Wäre Deutschland heute anders, wenn...?

Das Ergebnis basiert auf 2 Abstimmungen

Ich würde Franz Ferdinant nicht erschießen um denn Nationalsozialismus zu verhidnern 50%
Ich würde Franz Ferdinant erschießen, um die Weltrkriege auszulösen und die heutige Welt zu formen 50%

6 Antworten

Früher oder später wäre es zu einem Krieg in Europa gekommen. Interessant ist dabei höchstens die Frage, welche Bündniskonstellationen da aufeinandergeprallt wären.

Italien war letztlich unentschlossen, ob es sich auf die Seite Frankreichs schlagen, oder lieber Österreich im Gegenzug für seine Bündnistreue kleinere Gebietsabtretungen abverlangen sollte. Die endgültige Entscheidung stand lange auf der Kippe, und unter anderen Gesichtspunkten hätte man sich möglicherweise mit Österreich arrangiert.

Auch der Kriegseintritt Großbritanniens war in London nicht unumstritten. Trotz der Beteiligung an der Entente bestand ein gewisses Misstrauen gegenüber Frankreichs territorialen Ambitionen in Mitteleuropa. Die französische Vision, das vereinte Deutschland zu zerstören und wieder in einen Flickenteppich zu zerfleddern, war den führenden britischen Politikern nicht unbekannt. Diese Vorstellungen entsprachen aber nicht dem Wunsch der Briten, die eher auf ein Mächtegleichgewicht auf dem Kontinent abzielten.

In einer anderen Situation und unter anderen Voraussetzungen wäre Großbritannien vielleicht neutral geblieben. Auch der Kriegseintritt der USA 1917 war sicher nicht vorprogrammiert, sondern resultierte aus einer Reihe unfassbarer diplomatischer Fehltritte Deutschlands, die einige Jahre später, unter einer vielleicht kompetenteren Reichsregierung, vermieden worden wären.

Ein Krieg wäre irgendwann gekommen - in welcher Form, vermag man aber kaum zu sagen. Die damaligen Bündnisse waren keineswegs so sehr in Stein gemeißelt wie man rückblickend vermuten würde.

Auch ohne das Serajevo-Attentat wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Krieg gekommen.

Vielleicht nur zu einem europäischen Krieg. Aber die "Entente cordiale" existierte immerhin seit 1904 und wurde 1907 durch Rußland erweitert.

Da Wilhelm II das Säbelrasseln nicht bleiben lassen konnte -siehe beispielsweise seine Flottenpolitik- und Frankreich Elsaß-Lothringen brennend gern zurückhaben wollte, hätte der eine oder der andere früher oder später das Streichholz an die Lunte gehalten.

Vielleicht hätte Deutschland diesen Krieg verloren, vielleicht hätte Österreich-Unganr an der Seite Deutschlands mitgemacht, und vielleicht, vielleicht, vielleicht.

Es ist nach mehr als 100 Jahren müßig, darüber nachzudenken.

Die jungen Leute scheinen irgendwie ein seltsame Lust an diesen unnötigen Planspiel-Fragen zu haben.

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@adabei

Tut ja nicht sonderlich weh, zu phantasieren, obwohl, wie Du schon richtig bemerkst, völlig unnötig.

Bedenklicher allerdings finde ich die sich ständig wiederholenden Fragen nach dem angeblich unmittelbar bevorstehenden 3. Weltkrieg.

O-Ton Teenie: "ich hab so doll angst" (Rechtschreibung im Original übernommen).

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der Krieg lag in der Luft und es ist nichtmal unwahrscheinlich, dass auch ohne das Attetat ein Krieg in genau der gleichen Konstallation passiert wäre, wenn es ein oder zwei Jahre später einen anderen Auslöser gegen hätte. Denn die Fronten waren bereits verhärtet und niemand hat etwas getan, um die Lage zu entspannen. Deutschland hat sich nicht zuletzt etwas verantwortungslos verhalten (Blankoscheck), weil sie dachten da der Krieg sowieso nicht zu meiden sei, sei es besser diesen früher als später zu führen.

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