von ihren Beratern und gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich hinter diesen verbargen, abhängig und haben sich von ihnen lenken lassen - oder sich überhaupt nicht um die Regierungsgeschäfte gekümmert. Beispielsweise hat Bismarck immer dafür gesorgt, seine Gesellschaftsklasse, die preußischen Junker, zum Nachteil des Staates politisch und ganz besonders wirtschatlich zu bevorzugen. Und im damaligen Vergleich war das Gespann Wilhelm I. - Bismarck ein Modell für eine einigermaßen funktionierende starke Monarchie.

-     Ein "parlamentarischer Monarch" kann keine umfassenden Gesetzgebungskompetenzen haben! Hätte er die, wäre er ein Monarch, aber kein parlamentarischer. Ohne Zweifel käme es zwischen Monarch und Parlament irgendwann zu unüberbrückbaren Gegensätzen. Das gab es z. B. im 17. Jahrhundert in England, wo man das Problem auf die Weise gelöst hat, dass der König im wahrsten Wortsinn seinen Kopf verlor. Auf so blutige Schauspiele sollten wir verzichten! :-))

Bei der Frage: Monarchie oder parlamentarische Demokratie als Staatsform fällt das Urteil eindeutig aus, nämlich für die parlamentarische Demokratie!

MfG   

Arnold    

  







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Deine Sicht der Herrschaftsformen ist ausgesprochen naiv. Wo soll es je eine segensreiche Herrschaft für die Beherrschten gegeben haben? Davon mal abgesehen, ist deine Auflistung mehr als fragwürdig, da klemmt es von "Vorne bis Hinten".

Es gibt Fälle, wo eine Monarchie mit antidemokratischer Stoßrichtung besser als eine übliche Demokratie war, siehe röm. Reich. Dann isses von obermies, hinführend zu mies, das gibt es auch.


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Kommentar von kazon500
29.07.2016, 11:05

Das Ziel der Frage war ja u.a. naiv zu sein, um eine Diskussion anzuregen....

Es gibt einige Beispiele für "segensreiche Herrschaften":

Augustus für die Römer

Englishe Monarchen für die Engländer während der Kolonialzeit

Otto für "Alt-Deutschland"

Nebukadmeza für Persien

Alexander für Makedonien (bis zu seinem Tod xD was danach passierte war eher Selbstzerstörung)

Das Ding ist halt, dass sie nur "segensreich" für das eigene Volk waren, aber das ist bei von Kapitalismus geprägter Demokratie ja nicht anders [frag mal Taiwanesen oder Kongolesen was sie davon halten].

Das die Auflistung hapert sehe ich nicht so, denn was ich schreibe sind ECHTE Probleme, die Demokratie hat.

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Bei zu vielen politischen Fragen, gibt es keine eindeutig vernünftigste Lösung. Ein Beispiel: Der Staat hat nie genug Geld, um alles bezahlen zu können, was sinnvoll wäre. Sollte der Staat also die Unis besser ausstatten oder für Grundschulklassen mit maximal 12 Schülern sorgen? Anderes Beispiel: Wie soll dieser "gute Diktator" Sterbehilfe regeln?. Da kommt es mehr auf ethische Normen als auf Vernunftgründe an.

"In der Demokratie wird immer über das für und wieder gestreitet" Das ist gerade de große Vorteil der Demokratie, neben der Suche nach Kompromissen.

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?? Wohin soll das führen ? Siehe Hitler, siehe Honecker, siehe Türkei, siehe Russland .. Die Demokratie hat doch was gutes..

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Kommentar von kazon500
29.07.2016, 07:11

Naja vielleicht hat Erdogan genau das vor, was ich hier schreibe und die Türkei übernimmt :D Weil Erdogan scheint ein sehr intelligenter und "nicht böser" Mensch zu sein.

Vor allem dem Islam würde so ein System gut stehen, weil Demokratie ist bei denen ja eher "survival of the fittest" ;)

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Kommentar von Infomercial
29.07.2016, 07:28

Ja, ein sich verschlechterndes Bildungssystem, ein langsam kollabierendes Versorgungssystem für Kranke, Alte und Pflegebedürftige, den Ausverkauf ureigenster und nationalstaatlicher Interessen der Bevölkerung als Staatsträger, die übermächtige Durchsetzung des Willens von Minderheiten zu Lasten des Wohles der Mehrheit,....

p.s.: Nein, hiermit relativere ich keineswegs die Folgen von Diktatur und Despotie in der Vergangenheit.

