Was ist für euch typisch Schauspieler?

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8 Antworten

Eigentlich schon bettschwer...aber diese "Antworten" kann ich so nicht stehen lassen: Sie entstammen fast alle leider dem kompletten Unwissen. Es gibt darauf naturgemäß etliches aufzuklären. Einen kleinen Teil schreibe ich unten auf.

Zuerst mal: Schauspieler, "ausgebildete" haben lange Jahre an Schulen und in der Praxis mühevoll, mit einiger ganz besonderer Hingabe, mindestens drei Jahre lang. In anderen deutschsprachigen Ländern sind Schauspieler Akademikern gleichgestellt und verlassen die Schule als Magister und anderen akad. Graten. Das unterscheidet übrigens die Schauspieler (meist) von Darstellern, die erstmal nur im TV oder Kino zu sehen sind. Eine Ausbildung müssen diese mal nicht vorweisen. So kommt es zu einem Zerrbild: Schausp. und Darsteller. Erstere kommen nach harten Aufnahmebestimmungen an regelrechte Theater und haben lange wenn überhaupt nix mit TV und Film zu tun.

Sie werden mit ihren erworbenen Mitteln vom Regisseur u. Dramaturgen ...in einer Probearbeit zwischen vier und acht Wochen (meistens) täglich oft bis zu 10 Stunden an das jew. Stück herangeführt und nach der dann erfolgenden Premiere immer wieder, auch gern 50 60 mal, in Vorstellungen die verabredeten Prozesse möglichst detailgetreu wiederzugeben. (nach jeder Vorstellung erfolgt eine "kleine Kritik" durch den zugeordneten Assistenten.)Nicht selten hat ein Schauspieler gleichzeitig drei oder vier Produktionen zu beherrschen und zu spielen! Diese hohe Kunst, bzw. deren Anspruch allein und eine Begabung verschafft den Schauspielern ihre persönlichen Fähig- und Fertigkeiten.

und übrigens: Ein Wechsel zum Fernsehen steht bei der größeren Zahl überhaupt nicht auf dem Plan.  Nicht einmal bei wirklich verlockenden Angeboten! Natürlich kommt so ein Wechsel gelegentlich vor, und auch vor der Kamera haben die geschulten Mimen erkennbar einfach die besseren Möglichkeiten vorzuweisen.

Ich will die Filmdarsteller natürlich nicht schlecht machen.

Ein kleiner Tipp, vielleicht zu erraten, welcher der Filmprotagonisten Schauspiel erlernt hat oder nicht ..... Stellen Euch gelegentlich die Frage, ob das, was die Figuren auf der Leinwand "darstellen" wollen, glaubhaft ist, in der Rolle, Muss man darüber nachdenken, dass da jemand "einer ist" oder leider nur so tut so als wäre er einer.

Naja, das war längst nicht erschöpfend, aber es wurmt mich oft, was diese gelernten S-Spieler wirklich mit Herzblut leisten, während die Pappnasen auf der Leinwand über den grünen Klee gelobt werden, während die Künstler auf der Bühne am Ende noch für minderbegabt erachtet werden, "weils die ja nicht mal bis zum Fernsehen geschafft haben"

Natürlich gibt es in allen Bereichen große Künstler, genauso unter den Darstellern. Ein wenig gruselig finde ich es jetzt aber, wie vollkommen talentfreie, teils die Kunst beleidigende "Edelstatisten", - (weil sie Text sprechen können...).- sehr, sehr vielen Profis, natürlich auch Schülern, die Jobs klauen oder eher noch wie anspruchslos solche Damen und Herren aus Quantitätsgründen inzwischen dauernd bevorzugt eingesetzt werden.

Sorry, das war jetzt trotz wenig Ausführlichkeit recht umfangreich...

grüße,  u. zolling

darkjuly 03.09.2015, 06:49

Vielen dank für diese ausführliche Antwort! Ich bin genau deiner Meinung, was Theater und Fernsehen angeht... Darsteller im Fernsehen sind schlicht und einfach Selbstdarsteller. Der Regisseur besetzt so, dass die Rolle dem "Schauspieler" möglichst ähnlich ist. Im Theater geht es um fremddarstellung, was viel mehr Übung und Arbeit erfordert. Es ist so schade, dass die Arbeit der Schauspieler nicht geschätzt wird... im Gegensatz zu der der Darsteller im Fernsehen die schließlich bloß ein paar schnell auswendig gelernte Texte vor der Kamera herunterleiert.

