Waehrend der Reha die Kurklinik wechseln?

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3 Antworten

Das mit dem Wechseln ist einfacher gesagt als getan...in der Regel haben gute Kliniken ellenlange Wartelisten...ich habe es in der Regel als Härtefall dorthin geschafft und musste immernoch in der Regel um die 2 bis 3 Monate warten...also so im fließenden Betrieb dürfte das nicht gehen (und rechne nicht mit der Unterstützung der derzeitigen Klinik...damit habe ich so meine Erfahrungen machen dürfen).

Aber um ganz ehrlich zu sein: Für einen Menschen mit einer Essstörung ist jede Therapie der Horror (durfte selbst viele Konzepte kennenlernen)...und um ehrlich zu sein: Ich habe überall geheult und meine Eltern angebettelt mich rauszuholen...es ist hart, aber die Auseinandersetzung mit der Krankheit bring ein solches Empfinden mit sich, das war nicht nur bei mir sondern bei fast allen so die ich kenne und das gleiche Problem habe (vermutlich hat jede ihre Eltern regelrecht terrorisiert...eine hat mal einen netten Brief geschrieben, größtenteils mit ihrem Blut...fanden die in der Einrichtung gar nicht lustig...Allerdings: Bis zu einem gewissen Grad steckt dahinter auch ein Erpressungsversuch...). Nicht umsonst haben Therapien bei Essstörungen eine so hohe Abbruchsquote...dürfte bei deutlich über 25% liegen.

Deine Tochter muss eine Therapie wirklich wollen und sich dann darauf einlassen...in der Regel ist dann fast jedes Konzept mehr oder weniger passend (aber doch zumindest in den Grundzügen hilfreich), wenn man es nicht wirklich will bzw. sich nicht darauf einlasssen kann, wird überhaupt nie etwas passen...

Viel Erfolg - aber ich würde dem Wunsch einer Umverlegung nicht gar zu arg hinterherrennen. Meine Mutter hat das auch gemacht...hat dafür gesorgt, dass ich vor Ort nie mitgearbeitet habe, weil ich dachte: Irgendwann holt sie dich eh hier raus und du kommst an einen anderen/besseren Ort. Nach Erfahrungen in 6 Kliniken kann ich sagen, dass es diesen besseren Ort nicht gibt, sondern es vielmehr eine Einstellungssache ist...habe es letzten Endes dann ohne stationäre Therapie geschafft (der Weg dorthin war steinig) - aber ich habe aus jedem (egal wie schlimm empfundenen Aufenthalt) etwas positives mitnehmen können...und irgendwann in meinem späteren Leben hat es mir geholfen!

Und um ehrlich zu sein: Eine gute Therapie besteht immer aus reden...und das findet oft halt mal nicht nur mit dem Therapeuten statt...und mal ganz ehrlich: Im Leben wird deine Tochter lernen müssen zu sprechen, ansonsten wird sie sich noch ewig über das Essen artikulieren...war früher auch so, dass ich nicht reden konnte und habe es gehasst...aber mittlerweile kann ich mich anders ausdrücken als über eine Essstörung...

ich sehe es ja auch irgendwie so wie du sagst, aber als Mutter blutet einem wirklich das Herz! Klar...sie muss dort etwas tun, was sie nicht tun will...Essen, nicht mehr erbrechen und mit Leuten kommunizieren. Vielen dort hilft diese Art schon gleich nach den ersten Tagen und es stellt sich schon bald Besserung ein. Doch bei ihr ist das echt extrem. Sie trauert hier um ihren Freund und ihre Freundinnen, die sich fast komplett zurueckgezogen haben. Sie wuerde gerne in den Sommerferien nach hause kommen u. hier was machen. Dann sagt sie, dass es aber ok fuer sie ist, wenn sie den ganzen Winter irgendwo in einer Kurklinik waere. Ich weiss nicht mehr, was ist richtig und was ist falsch? Was soll ich tun? Sie erzaehlt mir heute am Telefon, dass sie sich zum ersten Mal geritzt hat u. dass es ihr gut getan hat. Ich bin fast umgefallen! Magersucht, Bulimie und jetzt noch Borderline. Ich bin auch so langsam aber sicher am Ende. Wir wohnen 615 km weit weg von der Klinik und ich kann nicht jedes Wochenende zu Besuch kommen. Sie haelt mir das jeden Tag vor und meint, dass alle anderen Maedchen jedes WE Besuch bekommen. Ich weiss wirklich nicht mehr was richtig und falsch ist - keine Ahnung. Sie erpresst mich mit Ritzen. Vor 2 Jahren hat sie mich mit Erbrechen erpresst um etwas zu erreichen. Dann hat sie es erreicht u. konnte nicht mehr aufhoeren. Und jetzt schon wieder! Klar, ich weiss irgendwo selber, dass es wahrsch. egal ist in welche Klinik sie geht. Nach 3 wochen kommt wieder der Anruf....es geht nicht mehr. Ehrlich...wenn es nicht mein Kind waere, dann wuerde ich sagen...ist dein Leben, mach was du willst! Ich habe auch ein Leben! Danke fuer deine Worte.

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@chris250465

Hast du die Situation schon einmal bei der behandelnden Therapeutin angesprochen? In der Regel gehen die auf sowas ein und geben auch Ratschläge wie man sich in diesen Fällen verhalten soll...