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Das ist eine Frage, die schon vielfach (philosophisch) diskutiert wurde. Wenn wir also deine Voraussetzungen als fortwährend gültig annehmen und dazusagen, daß der "Herrscher" alle nötigen Eigenschaften mitbringt, um ethisch-moralisch, fachlich, gerecht usw. auf Dauer entscheiden zu können, dann wäre das definitiv der bessere Weg.

Die Demokratie krankt nicht vordergründig an den langen Entscheidungswegen, sondern an der fachlichen Unfähigkeit und charakterlich-moralischen Verkommenheit der Menschen in den Ämtern.

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bei einem guten Monarchen und sehr guten Beratern wäre das sicher ganz gut. Was aber ist, wenn der Monarch stirbt. Wer wird der Nachfolger? Der älteste Sohn, die älteste Tochter? Und wenn das Deppen sind? Ist oft genug vorgekommen.

Ein österr. Kaiser, nach Franz V, glaube ich, hat mal gesagt: "Das Regieren ist schon leicht, wenn nur das Lesen nicht wäre." Zugegeben, er wurde dann abgesetzt, weil er halt ein Depp war.

Und dann ist die Frage: wer setzt den depperten Monarchen ab? Das hätte man mal mit Kaiser Wilhelm ll machen sollen....

Ne, die Demokratie hat viele Fehler, ist aber immer noch die beste Regierungsform.

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Das Problem Deines fiktiven Szenarios liegt leider in der Lösung der Frage, was denn ein gutwilliger und intelligenter Herrscher ist, und nach welchen Maßstäben die sogenannten Berater zu beurteilen sind.

Wer entscheidet darüber und bestimmt diese Leute.

Ich vermisse darüberhinaus ein wirksames Kontrollsystem, das bei einem nicht auszuschließenden Machtmissbrauch greift.

Deine Idee von einem gleichberechtigten Herrscher und Parlament würde bei gegenteiligen Entscheidungen zu einem totalen Chaos führen.

Ferner ist die Entscheidungskompetenz für den Nachfolger Deines Herrschers völlig offen.

Es gäbe noch weitere Scwächen Deines Systems, die allerdings alle hier aufzuzählen würde den Rahmen dieses Forums sprengen.

Finde Dich mit der Erkenntnis ab, dass ein demokratisches parlamentarisches System zwar seine Schwächen hat, es aber trotzdem leine bessere Staatsform gibt.

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Jedes System wäre perfekt, wenn die Menschen darin perfekt wären.

Da das aber niemals eintreten wird, ist ein System, in dem möglichst viele Bevölkerungs- und Interessengruppen zu Wort kommen können, der beste Schutz vor einseitigen und nachteiligen Entscheidungen.

In deiner Liste (Punkte 1,2, 5,6) gehst du davon aus, dass es immer eine objektiv richtige Entscheidung gibt, die ein "guter Tyrann" erkennen und 1:1 umsetzen würde. Solche eindeutig richtigen Entscheidungen gibt es jedoch nicht, denn die Menschen in einem Staat sind völlig verschieden, was ihre Interessen angeht.

Der einzige Weg, die Menschen auf eine Interessenlinie mit dem Herrscher zu bringen, ist eine völlige Gleichschaltung sämtlicher Medien und letztlich ein staatlich gesteuerter Propagandaapperat. Dieser stützt sich dann aber einzig und allein auf das, was die Regierung für notwendig erachtet, nicht auf das, was tatsächlich notwendig ist.

Die gute Diktatur ist ein nettes Gedankenspiel, aber sie hat, genauso wie der Kommunismus, in der Geschichte noch nie funktioniert. Und Versuche gab und gibt es wirklich genug.

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Kommentar von Unsinkable2
29.07.2016, 09:47

Jedes System wäre perfekt, wenn die Menschen darin perfekt wären.

"Perfekt für wen"? ... Kapitalismus hat die Kapitalakkumulation zum Ziel. In einem "perfekten Kapitalismus" hat also einer ALLES, und der Rest NIX. Wäre das für dich auch "perfekt"?

