Vorwarnung vom nicht zahlenden Kunden, wenn ich über sie schlecht reden sollte?

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9 Antworten

Eine Kundin, die einen Auftrag seit einem Monat nicht bezahlt und auf Zahlungserinnerung nicht reagiert, verlangt eine Verschweigungserklärung im Nachhinein.

Ich verlange Einhörner. Pinke, flauschige Einhörner, sofort!

Sonst werde sie nicht zahlen.

Vertrag ist Vertrag (Pacta sunt servanda) und gilt es einzuahlten. Da kann nicht hinterher einseitig was verändert werden. Dass du diskret mit der Thematik umgehst versteht sich als ehrbahrer Kaufmann von selbst.

Zudem warnt sie mich schriftlich vor, wenn ich imageschädigende Informationen über sie verbreiten sollte (!), dann wolle sie einen Rechtsweg suchen. ???

Warum solltest du dich in die Gefahr einer Straftat begeben wollen?

Wie reagiert man auf so was außer dass man eine zweite Mahnung wegen der offenen Rechnung schickt?

Welchen Sinn hätte denn die zweite Mahnung. Wäre die Kunden dann noch in verzuger...gibt es gar nicht. Man ist entweder in Verzug oder nicht und sie ist es.

Mahnbescheid hin!

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Die beste Reaktion darauf ist die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides. Die Sache sieht sehr danach aus, dass die Dame schlicht und einfach nicht bezahlen will. 

Im Übrigen kann dir die Dame gar nichts, so lange deine Aussagen Anderen gegenüber wahr und nicht ehrverletzend sind. 

Die Tatsache, dass die Dame eine offene Rechnung hat und diese trotz Mahnung nicht bezahlt, darfst du jedem erzählen. Dagegen kann sie gar nichts machen. Eine eventuelle Anzeige könnte sie nur auf § 186 (Üble Nachrede) beziehen. Schau einfach mal hier rein: 

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__186.html

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Kommentar von mepeisen
05.12.2015, 10:14

Im Übrigen kann dir die Dame gar nichts, so lange deine Aussagen Anderen gegenüber wahr und nicht ehrverletzend sind.

Man sollte es trotzdem nicht in die Welt hinausposaunen. Denn das könnte Nötigung sein ;-)

An dieser Stelle ergibt die Einschaltung eines Inkassounternehmens exakt aus einem einzigen Grund Sinn: Wenn das Inkasso Schufa-Mitglied ist und einen Schufa-Eintrag veranlassen kann. Denn auch wenn ich ansonsten Pro-Schuldner eingestellt bin und auf Inkassos wettere: Ein kleiner Gewerbetreibender (der ich auch unter anderem bin) hat gerade bei solchen "Warnungen" von Schuldnern eigentlich durchaus Waffen, dem zu begegnen.

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Bereits mit der ersten Mahnung ist sie in Verzug. Jetzt musst Du ihr das volle Programm geben, Dich nicht beeindrucken lassen. Gebe Deine Mahnungen an einen Rechtsanwalt. Da sie in Verzug ist muss sie auch die Kosten des Anwalts tragen. Also los.

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Kommentar von kevin1905
05.12.2015, 12:46

Da sie in Verzug ist muss sie auch die Kosten des Anwalts tragen.

Nur wenn der Anwalt klagt bzw. das Mahnverfahren einleitet und die Kosten als Nebenforderung mitttituliert werden.

Ansonsten gilt auch für Anwaltskosten, es muss zahlen, wer den Anwalt beauftragt.

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Kommentar von annawillfragen
05.12.2015, 15:25

Welche Frist setzt man bei der zweiten Mahnung - eine Woche?

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Wie reagiert man auf so was

Gelassen, aber in der Sache konsequent und per Einwurf-Einschreiben:

"... eine Rechnung ist schnell übersehen oder kann verlegt werden. Daher hatten wir auf zulässige rechtliche Schritte verzichtet und nach eingetretenem Verzug an unsere offene Forderung erinnert.

Es ist enttäuschend, wie sie unser Entgegenkommen mit Erklärung einer Nichtzahlungsabsicht quittieren. Völlig inakzeptabel hingegen, dass sie verlangen, unsere geschäftlichen Kontakte vorsätzlich über ihre Zahlungsmoral zu täuschen!

Holen Sie nunmehr die Überweisung bis zum [Datum] nach. Das erspart Ihnen weitere Kosten, uns zusätzliche Arbeit und allen Verdruss.

Wenn Sie das neue Zahlungsziel allerdings nicht einhalten, müssen wir Ihnen leider unsere Kosten des gerichtlichen Forderungseinzugs zusätzlich in Rechnung stellen. Das titulierte Forderungsausfälle bei der schufa eingemeldet werden, ist Ihnen sicherlich bekannt."

G imager761


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Kommentar von annawillfragen
05.12.2015, 15:19

ok! Sollte ich "wir" schreiben oder kann ich nur von mir ausgehen, also "ich"? ich bin ja selbstständig ohne Angestellte..

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Volles Programm, zweite Mahnung und dann an Inkassobüro geben. Diesen Wisch in der Rundablage platzieren.

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Frag doch einfach mal bei einer Polizeidienststelle in deiner Nähe nach, ob das Verhalten der Kundin überhaupt rechtens ist. Erkläre ihnen die Sachlage, und lass dich beraten, was indem Fall zu tun ist. Viel Erfolg

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Kommentar von annawillfragen
04.12.2015, 22:56

Polizei? Oh, es kann richtig spannend werden) Danke.

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Das ist ja absurd, schick ihr die zweite Mahnung und sag ihr dass du gerne die NDA unterschreibst nachdem sie gezahlt hat.

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Ohne konkrete Namen zu nennen kannst du über alle reden wie du willst. Ansonsten würde ich ihre Bestellung einfach stornieren.

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Kommentar von Interesierter
04.12.2015, 23:02

Die Fragestellerin darf sogar mit Namen, Betrag und Fälligkeit alle Daten einem Dritten erzählen. Wichtig dabei ist, dass es die Wahrheit ist. Dagegen kann die Kundin gar nichts machen. 

Die Forderung nach einer Verschwiegenheitserklärung ist schon richtig dreist.

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"Verschweigungserklärung"...interessanter neuer Begriff.

Natürlich kann die Kundin verlangen das über ihre Zahlungsmodalität Stillschweigen bewahrt wird. Aber das mal so im Voraus ins Blau zu schicken halte ich auch für übertrieben. Eine solche Erklärung zu unterschreiben bindet dich für alle Zeiten daran. Wenn Du nichts dergleichen an irgendwelche dritte Personen weitergegeben hast brauchst Du darauf gar nicht zu reagieren. Viele Leute verschicken sowas um Eindruck zu machen. Einfach den Weg des gerichtlichen Mahnverfahrens weiter verfolgen.

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Kommentar von Interesierter
04.12.2015, 22:58

Verlangen kann die Kundin vieles. Machen muss es die Fragestellerin noch lange nicht. Solange es wahr ist, darf die Fragestellerin selbstverständlich jedem sagen, dass die Kundin eine Rechnung offen hat und trotz Mahnung nicht bezahlt hat. 

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Kommentar von annawillfragen
04.12.2015, 22:59

Hm. Gibt es vielleicht eine schlaue juristische Formulierung als Antwort auf so eine Frechheit?...

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