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MissMarplesGown 03.09.2015, 14:55
@darkjuly

Darsteller im Fernsehen sind schlicht und einfach Selbstdarsteller.

Entschuldige bitte, darkjuly, das ist falsch. Es gibt ganz herausragende Fernseh- und auch Kinofilme mit excellenten und begabten Schauspielern - die NICHT lediglich sich selbst spielen und NICHT aufgrund ihrer privaten persönlichkeit gecastet werden, sondern aufgrund ihrer Performance im jeweiligen Casting und / oder ihrer Belege für gute Arbeit, die sie bereits in anderen Rollen gezeigt haben. Die Darsteller in Soap-Operas spielen "sich selbst", Schauspieler nicht, denn die haben ihren Beruf gelernt.

Allein die BBC-Verfilmungen zeigen hier durchgehend eine phantastische Leistung und spielerische Qualität. Es gibt gute Film- und gute Theaterschauspieler - Film ist ein Fach, das man an der Schauspielschule wählen kann, es gibt den Weg der filmischen Profiausbildung - und hier zeigen sich ebenso viele Talente wie am Theater. Die Theaterausbildung enthält lediglich einige wesentliche Ausbildungsanteile, die auch vor der Kamera zu herausragenden Leistungen führen. Daher machen nicht wenige gelernte Bühnenschauspieler auch Film bzw. werden gern für Filme gecastet.

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darkjuly 03.09.2015, 15:40

Hey, ich spreche von den Darstellern im Film, die ihr Handwerk nicht gelernt haben, kein wirkliches Talent haben und trotzdem einen Haufen Kohle verdienen :) die BBC-Verfilmungen kenne ich leider nicht, aber ich bin mir sicher, dass es Ausnahmen gibt. Die leider wirklich bloß Ausnahmen sind. Zumindest meiner Meinung nach, es kann natürlich auch sein, dass ich bloß die falschen Filme schaue :D wenn das so ist, tut es mir leid und ich wollte niemanden persönlich angreifen!

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MissMarplesGown 03.09.2015, 18:10
@darkjuly

Womöglich schaust Du Dir tatsächlich vor allem das an, was "unser" Fernsehen in Deutschland für junge Leute produziert. Hier findest Du aber nicht die Leistungen von Schauspielern, dies sind Billigproduktionen, bei denen man über das Casting ungelernter junger Leute gezielt Kosten einspart. Ausgebildete Schauspieler kosten.

Gute schauspielerische Leistungen im Deutschen Fernsehen oder Kino sind durchaus keine Ausnahme - hier sollte nicht nach "Laienmeinung" beurteilt werden, sondern fachlich und sachlich.

Du bist noch sehr jung, nicht? Du greifst mit Uninformiertheit, subjektiver Meinung und Voreingenommenheit niemanden persönlich an, aber Du hast damit Teil an der Verbreitung von Klischees über Schauspiel und Schauspieler in der Öffentlichkeit und hilfst diese zu verbreiten und in den Köpfen festzusetzen. Und dies macht Schauspielern insbesondere in Deutschland das Leben und die Arbeit schwer. Man tut unseren Schauspielern keinen Gefallen, wenn man sie ständig und automatisch in eine Kiste wirft mit ungelernten Laiendarstellern - auch Film kann "so" sein - oder aber auch ganz anders. Auf das Niveau achten! Und vielleicht auch mal Niveau SUCHEN, bevor man (ver)urteilt.

Der Beruf wird in Deutschland immer wieder erstaunlich falsch verstanden. Gute Leistung wird nicht gewürdigt und als solche wahrgenommen (aber diese gibt es - und nicht nur als "Ausnahme", denn wir haben 26.000 ausgebildete Schauspieler in Deutschland!) und schlechte Leistung wird immer öfters als "Schauspiel" verkauft und abgekauft. Deine Ansicht und Einschätzung ist unter jungen Leuten in Deutschland weit verbreitet. Sie verfolgen, was Darsteller leisten, kennen aber nicht die Arbeit von Schauspielern - umso weniger, wenn diese älter als 25 Jahre sind. Gutes Spiel gewinnt aber mit Erfahrung und Alter erst.

