Wäre eine Deutsch-Russische Freundschaft gut?

13 Antworten

Sicher sind gute Beziehungen gut und ich bin sicher, das viele Menschen hier das auch wollen. Claus Kleber hat aber schon bemängelt, das viele Menschen noch ein "zu positives Bild" von Russland haben. Und der muss es wissen, da er, neben seinem Job beim ÖR, auch Mitglied in der "Atlantikbrücke" ist.

Der Hauptgrund, warum gute Beziehungen verhindert werden, ist wohl die Angst der Freunde vor Konkurrenz und Machtverlust. Es wird massiv dagegen gearbeitet, was die ganze Hetze und Propaganda in letzten Jahren hier in den gleichgeschalteten selbst ernannten "Qualitätsmedien" zeigt. Das meiste sind Vermutungen und Andeutungen und aus dem Zusammenhang gerissene "Fakten", so wie im kalten Krieg. (Für die Reflexgetriebenen: ich find die AfD auch blöd, das hat damit aber nichts zu tun;)

"Und es mehr Austausch unter der Bevölkerung gibt." ja, soetwas ist generell sehr gut, nicht nur mir Russland. Im Fall von Russland, würde es aber die Glaubwürdigkeit der dominanten Medien hier untergraben. Außerdem sollte es langsam erfolgen, um die Menschen hier nicht zu überfordern durch vermutlich unerwartete Eindrücke;)

Da manche Leute glauben, das Russland miverantwortlich für die Probleme in Europa ist: Putin hat sich mehrfach dazu geäußert und gesagt, das er gute Beziehungen mit Europa wünscht. Leider muss man dazu in die böden "Russenpropagandamedien" gucken, um solche Dinge zu erfahren.

Interessant dazu ist auch, was George Fridmann auf einer regelmäßigen Konferenz zu sagen hatte, in der auch verschiedene US Präsidenten, Helmut Kohl und ander wichtige Leute waren.

https://www.youtube.com/watch?v=o060JXXVQ4U

Zu Russland sagt sein Beratungsunternehmen STRATFOR zum Beispiel: "US-Hauptziel war es immer, ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland zu verhindern"

"Zumal Deutschland und Russland besser zueinander passen als USAund BRD" das würde ich so nicht sagen. Ich finde man sollte gute Beziehungen zu allen anstreben und sich nicht in ein Freund/Feind Schema drängen lassen, so wie es jetzt leider gemacht wird.

Aber, wenn der Ami hier einfliegt und vor den Russen warnt und für mehr Militär wirbt und von Menschenrechten spricht, ist das jede mal die blanke Heuchelei.

Putin wurde hier, stellvertretend für Russland, dämonisiert, das meiste Geschwätz ist völlig überzogen, es gibt deutlich undemokratischere Staaten, zu denen deutlich bessere Beziehungen unterhalten werden.

Ich wäre dafür, das Deutschland neutral ist, wie zum Beispiel die Schweiz? Allerdings war der weggeputschte Ukrainische Präsident auch für eine Blockfreie, neutrale Ukraine;)

Ich dachte eigentlich dass Video kennt mittlerweile jeder :D

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@W4hrheitsf1nder

woher? Soetwas kommt nicht im Fernsehen. Ich finde es prägnant und es schließt eine Bildungslücke:)

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Meine klipp-und-klare Antwort lautet: Jein!

Fakt ist, Russland darf nicht isoliert und ignoriert werden. Dafür ist das Land zu groß, zu bedeutend und zu einflussreich in der Welt. Ein solcher Weg würde uns nicht gut tun, und auch in Russland keine positiven Veränderungen begünstigen.

Andererseits gilt natürlich auch der Fakt, dass man Russland schwer als Demokratie anerkennen kann. In einem Land, in dem der regierende Präsident vor der Wahl verkündet, er strebe ein Ergebnis von 70% an, ohne dafür von den Medien ausgelacht zu werden, läuft etwas schief. In einem Land, in dem Oppositionelle und kritische Reporter im Gefängnis (oder unter der Erde) landen, kann man nicht von einer echten Demokratie reden.

Meine Kompromisslösung: ein Spagat. Der Kontakt zu Russland muss bewahrt bleiben. Es muss ein Meinungsaustausch stattfinden und man muss versuchen, Lösungen für aktuelle Probleme (Ukraine, Syrien) zu finden. Auch, wenn diese Lösungen vielleicht nicht zu 100% den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Aber man kann unter den gegebenen Umständen keine bedingungslose "Freundschaft" zu Russland aufbauen. Ich bin selbst ein großer Russland-Liebhaber (bezieht sich eher auf das Volk als auf die Politik), jedoch darf man an diesem Punkt nicht die eigenen Prinzipien über Bord werfen.

"regierende Präsident vor der Wahl verkündet, er strebe ein Ergebnis von 70% an, ohne dafür von den Medien ausgelacht zu werden"

Wenn es realistisch ist, wozu sollte er ausgelacht werden. Er hat viel erreicht und hat keine wirkliche Konkurrenz. Navalny geht in Richtung AfD und hat auch nicht wirlklich etwas zu bieten. Das wird hier nur nicht gesagt, da er sich ja Prima gegen Putin verwenden lässt, wie auch der Lieblingsoligarch hier usw.;)

Aber ja, ist sicher keine Vorzeigedemokratie, aber deutlich besser, als andere, zu denen wir deutlich bessere Beziehungen unterhalten. Es wird hier viel geheuchelt.

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Andererseits gilt natürlich auch der Fakt, dass man Russland schwer als Demokratie anerkennen kann. In einem Land, in dem der regierende Präsident vor der Wahl verkündet, er strebe ein Ergebnis von 70% an, ohne dafür von den Medien ausgelacht zu werden, läuft etwas schief.