Für eine Mutter ist es unglaublich hart: Aber wenn deine Tochter sowas macht würde ich einfach kurz und mit klaren Argumenten (ohne mich auf Diskussionen einzulassen) das Gespräch beenden. Hat meine Mutter auch gemacht...wahrscheinlich hat sie dadurch dafür gesorgt, dass es nicht noch mehr ausgeufert ist. In der Klinik in der ich war, wurde auf solch ein Verhalten ebenfalls in der Regel mit Kontaktsperre reagiert...irgendwie nimmt man so demjenigen den Ort, gegen den er solche Maßnahmen richten kann. Allerdings darfst du ihr dabei nicht das Gefühl geben sie abzulehnen oder nicht zu mögen...als ein im Stichlassen wird sie es zwar empfinden, aber es kommt immer darauf an, wie man sowas verpackt. Ganz wichtig ist, dass du dich nicht erpressen lässt - egal womit! Den jeder Erfolg wird dazu führen, dass deine Tochter dieses Verhalten fortsetzen wird (so habe zumindest ich das getan). Allerdings: Mach deiner Tochter daraus keinen Vorwurf...es gehört zur Krankheit und sie kann es nur in einem gewissen Maß steuern...mir tun im Nachhinein auch viele Dinge leid, die ich in dieser Zeit getan habe. Du musst lernen zwischen zwei Dingen zu Unterscheiden: Deiner Tochter, dem Menschen der sie früher war und deiner Tochter, der Krankheit. Diese Teilung gibt es - und du kannst deiner Tochter ruhig sagen, dass du mit deiner Tochter und nicht mit ihrer Krankheit zu tun haben willst...

Aber wie gesagt...ich kenne deine Tochter nicht und kann somit nur meine pauschalierte Meinung mitteilen.

Eine Angst kann ich dir nehmen: Nur von einem Mal ritzen wird man nicht zur Borderlinerin...dahinter steckt mehr. Und heute ist es "chick" sowas zu machen...deshalb ist noch nicht jeder gleich ein Borderliner. Und wiederum auf der anderen Seite - nicht jeder Borderliner ritzt sich...ich tue es z.B. nicht, auch wenn ich erwiesenermaßen einer bin. Also vor sowas hätte ich im Moment mal noch keine Angst...

Ich kann dir empfehlen, dich mal mit anderen Betroffenen Eltern auszutauschen...meiner Mutter hat das sehr geholfen (sie hat das Vergnügen gleich zweimal, mein Bruder erfreut sie mit der gleichen Symptomatik). Falls es in eurer Ecke sowas nicht gibt (meine Mutter musste sowas erst gründen ;-) ) kannst du auch mal auf dieser Seite:

http://www.hungrig-online.de/forum/ubbthreads.php/ubb/cfrm

Vorbeischauen...da gibt es ein Forum extra für Angehörige, wo sich viele Mütter austauschen...mir persönlich als Betroffene hat diese Seite auch geholfen...(keine Angst, hat absolut gar nichts mit pro Ana zu tun...diese Seiten haben leider generell einen viel zu schlechten Ruf...- diese hier wurde ursprünglich sogar einmal von einem Arzt ins Leben gerufen und wird auch heute noch von Ex-Betroffenen moderiert...die achten schon darauf, das gewisse Regeln eingehalten werden. Ersetzt zwar keine Therapie, ist aber öfters trotzdem recht schön sowas zum Austauschen zu haben...gerade wenn man nicht reden kann).

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@nadine120785

PS: Und erwarte keine Spontalheilung...die meisten die ich kenne (mich eingeschlossen) haben Jahre gebraucht um es wegzubekommen...ein zu schneller Erfolg in einer Therapie war in einigen Fällen nichts anderes als ein Herausessen...mit dem Ziel, danach dort weiterzumachen wo man vor dem Aufenthalt aufgehört hat...ein zu schneller Erfolg kann in manchen Fällen auch schon ein Grund für Misstrauen sein...

Lass dir Zeit...eine Essstörung hat i.d.R. ewig gebraucht um zu entstehen...da wird sie nicht innerhalb von 4 bis 12 Wochen wieder verschwinden. Nach einer stationären Therapie ist daher aus meiner Sicht eine ambulante auf jeden Fall notwendig...kümmer dich frühzeitig drum in der Regel hat man dabei sehr lange Wartezeiten! Und gerade die Zeit nach so einem Aufenthalt ist wichtig im Hinblick darauf, ob man es schafft...

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wenn deine tochter die klinik wechseln sollte, dann empfehle ich die schön klinik roseneck in prien. und eigentlich müsste es möglich sein. ich kenne einige, die das gemacht haben.

Macht da die Krankenkasse so ohne weiteres mit? Wie war das bei deinen Bekannten? Mussten die dann lange warten bzw. konnten die dann sofort wechseln?

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@chris250465

also in Priem war isch selbst...wenn man nicht gerade Privatpatient ist wartet man dort in der Regel mindestens ein halbes Jahr...und in dem Konzept war (zumindest als ich dort war) verdammt viel Gruppentherapie enthalten....was ja auch wieder mit reden zu tun hat...wäre dann wohl aus Sicht der Tochter vom Regen in die Traufe ;-)

Kann aber zustimmen, dass es sich dabei um eine der Besten Kliniken handelt...aber ein Erfolgsgarant ist sie auch nicht.

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@chris250465

gott, das weiß ich leider auch nicht.aber ich musste damals nur 1 monat warten,weil mein hausarzt druck gemacht hat dort, weil es mir ziemlich akut war.und jetzt beim zweiten mal 3 wochen...

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Geh am besten direkt zur Krankenkasse und schildere die Lage, dann werden die dir sagen, ob sie wechseln kann.

Dachte ich mir auch schon. Wird wohl das Beste sein. Danke dir.

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Dachte ich mir auch schon. Wird wohl das Beste sein. Danke dir.

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