Wenn Du Dich mit anderen Themen als nur der "leichten Unterhaltung" beschäftigst, kannst Du gutes Spiel eigentlich gar nicht übersehen - es sei denn, Du kennst die Kriterien für gutes Spiel nicht. Dass Fernsehen = schlecht und Theater = gut ist, entspricht nicht der Realität und Wahrheit. Dies sage ich Dir als eine, die eine Bühnenausbildung gemacht hat. Gute und nicht so gute Kollegen gibt es überall, sie sind ebenso beim Film zu finden.

In einem möchte ich Dir Recht geben: Wer keine professionelle Ausbildung gemacht hat, dem merkt man in der Regel auf mehreren Ebenen an, was fehlt. Allerdings können wir über solche Leute nicht reden und sie gedanklich mit einbeziehen, wenn wir über Schauspieler reden wollen. Wer den Beruf nicht gelernt hat, ist kein Schauspieler. Und Deine Frage war ja:

"Was ist für euch typisch Schauspieler?"

Hier dann über Laiendarsteller und ihre Leistungen zu reden, macht wenig Sinn.

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darkjuly 03.09.2015, 18:26

Ich kann dir sagen, dass ich nicht total ahnungslos bin, wenn es darum geht, wieviel Arbeit ein Schauspieler hat. Ich schaue mir auch nicht bloß "leichte Unterhaltung" an. Ich finde nur, dass es schade ist, dass die (meiner Meinung nach - es trifft auch sicherlich nicht auf alle zu) größere und ausführlichere Arbeit der Theaterschauspieler unterschätzt wird. Ich muss mir zum Beispiel oft Gelächter anhören wenn ich sage, dass meine Lieblingsschauspieler "nur" im Theater spielen.

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MissMarplesGown 03.09.2015, 19:37
@darkjuly

Ja, das ist richtig. Das Medium Film ist in aller Munde. Weil es vor aller Augen ist. Theater kennen insbesondere die jüngeren Leute nicht mehr und nehmen es nicht zur Kenntnis, sie haben lediglich negative und falsche Fantasien darüber. Bei Schul-Theaterbesuchen schwänzen viele - und man hört oft: "Muss ich da unbedingt mit?" Es wird erwartet, dass Theter = langweilig ist. Es ist einige Jahrzehnte her, dass Leute dann über Kunst und Können geredet haben, wenn sie tatsächlich Kunst kannten und erlebt hatten und etwas davon verstanden.

Heute machen sich insbesondere viele junge Leute Bilder von Dingen, von denen sie nichts verstehen und auch gar nichts wissen wollen. Ich habe aber auch Jugendliche erlebt, die allein aufgrund dessen, dass sie eine einzige Theatervorstellung erlebt hatten, derart beeindruckt waren, dass sie selbst ebenfalls Theater spielen wollten und die dieser Gedanke und Wunsch nicht mehr losließ.

Viele junge Leute neigen heute sehr dazu, Dinge pauschal als unwert oder "uncool" abzutun, nur weil es diese bereits über lange Zeit gibt und sie nicht "hochmodern" und neu erfunden sind. Manche Dinge sind aber so gut, dass sie nicht neu erfunden werden müssen bzw. können. Wer einmal ein Theaterstück (oder besser noch: eine öffentliche Probe) gesehen hat, kann nur beeindruckt sein. Oder er hat generell nur Interesse an Oberflächlichkeiten und "leichtem, schnellem Konsum". Die Uninformiertheit und Vorurteilsbehaftetheit gerade vieler junger Leute ist nicht nur bei diesem Thema ein Problem, sondern sie macht sich in vielen Bereichen bemerkbar. Hier fehlt einfach Aufgeschlossenheit, Interesse und Aufklärung.

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darkjuly 03.09.2015, 19:59

Das stimmt. Theater ist und bleibt unersetzbar. Für mich wird nie ein Film, sei er noch so gut, das gleiche Gefühl hervorrufen, mich genauso bezaubern, wie ein Theaterstück. Ich weiß nicht genau was Theater für eine "Magie" hat, aber sie ist da und sie fühlt sich unglaublich an.

