Wäre die Welt ohne Religionen friedlicher - ist das der grösste Faktor für Kriege?

28 Antworten

Inzwischen sind Religionen und ideologische Differenzen nicht mehr der eigentliche Auslöser hinter den großen Konflikten. Sie haben den Platz geräumt für wirtschaftspolitisch gesteuerte und heraufbeschworene Feindseligkeiten und daraus resultierende Auseinandersetzungen.

Wohl aber sind Religion und Glaube noch die Argumente erster Wahl, die zur Befeuerung der jeweiligen Konflikte ins Feld geführt werden.

Kriege kann man ja den einzelnen Konfliktparteien schlecht befehlen, also wird eine einseitig übervorteilende Situation hergestellt oder zumindest suggeriert, woraus dann die notwendige Abneigung für den Gegner entsteht.

Die unmittelbar an den Kampfhandlungen Beteiligten sind sich natürlich nicht über die eigentlichen Nutznießer Ihrer Konflikte im Klaren.

Genau betrachtet ist die Gier der Zündfunke, die Religion das Rohöl, und der daraus gewonnene Hass ist der raffinierte Treibstoff für einen anhaltenden Konflikt.

Nein, wäre sie nicht.

Der Mensch ist ein sehr kreatives Wesen - und er ist häufig gewaltbereit, wenn er meint, dass ihm irgendwelche Dinge (Land, Geld, Macht, Frauen, Ruhm, ...) zustünden. Menschen finden immer einen Grund, Krieg zu führen und Gewalt anzuwenden. Die Religion diente dafür nur oft genug als Vorwand. Warum? Weil das einfache Volk bis in die jüngste Vergangenheit hinein oft sehr religiös war, und man durch eine religiöse Begründung hohe Zustimmung für gewaltsame Aktionen ernten konnte. Deus Vult!

Selbst vermeintliche Religionskriege wie der 30-jährige Krieg erweisen sich bei genauerer Betrachtung als völlig irdisch motiviert. Das sahen offensichtlich auch schon die Zeitgenossen in Frankreich so, die kein Problem damit hatten, sich als Katholiken der Protestantischen Union anzuschließen, um den verhassten (ebenfalls katholischen) Habsburgern eins auszuwischen.

Als reine oder überwiegende Glaubenskriege durchgehen lassen muss man zumindest die islamischen Expansionskriege unter Mohammed und den ersten Kalifen, sowie die christlichen Kreuzzüge. Vielleicht noch die vorreformatorischen bürgerkriegsartigen Glaubenskämpfe in Europa (Hussiten, Katharer, nach der Reformation auch die Hugenotten). Wahrscheinlich auch mehrere Kriege in der Antike, wobei hier für eine zuverlässige Beurteilung wohl die zeitliche Distanz zu groß ist.

Die Behauptung, dass die Erde ohne Religionen wesentlich friedlicher wäre, lehne ich aber entschieden ab.

Friedliche" Religionen bieten ihren Anhängern Lebenshilfe und innere Freiheit, sind also da, um den Menschen zu helfen, ein positives Weltbild zu schaffen. Wenn die Menschen aber, trotz besseren Wissens, sich nicht an die positiven Gesetze/Gebote ihrer Religion halten, tragen sie die Schuld an u.U. katastrophalen Folgen (Mord, schwere Lüge, Diebstahl etc.), nicht die Religion.

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Die drei größten Verbrecher des 20 Jahrhunderts, unter denen viele Millionen Menschen gestorben sind, hatten mit Religion nicht viel am Hut bzw. waren Atheisten: Hitler, Stalin, Mao.

Der Mensch kann also auch ohne Religion rücksichtslos, egoistisch und böse sein.

Ansonsten komm es wohl auf die jeweilige Religion und die einzelnen Menschen an, die sich nach bestimmten Glaubensvorstellungen verhalten und dabei auch ihre eigenen Ziele verfolgen (Macht, Politik, wirtschaftliche Interessen usw.).

Bedenkenswert sollte aber sein, dass es im Endeffekt auf die Wahrheit ankommen sollte. Wenn eine der bestehenden Religionen Recht hat, verbessert sie natürlich das Leben der Menschen, da sie die Bedeutung und den Sinn des Lebens aufzeigt, der sogar über das irdische Leben bis in die Ewigkeit reicht. Alle anderen Religionen verschlechtern demzufolge die Welt, da sie von der Wahrheit ablenken und in die falsche Richtung weisen.

Man könnte einwerfen, dass auch alle Religionen wahr sein könnten. Doch im Prinzip kann maximal eine Religion bzw. Glaubensrichtung wahr sein, da sich die verschiedenen Religionen und Glaubensvorstellungen zu sehr widersprechen.