Weil? In DE gibt es auch Prognosen und Ziele die angestrebt werden.

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Das halte ich momentan für unrealistisch, da Deutschland enorm von der EU profitiert und diese erhalten möchte und Russland unter Putin die EU nicht möchte und indirekt versucht diese um jeden Preis zu destabilisieren, um wieder günstige Einzelverträge mit ost-europäischen Kleinstaaten abzuschließen und mehr Einfluss und Handlungsspielraum haben will.

Zumal Deutschland und Russland besser zueinander passen als USA und BRD

Der US-Kulturimperialismus hat aber in Deutschland ganz besonder gewütet ;) Das merkst du alleine schon daran, wenn du dir statt einer Kino Eintrittskarte, einem Parkschein, einer Bahnfahrkarte oder einem Bußgeldbescheid heutzutage einfach nur noch ein "Ticket" holst... ;)

Gebe dir ab dem zweiten Absatz recht.

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@herrbytskevich

Aber auch der erste Absatz ist nicht falsch ;) Ich gebe nur folgende Stichwörter: Afghanistan + Syrien + Assad/Putin = Flüchtlingswelle...

Natürlich sieht Russland diverse Provokationen der USA, wie NATO-Einsätze, Raketenabwehrsysteme in Polen, Ukraine-Krise, atomare Abrüstungsverpflichtung, uvw.

Nur wird die EU zum Schlachtfeld gemacht.

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@thetee99

Gebe dir nicht ganz recht und nicht ganz unrecht. Es kommt mir teilweise aber eher so vor, als ist es nicht Putin, der EU ablehnt, sondern eher EU, die Russland ablehnt und Russland versucht zu destabilisieren, gerade die Wirtschaftssanktionen treffen nicht nur die Politik, sondern auch den allgemeinen Bürger wie du und ich.

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"versucht diese um jeden Preis zu destabilisieren" das ist eine Vermutung. Außerdem versuchen das andere auch und die sind auch dicke "Freunde". Siehe u.a. (Youtube: George Friedmann).

Es ist lächerlich, die Probleme in der EU auf die Russen zu schieben. Ich bin übrigens auch Europafan. Putin hat mehrfach gesagt, das er sich gute Beziehungen mit der EU wünscht, das bekommt man hier aber nicht mit.

"um wieder günstige Einzelverträge mit ost-europäischen Kleinstaaten abzuschließen und mehr Einfluss und Handlungsspielraum haben will"

interessante Vermutung, das habe ich, genau so, schon einmal gehört und mich gefragt, welche Handelsverträge von Einzelstaaten jetzt über die EU abgeschlossen werden.

"Der US-Kulturimperialismus hat aber in Deutschland ganz besonder gewütet" ja, lustig;) Die Verwendung der Begriffe ist eher lächerlich. Das Problem ist meiner Meinung die Dominanz der Filme und Serien, die Propaganda, die sie Verbreiten und die Propagierung von Gewalt zur Problemlösung.

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@tomxxxx
Putin hat mehrfach gesagt, das er sich gute Beziehungen mit der EU wünscht, das bekommt man hier aber nicht mit.

Es wäre aber eher naiv einem Politiker jedes Wort abzukaufen, vor allem wenn er ein ehem. KGB-Agent war... ;) Putin wünscht sich auch gute Beziehungen zu den USA. Trotzdem führen beide Lände de facto Stellvertreter-Kriege im Nahen Osten.

welche Handelsverträge von Einzelstaaten jetzt über die EU abgeschlossen werden.

Ganz einfach: gar keine! Wenn Russland ein Abkommen mit Polen abschließen möchte, geht das nur noch über die EU. Ganz nach dem Motto: "ein Finger ist schwach, viele Finger werden zur Faust".

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@thetee99

"jedes Wort abzukaufen" es ist naiv, alles auf die Person Putin zu reduzieren. Das ist eher zur emotionalen Einflussnahme und Dämonisierung Putins, stellvertretend für Russland, sinnvoll, aber hat mit Außenpolitik nichts zu tun.

Vertrauen oder Freundschaft ist nicht angebracht in der Politik, eher Interessen usw. Was ein russischer Politiker früher war ist mir relativ egal. WIchtig ist was er tut.

Hier wird auch hier permanent Geheuchelt in Politik und Medien, das ist halt leider so.

Er hat sich zur EU mehrmals klar geäußert. Behauptet wurde hier eher das Gegenteil, Es wurden ihm Dinge in den Mund gelegt, die er nicht gesagt hat. Warum?

"gar keine" in dem folgenden Aschnitt schreibst du das Gegenteil. Ok Schreibfehler. ich weiß, was du meinst.

Ich glaube nicht, das zum Beispiel Handelsverträge zwischen einzelnen Firmen, z.B. Siemens, über die EU abgewickelt werden bzw. die EU Mitgliedschaft in diesen Fällen Vorteile bringt. Eine gesunde Konkurrenz zwischen EU Staaten wird es immer geben. Dein FInger Faust Vergleich klingt zwar schön, wird aber meiner Meinung nach hier überbewertet. Es gibt immer gegenläufige Interessen, auch innerhalb der EU: Nordstream zum Beispiel ist natürlich blöd für Polen, das sie ein politisches Druckmittel verlieren und nichts vom Kuchen abbekommen. Dafür ist es für Deutschland besser und insgesamt effizientert. Und eine umweltfreundliche Alternative zum Frackinggas aus der Ukraine, das durch Shell gefördert würde.

Versteh mich nicht falsch. Ich finde eine starke und vor allem einige EU auch gut, man kann aber kaum den Russen die Schuld für die Probleme geben. Und eine starke EU war noch nie wirklich im Interesse transatlantischer Verbündeten oder anderer Handelspartner außerhalb der EU.

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