Vorteile bei der Trennung von der Rechstpflege von der Verwaltung?

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Die Trennung von Rechtspflege (Justiz) und Verwaltung, die eine der Forderungen bei einem Treffen liberaler Landtagsabgeordneter 1847 in Heppenheim war (Heppenheimer Programm), entspricht der Lehre von der Gewaltenteilung. Verwaltung gehört zur Exekutive, Rechtsprechung zur Judikative. Die Trennung verschiedener Gewalten, die Kontrolle ausüben und zueinander Gegengewichte sein können, soll dazu dienen, Missbrauch von Macht zu erschweren und damit Freiheit zu schützen.

Mit der Gerichtshoheit des Herrschers als Souverän war ein fürstlicher Behördenapparat entstanden, der unterschiedslos für Rechtspflege- und Verwaltungsaufgaben zuständig war. Ein Richter war dadurch ein weisungsgebundener Beamter des Landesherrn.

In der Behördenorganisation der meisten deutschen Staaten lagen um 1800 zumindest auf den unteren Ebenen Verwaltungs- und Rechtsprechungsaufgaben in der Hand desselben Amtes.

Im 19. Jahrhundert hat eine Trennung von Justiz und Verwaltung eingesetzt, teils vor dem Wiener Kongress (1814/5), teils danach. Sie war aber nicht vollständig bis zur mittleren und unteren (örtlichen) Ebene. Trennung bedeutet z. B., dass es ein Landkommissariat und ein Landgericht gibt und nicht eine einzige Behörde, in der sich die Machtbefugnisse konzentrieren.

Verwaltungsbeamte konnten einer stärkeren Kontrolle ausgesetzt sein, wenn es um die Rechtmäßigkeit ihres Handelns ging. Die Anzahl der Behörden erhöhte sich, was mehr Kosten bedeuten konnte – wenn ein Nachteil gesucht wird.

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