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MissMarplesGown 03.09.2015, 20:23
@darkjuly

Ich freue mich, dass Du Dich für Theater einsetzt und das Wesen von Theater erfasst! Lass Dich niemals ärgern, nur weil sich andere Leute davon kaum anstecken und bewegen lassen - oder sich negativ äußern. Für Theater muss man auch den "Kopf" und die emotionale Offenheit mitbringen, somit ist das nichts für "Jedermann". ;-)

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darkjuly 03.09.2015, 21:21

Nein, nein, das schafft niemand, mich vom Theater abzubringen... :D für die meisten (jugendlichen) Menschen, sind Klassiker der Literatur bloß unverständliches, langweiliges Zeug. Dabei hat es einen Grund, dass Shakespeare und Goethe bekannt geworden sind! Es ist erstaunlich, wie gut man Geschichten, die vor 400 Jahren geschrieben wurden, auf die heutige Zeit beziehen kann! Wer sich dieser Weisheit, die in diesen Stücken zu finden ist nicht bewusst werden kann... dem kann ich auch nicht helfen.

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Hallo nochmal, k. A.warum ein bereits vor Stunden eingesandter Kommentarhier hier leider nicht zu finden ist ; ich versuche es nocheinmal und so kurz wie möglich. Zuerst ein paar Fakten zur Richtigstellung eines von Lady MarplesGown erstellten sehr sympathischen, enthusiastischen Aufsatzes. Ich habe mich etwas gewundert, weil es in der Sache kaum gravierende Unterschiede zw. unseren Auffassungen gibt. Du wertest Darsteller und Schauspieler einfach nur anders. Etwas überflüssig waren nur Deine schon etwas persönlichen "Urteile". Woher hast Du die? Ich sei wohl noch recht jung und unterläge wie so viele Zeitgenossen irgendwelchen Klischees über die bösen, reichen Pappnasen (nicht wörtl.) und verwische quasi den künstlerischen Rang der betr. Populationen. Um auf die gestellte Frage so rasch wie mögl. zu antworten: Schauspieler haben garantiert eine mindestens drei - jährige Ausbildung. Und schon da fängt es mit den Unterschieden an: Es kommen auf einen Ausbildungsplatz an staatl. Schulen jew. und mindestens 2 bis 3- stellige Bewerber-Zahlen. Wenn Du n. entspr. Tests tatsächl. einen Platz bekommst, ist das wirklich schon ne echte Hausnummer. Viel Nachwuchs-Mimen weichen deshalb auf priate Schulen aus. Das können sich leider nur wenige leisten, und diese Abgänger werden beim Vorsprechen an Theatern entsprechend akribisch beurteilt und erzielen sehr viel seltener ein Engagement. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das Wiener Max Reinhardt - Seminar/Schule Akademie eine der besten, professionellen Stätten ist. Tatsächlich haben sich aus diesen Bekannt- oder Freundschaften einige hochkarätige Schauspieler entwickelt. Dabei ist übrigens zu sagen, dass selbst diese Künstler im breiten Durchschnitt unserer Zeitgenossen so gut wie unbekannt sind. Natürlich gereicht es beim TV bereits zur Bekannt- oder gar Berühmtheit, wenn auch nur ein Streifen richtig gut gelaufen ist.

Sicher machen sich die Menschen eine völlig falsche Vorstellung von der Gage eines Schulabgängers, der, ganz wie nach dem Max Reinhardt Seminar, immerhin einen MAGISTERTITEL erwirbt. Das liegt, zumindest hier, eine Drehung höher als ein Bachelor! Und die Anfängergage, die nur ausnahmsweise mal höher liegt als Tarif, liegt bei ca. 1700 Euro BRUTTO.

