Wäre das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland finanzierbar (sodass jeder deutsche Staatsbürger 1200 Euro netto im Monat bekommt)?

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4 Antworten

  1. Grundsätzlich gilt Nell-Breunings ökonomische Binsenweisheit: Was realwirtschaftlich produziert wird, ist auch finanzierbar.
  2. Und niemand bestreitet, dass in Deutschland genug Waren und Dienstleistungen produziert werden, um allen ein gutes Leben zu ermöglichen, wenn es gerecht verteilt wird.
  3. Wer also behauptet, dass ein Grundeinkommen oberhalb der Armutsgrenze nicht finanzierbar wäre, muss nachweisen, dass nach Einführung eines Grundeinkommens nicht mehr genug produziert würde.
  4. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das GE in den meisten Modellen an die Armutsgrenze und damit an das Volkseinkommen gekoppelt ist. Und das würde sinken, wenn weniger gearbeitet würde. Dann würde also auch das GE sinken, was den Anreiz verstärken würde, wieder mehr zu arbeiten.
  5. Im Jahr 2015 betrug das Volkseinkommen in Deutschland 2261 Mrd. Euro (DeStatis). Davon waren 68 Prozent Arbeitseinkommen (Lohnquote), der Rest Kapitaleinkommen. Das Arbeitsvolumen im selben Jahr betrug ca. 59 Mrd. Stunden (IAB). Es wurde also im Schnitt 26 Euro pro Stunde verdient.
  6. Bei einem Grundeinkommen von monatlich 1200 Euro und unveränderter Lohnquote stünden nur noch 735 Mrd für Arbeitseinkommen zur Verfügung, also im Schnitt 12,46 Euro pro Stunde.

Ob 1200 Euro Grundeinkommen machbar sind, hängt also davon ab, ob bei einem Durchschnittslohn von 12,46 Euro zusätzlich zum Grundeinkommen noch 59 Mrd. Stunden gearbeitet würden bzw. ob die dann nicht mehr gearbeiteten Stunden durch Rationalisierung und ehrenamtliche Arbeit kompensiert werden könnten oder die nicht mehr erbrachten Leistungen verzichtbar wären.


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Aber sicher.

Könnte noch höher sein, wenn man die Steuerflüchtlinge am Ar*** kriegt und die Milliardenbeträge, die Reiche an Steuern dem Staat vorenthalten, mal ernsthaft einholen würde. Und noch höher, wenn man es den Superfirmen verböte, zwar Gewinne zu privatisieren, aber Verluste zu verstaatlichen.

Wenn man also dort das Geld holt, wo es haufenweise und illegal oder an Recht und Anstand vorbei von Superreichen und Firmen gehortet wird, könnte man mühelos jedem Bundesbürger 1200 bis 1500 € montalich zahlen.

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Stell dir vor in deiner ganzen Nachbarschaft hätten alle zwei Wagen und sie hätten was auch immer getan um diese zu erwirtschaften (egal wie einfach oder schwer es war, sie haben das Gefühl das richtige getan zu haben und das sie diese deshalb auch verdienen - auch wenn es veilleicht nur darin bestand die richtige Aktie zu besitzen). Geh von Singlehaus zu Singlehaus und frage wer bereit ist einen der Wagen zu verschenken... ich glaube du wirst nicht viele finden, die dazu bereit sind. Deswegen würde 1200 netto wohl auch nicht funktionieren... dazu müsstest du nämlich schon ein paar Leuten was wegnehmen für.

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Für Erwachsene ginge das wahrscheinlich.

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