Wäre ein Mord moralisch vertretbar?

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19 Antworten

Du schreibst u. a. "(falls es Gott gibt)".

Dies und in Verbindung mit der sonstigen Formulierung sehe ich als starkes Indiz dafür, daß du nach Begründungen für die Modifikation deines Ethikempfindes suchst, um dann das (zunächst in deinen Gedanken) rechtfertigen zu können, das nach deinem Ethikempfinden als verwerflich angesehen wird.

Die Suche nach moralischer Rechtfertigung hat die Wirkung, daß parallel dazu der Gedanke an alternative bessere Lösungswege aufgegeben wird, was mit der Gefahr verbunden ist, vielleicht schon recht bald etwas generell Verwerfliches für etwas Gutes zu halten und es als alternativlos anzusehen.

Alle Religionen enthalten solche Mechanismen, wenn auch nicht in jedem Fall auf Tötungsrechtfertigung bezogen. Schon die Miteinbeziehung von Gottesüberlegungen verursacht Verknüpfungen zu bestehenden Urängsten (sterben, was kommt nach dem Tod) und setzt den Mechanismus in Gang, daß schnell irrationales und verderbliches geglaubt wird und obendrein fest geglaubt wird, daß man verloren sei, wenn man aufhört, so etwas zu glauben.

Die von dir konstruierte hypothetische Fallbeschreibung bestätigt, daß du dich in diesem Trend befindest. Du nennst das, was du dir selbst als das möglichst Schlimmste vorzustellen vermagst, und wenn dir dann jemand bestätigt, daß in einem solchen Fall die Tötung eines Menschen moralisch gerechtfertigt wäre, dann wertet dein Unterbewußtsein dies als Generalerlaubnis dafür, für jedweden Bedarf etwas für einen "Sonderfall" zu halten, bei dem es legal sei, das eigene Ethikempfinden immer heftiger zu vergewaltigen und daraus ein Scheinempfinden zu erzeugen, daß dann fälschlich (in deinem Fall) für "Gerechtigkeit" gehalten wird.

Ich empfehle dir, dich ausführlich mit den Mechanismen des Glaubens auseinanderzusetzen und dabei ganz bewußt auch die möglichen Fallgruben zu bedenken.

Es ist möglich, das Richtige zu glauben. Wenn man es tut, dann befindet man sich auf der richtigen Seite. Doch ebenso ist es möglich, das Falsche zu glauben, und wenn man dann noch glaubt, daß es das Richtige wäre, sitzt man in einer Falle, aus der es irgendwann kein Entkommen mehr gibt.

Du tust auch gut daran, wenn du dich an das erinnerst, was Menschen (solange ihr Geist unbeschädigt ist) von Natur aus innewohnt. Da gibt es z. B. auch eine natürliche "Beißhemmung" gegenüber der eigenen Art, die von ihrem Ursprung aus keine Differenzierungen der Qualität anderer kennt. Erst die ebenfalls menschengemachten subjektiven Unterscheidungen von gut und böse helfen mit, das von der Natur Mitgegebene zu verzerren.

Nun, wenn es einen Gott gibt, dann wird er ganz sicher auch verzeihen. Doch es gibt auch etwas, das nicht "verziehen" werden kann, nämlich die von einem Menschen an sich selbst vorgenommene Zerstörung desjenigen geistigen Werkzeugs, welches es ermöglicht, den sich aus dem Verzeihen ergebenden Nutzen annehmen zu können.

Oder dasselbe als Frage und Methapher ausgedrückt:

Welchen Nutzen könnte es noch haben, wenn ein Arzt darüber hinwegsieht, daß ein Patient seine Krankheit selbst verschuldet hat, und bereit ist, all sein Können für den Patienten einzusetzen, der Patient aber selbst jedwede Möglichkeit sabotiert hat, daß ihm noch geholfen werden kann?

Eine wirklich sehr kluge Antwort! Respekt!