Da wir Religions- und Meinungsfreiheit haben, muss es erlaubt sein, über seine Überzeugung der Wahrheit sprechen und dazu stehen zu dürfen. Meine feste Überzeugung ist, dass es auf die Bibel ausgerichteter Glaube die Welt verbessern würde, weil Jesus gelehrt hat, andere Menschen und sogar seine Feinde zu lieben, andere zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte und ein tugendhaftes und moralisches Leben zu führen. Ebenso finden sich m. E. in der Bibel Antworten auf die Frage nach dem Sinn und der Bedeutung unserer Existenz.

Ja, die größten drei Kriegstreiber des 20. Jahrhunderts haben Religion durch religionsähnliche Ideologie ersetzt, das stimmt. Das ist aber immer noch extrem nahe dran an "Opium fürs Volk", nur mal als Neuauflage über krasse Ideologie statt übersinnlicher Religion.

Aber über die gesamte Geschichte der Menschheit gesehen, war Religion immer wieder die Haupttriebkraft, um Menschen aufzuhetzen, zu Folgsamkeit zu zwingen oder mit Inbrunst kämpfen zu lassen.

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Nein, mit Sicherheit nicht. Menschen kämpfen für Ideologien und um Rohstoffe. Dazu braucht man keine Religion. Der Mensch wird immer Gründe für Krieg finden. Wenn die Religion nicht mehr dazu instrumentalisiert werden kann, da nicht mehr vorhanden, wird man eben auf anderes zurückgreifen. Zu glauben ohne Religion kein Krieg ist absolut naiv.

Du solltest wirklich einmal Dein sog. Fachwissen welches Du hier meinst verbreiten zu müssen auf einen aktuellen Stand bringen. Deine Antwort ist vollkommen falsch.

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@Extrapilot352

Woher willst du das wissen? Wenn du es besser weißt, schreibe auch eine Antwort. Was ist an dieser Antwort denn falsch?

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Als Fachwissen habe ich meine Antwort nicht deklariert. Da du aber zu wissen scheinst was richtig und was falsch ist, erhelle mich. Was ist die richtige Antwort?

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@Niela80

Unter einem Religionskrieg, seltener Glaubenskrieg, wird im Allgemeinen ein Krieg verstanden, der aus Gründen der Religion geführt wird. Darunter fallen etwa die Expansionskriege des Islam bis zum 8. Jahrhundert, die Kreuzzüge und die Albigenserkriege des Mittelalters. Im engeren Sinne bezeichnet man mit Religionskrieg die Konfessionskriege im 16. und 17. Jahrhundert. Dazu zählen insbesondere die Hugenottenkriege Frankreichs sowie im Deutschen Reich der Schmalkaldische Krieg (1546–1547), der Aufstand der protestantischen Fürsten (1552) und der Dreißigjährige Krieg (1618–1648). Die Abgrenzung ist schwierig, da einerseits bis teilweise in die Neuzeit die meisten Kriege mit religiösen Vorstellungen oder Ausdrucksformen verbunden waren, andererseits hatten selbst die Religionskriege im engeren Sinn noch andere als nur religiöse Motive.

Die Kreuzzüge zogen sich vom späten 11. Jahrhundert bis ins 13. Jahrhundert hin, dabei umfassten sie sowohl das Heilige Land als auch Teile Europas als Schlachtplätze.

Die acht Hugenottenkriege (1562 bis 1598) wurden auch zusammenfassend „vierzigjähriger Krieg“ genannt. Im 16. Jahrhundert zerfiel Frankreich in zwei religiöse Lager: die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung blieb katholisch; eine starke Minderheit schloss sich der Reformation an. Ein friedliches Zusammenleben der beiden Konfessionen erwies sich als unmöglich; es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen; gerade in Gebieten mit gemischten Glaubensgruppen waren es oft Bürgerkriege.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) wurde durch die gegenreformatorischen Bestrebungen des Kaisers Ferdinand II. ausgelöst. Gegen diese schlossen sich mehrere protestantische Staaten und Herrscher zusammen. Vordergründig ging es um die Entscheidung für die protestantische oder katholische Konfession, im Hintergrund standen politische Interessen der Reichsfürsten und der europäischen Nachbarstaaten, ihre jeweiligen Herrschafts- und Einflusssphären auszuweiten. Dabei unterstützte zum Beispiel das katholische Frankreich unter der Führung des Kardinals Richelieu unter Ludwig XIII. aus Machtinteresse die protestantische Seite. Der Westfälische Friede, der mit dem Dreißigjährigen auch den Achtzigjährigen Krieg beendete, trug zu längerfristiger Stabilität in Europa bei.

Der Erste und zweite Kappeler Krieg waren Kriege in der Schweiz zur Zeit der Reformation. Der Sonderbundskrieg war der letzte Krieg auf Schweizer Territorium und war im Wesentlichen ebenfalls durch die Religion begründet.

Nur um einige zu nennen und Dir zu zeigen dass Du offenbar in einem Bereich von Ahnungslosen aufwächst.

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Einfache Antworten für einfache Menschen.
Realität ist komplexer.

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