Vorteil von Kandieszucker?

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2 Antworten

http://www.razyboard.com/system/morethread-kandiszucker-fruchtweinkeller-89057-555710-10.html

also hier ist auch noch ein Teetrinker, und zwar trinke ich Ostfriesentee. Und wir kennen hier auch den Kandis, nur heißt es hier bei uns "Kluntje" und traditionell wird eben der Ostfriesentee mit Kluntje und süßer Sahne getrunken. Also wenn man weiß wie die Ostfriesen ihren Tee trinken, dann versteht man auch wieso kein Zucker genommen wird. Der Kluntje wird in die Teetasse gelegt, darauf wird der heiße Tee gegossen und zum Abschluß wird mit dem Sahnelöffel vorsichtig am Tassenrand die Sahne reingegeben, sodaß die Sahne zunächst in den Tee gleitet um gleich darauf als lauter kleinen Wölkchen wieder aufzusteigen. So, und wenn man den Tee nun traditionell trinkt, dann wird der Tee auf keinen Fall mit einem Löffel umgerührt.... der Löffel, der auf der Untertasse bereit liegt, dient nur dazu sich bemerkbar zu machen, wenn man nach der dritten Tasse genug von dem Tee hat und dazu legt man den Teelöffel in die leere Tasse ab. Dies ist also dann das Stoppsignal, denn ansonsten wird der Gastgeber jedes Mal aufs Neue die Tasse füllen sobald sie leer ist. So, um auf den Zucker oder bzw. auf den Kandis zurück zu kommen...... dadurch daß der Tee nicht umgerührt wird, schmeckt der Tee mit Kluntje ganz anders, als wenn man Zucker nehmen würde. Der Kandis löst sich eben nicht so rasch auf und bleibt als Reststück in der Tasse und so reicht ein Kluntje auch für mindestens 3 Tassen Tee, hat man aber Zucker in der Tasse, so rutscht einem beim letzten Schluck die süße Pampe in den Mund, das passiert beim Kluntje eben nicht, den kann man noch rechtzeitig mit den Lippen abstoppen.

Ja, und wenn man halt hier in dieser Gegend aufgewachsen ist, dann kennt man auch zwangsläufig Rezepte für Aufgesetzten oder Liköre wo man statt Zucker den Kluntje nimmt. Dies wird dann aber nicht wegen dem Geschmack gemacht, denn da gibt es nämlich keinen Unterschied, sondern das hat einen ganz anderen Grund. Wenn man in einem großen Gefäß einen Aufgesetzten macht und das Ansatzgefäß ist bis oben gefüllt, dann läßt sich der Zucker so schlecht durch schwenken vermischen. Der Zucker soll sich zwar langsam auflösen, aber wenn die Flüssigkeit auf dem Zucker steht, dann bleibt es unten im Glas und ist fest wie Stein, löst sich sehr schwer und ewig lange nicht. Jeder der schonmal eine Zuckergußglasur gemacht hat, weiß wie fest Puderzucker unten in einer Schüssel sein kann, wenn man Wasser darauf gibt, da muß man mit einem Löffel ganz schön stark rührern. Der Kandis in dem Aufgesetzten aber der rollt beim Schwenken mit und man sieht die Schlieren wie er sich langsam auflöst.

Durch die langsame Auflösungsgeschwindigkeit im Tee nimmt man nicht so schnell zuviel Zucker zu sich und kann mehrere Tassen trinken, ohne erneut Zucker in die Tasse zu geben.

Ansonsten Aussehen und (ostfriesische) Tradition.

allocigar78 02.11.2012, 17:40

naja, also bis die Tasse leer ist ist das Kristall schon aufgelöst!

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