Währungsreform nach 2.Weltkrieg

3 Antworten

Bin Zeitzeuge. Vor der Währungsreform waren alle Gelder bei den Sparkasen gesperrt. Ich durfte als Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft 1000 Mark vom Sparbuch abheben. Diese Geld entsprach etwa dem Gegenwert von 50 kg Mehl. Nur als Beispiel. Nur das, was es auf Lebensmittelkarten in den Geschäften zu kaufen gab, hatte noch reguläre Preise. Ansonsten herrschte die "Zigarettenwährung". Es wurden Waren gegen Waren getauscht. Da die Lebensmittelrationen sehr gering waren, fuhren die Menschen aus den Städten aufs Land und tauschen alles Entbehrbare gegen Lebensmittel um. Zigaretten lagen hoch im Kurs. Der Schwarzhandel blühte. Dort konnte man so ziemlich alles kaufen, wenn man genügend Geld oder Tauschware hatte.

heißt mir loswerden ist gemeint, dass sie das Geld noch schnellst möglich ausgeben wollten ?

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@eeehm

Welches Geld sollten sie loswerden wollen? Gelder auf den Sparkassen waren eingefroren. Der Verdienst wurde in RM ausgezahlt und die normalen Preise waren in RM. Was man verdiente, hat man wieder ausgegeben. Da blieb nicht viel übrig. Als ich aus der Gefangenschaft zurückkam, blühte der Schwarzmarkt nur noch kurze Zeit. Mit der Währungsreform war der Spuk vorbei. Jeder bekam 40DM, egal ob er RM zum eintauschen hatte oder nicht. Später gab es noch einmal 20DM. Auch das Hamstern war vorbei, weil die Menschen kein Geld mehr hatten, um die Zugfahrt aufs Land zu bezahlen. Zudem verbesserte sich die Versorgungslage ständig. Lebensmittelkarten und Bekleidungskarten wurden nach und nach abgeschafft.

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Hei eeehm, nehmen wir an, du hättest 10 000 Reichsmark auf deinem Konto gehabt, die nach der Währungsreform nur noch ein Zehntel wert waren, also 1 000 D-Mark, über deren Kaufkraft du nichts weißt - -ob du dann nicht auch versucht hättest, deine sauer ersparten Reichsmark zu "versilbern"? Grüße!

Weil es für die alte Währung nach der Reform nichts mehr gegeben hätte. Auch war das Risiko eines Umtauschverlustes gegeben. Genauso werden wir es nach dem Euro-Crash auch erleben, nur dass dann wahrscheinlich noch ein sog. Haircut (Verluste von Sparguthaben) dazukommt und eventuell Zwangshypotheken für Immobilienbesitzer.

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