Vorraussichtlich baldiger Tod eines geliebten Menschen. Was machen?

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Es ist nie schön einen geliebten Menschen zu verlieren. Ich war in fast der selben Situation wie du. Mein Vater hat meine Mutter verlassen, als ich 5 war. Von da an fehlte mir die Vaterfigur, die mein Opa aber perfekt ausfüllen konnte.

Ich verbrachte viel Zeit mit ihm und konnte so viel von ihm lernen. Dann erfuhr ich, dass er Krebs hat. Ich war gerade mal 9/10 und war noch zu klein um zu wissen, was passieren konnte. Er besiegte den Krebs und ich spürte eine Erleichterung in der ganzen Familie.

4 Jahre später kam der Krebs leider zurück. Dieses Mal streute er und nach langer schwerer Krankheit verstarb er dann im Februar 2011.

Ich bin so froh, dass ich mich trotz Pubertät und der damit verbundenen "zu coolen"-Art nie dagegen entschied meinem Opa bei etwas zu helfen oder mir noch tausend mal die alten Geschichten anzuhören.

Mir war bewusst, dass es sein konnte dass er bald geht, doch ich habe mein Verhalten ihm gegenüber nicht verändert, sondern habe ihn so behandelt wie schon immer. - Wie meinen Vater!

Die Trauer war und ist natürlich unausweichlich, aber mein Gewissen war rein. Ich danke meinem Opa so sehr, dass wir einen so guten Draht zueinander hatten und ich so viel von ihm lernen konnte.

R.I.P. Opa (1937 - 2011)

Verbringe einfach wie immer deine Zeit mit deinem Opa und behandele ihn nicht anders als sonst, das wird er merken. Möge dein Opa noch lang an deiner Seite sein.

Hallo Sumsangbaumi,

auf jeden Fall solltest Du mit ihm so viel Zeit wie möglich verbringen und ihm immer zeigen, wie gern Du ihn hast. Wichtig ist es auch, mit ihm über positive und erbauliche Gedanken zu sprechen. Viele ältere Menschen schwelgen gern in alten Erinnerungen. Warum sich nicht darauf einlassen? Frage doch Deinen Großvater etwas aus seiner Kindheit oder Jugend. Möglicherweise lässt ihn das aufblühen, denn wenn er auch geistig abbaut, so bleiben doch meistens die ganz alten Erinnerungen bist zuletzt erhalten.

Was aber könntest Du tun, wenn Dein Großvater nicht mehr da ist? Nun, der Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod gehört wohl mit zu dem Schlimmsten, das man im Laufe seines Lebens durchmachen muss! Ich habe das leider auch schon hinter mir, da ich vor wenigen Jahren mehrere meiner engsten Familienangehörigen verloren habe.

In so einer Situation hat man leicht das Gefühl, dass das Geschehene einfach nicht wahr sein kann. Man kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der Verstorbene nun nicht mehr da ist. Oder man fühlt sich innerlich leer und empfindungslos. Es kann auch sein, dass der anfängliche Schmerz so groß ist, dass man meint, es gar nicht aushalten zu können. Vielleicht mag es Dir ja dann ähnlich ergehen. Das ist die erste Phase der Trauer und sie ist wohl auch die schlimmste! Die Frage lautet nun: Wie kann ich irgendwie weiterleben und die Zeit der Trauer durchstehen?

Manche versuchen, so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung überzugehen und Gefühle der Trauer zu unterdrücken. Sie wollen vielleicht andern ein gutes Beispiel geben und versuchen den Starken zu spielen. Das ist jedoch auch gar keinen Fall der richtige Weg! Man muss sich selbst die traurigen Gefühle zugestehen, egal wie stark sie sind. Das bedeutet auch, dass es falsch wäre, Tränen zurückzuhalten. Am besten ist es, die Trauer zu durchleben und, wann immer einem danach ist, auch zu weinen. Das bringt einem auf jeden Fall eine gewisse Erleichterung.

Dazu, die Trauer zu durchleben gehört auch, mit anderen über seine Empfindungen zu reden. Natürlich eignet sich nicht jeder dazu. Vielleicht kennst Du einen mitfühlenden Freund, Bekannten oder Verwandten, dem Du Dein Herz ausschütten kannst. Am besten können einem oft diejenigen helfen, die bereits Ähnliches durchgemacht haben und damit fertig geworden sind. Auf jeden Fall wird es Dir leichter ums Herz, wenn Du Dich jemandem mitteilst. In der Zeit der Trauer brauchen wir jemanden an unserer Seite, auf den wir uns verlassen können und der die Sache mit uns gemeinsam durchsteht.