Und Versuche gab und gibt es wirklich genug.

Über den Zeitraum von ca. 70 Jahren, wenn man es großzügig bemisst, um die gesamte Spanne abzudecken.

Der Kapitalismus sucht, bemessen wir vorsichtig, seit rund 170 Jahren, also rund 2,5 Mal so lange, seinen Weg. Immer wieder führte der Weg in Kriege, Krisen, Hunger, Elend und Tod. Ist es ihm gelungen, einen "guten Weg" zu finden, braucht er noch eine Chance; oder "gibt es nun genug Versuche"?

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Selbst wenn dein Herrscher und seine Entourage guten Willens und Wollens sind (sowie auch die Fähigkeiten hierzu haben) so würde doch durch die Weiterentwicklung der Welt sich die Problemstellung verändern (und möglicherweise nicht richtig erkannt werden) oder auch durch Veränderung (Generationenwechsel im Königshaus) und Austausch in der Entourage Personen an die Macht kommen welche mental ungeeignet oder einfach nur Machtgeneigt sind. Du hast aber als Volk keine Möglichkeit diese Auswahl zu beeinflussen.

Eine aktuelle Entwicklung in der Monarchie wäre z.B. Thailand. Der König (welcher viel für sein Land erreicht hat) ist sehr krank und alt. Sein Sohn ist aber "nur" ein Lebemann welcher sich lieber durch die Welt vögelt......

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Glücklicherweise haben wir ein Grundgesetz, das dies in Art. 20, klar nicht zuläßt.

Zudem waren die Väter des Grundgesetzes so klug und vorausschauend das sie in Art. 79 Abs. 3  (Ewigkeitsklausel genannt) dafür gesorgt haben das sowas nicht mehr möglich ist.

Weitere Diskussionen erübrigen sich dadurch.

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Kommentar von kazon500
29.07.2016, 11:37

Digger ein Grundgesetz ist jetzt nicht gerade das unumstößlichste was es gibt (s. Türkei)... Wäre ja nicht das erste mal, dass Verfassungen über den haufen geworfen werden.

(Ich finde es eh lächerlich, dass sich die Menschen so stark durch Gesetze in ihrer Selbstbestimmung einschränken lassen [Stichwort: staatliche Bevormundung {effektives Beispiel: Drogenproblematik}], dass sie das Gesetz für das "Amen in der Kirche" und unumstößliches heiliges, göttliches (man füge weitere dazupassende Adjektive hinzu :D) "Manifest" halten)

Darüber hinaus ist das hier ein fiktives Szenario, also stellt sich die Frage gar nicht nach gesetzlicher Legitimation garnicht.

lG

(Das das Grundgesetz großteilig eine gute Sache ist bezweifle ich übrigens nicht)

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Nein, das wäre nicht besser.
Wem Gott ein Amt gibt den schlägt er auch mit Blindheit.
Macht neigt dazu mißbraucht zu werden.

Demokratie hat ein Korrektiv, die Oposition und das Bundesverfassungsgericht.
Wahlen nicht zu vergessen.

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Das beste System wäre eine totalitäre Diktatur mit einem perfekten Herrscher.

Da es den nicht gibt, ist eine Diktatur kein anzustrebendes System.

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Ein Problem - nebst der Idealisierung eines "gutwilligen und intelligenten" Monarchen - hast du vergessen : die Machterhaltung.

Sogar die "lieben freundlichen" demokratischen Regierungen wollen eines, an der Macht bleiben. Da werden auch udemokratische bis kriminelle Mittel eingesetzt. bei einem Alleinherrscher wäre das noch viel extremer. = Ende der Gutwilligkeit.

Übrigens dient das Mitreden, Mitbestimmen, Wählen... der Motivation des "Fussvolkes". Wer ernst genommen wird, wer respektiert wird, wer das Gefühl des Mitregierens hat, der arbeitet auch motiviert mit....

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Edit: Im römischen Reich hat das ja auch halbwegs gut funktioniert (zumindest bei Caesar und Augustus), danach wars ja eher wechselhaft.

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Demokraten sind einfach nur Leute die die Vorzüge einer gepflegten Diktatur nicht zu schätzen wissen. ^^

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