VWL: Frage zu Kredit und Zins

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4 Antworten

Nun, Du verleihst ja dein Geld, damit es dann nachfragewirksam wird. Entwerder verleihst Du es direkt an jemand, oder indirekt über eine Bank.

Die "Kredite" der Zentralbank dienen nicht diesem Zweck, sondern lediglich dazu, den Banken die Menge an Zentralbankgeld zur Verfügung zu stellen, die sie für die Mindestreserve und den Bargeldumlauf brauchen. Ohne diese Handhabung wäre unser Banksystem so wie wir es kennen garnicht denkbar.

Den Zins für diese Kredite braucht es ( leider ) noch, da dieser Zins zumindest für den kurzfristen Zins am "Markt" eine starke Ankerwirkung hat. Deshalb kann dieser Zins nicht wahllos irgendwo festgesetzt werden ( eine Abschaffung wäre ja auch nur eine Festsetzung auf Null ) weil sonst Inflation bzw. Deflation entstehen könnten.

Vielen Dank. Die Geschäftsbanken verleihen also ZB-Geld, das erstmal nicht mit Wert unterfüttert ist, bekommen dann aber Geld von den Kreditnehmern zurück, dass durch Waren oder Dienstleistungen gedeckt wurde, und zahlen es dann an die ZB zurück. Ist das so richtig?

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@kriechstrom

Nein, die Banken verleihen kein Zentralbankgeld , sondern Geld, und zwar das von den Einlegern. Diesem Geld steht ja eine Ware bzw. Dienstleistung gegenüber. Nur der Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken, die theoretisch unbeschränkt möglich ist ( in den Lehrbüchern gibt es da gewisse Formeln, die in der Theorie stimmen, in der Praxis nicht von Bedeutung sind ). Dieser Geldschöpfung steht natürlich keine Ware gegenüber, deshalb führt sie ja auch zu Inflation.

Die Banken brauchen aber auch Zentralbankgeld. Einerseits für die Mindestreserven und für den Bargeldumlauf. Dieses Zentralbankgeld kann nur von der Zentralbank und wird deshalb auch von der Zentralbank zu Verfügung gestellt.

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Der Zins dient zur Steuerung der Geldmenge und zur Steuerung des Zinses, den die Banken wiederum weitergeben. Das ist eines der zentralen Steuerungswerkzeuge der Zentralbank. In Zeiten der wirtschaftlichen Überhitzung kann die Bank den Zins hochschrauben, so dass wiederum die Kredite der Banken teurer werden und Unternehmen und Privatpersonen weniger Darlehen aufnehmen und so weniger Konsumieren und Investieren. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise kann sie den Zins senken und so indirekt Bank-Darlehenszinsen nach unten drücken. Dass soll dann für mehr Investitionen etc sorgen. Soweit die Theorie, de Wirkung ist nicht immer die erwünschte, denn wie schon mal jemand sagte "Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber man kann sie nicht zum Trinken zwingen". Eine Zinssteigerung führt fast zwangsläufig zur Abbremsung der wirtschaftlichen Tätigkeit, aber eine Zinssenkung nicht immer. Japan versucht jetzt seit zwei Jahrzehnten mit einer Fast-Nullzins-Politik die Wirtschaft wieder anzuwerfen.

Mir ist schon klar, dass der Leitzins dazu dient, die Wirtschaft anzuheißen (wie es die FED und EZB im Moment tun) oder abzukühlen, aber das erklärt nicht, warum sie Zinsen nimmt bzw. das von ihr an die Geschäftsbanken weitergegebene Geld mit Zins behaftet ist, denn es liegt eben keine Situation wie im ersten Fall vor.

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@kriechstrom

Doch, das erklärt es. Der Zinssatz ist das Steuerungsinstrument. Ohne Zinssatz keine vernünftige Steuerungsmöglichkeit. Wie soll die Zentralbank sonst vernünftig die Geldpolitik steuern?

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@Traveller24

Danke. Der Zins, der an die ZB geht, wird aber, anders als bei privaten Kreditgebern, z.B. Geschäftsbanken, nicht als Gewinn verbucht, sondern er ist ein rein formales Steuerungsinstrument. Ist das so richtig? Ich frage mich auch, weshalb sich ein Staat nicht direkt Geld von der ZB leihen kann, denn die Geschäftsbanken sind nichts weiter als eine Art Zwischenhändler, für die eine zusätzliche Gewinnmarge gezahlt werden muss.

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@kriechstrom

Die Zinseinnahmen sind schon auch Gewinne. Der Gewinn der EZB wird an die Zentralbanken der Länder ausgeschüttet, die wiederum fließen dort in die Staatskasse. In 2012 sind dadurch in Deutschland ungefähr 700 Mio Euro in die Staatskasse geflossen.

Der Staat darf/dürfte sich kein Geld bei der ZB leihen, weil die ZB nicht den Staat finanzieren soll. Die Trennung zwischen Zentralbank und Staat ist nach der Hyperinflation nach dem 1. Weltkrieg eine heilige Kuh in Deutschland und Europa. Der Staat soll sich über Steuereinnahmen oder über am Markt erhältliche Kredite finanzieren und soll sich nicht einfach bei der ZB bedienen dürfen. Der Theorie nach soll diese Trennung verhindern, dass die Regierung unkontrolliert Geld druckt oder erzeugt. Daher wird das aktuelle Verhalten der EZB und der FED, die in großem Umfang Staatsanleihen kaufen, auch stark kritisiert.

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Die sogenannte "Zentralbank" hat mit der Idee deines ersten Text-Absatzes nichts zu tun. In diesem ersten Absatz geht es um freie Menschen, die unter sich Verbindlichkeiten eingehen,

Im zweiten Teil geht es um die "Zentralbank". Hier gehen keine freien privaten Menschen einen Kontrakt ein.

Wenn du darüber nachdenkst, wirst du in der gegenwärtigen "Gesellschaft" ein Ausgestossener. Überleg dir also, ob du denken willst. Ich drücke dir alle Daumen.

In solch einem Forum muss es doch Wirtschaftswissenschaftler bzw. Studenten der Wirtschaftswissenschaften geben, die mir diesen fundamentalen Unterschied erklären können.

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@kriechstrom

Die genau werden sich hier nicht äussern. Überdies ist das ein recht theoretisches Thema.

Dass es hierbei um eine Entschädigung für den "Liquiditätsverzicht" geht, ist ein Glaube, sonst nichts. Wenn du einem guten Freund Geld leihst, nimmst du trotz Liquiditätsverzicht keine Zinsen. Du kannst "dir das leisten", auf das Geld zu verzichten, dass du ohnehin im Moment nicht brauchst. Die Frage bleibt dann, warum man gegenüber weniger guten Freunden auf dier Idee kommt, Zinsen zu verlangen. Ist das ein Ausdruck für die Wertschätzung des Partners beim Verleih?

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google mal nachd em geldsystem etc du wirst soviele infos sehen womit die mächte der welt die menschen ausbeuten illuminati federal bank etc etc etc

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