Vorsicht vor Ärztebewertungsportal jameda Unseriös und nicht zuverlässig?

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4 Antworten

Ich gratuliere allen, die das Jameda-System durchschaut haben ...

Da ich selber niedergelassener Arzt bin und mich manchmal über Bewertungen wundere - mein Notenschnitt ist 1,4 - sei das Geschäftsmodell skizziert.

Entweder, man nimmt alle Bewertungen mehr oder weniger hin, egal ob sie von Immer zufriedenen oder mehr nörglerischen Menschan kommen, 

oder,

besser für die Note, man wird zahlendes Mitglied bei Jameda und kann dann aktiv Bewertungen unterdrücken oder es werden abgeschwächt schlechte Bewertungen,dann oft auch ohne Notenangabe, veröffentlicht.Je mehr man zahlt, desto bessere Möglichkeiten hat man bei diesen Dingen.

Interessanterweise haben diejenigen Ärzte mit den mit Abstand am meisten Bewertungen - Naturgesetz : je mehr Bewertungen, desto besser werden sie - auch geschäftliche Beziehungen zu Jameda. Ein wirklicher Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.....

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Kommentar von ClaudiB
08.03.2016, 10:13

Guten Tag,

ich bin Fernsehjournalistin und recherchiere gerade für einen Beitrag zum Thema Ärztebewertungsportale, der im ZDF ausgestrahlt werden soll. In diesem Zusammenhang suchen wir einen "Insider", im besten Fall einen Arzt, der uns ein Interview über seine persönlichen Erfahrungen mit Bewertungsportalen gibt. Das Interview kann anonymisiert stattfinden, das heißt, der Name wird nicht genannt und auch das Gesicht ist nicht zu erkennen. Auf Wunsch kann auch die Stimme verfremdet werden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mit uns unter folgender Mail-Adresse Kontakt aufnehmen:

info@medi-cine.de 

Danke und viele Grüße

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Sie bringen da einige Dinge durcheinander, weil Sie das Syystem nicht kennen. Nicht unbedeutend ist die Tatsache, dass ein angestellter Arzt im Krankenhaus ein Fixgehalt hat und die Anzahl der Untersuchungenbzw. Behandlungen völlig irrelevant ist - er braucht daher auch keinerlei Beurteilungen von Jameda, ob positiv der negativ. Dadurch ist auch die Behauptung, dass die "Herrgötter" und "Weisskittel" geldgierig sind oder aus Geldgier handeln, lächerlich bzw. in ihrem Fall ganz einfach unwahr. Zu ihrem "weiteren chirurgischen Problem" sei bemerkt, dass ein Arzt bzw. eine Klinik kein Supermarkt ist, Op-Termine werden nach dringlichkeit vergeben, Chirurgen haben Fachspezifikation und daher werden also keine zusätzlichen EIngriffe durchgeführt. Also kein "Wenn ich die neue Herzklappe kriege, sollen die doch auch gleich meine Hüfte operieren". Darüber hinaus ist es tatsächlich nicht recht, wenn ein Bewertungsportal keine gerechtfertigten negativen Bewertungen veröffentlicht. Auch kann wegen negativer Bewertungen oder Beschwerden keinesfalls der Entzug der Zulassung (Approbation) drohen. Die wird nur dann geschehen, wenn ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind: Wenn sich ein Arzt eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich seine Unzuverlässigkeit oder Unwürdigkeit (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 Bundesärzteordnung - BÄO) zur Ausübung des Arztberufs ergibt, kann dies zum Entzug der Approbation führen (§ 5 Abs. 2 BÄO). Der Widerruf der Approbation erfolgt durch die nach Landesrecht zuständige Behörde des Landes, in dem der ärztliche Beruf ausgeübt wird oder zuletzt ausgeübt worden ist (§ 12 Abs. 4 S. 1 BÄO). Es müssen Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, der Arzt werde in Zukunft die berufsspezifischen Vorschriften und Pflichten nicht beachten. Ausschlaggebend für die Prognose der Zuverlässigkeit ist die Würdigung der gesamten Persönlichkeit des Arztes und seiner Lebensumstände. Unwürdig im Sinne des § 3 Abs. 1 Nr. 2 BÄO ist, wer durch sein Verhalten das zur Ausübung des ärztlichen Berufes erforderliche Ansehen und Vertrauen bei der Bevölkerung nicht besitzt. Der Arzt muss also langanhaltend in gravierender Weise gegen seine Berufspflichten verstoßen haben, so dass er nicht mehr das Ansehen und das Vertrauen besitzt, das für die Ausübung seines Berufs unabdingbar nötig ist. Bezüglich der Beurteilung der Unwürdigkeit stellen Gerichte u.a. auf das durch die Berichterstattung in der Öffentlichkeit zerstörte Ansehen und Vertrauen des Arztes in der Bevölkerung ab.

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Total unseriös! So jedenfalls meine Erfahrungen. Ich geriet an einen Arzt, der die zentrale Diagnose "übersah", und es war wertvolle Zeit verstrichen, bis ich die Zwecklosigkeit der Behandlung einsah und mich vom Acker machte. Er hat derzeit 141 (!!!) glanzvolle Bewertungen, worauf ich reinfiel...Jameda löschte die Bewertung mit dem Titel "Diagnostisch daneben". Es handele sich um "unbewiesene Tatsachenbehauptungen". Widerspruch nutzte nichts. Wie soll ich das denn noch beweisen, wenn die beiden Rechnungen, die mir als Privatpatientin vorliegen, die fragliche unangenehme Diagnose eben n i c h t enthalten? Auch die Notenbewertung wurde gestrichen mit dem m.E. völlig abwegigen Verweis auf ein Gerichtsurteil, das nach meinem Verständnis der deutschen Sprache aber auch gar nichts mit dem vorliegenden Fall zu tun hat.Fazit: Jameda will einfach nicht.Jameda mauert. Und warum wohl?

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Vor Jameda kann man nur warnen. Kritische Arztbewertungen werden nicht veröffentlicht - auch nachdem Jameda eine Anpassung der Bewertung einfordert, diese dann umgesetzt wird, veröffentlich man nicht. Auf Nachfrage bei Jameda kommt der Hinweis, dass die Prüfung der Freigabe zur Veröffentlichung bis zu 4 Wochen dauern kann. Bis heute sind 3 Monate vergangen, weitere Nachfragen werden ignoriert. Kritische Bewertungen passen nicht in das Geschäftsmodell. Mit Jameda sollte sich dringend einmal ein investigativer Journalist beschäftigen....werde versuchen, das anzustossen.

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