Es könnte aber auch sein, dass Dir dann gar nicht danach ist, mit jemandem zu reden. Dann könnte es Dir helfen, ein Tagebuch zu führen und Deine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen. Das Geschriebene vielleicht einige Tage später wieder zu lesen, mag Dir ebenfalls Erleichterung geben.

Viele Trauernde stellen sich die Frage, wo nun der Verstorbene wohl ist. Vielleicht im Himmel? Oder irgendwo sonst im Jenseits? Die Bibel lässt uns ins in der Frage, was nach dem Tod geschieht, nicht im Ungewissen. Sie sagt: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst" (Prediger 9:5). Das bedeutet, dass die Toten nicht irgendwo weiterleben. Sie befinden sich sozusagen im Todesschlaf, aus dem es jedoch nach der Bibel auch wieder ein "Erwachen" gibt. Wie ist das zu verstehen? Nun, Gott ist dazu in der Lage, sich an jeden Menschen, der einmal gelebt hat, in allen Einzelheiten zu erinnern. So hat er sich vorgenommen, eines Tages die Gräber zu lehren, indem er die Toten wieder zum Leben bringt. Die Bibel gebraucht dafür den Begriff "Auferstehung". Gott erschafft dann die Verstorbenen mit einem neuen Körper, der dem gleicht, den sie in ihrem früheren Leben hatten. Wenn also die Toten wiederkommen, dann ist es so, als ob sie gleichsam von einer langen Reise zurückgekehrt wären. Stell Dir vor: Wir können all unsere Lieben wiedererkennen und in unsere Arme schließen! Kannst Du Dir die unbeschreibliche Freude vorstellen, die dann herrschen wird?

Der mit dem Tod verbundene Schmerz und all das Leid werden dann für immer vergessen sein! Die Bibel beschreibt diese künftige Zeit mit den sehr ergreifenden Worten: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4). Ist das zu schön, um wahr zu sein? Keineswegs, denn Gott verspricht uns nichts, was er nicht einhalten kann und wird. Somit ist die Hoffnung der Auferstehung für die Hinterbliebenen ein großer Trost, der ihnen in der Zeit der Trauer enorm helfen kann.

Ich wünsche Dir noch eine möglichst lange und schöne Zeit mit Deinem Großvater und viel Kraft, wenn Du nach seinem Tod um ihn trauerst! Und noch eines: Wie wäre es, wenn Du Deinem Großvater von der schönen Hoffnung erzählst, dass Gott eines Tages die Toten wieder zum Leben zurückbringen wird? Meinst Du nicht auch, das könnte ihn im Hinblick auf seinen verstorbenen Bruder etwas aufmuntern?

LG Philipp

Hallo,

auf den Tod eines geliebten Menschen kann man sich nie so richtig vorbereiten. Mein Opa hatte Krebs und es ging merklich bergab, aber trotzdem war es dann total hart, alles es wirklich so weit war.

Wichtig ist nur zu wissen, das egal was du fühlst, es ist normal. jeder trauert anders. Der eine lenkt sich ab und wirkt schnell wieder normal. Andere wollen erst mal keinen sehen und alleine trauern. Wieder andere wollen mit anderen trauernden zusammen sein und über ihn reden usw. Manche brauchen nur Tage, andere Wochen oder sogar Jahre...

Hast du mal mit ihm über deine Ängste geredet. Tod ist was natürlich, das gehört zum Leben dazu, aber es hilft manchmal trotzdem dem anderen zu sagen wie sehr man ihn liebt und dass man ihn vermissen wird. Dann macht man sich hinterher nicht so viele Vorwürfe, was man noch hätte sagen sollen.

Wenn ihr könnte, dann unternehmt was zusammen, aber lebe auch dein restliches Leben weiter. Sonst würde es evtl. nur noch härter, wenn er plötzlich weg ist.

Zu dem Ausflügen, auch aus der Vergangenheit könnt ihr ja zusammen ein Fotoalbum basteln. Vielleicht erinnert er sich ja noch an lustige gemeinsame Erlebnisse als du klein warst, die du schon gar nicht mehr kennst... 

Es gab mal so ein "Opa erzähl mal..." Buch, wo eben ganz viele Fragen drinnen sind und Platz für seine Antworten. Denn manches Wissen stirbt ja mit ihm. Ich glaube das gibt es auch mit "Papa erzähl mal...", vielleicht würde es ihm ja eine Freunde machen zu sehen, dass er eben für dich wie ein Vater ist (kann ich schlecht einschätzen wie er das findet).  Ich meine nämlich, dass da unterschiedliche Fragen drinnen waren... kannst ja mal im Buchhandel gucken, ob es das da gibt und welches du besser findest.

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