....wenn das nach so viel Lernen, Sachverstand und Begabungs - Mindestmaß...nicht hehrer Idealismus ist....ich wüsste keinen Akademiker, der sich hierzulande sonst so abspeisen lässt. DAS meine ich, wenn ich zwischen den Begriffen so pingelig unterscheide. Und übrigens habe ich überhaupt keine solche Plattheit geschrieben wie etwa, Filmschauspieler seien unbegabt oder zu Unrecht im Hype. K. A., was da so empört hat!? Noch kurz zu dieser seltsamen Phantasie über mich als entgleister Kulturscharlatan, meine mutmaßliche Jugend u. meinem Erliegen in Oberflächlichkeiten. Ich habe THEATER und Schauspieler als eines meiner 6 o. 7 gewagten Kompetenzbereiche angegeben! Wie bin ich da wohl drauf gekommen? :-) Also, ich bin 60 Jahre alt, war schon immer fasziniert von den Medien ganz allgemein u. habe schlussendlich gute 20 Jahre ordentlich mit Solonormalverträgen und Mitgliedschaft im Ensemble an 3 versch. Theatern gearbeitet, am Stadttheater Ingolstadt, Landestheater Tübingen und Staatsschauspiel der Württembergischen Bühnen . Wahrscheinlich ist der Beruf, d. ich da nachgegangen bin kaum jemandem bekannt, .....der richtige Begriff heisst "Inspizient" (mit Schauspielverpflichtung als "praktische Dreingabe"). Ich sitze also bei den bis zu 9 - wöchigen Proben einer Produktion neben dem Regisseur, dem Assistenten, dem Dramaturgen u. Ausstatter, meistens und mache mir immer wieder Notizen. Von der 1. bis zur Generalprobe bin ich Teil des künstlerischen Apparats. Auf Englisch ist die Bezeichnung dafür "Stage Manager", viell. etwas besser einzuschätzen. Alles weitere wäre zu viel u. gehört nicht mehr zur Frage. Ich hatte mich durch diese Arbeit "im Off" dem Theater und dem Ensemble mit all seinen liebenswürdigen, spannenden und unglaublich aufschlussgebenden Seiten bis tief ins Detail mit Haut und Haaren verschrieben. Dass ich darauf aufmerksam gemacht habe, bin ich bei so viel Fehleinschätzung und verkehrter Phantasien den Künstlern einfach schuldig. Und b. t. w. halte ich Tom Hanks, John Malkowitsch, Jody Foster u. v. a. mehr keineswegs für minderbegabte Kulturtrampel mit geldgieriger Attitüde! WIR haben natürlich auch sensationell gute Darsteller, viell. auch mit Akademieabschluss. Ich habe ohne Entrüstung auch Exkollegen als Tatortkommissare, feinste Charaktere und Komiker auf dem Bildschirm o. der Leinwand bezaubern sehen. Und manche sind wirklich Universal-Genies! Aber wenn man nachzählt, das steht in ÜBERHAUBT keinem Verhältnis. Wer geht schon noch mit angemessener spannender Neugier ins Theater? Selbst das Schauspiel Stuttgart, war oftschlecht besucht. Dabei ist es so sinnlich,hat so viel Charme und lässt einen voller Betroffenheit heimgehen!?! liebe Grüße, u. zolling

Naja, Schauspieler werden es einfach haben, Lügendetektoren auszutricksen, da sie wunderbar in die Haut anderer schlüpfen können und eine enorme Körperbeherrschung haben müssen.

Selbstbeherrschung und den Situationen angemessen reagieren zu können ist für die Personen ein Vorteil, aber für Außenstehende wird es schwierig sein, Schauspieler einschätzen zu können. Sie sind nur authentisch, wenn sie es wollen. Beziehungen zu Schauspielern setzen mehr Vertrauen als gewöhnlich voraus.

Ähnlich schwierig stelle ich mir aus gleichem Grund Beziehungen zu Psychologen vor.

darkjuly 03.09.2015, 20:13

Ich finde, Vertrauen in den Partner ist eine Voraussetzung für eine Beziehung. Dabei spielt es keine Rolle ob der Partner ein Schauspieler ist oder nicht. Man verliebt sich doch bloß in jemanden, dem man vertraut und entweder man vertraut dem Schauspieler (und verliebt sich) oder eben nicht (und verliebt sich nicht). Wenn es auf das Zweite herausläuft, dann ist es einfach so, dass die Liebe des Schauspielers zu der nicht-vertrauenden Person einfach nicht erwidert wird. Das ist dann zwar das Problem des Schauspielers, aber nicht weil er Schauspieler ist. Das kann jedem passieren.

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Charakterdarsteller, die ihre Rollen nicht nur spielen, sondern auch leben - zumindest für die Dauer, wenn sie vor der Kamera bzw. auf der Bühne stehen.

Männliche Charakterdarsteller sind für mich z. B.:

  1. Robert De Niro (Taxi Driver)
  2. Jack Nicholson (Shining)
  3. Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer)
  4. Tom Hanks (Forrest Gump)
  5. Dustin Hoffman (Die Reifeprüfung, Kramer gegen Kramer)

Zu den weiblichen Charakterdarstellern zählen für mich u. a.:

  1. Judi Dench (Tagebuch eines Skandals)
  2. Helen Mirren (Die Queen, Hitchcock, Die Frau in Gold)
  3. Meryl Streep (Der Teufel trägt Prada, Die Brücken am Fluss)
  4. Jodie Foster (Das Schweigen der Lämmer, Flightplan, Die Fremde in Dir)

