Vorschuss auf Arbeitslosengeld I oder/und II?

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8 Antworten

Das Sozialamt ist nicht zuständig für erwerbsfähige Arbeitssuchende, sondern das Jobcenter und damit das SGB II.

§ 42 SGB I "Vorschüsse" ist aber zuständig für alle Ämter, auch für die Arbeitsagentur:

"(1) Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmt. Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags."

Warum sollte also ein anderes Amt einen Vorschuss geben? Oder überhaupt eine Leistung herausrücken?

Gruß aus Berlin, Gerd

Grundsaetzlich besteht die Moeglichkeit einer Vorschusszahlung, aber nur in besonderen Faellen. Im Normalfall ist es aber so, dass man das ganze ja schon beantragt, wenn man noch arbeitet (Kuendigungsfrist) und das ganze daher meist recht zuegig bewilligt wird. Zudem bekommt man ja das A-Geld im Voraus gezahlt, waehrend man ja vom ehemaligen Arbeitgeber das Geld nachgezahlt bekommt. Um ein Beispiel zu bringen, man wird sagen wir mal mit einer Kuendigungszeit von 2 Wochen zum Ende des Monats Januar gekuendigt (gewoehnlich sind die Kuendigungszeiten ja noch mehr). Dann geht man Mitte Januar zum Amt, am Tag nach Erhalt der Kuendigung. Ende Januar erhaelt man ja noch mal sein Geld, mit dem man bis Ende Februar ja eh ueber die Runden kommen muss. Das waeren dann 6 Wochen Bearbeitungszeit fuer das Amt, das sollte daher hinhauen. Sollte es aufgrund von Problemen erheblich laenger dauern und ohne Verschulden den Antragstellers, dann kann man danach sicher einen Vorschuss begruenden.

In der Regel hat man ja noch den letzten Arbeitslohn für den kommenden Monat; sollten tatsächlich keine Einnahmen geflossen sein, dann ist der Lebensunterhalt durch ALG-II sicherzustellen; das ALG-I wird dann später angerechnet da es im gleichen Monat zufließt und man muß dann das ALG-II zurückzahlen.

Einen Vorschuß auf das ALG-I ist auch möglich aber bei der Antragstellung selbst ist ja für die Arbeitsagentur noch nicht klar, ob man tatsächlich auch einen Anspruch hat und wie hoch dieser dann tatsächlich ist; das muß ja auch erst geprüft werden.

Daher wird ein Vorschuß nur in wenigen Fällen gewährt.

Ein Vorschuss auf die zu erwartende Leistung ist kein Almosen

Wer de facto einen Leistungsanspruch hat, und seine momentane Mittellosigkeit nachweist, hat darauf einen Rechtsanspruch, den er auch durchsetzen kann.

MonteCrucis 06.11.2016, 08:37

Hat ja auch keiner was von "Almosen" im Eingangsposting geschrieben.

Und mit Wörtern wie "Rechtsanspruch" um sich werfen ist hier weder hilfreich noch sinngemäß. Dann schreib doch lieber, wie genau der Rechtsanspruch durchzusetzen ist?

ALG I anspruchsberechtigt -> Vorschusszahlung beantragen.

ALG II anspruchsberechtigt -> Abschlagszahlung beantragen.

Siehste Hans, so einfach kann man sowas beantworten.

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du hast die pflicht, eine drohende arbeitslosigkeit sofort anzuzeigen, d. h. sobald du kenntnis von der kündigung hast, musst du dich arbeitslos melden.,

die formulare zur arbeitslosenmeldung gehen dann also frühzeitig ein. sollte aber eine lücke entstehen, würde das jobcenter ggf. leistungen vorstrecken, die dann mit der ersten zahlung des arbeitslosengeldes verrechnet werden. alg 1 ist meist höher als alg 2, ausser das der job nicht so gut vergütet wurde und du sowieso zum alg 1 noch alg 2 als aufstockung beantragen musst.

weiterhin bekommt man das gehalt selten im voraus, sondern entweder rückwirkend oder mittig im monat (also hälftig voraus-hälftig hinterher) so dass hier auch noch ein zeitpuffer zusätzlich vorhanden ist.

Du hast den richtigen Paragraphen ja schon teilweise genannt. § 42 SGB I regelt den Vorschuss.

Wenn die Agentur den ablehnt, aber zuständig ist, gibt es kein Sozialamt. Denn für wen die Agentur zuständig ist, der ist erwerbsfähig, womit das Sozialamt nicht zuständig ist.

