Wäre ein Mindestlohn von 100 Euro pro Stunde mittelfristig sinnvoll?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du darfst nicht vergessen, dass der hohe Lohn dann auch für Lehrer, Polizisten, Beamte, Soldaten und so weiter gelten würde, die vom Staat bezahlt werden. Ebenso müsste man sofort die Renten, das Arbeitslosengeld und die Sozialhilfe erhöhen, damit die sich auch noch die von dir genannten 30-Euro-Brote kaufen können. Ebenso würde ja sofort alle Produkte ein vielfaches kosten, also auch alle Produkte die der Staat einkauft.

Im Ergebnis hätte der Staat zwar ungefähr 10 mal soviel Steuereinnahmen, aber auch 10 mal soviel Ausgaben.

Und die Banken leiden auch nicht. Das Geld, was seinen Wert verloren hat, ist ja nicht das Geld der Banken, sondern das Geld der Menschen, die ihr Geld bei den Banken eingezahlt haben. Du würdest jedem Sparer 90% seines ersparten Geldes wegnehmen. Ürigens sind auch denjenigen, die dem Staat dieses Geld geliehen haben. Und das sind zu einem ganz starken Anteil Pensionsfonds und Versicherungen.

Natürlich, all die genannten Personen würden den gleichen Sold bekommen, muß ja, damit sich für den Normalbürger "nichts ändert".

Aber die Staatsschulden wären weg, das heißt auf Dauer könnten die Steuern um 30 % gesenkt werden, bei gleichem Lohnt (also um den Faktor 10 erhöht), wie vorher.

Fonds ist immer so eine heikle Sache.

Aber ich denke, die meisten Leute könnten damit umgehen. Ich würde gerne meinen Anteil von 10.000 Euro Staatsschulden bezahlen, wenn ich dafür in Zukunft nur die Hälfte der Steuern zahlen müßte. Das würde sich (und ich bin sicher kein Großverdiener) schon nach zehn Jahren amortisieren.

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@Untergrombach

Aber die Staatsschulden wären weg, das heißt auf Dauer könnten die Steuern um 30 % gesenkt werden, bei gleichem Lohnt (also um den Faktor 10 erhöht), wie vorher.

Eben nicht, denn der Staat hat ja nicht mehr Geld zur Verfügung. Das Geld, was er auf der einen Seite durch die Verzehnfachung der Steuern einnimmt, muss er auf der anderen Seite durch die Verzehnfachung der Kosten sofort wieder herausgeben. Da bleibt nicht viel zusätzlich übrig für Tilgung der Schulden.

Im extremfall hat der Staat hinterher sogar noch mehr Schulden als vorher. Viele der Ausgaben machen sich sofort bemerkbar, noch innerhab des gleichen Monats. Viele der Einnahmen durch Steuern kommen erst ein paar Monate / Quartale später, das liegt an der Veranlagung der Steuern. Der Staat müsste zwischenzeitlich sogar neue Kredite aufnehmen, und zwar zu den verzehnfachten Beträgen. Wenn die Ausgaben stärker steigen als die Einnahmen, sogar dauerhaft.

Aber ich denke, die meisten Leute könnten damit umgehen. Ich würde gerne meinen Anteil von 10.000 Euro Staatsschulden bezahlen,

Ich nicht unbedingt, denn bei mir wären dass die Ersparnisse von einigen Jahrzehnten Arbeit, ohne die Chance, das wieder aufzubauen ( so alt werde ich nämlich nicht mehr ). Das hiesse, dass meine ganze private Rentenvorsorge perdü wäre und der Staat das irgendwie wieder auffangen müsste. Menschen, die jetzt schon in irgendeiner Form von ihrem Ersparten leben, würden innerhalb eines Monats bei der Suppenküche anstehen.

wenn ich dafür  in Zukunft nur die Hälfte der Steuern zahlen müßte. Das würde sich (und ich bin sicher kein Großverdiener) schon nach zehn Jahren amortisieren.

Halbieren würde sich Deine Steur auch nicht. Der Anteil der Zinsen an allen Ausgaben der öfgfentlichen Haushalte liegt unter 10%.

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@Traveller24

"Halbieren würde sich Deine Steur auch nicht. Der Anteil der Zinsen an allen Ausgaben der öfgfentlichen Haushalte liegt unter 10%."

Das ist eigentlich sogar das Wichtigste in dem Beitrag, denn meine Annahme beruht darauf, daß etwa 40 % der Steuern für Zinsen gezahlt werden, So kam ich auch auf die Halbierung der Steuern nach Zinstilgung.

Welche Zahl stimmt jetzt? Ich habe diese 40 % schon mehrmals gelesen, aber jetzt frag mich nicht nach einer bestimmten Quelle. Das habe ich sozusagen als "Allgemeinbildung" abgespeichert. Du nennst jetzt 10 Prozent - dann wäre mein ganzer Gedankengang obsolet.

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Ein Mindestlohn von 100€ würde nicht so einfach funktionieren.

Wie soll ein kleiner Betrieb der vlt Mitarbeiter hat so viel Lohn zahlen können. 

Gut er könnte dann auch viel mehr verlangen für die Aufträge die er bekommt aber ich weiß nicht ob das hinhaut. 

Geld ist eh eine komische Sache da es ja nicht wirklich existiert. 

Frage mich wieso man die Schulden nicht einfach streicht. 

Wenn die Banken Geld aus dem nichts erschaffen dürfen wieso nicht auch der Staat. 

Er könnte sich doch die Schulden einfach ''Streichen'' nur geht das in einem Rechtsstaat nicht so einfach da es für alles Gesetze gibt. 