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen, VG, MsSunrise2015 :-)

Vor allem jemand der deutlich spricht,also seine Artikulation beherrscht und nicht nuschelt wie til schweiger der nervt. Ein guter Schauspieler kommt wohl von der Bühne.Natürlich muss er sich auch mit seiner Rolle identifizieren 

Ein ganz normaler Mensch wie jeder Andere nur dass er eben eine andere Berufung hat und eben gut in Rollen anderer schlüpfen kann. Das könnte sowohl im Beruf, als auch im wahren Leben gelten, also dass er Empathie besitzt oder sich gut aufspielen kann.

typisch Schauspieler:der Wunsch nach Selbstdarstellung Freude zu spielen improvisieren wie ein Kind vielleicht Kunst auszuueben..

das hat aber mit dem privaten Menschen nicht so viel zu tun..

Nachtrag:Ich bin Mag.art bin Kuenstlerin Musikerin habe Performance gemacht moechte noch Film machen ...was mich im Tv so stoert ist einfach der "Mist" den Schauspieler spielen,brauchen sie so dringend Geld(aber viell hat das auch seine Berechtigung..)wahrscheinlich...manfrau sollte doch die Welt erschuettern beruehren verbessern oder ?

Ein Kuenstler auch S hat schon eine ziemliche Verantwortung finde ich den Menschen die Augen zu oeffnen

zuerst muss man die eigenen Augen oeffnen guten Abend

Schauspieler haben keine speziellen Charakterzüge oder "Ticks".

Völlig unterschiedliche Persönlichkeiten werden Schauspieler und auch ihr Auftreten ist so vielfältig und verschieden wie ihre Persönlichkeit. Solche Fragen fördern leider Klischee - von dem es bereits zu viel gibt.

Wie wäre es, Schauspieler einmal schlichtweg als beruflich tätige Individuen zu betrachten, so wie man es anderen Personengruppen auch zugesteht? Schauspieler haben vor allem ihren Beruf gemeinsam - und auch dieser zeigt sich inhaltlich in jedem Fall immer wieder unterschiedlich und anders.

Wie Menschen sich innerhalb dieses Berufes bewegen, geben und zeigen, bestimmt nicht der Faktor "Schauspieler", sondern ihre jeweils individuelle Persönlichkeit. "Charakterzüge" liegen grundsätzlich an der privaten Person, nicht an dem Fakt, dass jemand Schauspieler ist.

darkjuly 03.09.2015, 14:04

Ich habe bemerkt, dass die meisten Schauspieler offen sind. Das wäre zum Beispiel ein Charakterzug der praktisch und an einigen Stellen auch erforderlich für diesen Beruf ist. Dinge in diese Richtung meinte ich.

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MissMarplesGown 03.09.2015, 14:35
@darkjuly


Ich bin sicher, dass Du "die meisten" nicht kennst.

Diese "Offenheit" ist bei Weitem nicht immer Charakterzug, sie ist vor allem "Fähigkeit", die vorhanden ist für den Fall, dass man "muss". Es gibt nicht wenige Schauspieler, die im Privaten sehr introvertiert und abgeschottet sind, die z.B. nicht gern Interviews geben oder öffentlich auftreten, dies aber selbstverständlich tun und meistern, wenn es gefragt ist. Das wirkt dann sehr "offen", ist aber eine angewendete und erlernte Fähigkeit, die NICHT zum privaten Persönlichkeitsrepertoire gehört. Der Fan oder Zuschauer bekommt davon aber nichts mit und kann eines vom anderen nicht unterscheiden, es sei denn, der Schauspieler teilt dies z.B. in Interviews über sich selbst mit.

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darkjuly 03.09.2015, 15:34

Okay, danke :) ich würde aber nicht sagen, dass der Zuschauer das eine nur vom anderen unterscheiden kann, wenn es in einem Interview gesagt wird. Denn genau in diesem Punkt kann ein Schauspieler doch sagen dass er offen ist obwohl er es eigentlich nicht ist. Und niemandem würde es auffallen.

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MissMarplesGown 03.09.2015, 15:40
@darkjuly

Was ist "Offensein"?? Schauspieler können ihre Unsicherheit oder ihr Unbehagen oder ihre Unwilligkeit vor Kameras und Mikrofonen verbergen, wenn sie das Thema (das ihr privates ist) nicht öffentlich zur Diskussion stellen möchten. Was eine persönliche Angelegenheit und Entscheidung ist.