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Mord ist eine menschliche Einstufung der Tötung eines Menschen, die in unterschiedlichen Rechtsräumen unterschiedlich definiert und auch mit unterschiedlichsten Strafen belegt wird.

In den USA kann es sein, dass du dafür auf den elektrischen Stuhl gehen, in anderen gehst du "nur" ins Gefängnis. Es gibt auch Rechtsräume, in denen Mord möglicherweise nicht mit Nachdruck verfolgt wird und letzendlich es zu keiner Verurteilung kommt.

Wie du merkst, nimmt ein Gott an solchen Bewertungen nicht Teil. Und das ist auch gut so. Es geht nicht darum, dass Gott dir das verzeiht, sondern was das für Konsequenzen hat für den sozialen Zusammenhalt in einer Gesellschaft, wenn Selbstjustiz herrscht.

Ich kann dir nur eines sagen: Wenn ich sehe, dass irgendjemand Selbstjustiz übt, werde ich im Rahmen der Nothilfe eingreifen und den gegenwärtigen Angriff mit den notwendigen Mitteln abwehren. Das kann auch bedeuten, das derjenige, der Selbstjustiz übt, danach nicht mehr lebt. Dabei ist es egal, ob der Angegriffene ein unbescholtener Mensch oder einen Mörder ist. Die Bewertung einer Straftat die ein Mensch im Vorfeld begangen hat obliegt nicht mir und findet demnach auch in meinem Handeln keine Berücksichtigung.

Recht sprechen und und Strafen bestimmten unterliegt in unserem Land der ordentlichen Gerichtsbarkeit auf Basis legitimierter Personen in einem wohledefinierten, transparenten und fairen Prozesses. Näher kommen wir aktuell an "Gerechtigkeit" nicht heran. Und was DU als gerecht empfindest ist "Got sei Dank" völlig irrelevant.

GG20(3)

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Nein, ein Totschlag möglicherweise, aber ein Mord nicht. Und was die göttliche Vergebung anbelangt, das liegt allein an dir - unabhängig von deinen Taten.

Danke für deine Antwort.

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Naja, also wenn er ne Frau vergewaltigt darfst du ihn laut Bibel steinigen, musst die Frau aber auch steinigen weil sie es geschehen ließ :/ (5.Mose)

Wenn wir uns aber mal das Verständnis der Bibel anschauen wird schnell klar das wir es in sehr kurzer Zeit sehr unterschiedlich ausgelegt haben, also was vor ein paar Generationen noch ok war ist es jetzt nicht mehr. Da sich das Verständnis geändert hat können wir mal davon ausgehen das die Bibel mit den Regeln eher von Menschen gemacht wurde...

Wenn es also einen Gott gibt haben wir keine Ahnung was er will, der meldet sich ja nie. Vll. werden nur Mörder und geisteskranke in den Himmel kommen und brave in die Hölle? Wer weiß? Das Gott das gleiche Verständnis wie wir von Gerechtigkeit und gut und böse hat ist sehr unwahrscheinlich und wir können es nicht wissen. Vll. kommen auch alle mit Kindern in die Hölle weil er Menschen nicht mag und die sich auch noch Fortgepflanzt haben ^^

Wenn wir Menschen uns anmaßen Gottes willen zu erraten oder ihn zu malen ist es ja eh Gotteslästerung XD

Moralisch vertretbar muss es also nur für dich sein und du wirst nach der Gesellschaftlich anerkannten Strafe verurteilt, Gott falls es ihn dann gibt hat bestimmt ne ganz andere Meinung davon, aber der muss auch nicht mit der Tat leben. Egal wie Böse und grausam ein Mensch ist, man fühlt sich sehr schuldig wenn man einen Menschen tötet oder verletzt, naja außer man ist null selbstreflektiert.