Wenn der Antrag - unberechtigterweise - abgelehnt wird, ist der Weg zum Sozialgericht angezeigt.

Ich war in so einer Situation....bin durch die Trennung von meinem Mann da rein geraten. War damals Hausfrau, hatte also kein eigenes Einkommen, stand ohne alles da.

Das Jobcenter hat mich komplett hängen gelassen. Ich hatte nichts, kein Dach überm Kopf, kein Geld in der Tasche und auf dem Konto, nichts zu essen....gar nichts....nur mein Auto mit nem halb leeren Tank. Ich habe um Hilfe gebettelt und nichts bekommen. Nicht mal Lebensmittelgutscheine. Der Antrag müsste erst in Bearbeitung sein. Dazu musste ich aber erst alle Unterlagen hin bringen...was sich mehr als schwer gestaltete da meine ganzen Papiere im Haus meines Noch-Mannes waren/sind. Er lies mich nicht dran und behauptete ich hätte keine Papiere mehr dort. Ich habe im Auto geschlafen, habe meine Autoboxen und Playstationspiele die ich zum Glück zufällig im Kofferraum hatte, verkauft um überhaupt was zu essen zu haben.

Niemand wollte mir helfen. Selbst bei der Diakonie und Caritas fühlte sich keiner zuständig und ich wurde immer weiter geschickt.

Der Hartz4 Antrag wurde am Anfang gar nicht angenommen da ich noch im Haus meines Mannes gemeldet war. Da kam dann die Aussage "sie brauchen eine andere Meldeadresse sonst kann ihr Antrag nicht bearbeitet werden". Aber wo sollte ich mich sonst melden? Nirgends!!

So bin ich auf der Straße gelandet...einfach so durchs Raster gefallen.

GerdausBerlin 17.02.2013, 02:35

1.) Für den Zutritt in sein Haus bzw. in das "Haus meines Noch-Mannes" ist nicht das Jobcenter zuständig, sondern Polizei oder Gerichtsvollzieher.

2.) Für den Bezug von ALG II meldet man sich

a) als zusammen wohnend, aber getrennt lebend (am besten nach einem Besuch bei seinem Scheidungsanwalt), oder

b) wo man sonst gerade lebt (also bei Bekannten), oder

c) als obdachlos. Dann aber besser zuvor beim Ordnungsamt oder bei der Caritas usw.

Gruß aus Berlin, Gerd

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Gewitterhexe89 17.02.2013, 10:33
@GerdausBerlin

Ich war bei ihm gemeldet, das hat das Amt NICHT akzeptiert. Ich wurde abgewiesen. Natürlich habe ich gesagt dass ich mich getrennt habe, dass ich mich scheiden lassen werde, dass ich mich nicht ummelden kann...aber ich bekam nur die Aussage"bevor sie keine andere Meldeadresse haben können sie kein Hartz4 beantragen!". Ich konnte mich zu niemandem ummelden. Ich war dann obdachlos gemeldet ... aber dann bekam ich erst recht keine Hilfe. Ohne Meldeadresse bekommt man nämlich kein Hartz4.

Selbst wenn ich mittels Polizei an meine Unterlagen gekommen wäre hätten die mich also wieder abgewiesen. Ich habe drei Monate (April bis Ende Juni) auf der Straße gelebt, im Auto geschlafen, 5-6 Tage bei einer Freundin geschlafen(bis ihr Vermieter uns raus geekelt hat,und dass obwohl ein Mieter bis zu 6 Wochen Besuch haben darf). In der Zeit dazwischen sind wir von Hessen nach Köln gegangen in der Hoffnung dass meine Schwester uns aufnimmt...knapp 2 Wochen....dann stand der Vermieter vor der Tür und drohte mit Wohnungskündigung! Wir saßen also wieder auf der Straße, hatten nicht mal mehr Geld um zurück nach Hessen zu fahren....musste dann alles was noch an WertGegenständen im Auto war verkaufen um ein letztes mal tanken zu können!Während all dem waren wir immer wieder bei verschiedenen Stellen(Arbeitsamt,Jobcenter,Caritas,Diakonie,bei der Kirche sowohl in Hessen als auch in Köln) von der Kirche bekamen wir einen einmaligen 15€ Einkaufsgutschein.....alle anderen fühlten sich nicht zuständig und wimmelten uns eiskalt ab!

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Die Möglichkeit besteht zwar, dass man einen Vorschuss bekommen kann, aber ein rechtlicher Anspruch besteht in keinem Fall. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

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