Vorrechte für die Kirchen?

Das Ergebnis basiert auf 22 Abstimmungen

Ich bin gegen die Vorrechte, aber tue nix gegen sie. 50%
Ich finde die Vorrechte gut, weil 32%
Ich engagiere mich gegen die Vorrechte, indem ich 14%
Ich bin für die Vorrechte und verteidige sie, indem 5%

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ich engagiere mich gegen die Vorrechte, indem ich

Z.B. den Humanisten oder Giordano Bruno Stiftung spende. Diese setzen sich u.a. für die Rechte von Atheisten in Deutschland ein bzw. gegen die Bevorteilung der Kirche.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Ich finde die Vorrechte gut, weil

Personen kommen, wenn sie in finanzieller oder psychischer Not sind gerne zur Kirche.

Es gibt in Deutschland ein paar Hunderttausend Ehrenamtliche. Die wenigsten davon sind im religiösen Bereich tätig.

Bis zu 200 Menschen am Tag versorgt die Kleiderkammer mit Kleidung, Haushalts- und Hygieneartikeln. Zumindest bislang – denn die Vorräte sind fast aufgebraucht und mit der Wiedereröffnung der Erstaufnahmestelle „Schnacke“ in Bahrenfeld erwarten Leiterin Bettina Buhr und ihre Kollegin Melanie Tschechne noch mehr Andrang. Kirche Hamburg hat den Regerhof besucht.
https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/so-leer-hab-ich-die-regale-in-neun-jahren-noch-nicht-gesehen.html
Die Diakonie Düsseldorf engagiert sich im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinden für Kinder, Jugendliche, Familien, arbeitslose, wohnungslose, suchtkranke, behinderte und ältere Menschen. Seit 1916 findet die Diakonie tatkräftige, christliche Antworten auf soziale Fragen und Missstände in der Stadt. 2500 Mitarbeitende und 1600 Ehrenamtliche arbeiten in insgesamt 180 Einrichtungen für die Menschen in Düsseldorf - und helfen ihnen, ihre Zukunft zu gestalten. Organisatorisch ist die Diakonie eine Abteilung des Düsseldorfer Kirchenkreises. 
https://www.evdus.de/arbeitsfelder/diakonie/diakonie-duesseldorf/
Eine seelsorgerlich betreute Hospizgruppe im Emmaus-Heim, die überwiegend aus ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht, begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg. Dies ist ein besonders wichtiges Angebot für Sterbende, die keine Angehörigen haben.
https://www.kirche-wolfsburg-wittingen.de/dienste/beratung/diakonie_wolfsburg

Wenn diese Dienste alle der Staat übernehmen müsste, würdest Du wesentlich mehr Steuern bezahlen müssen als heute.

Aber der Staat zahlt doch zumindest anteilig die Kirche, das ist ja mein Kritikpunkt.

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@EragonArya

Ja, weil es den Staat weniger kostet, wenn die Kirchen Aufgaben übernehmen, welche eigentlich der Staat übernehmen müsste. In meiner "alten" Kirchgemeinde waren es viele solcher Arbeiten. Ehrenamtliche kosten nichts und leisten oft gleich gute Arbeiten wie Profis - zum Beispiel als Köchinnen.

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@Bodesurry

Ehrenamt kann auch Konfessionslos ausgeübt werden und sollte nicht von einer Religion abhängig sein.

Gruß

Eragon

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Ich finde die Vorrechte gut, weil

Naja, man sollte wenigstens mit Fakten argumentieren! Der Staat behält 2-4% der Kirchensteuer ein, als Dienstleistung für die Tätigkeit der Finanzämter. Der Staat verdient an der Kirchensteuer.

Es gibt zwar ein Kirchenrecht, aber das hebelt nicht die Verfolgung von Straftaten durch den Staat aus. Es geht beim Kirchenrecht um kirchliche Angelegenheiten.

Ja, der Staat zahlt für soziale Einrichtungen, die in Trägerschaft der Kirche sind. Aber das macht er aber beispielsweise auch für Einrichtungen der Arbeitwohlfahrt. Soll man die dann auch abschaffen. Und viele andere Einrichtungen in nichtstaatlicher Trägerschaft ebenso.

Vielen Dank für die konkreten Zahlen. :)

Auch die Gehälter vieler Geistlicher werden (indirekt) vom Staat finanziert, denn die von den Gläubigen eingetriebene Kirchensteuer reicht ja gar nicht aus, um alle Mitarbeiter der Kirche zu bezahlen.

Gruß

Eragon

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die Kirchensteuer wird von den Finanzämtern, die durch die Steuern aller finanziert werden, eingetrieben

Naja... also wenn wir mal ehrlich sind (und ich kann ehrlich sein, denn ich hab in dem Laden gearbeitet)... die Kirchensteuer an sich ist kein großer Aufwand. Die Problemfelder im Finanzamtsalltag liegen ganz woanders, die Kirchensteuer läuft in aller Regel relativ friedlich nebenbei mit.

Wenn man es mal vergleicht mit den Deppen, die ihre Erklärungen nicht abgeben oder die Zeit, die draufgeht, weil irgendwelche Leute es witzig finden irgendwelche Belege einzuschicken oder in Obstkisten vorbeizubringen, damit das Finanzamt die sortiert, dann ist die Kirchensteuer ein BRUCHTEIL des Aufwands wert.
Kurz gesagt... da gibt es einfach ganz andere Problemstellen.

Kirchen dürfen Straftaten unabhängig vom Staat verfolgen und bestrafen.

Wäre mir neu...

Auch all die sozialen kirchlichen Tätigkeiten werden letztlich vom Staat finanziert, anzüglich der Unsummen, die in die Verwaltung gehen.

Wobei der Staat ansonsten halt eben ANDERE sozialen und karitativen Tätigkeiten auf die Beine ziehen müsste... was AUCH Geld kostet.

Wie steht ihr dazu?

Joah... mir sind die Kirchen im wesentlichen egal... ich bin allerdings der Ansicht, dass es wesentlich größere Problemfelder gibt, um die man sich kümmern müsste, als die hier aufgezählten.

Wer keine Lust hat Kirchensteuer zu zahlen, der kann schlicht austreten und alles weitere ist halt... naja...

Natürlich gibt es dringendere Probleme auf dieser Welt, aber die wird es immer geben, oder?

Zur Strafverfolgung: Quelle

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Es gibt keine Vorrechte der Kirchen außer, dass sie das Recht haben, ihre eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. Strafrecht gehört nicht dazu, Arbeitsrecht hingegen schon.

Was die Verwaltung angeht - der Staat erhebt über die Finanzämter die Kirchensteuer, aber dafür läßt er sich auch fürstlich von den Kirchen bezahlen.

Ergo: Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass Menschen ohne "institutionalisierten" Glauben dafür nicht bezahlen wollen. Können sie - sie müssen nur aus der Kirche austreten.

Arbeitsrecht umfasst den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen?

Weil, wenn dem nicht so wäre, dann hätten alle die darüber informiert waren ja die Polizei/Staatsanwaltschaft einschalten müssen…

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