Wäre eine Kündigung in diesem Fall rechtswirksam?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Wurde die Kündigung ordnungsgemäß zugestellt?

Nein!

Das "Nein" gilt aber nur wegen des Beweisproblems, das der Arbeitgeber hat (wenn nicht noch eine weitere Person anwesend war).

Denn die Tatsache, dass Dein Kumpel der Entgegennahme der Kündigung durch "Flucht" aus dem Büro "zuvorgekommen" ist, bedeutet nicht, dass er die Kündigung nicht erhalten hat: er hat die Übergabe der Kündigung in bösartiger Absicht (so die juristische Wertung) verhindert, sie gilt damit als übergeben.

Nur hat der Arbeitgeber, wie bereits gesagt, das Problem, zu beweisen, dass es bei dem Termin in seinem Büro um die Übergabe einer Kündigung ging und nicht z.B. nur um ein Gespräch über Arbeitsabläufe.

Und wie schon noname68 in seiner Antwort schon richtig erklärt hat, kann der Arbeitgeber Deinem Kumpel die Kündigung noch über einen Boten (und mit einem Zeugen) zukommen lassen, entweder durch bloßen Einwurf in den Hausbriefkasten (sofern es sich nicht schon um den späten Nachmittag handelt, bei dem Gerichte nicht davon ausgehen, dass ein Empfänger noch in den Briefkasten schauen muss: die Kündigung wäre dann nicht rechtzeitig zugestellt) oder durch persönliche Abgabe, sofern der Empfänger oder ein zum Empfang Berechtigter (z.B. Lebenspartner, volljähriges Kind) anwesend ist.

Die Kündigung mit verkürzter Probezeitfrist von zwei Wochen kann noch am letzten Tag der Probezeit ausgesprochen/zugestellt werden (anders als in der falschen Antwort von Spirit528 behauptet). Das Ende des Arbeitsverhältnisses liegt dann selbstverständlich schon außerhalb der Probezeit.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

wenn der chef clever ist, bestellt er einen boten und läßt die kündigung bei deinem kumpel noch am selben tag in den briefkasten werfen. das gilt vor gericht als "ordnungsgemäß zugestellt". und maßgeblich ist der zeitpunkt der zustellung.

wenn nicht, hat dein kumpel nur ein paar tage oder wochen gewonnen. einen dauerhaften job wird er bei diesem chef nicht bekommen.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Keine Kündigung, denn der Chef kann die Übergabe der Kündigung nicht nachweisen.  Wobei ihm das wohl nicht hilft, da er nun sicher nach gesetzlciher Kündigunsgfrist gekündigt wird, was nur einen Monat länger dauert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also sowas Unaufrichtiges hat doch keinen Bestand.

Er zieht sich mit erfundenen Kopfschmerzen völlig feige aus der Affäire und denkt zudem noch er könnte dort weiter produktiv arbeiten, obwohl die Firma ihn nicht weiter beschäftigen möchte?

Wie weit ist er mit seiner Verlogenheit denn gekommen? Soll er lieber in einer anderen Firma arbeiten, dort wo er wirklich gebraucht wird. Dann braucht er keinen Kündigungsschutz und die Probezeit wäre dort nur eine Formalität.

Und um die Frage zu beantworten: es gibt auch während der Probezeit eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. D.h. eine Kündigung am letzten Tag der Probezeit wäre nicht fristgerecht und entsprechend unwirksam. Dennoch sollte einem dann klar sein, dass einen die Firma gar nicht mehr haben möchte und weiterhin Gründe für einen Rausschmiss finden wird.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Familiengerd
25.03.2016, 11:34

D.h. eine Kündigung am letzten Tag der Probezeit wäre nicht fristgerecht und entsprechend unwirksam.

Das ist schlicht und einfach falsch!

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses in der Probezeit kann mit der verkürzten Frist noch am letzten Tag ausgesprochen werden; das Ende des Arbeitsverhältnisses liegt dann selbstverständlich schon außerhalb der Probezeit.

Wie weit ist er mit seiner Verlogenheit denn gekommen?

???

Mir dem gleichen Recht kann man dem Arbeitgeber Vorwürfe machen, der erst am letzten Tag der sechsmonatigen Probezeit sich entschließt, einen Arbeitnehmer zu entlassen und es nicht für notwendig hält, mit ihm vorher schon Gespräche über mögliche vorhandene oder nicht vorhandene Perspektiven zu führen!!

0

Was möchtest Du wissen?