Während Elternzeit verpflichtet zu arbeiten- stimmt das?

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2 Antworten

Ist die Kollegin einfach nur in Elternzeit, oder hat sie mit dem Arbeitgeber eine Vereinbarung über eine Teilzeitarbeit während der Elternzeit abgeschlossen?

Wenn sie einfach nur in Elternzeit ist (so würde ich das aus Deiner Frage rauslesen), dann muss sie gar nichts. Punkt.

Wenn ihr bisheriger Chef versucht, von ihr Arbeit erledigt zu bekommen, dann müsste er sie dafür gewinnen, einen Vertrag auf Teilzeitbeschäftung während der Elternzeit zu unterschreiben. Tut sie das nicht, dann dürfen ihr daraus formal keine Nachteile erwachsen.

Klar ist es möglich, dass sie erpresst wird mit dem Hinweis auf Vermeidung von Nachteilen nach der Elternzeit. Sie selbst muss wissen, ob sie sich darauf einlässt. Wenn ja, dann sollte sie zumindest auf einer vertraglichen Regelung (siehe oben) bestehen.

Wenn ich bei einer Firma tätig wäre, die sich mir gegenüber so verhält, würde ich mir für die Zeit nach der Elternzeit bei einer anderen Firma einen neuen Job suchen. Zeit zum Suchen hat Deine Kollegin ja.

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Kommentar von Violetta1
03.06.2016, 09:26

Hi, danke für die Info.

Soweit ich weiss- sie sagte das mal als wir privat telefonierten- ist sie ganz regulär in Elternzeit. Daher auch meine Verwunderung.

Ich mein, kann mir im Prinzip egal sein, weil nicht ich selber betroffen und auch nicht meine eigene Firma.

Aber man stolpert quasi etwas drüber.

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Jobben in der Elternzeit:

Ein Teilzeitjob ist in der Elternzeit erlaubt: Die Tätigkeit darf aber 30 Wochenstunden nicht überschreiten. Es dürfen auch beide Eltern gleichzeitig Elternzeit nehmen, dann dürfen sie insgesamt 60 Wochenstunden einer Arbeit nachgehen. Somit ist also das Familieneinkommen auch während der Elternzeit gesichert. Diese Nebentätigkeit kann beim eigenen oder bei einem anderen Arbeitgeber stattfinden. Möchte der Arbeitnehmer bei einem anderen Arbeitgeber einen Minijob ausführen, muss zuvor der Arbeitgeber gefragt werden. Jedoch kann dieser die Zustimmung nicht aus Gutdünken sondern nur aus "betrieblichen Gründen" verweigern.

Teilzeit beim eigenen Arbeitgeber:

Soll die Tätigkeit beim eigenen Arbeitgeber verringert werden, so besteht ein gesetzlicher Anspruch, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Der Betrieb muss mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen, der Vertrag muss länger als 6 Monate bestehen. Die Reduzierung ist für bis zu 30 Wochenstunden für mindestens 3 Monate möglich. "Es darf durch die Reduzierung kein finanzieller Nachteil entstehen. Das heißt, man erhält anteilig sein altes Gehalt sowie Weihnachtsgeld etc." erläutert Juristin Nicola Bader und fügt hinzu: "Man behält in der Regel seinen alten Arbeitsplatz, es sei denn, dieses ist organisatorisch nicht möglich oder der Arbeitsplatz eignet sich nicht dafür. "

Quelle: http://www.rund-ums-baby.de/familienvorsorge/elternzeit.htm

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