Sie zeigen sich bezüglich privater Befindlichkeiten und Einstellungen nur so weit, wie sie möchten, dass andere Leute diese erfahren sollen. Und dies hat nichts mit "Unaufrichtigkeit" oder einem "Sich verstellen" zu tun - sie MÜSSEN neben einem Öffentlichkeitsgesicht auch ein privates erhalten und schützen dürfen, da sie nicht selten mehr in der Öffentlichkeit stehen als Leute anderer Berufe. Das bringt der Beruf mit sich und dieses Problem muss schließlich gelöst werden - und dies hält jeder Schauspieler anders.

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darkjuly 03.09.2015, 15:45

Dieser Meinung bin ich auch, ich würde nicht anders handeln und vertrete es vollkommen, wenn ein Schauspieler es so tut. Für ihn besteht "das Publikum" aus einer Masse fremder Menschen. Diese Menschen glauben allerdings ihn besser zu kennen als sonst irgendjemand...

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MissMarplesGown 03.09.2015, 18:42
@darkjuly

Exakt! Fans z.B. sind sachlicher Bestandteil des Berufsbildes, sie sind aber nicht Menschen, mit denen aus Sicht des Schauspielers private Beziehungen irgend einer Art bestehen oder gewünscht sind. Und hier beginnt es für einen Schauspieler oft bizarr zu werden, denn Öffentlichkeitsarbeit (und dazu zählt auch der gesamte Umgang mit dem Phänomen "Fans") ist oft in Teilen auch vertraglich geregelt - was Fans zumeist nicht bedenken.

Hier werden von den "Konsumenten" schauspielerischer Arbeit regelmäßig persönliche Grenzen der Schauspieler übertreten - und dies auszuhalten und privat zu managen gehört zum Beruf, muss aber auf sehr persönlicher Ebene abgeleistet werden. Hier MUSS ein Schauspieler selbst entscheiden können, in wieweit er diese "Maschinerie" freigiebig bzw. ungefiltert füttert - oder sich gezielt zurück hält, Aspekte des Privatlebens, private Haltungen oder Meinungen überlegt und bewusst verdeckt hält.

Daher ist die angebliche generelle "Offenheit" aller Schauspieler für den Schauspieler selbst ein sehr schwieriges, sensibles und kompliziertes Thema, und: Sie stimmt so nicht, sie ist eher Wunschdenken und Bedürfnis von Fans. Schauspieler müssen hier Kompromisse finden, die Job UND Privatbedürfnissen ungefähr gerecht werden. Fans sind ihre Kunden, ein Schauspieler lebt durch sie, sie bestimmen in weiten Teilen seinen beruflichen Werdegang. Um den Umgang mit dieser Diskrepanz zu schaffen, vermeiden nicht wenige Schauspieler den Blick auf die "Fantasien", die Fans über sie öffentlich kommunizieren.

Mancher Fan wäre entsetzt, wenn er solche Dinge über sich selbst täglich lesen müsste, das rutscht schnell ins Missbräuchliche - und fühlt sich dann auch so an. Dies dient der Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse und Träume von Fans, nicht aber der Wertschätzung ihres "Idols". Ich muss dazu sagen, dass dieses Phänomen insbesondere männliche Schauspieler mit weiblichen Fans erleben, kaum jedoch umgekehrt. Der psychische Druck ist hier für männliche Schauspieler oft sehr hoch und belastend. Von "Offenheit" als makantem Charakterzug kann hier nicht die Rede sein, sie wird zumeist aufgrund eines festgestellten Selbstbewusstseins, das viele Schauspieler an sich haben, angedichtet. Dies ist aber zweierlei.

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darkjuly 03.09.2015, 19:00
@MissMarplesGown

Okay, danke :D ich glaube jetzt habe ich es verstanden... Schauspieler haben selten bis nie typische Charakterzüge. Aber ich hatte mit dieser Frage nicht vor, irgendwelche Klischees zu pflegen. Es interessiert mich bloß, was die "normalen Leute" (okay, das ist blöd formuliert. Ich meine die, die nicht vom Schauspielvirus befallen sind, ich glaube, du weißt, was ich meine...) darüber denken.

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darkjuly 03.09.2015, 20:01

Fleischereifachverkäufer... oje :D

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darkjuly 07.09.2015, 16:50

Da sind ein paar offene Kommentare für dich...

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