Naja du musst alles andere erstmal versuchen, abern wenn nix geht? Naja das wäre ja dann eher ne erweiterte Notwehr. Nehmen wir mal an, du siehst jemanden der grad wehn anderes köpfen will, dann hast du neben dir ne Pistole oder ne andere Waffe und könntest den Angreifer töten, hast aber keine andere Möglichkeit ihn aufzuhalten. In so nem Falle kannst du ja nix anderes machen ausser den Typen zu töten.

Ein Gericht würde das halt untersuchen, aber du würdest wohl recht bekommen. Bei Gott kommt es halt auf deine Einstellung an, wenn deine motivation wirklich die Rettung war, denke ich schon, dass Gott vergeben würde, aber wenn du nur nach einem Grund gesucht hast, jemanden zu töten, dann wohl eher nicht. Aber das wird nur Gott entscheiden können. Aber Notwehr ist, biblisch betrachtet, strikt erlaubt. Auch darst du z.B deine Familie oder andere durch Notwehr mit Tötung und sowas beschützen.

In so einem Falle mit dem Typen und dem Keller, da ist es halt schon schwerer, wenn du ihn tötest, wärend er gerade nix tut, nur um halt zu verhindern das er was macht, das wäre dann auch keine Notwehr, auch wenn du schlimmeres Verhindern willst. Dennoch würdest du ja immernoch planend einen Menschen umbringen. Auch unsere Gerichte würden dir da eher nicht recht geben. Wie Gott das sehen würde? Tja das kann ich dir nicht sagen, aber es würde aufjedenfall über Notwehr hinaus gehen.

Wenn es keinen anderen Weg gäbe, den Mann davon abzuhalten, weiter solche schrecklichen Dinge zu tun, dann wäre es vllt vertretbar.

Aber die gibt es, man sollte in solchen Fällen die Polizei einschalten.

Und zum Verzeihen: Wenn man jemanden umbringt und es wirklich mit ganzem Herzen eingesteht und vor allem bereut, wenn man Gott um Verzeihung bittet, dann vergibt er. Gott gibt jedem eine weitere Chance, wenn er darum bittet und bereit ist, sein Verhalten zu ändern. (Egal ob moralisch mehr oder weniger vertretbar)

Es ist abhängig davon was der Mensch getan hat. Wenn er tatsächlich ein Massenmörder ist und eine Gefahr für seine Umwelt, z.B. ein Diktator, dann halte ich es aus meinem Gewissen heraus nicht nur für moralisch vertretbar ihn zu ermorden, sondern sogar für moralisch geboten ihn zu ermorden. 

Wie denkt nun Gott darüber? Jesus hat so viele Kranke geheilt, wie ihm das möglich war. Das zeigt dass es oft moralisch geboten ist,  in das Geschehen hier auf der Erde einzugreifen. Wir können nicht sagen: "Gott hat den Menschen krank werden lassen, deshalb möchte er dass er krank bleibt und nicht dass wir ihn gesund machen." 

Deshalb denke ich, wir können ebenso wenig sagen:  "Gott hat den Menschen Böses tun lassen, deshalb möchte er dass er Böses tut und nicht dass wir ihn daran hindern." 

Es gibt keinen gerechten Mord. Für einen Christen sowieso nicht. Christen ist es geboten, sich jeder Gewalt zu enthalten. Wenn sie geschlagen werden, so sagte Jesus Christus, ist es immer besser, auch die andere Wange hinzuhalten.

Im vorgetragenen Falle wäre es angeraten, die Polizei zu rufen. Ansonsten wärst du kein Deut besser als der Kindermörder. 

Moralisch vertretbar wäre ein positives Gefühl, wenn man von seinem Toid erführe.

Schuldig würde sich der machen, der das Recht in die eigene Hand nimmt.