In einer Diktatur wäre das vlt möglich aber Diktaturen bergen viele Risiken auch wenn es an sich das beste System sein kann ist es zu gefährlich denn man weiß nie was passiert wenn jemand gestörtes an die Macht kommt. 

Daher ist das System so wie es ist wohl das beste. 

"

Gut er könnte dann auch viel mehr verlangen für die Aufträge die er bekommt aber ich weiß nicht ob das hinhaut. "

Genau das soll ja auch passieren, damit durch mehr Steuern höhere Einnahmen generiert werden.

Sprich, man sagt einfach, so mindestens 100 Euro die Stunde, die besser gebildeten verdienen dann eben 200 Euro pro Stunde und Ärzte 500 Euro pro Stunde sozusagen.

Jeder wüßte, was Sache ist.

Man könnte auch 85 Euro pro Stunde machen, da der jetzige Mindestlohn ja 8,50 Euro ist.

So wüßte jeder, daß er nur eine Kommastelle mehr bezahlen muß und könnte besser einschätzen, ob der Preis stieg oder gesunken ist ;)

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Ich nehme an, dass Du von der Bundesrepublik Deutschland sprichst. Und da bist Du ganz schlecht informiert:

Etwa ein Drittel der Steuereinnahmen geht für die Zinsen
drauf.

Das ist Unsinn! Tatsächlich verdient die BRD seit Jahren kräftig an den eigenen Schulden wegen des negativen Zinses. Das heißt, der Kreditnehmer bekommt Geld dafür, dass er sich das Geld leiht! Das ist so ähnlich wie die Mietkosten für einen Geldtresor. Da werden Schulden zur Profitquelle!

Ein Mindestlohn von 100 € pro Stunde wäre zweifellos "sinnvoll" für die Lohnempfänger. Und abgesehen von der Realisierbarkeit: Die Inflation wäre von dieser Umverteilung zunächst nicht berührt, solange nicht die Menge der Zahlungsmittel ausgeweitet wird durch Gelddruckerei. Oder anders herum: Wenn man genug Geld druckt für die 1000-prozentige Inflation, dann steigt der Preis für die „Mindestarbeitskraft“ ohnehin auf das zehnfache wie die anderen Warenpreise auch.

Der Staat würde durch eine derartige Hyperinflation zwar keine Banken schädigen, aber durch die Unsicherheit die Wirtschaft derart ruinieren, dass die Steuereinnahmen zusammenbrechen würden. Das würde die Staatsschulden nur erhöhen. Wenn sich der Staat an seinen Bürgern bereichern wollte, könnte der das viel einfacher und effizienter schaffen per Steuererhöhung.

Wie nennt man diese gesellschaftspolitische Einstellung (bzw. welche Ideologie käme dem am nächsten)?

Ich rätsele schon eine ganze Weile, zu welchem Spektrum ich mich zählen soll. Also grob links, vielleicht auch linksliberal, soweit schätze ich mich ein.

Aber welche "Richtung" entspricht da etwa meinen Vorstellungen?

  • Kommunismus halte ich für utopisch, die Geschichte hat bewiesen, daß es nicht klappt. Der Mensch braucht einen Leistungsansporn und Eigeninitiative, um Fortschritt zu entwickeln.
  • Selbstverständlich soll ein Arzt mehr verdienen als eine Putzfrau. Er hatte dafür ja auch erstens viel mehr gelernt und zweitens eine größere Verantwortung
  • Auch der Chef oder Manager sollte mehr verdienen (mehr Verantwortung), als ein einfacher Angestellte, aber doch bitte nicht im Verhältnis "10 Mio vs. 30.000 Euro" im Jahr. 1:20 wäre da denke ich ein gerechtes Verhältnis.
  • Das Bedingnungslose Einkommen halte ich für Schwachsinn, zumindest würde man es über dieses jetzige Wirtschaftssystem stülpen. Erstens wohl kaum finanzierbar, zweitens wenn doch, gibt das nur eine Inflation. Dann verlangt der Vermieter eben 800 statt 400 Euro für eine Wohnung, weil er weiß, daß eh jeder BGE kriegt.
  • Man sollte die Wochenarbeitszeit senken, da es der technische Fortschritt erlaubt
  • Wo es möglich ist, Jobs durch Robotik und Digitalisierung übernehmen, die verbliebene Arbeit gerecht aufteilen. Arbeitslose sollte es nicht geben bzw. nur, wenn eben einer ne Stelle wechselt oder ne Firma Konkurs geht.
  • Der Mindestlohn sollte so ausgerichtet sein, daß man davon ein anständiges Leben kann und seine Kinder ordentlich erziehen kann, darf aber nicht zu hoch sein, daß es sich nicht mehr lohnt, sich fortzubilden.
  • Familien sollten vom Staat einen Kredit für eine Eigentumswohnung bekommen, in Höhe der Kosten einer durchschnittlichen Wohnung, mit der Option, daß die Leute auch noch Eigenkapital zusteuern können und sich was größeres kaufen (damit im Gegensatz zum Kommunismus auch ein Ansporn gegeben ist, Geld zu verdienen bzw. produktiv zu sein)
  • Es sollten nach und nach Alternativen zu Erdöl entwickelt werden. Für Verpackungsmaterialien sollten nur Kunststoffe verwendet werden, die sich in der Natur zersetzen, z.B. Zellophan.
  • Der Plastikverbrauch sollte allgemein zurückgefahren werden, aber doch bitte nicht den Bock zum Gärtner machen. Plastiktüten verbieten zu wollen, aber jeden Kleinkram in zich Blister einschweißen, da kommt man sich dann auch verkohlt vor.

So, welche politische Strömung kommt dem am Nächsten? ^^

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