Soweit zur Theorie, jetzt zur Praxis:

Ich ürde diese "Schuld" ohne das geringste Zögern auf mich nehmen, wenn ich mit den Untaten eines solchen Menschen unmittelbar konfrontiert wäre. Wenn ich dazu käme, wie so ein Mensch gerade ein Kind vergewaltigt oder quält, würde ich den nächsten Ast greifen und ohne an die Folgen zu denken zuschlagen. Die eventuellen juristischen Folgen müsste ich dann eben in Kauf nehmen. Das würde ich relativ gelassen tun.

Hallo SheriffMiller!

Mord ist ganz unabhängig davon, wer als Opfer davon betroffen ist, immer unmoralisch. Trotzdem gibt es Situationen, wo Menschen jenseits der Moral und trotzdem richtig handeln.

Dies ist - würde ich denken - in dem Fall, den Du anführst, nicht gegeben, denn da gibt es andere Mittel: Anzeige bei der Polizei o.ä.

Aber z.B. die Attentate auf Hitler, die alle gescheitert sind, würde ich als zwar unmoralisch, aber gerechtfertigt ansehen, denn hier war die verbrecherische Person im Besitz aller staatlichen Macht. Es gab also keine anderen Mittel mehr, ihn zu stoppen.

Ob Gott damit viel zu tun hat, weiß ich nicht. Moral und ihre Maßstäbe werden von Menschen für sich formuliert.

Gruß Friedemann

Vor allem wäre es vertretbar, die Polizei zu informieren.
Aber ich nehme an, das wäre zu einfach. :) 

Angenommen, er würde die ganze Polizei mit Geld kontrollieren.

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Meinst du, ob es moralisch vertretbar wäre, wenn du eine solche Person kennst, aber nichts dagegen unternimmst?

Danke für die Antwort

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Meiner Meinung nach Nein ich finde man darf nicht über Leben anderer bestimmen auch nicht über Leben von Menschen die über Leben andere Menschen bestimmt haben ich würde aber sowas wie eine lebenslange Isolierung von der Gesellschaft vorschlagen

Danke für die Antwort

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Mord ist Mord - auch wenn man es vielleicht jemandem gönnen würde! Ob Gott es dir verzeihen würde, kann ich nicht sagen - die Kriminalpolizei jedenfalls nicht!

Danke für die Antwort

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Ich denke, dass Du etwas ansprichst, dass noch nicht beantwortet wurde.

Würde Gott einem Mörder unter Umständen verzeihen?

Ja, gemäß Bibel würde er das tun. Das mag für unsere humanistische Ueberzeugung völlig unverständlich sein. Aber wenn Gott Gott ist, dann setzt er die Regeln fest. 

Jeder Mensch, egal was er getan hat, verdient gemäß Bibel eine zweite Chance. Jesus Christus ist als Sohn Gottes  für die Sünden aller Menschen gestorben, die diese Tat am Kreuz anerkennen. 

Voraussetzung ist allerdings, dass ein Mörder seine Tat auch wirklich bereut und künftig mit Jesus einen anderen Lebensweg einschlagen will. Es gibt zahlreiche Menschen, die dies erfahren durften. Hier ein paar Beispiele:

Die Biografie von Thorsten Hartung

Du musst dran glauben

Die Biografie einer Pastorin, welche eine Frau ermordet hat

Damaris Kofmehl

Die Mörderin

Eine weitere Biografie einer Mörderin

Linda Strom

Himmel in der Todeszelle

1. Wenn es Gott gibt, kann man doch nicht wissen ob er dir verzeihen würde oder nicht.
2. Würde ich sagen, NEIN!
Die Eltern der Toten hätten das Recht, denke ich, aber du nicht.

Danke für die Antwort

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dein "hoffentlich" gesunder menschenverstand wird dir eine antwort geben

Danke für die Antwort

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Vielleicht hat er die Kinder nur seinem Gott auf dessen Befehl hin geopfert.

Ein Mord ist niemals moralisch vertretbar, weil Mord niedrige Beweggründe voraussetzt.

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